In stillem Gedenken an den großen Torhüter Robert Enke

Robert Enke: ein großer Sportsmann
Robert Enke: ein großer Sportsmann
Robert Enke – in stillem Gedenken an einen großen Sportsmann

Es war einer der schwärzesten Tage im deutschen Fußball. Am 10. November 2009 starb Robert Enke. Der damals 32-jährige Keeper von Hannover 96 litt unter Depressionen und setzte seinem Leben ein Ende. Enke nahm sich an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge-Eilvese, unweit seines Wohnorts Himmelreich, durch Schienensuizid das Leben.

In der Bundesliga war Robert Enke ein hoch angesehener Sportsmann. Er begann seine Bundesligakarriere bei Borussia Mönchengladbach. 1999 wagte er den Wechsel ins Ausland und wurde zum Stammtorhüter bei Benfica Lissabon.

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Letzte Schicht: Glück auf!

Bergabau-Denkmal in Bochum: Glück auf!
Bergabau-Denkmal in Bochum: Glück auf!
Bergabau-Denkmal in Bochum: Glück auf! / Foto: Peter Hesse

Die letzte Zeche schließt, nach Jahrhunderten geht die Ära des Bergbaus zu Ende. Ruhrbarone-Autoren erzählen in den kommenden Wochen in loser Folge darüber, was sie mit der Welt der Zechen verbindet. 

Im Zuge der Montanindustrie ist das Ruhrgebiet zum größten Ballungsgebiet Europas geworden. Doch die Kohlekrise ab 1958 läutet das Ende dieser bedeutenden Ära ein. Im direkten Umfeld meiner Kindheit und Jugend war der Bergbau allerdings kein großes Thema. Meine Eltern absolvierten beide eine Ausbildung in Straßenbau-Unternehmen, mein Vater als

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Jon Spencer: The Blues is Number One!

Jon Spencer: ein Virtuose mit Kaputtnik-Genen
Jon Spencer: ein Virtuose mit Kaputtnik-Genen
Jon Spencer: ein Virtuose mit Kaputtnik-Genen

Jon Spencer ist zurück! Er präsentiert einen Zaubertrank aus Rhythm & Blues, Garagenpunk, subversiven Dance-Grooves und Sci-Fi-Skills.
 Vor ein paar Wochen war er noch in England im Vorprogramm der Melvins zu sehen, nun kommt Jon Spencer für zwei Shows nach Deutschland (Münster & Köln). Live stellt er erstmals sein Album „Sings The Hits“ vor, welches im nächsten Jahr erscheinen wird.

Dieser Mann hat innerhalb der Musikgeschichte ein paar kleine Extraseiten mitgeschrieben. Zum Beispiel im Jahr 2000. Damals ist das letzte Boss-Hog-­Album für die kommenden zwei Dekaden erschien, und Sängerin Cristina Martinez posierte auf dem bei­liegenden Poster im

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Frank Goosen liest Wolfgang Welt

Frank Goosen | Fotocredit: Martin Steffen

Morgen abend (17. Oktober)  liest Frank Goosen liest Auszüge aus den literarischen und journalistischen Texten Wolfgang Welts und berichtet von Berührungspunkten mit seinem verstorbenen Schriftstellerkollegen im Düsseldorfer Heinrich Heine Institut.

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Das Popkulturmagazin SPEX wird eingestellt

Die Spex im März 1984 mit einem noch jungen Joe Strummer / Bild: Spex

„Wenn du dich mit cooler Musik auskennen willst“, so sagte mir mein Pfadfinderleiter Markus Göbel irgendwann an einem arschkalten Winterabend des Jahres 1984, „musst du Spex lesen und John Peel hören.“ Ich befolgte seinen Rat, kaufte mein erstes Exemplar mit Joe Strummer auf dem Titel beim Dortmunder Plattenladen Last Chance – und war viele Jahre Stammleser, irgendwann sogar Abonnent. Nun wird nach 38 Jahren und 384 Ausgaben das Popkulturmagazin zum Jahresende eingestellt. Ein trauriger Moment.

Zuletzt hat es schon die Intro, das Groove-Magazin und das Neon aus dem Gruner & Jahr-Verlag dahingerafft. Der Verlag der taz überlegt nur noch eine online Ausgabe seines Zeitungsorgans herauszugeben. Auch der Einzelhandel zuckt: die Mayersche Buchhandlung hat in ihrer Bochumer Filiale ihre Illustrierten und Zeitungsregale deutlich verkleinert – und präsentiert nur noch eine geringe Auswahl auf drei mobilen Zeitungsständern. Keine Frage, im Bereich der

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Oliver Polak: „Gegen Judenhass“

Oliver Polak // Fotocredit: David Prior

Mal ist er ein Enfant Terrible und mal ein lupenreiner Moralist. Der aus Papenburg (in Ostfriesland) stammende Autor und Stand Up-Comedian Oliver Polak ist sicher nicht Everybody’s Darling, dafür eckt er zu oft und zu gerne an. Mit seinem neuen Buch „Gegen Judenhass“ schildert er seine seine eigenen Erfahrungen als deutscher Jude (oder jüdischer Deutscher) – und das von der Kindheit an bis in die Jetztzeit. Als Autor stellt er die These heraus, dass Antisemitismus keine neue Geisteshaltung im AfD-Zeitalter ist, sondern eine unverschämte Gesinnung, die auf Duldung und auf Wiederholen von ekelerregenden Ressintements basiert. Wie man diesem Thema entgegen treten soll? Die Formel Polaks ist plausibel: »Wenn ich Angela Merkel in Yad Vashem sehe, wie sie einen Kranz niederlegt, und dann sehe ich, was hier in Deutschland gerade los ist, da habe ich echt das Gefühl, dass die deutschen Politiker besser mit toten Juden umgehen können als mit lebendigen«, sagte er auf der Frankfurter Buchmesse in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Wie wichtig es ist, dabei Mensch zu bleiben – und gleichzeitig Herz und Verstand an der richtigen Stelle zu haben, beweist er in unserem Gespräch.

Hallo Oliver. Mit deiner Indierock-Band Sternzeit hattet ihr so um das Jahr 2003 ein paar Achtungserfolge. Bist du manchmal traurig, dass es mit einer Karriere als Musiker nicht so richtig geklappt hat?

»Das ist schwierig zu sagen. Ich kann mir jetzt in meinem Alter das Konstrukt „Band“ nur noch sehr schwer vorstellen. Das funktioniert ja wie eine Ehe – nur mit mehreren Menschen. Man ist da gebunden und muss im Verbund zusammen Entscheidungen treffen. Als Autor und Stand Up-Comedian arbeite ich ja sehr autark und anders: ich kann alles machen, so wie ich das will – und muss niemand fragen. Musik ist aber immer noch mit das Wichtigste in meinem Leben und habe in letzter Zeit auch viele tolle Konzerte gesehen – zum Beispiel Phil Collins, Aerosmith oder Motorpsycho. Aber selber vermisse ich jetzt nicht, dass ich jetzt konkret in einer Band spiele. Der Gedanke bei jedem Auftritt das Schlagzeug aufbauen zu müssen, nervt schon. Mit einem

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Fehlfarben – Melodram mit Grauschleier

Fehlfarben | Fotocredit: Roland Bertram

So wie der im Januar verstorbene The Fall-Sänger Mark E. Smith der schnoddrige Gegenentwurf zu Punk-Ikonen wie Joe Strummer oder John Lydon war, so ähnlich verhält sich das Verhältnis von Fehlfarben-Sänger Peter Hein zu den bundesdeutschen Chart-Punk-Größen. Er war stets der hysterische und unversöhnliche Geheimtipp, der meist knietief im Dispo steht. Nächste Woche kommt die Düsseldorfer Band in die Bochumer Christuskirche und sie spielen dort ausschließlich Songs von ihrem Klassiker-Album „Monarchie und Alltag“ aus dem Jahr 1980.

Irgendwann zu NDW-Zeiten wurden die Düsseldorfer Fehlfarben plötzlich hoch gehandelt. „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran“, so lautet die Essenz aus dem Album „Monarchie und Alltag“, welches im Jahr 1980 erschienen ist. Popstar, der auf der Überholspur des Lebens einen Ferrari fährt, ist Peter Hein damit nicht geworden: „Mit dem Album haben wir etwa 270.000 Mark verdient“, sagt Hein nüchtern, „und das auf etwa 20 Jahre verteilt. Damit konntest du in guten Jahren einen Urlaub bezahlen. Wenn es nicht so gut lief, konntest du dann damit in der Kneipe ein paar Mal den Deckel bezahlen.“

Dieser Klassiker ist 1980 erschienen. Ein Jahr, in dem der ehemalige Hollywood-Kleindarsteller Ronald Reagan zum US-Präsidenten gewählt wird und der in der heutigen Rückschau fast wie ein „Elder Statesman“ wirkt. 1980 ist auch das Jahr wo sich die Grüne Partei in Karlsruhe gründet, in Danzig macht die Gewerkschaft Solidarność Furore und ein Attentat auf dem Münchener Oktoberfest reißt 13 Menschen in den Tod. Fehlfarben singen damals „Paul ist tot, kein Freispiel drin“. Peter Hein textet für diesen Song eine Shortstory mit vielen Gedankensprüngen: „Ich traue mich nicht, laut zu denken. Ich zögere nur und drehe mich schnell um. Es ist zu spät, das Glas ist leer. Du gehst mit dem Kellner und ich weiß genau warum.“

Meist mixt Hein seine Zeilen mit politischen, persönlichen und gesellschaftskritischen Metaphern. Er jongliert Slogans, Erinnerungsfragmente und Sprachfetzen zu einem zeitgenössischen Erzählstrang, die den Zeitsprung von mittlerweile 38 Jahren locker überlebt haben. Liedtexte wie „Gottseidank nicht in England“ oder „Apokalypse“ klingen mit Endzeit-Versen wie „Oder’ne Fabrik, in die keiner seine Nase steckt – Verbrannte Erde, Schüsse in der Nacht – Bombenteppich, U-Boot-Jagd“ immer noch kunstvoll und utopisch, skurril und wahr, verrückt und erhellend, verzaubernd und verstörend zugleich.

Musikalisch schauen sie sich was vom kalten New-Wave-Funk von Bands wie Gang of Four ab, mixen es mit Ska und geschmackvollen Rock-Sequenzen. Die Saxophon-Klänge von Frank Fenstermacher dröhnen nie so schwülstig und weichgespült wie in Sade-Songs, hier klingt es immer cool nach New Wave und nach James Chance & the Contortions. Aber im weit gefassten Fehlfarben-Sound schimmert auch die Patina von alter Neonreklame durch: hier werden Erinnerungen an Cocktails trinken in coolen Bars geweckt und nach Tanzen in zackigen B-52s-Moves.

Eine vergangene Zeit blinkt hier auf, in der Diedrich Diederichsen und Wolfgang Welt die wichtigsten Popkultur-Autoren waren. Schaut man in dieser Woche zum Vergleich in die Sachbuch-Bestseller-Liste, stehen dort auf den ersten drei Plätzen so überflüssige und geschwätzige Handlampen wie Kollegah, Thilo Sarrazin und Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Die unvergänglichen Rezepte, die die Fehlfarben in ihren Songs verschrieben haben, überzeugen dann doch wirklich mehr.

Aber auch die musikalische Fehlfarben-Vision überzeugt noch immer. Die hart gespielten Gitarren Akkorde von Thomas Schwebel werden cool und unverblümt runter geschrubbt, die Vocals von Peter Hein stehen gleichberechtigt im Wall of Sound – das ist auch Jahre später meilenweit entfernt vom NDW-Schlager-Sound eines Hubert Kah, von Fräulein Menke oder von der Spider Murphy Gang. Nein, hier ertrinkt immer noch alles im Grauschleier – der hängt nicht nur über der Stadt, sondern findet vor allem im Sound seine Entsprechung. Und den kann selbst Mutti nicht wegwaschen, so hartnäckig sitzen diese Flecken im Stoff.

Zudem haben Fehlfarben schon immer den Hang zu Schauspielen in vergilbtem Technicolor. In Anlehnung an den Regisseur Douglas Sirk, der das Film-Melodram im Hollywood der 1950er und 1960er Jahre als farbenprächtiges Gesamtkunstwerk inszenierte, haben Fehlfarben einzelne Songs immer wieder nach Sirk-Filmen benannt. „All That Heaven Allows“ zum Beispiel, „Imitation of Life“ oder „The Tarnished Angels“, auf dem Gastmusiker Helge Schneider damals im Studio sogar die Pianolinie spielte. Hein kommentiert: „Melodramen standen immer in einem schlechtem Ruf. Wir wollten dem etwas entgegen setzen und diese Filme rehabilitieren.“

Fehlfarben-Songs klingen auch manchmal wie Melodramen. „Der Mann den keiner kennt“ von 2015 zum Beispiel wartet mit der Textzeile „Er hat alle zusammen gebracht, selten wurde lauter gelacht“ auf. Für Hein trifft das auch irgendwie zu. Farin Urlaub sagte mal, dass die Art des Textens von Hein ihn maßgeblich beeinflusst hätte und auch für den jungen Campino war der gelernte Groß- und Außenhandels-Kaufmann ein wichtiges Leitbild. Ob Hein gerne ein Punk-Pionier ist? „Das ist mir eher egal. Beziehungsweise, wenn man für etwas Abgekupfertes ein Pionier ist, dann ist es doch schön.“

Seine Weltsicht ist nüchtern und angenehm geerdet: „Ich hatte nie großartige Pläne in meinem Leben und hatte auch nie eine besondere Vision, die ich in meinem Leben verfolgen wollte. Es kommt so, wie es kommen soll – und die meisten Pläne gehen ja eh in die Hose.“ Ob er Dinge gut verkaufen kann, wie etwa eine neue Platte oder einen Roman à la „Herr Lehmann“, den er irgendwann mal schreiben sollte? „Ich hasse Verkäufer“, sagt er und sofort ist wieder der Anti-Typ aus dem Lehrbuch. Also so, wie man sich Peter Hein eigentlich auch vorgestellt hat. Dann setzt er noch eine Jahrhundertweisheit darauf: „Das Geschäftsleben wäre eigentlich super, wenn man keine Kunden hätte.“

Live:
Fehlfarben in der Christuskirche Bochum
Donnerstag, 11. Oktober 2018 | 20 Uhr
Einlass: 19 Uhr
VVK: 31,60 (inkl. Gebühren)

Toller Konzert-Herbst in der Bochumer Christuskirche

Die Band Low // Fotocredit: Shelley Mosman

Ein ganz besonders gutes Händchen bei der Band-Auswahl hat die evangelische Kirchengemeinde im Bochumer Zentrum. So startet die Christuskirche ihren „heißen Herbst“ mit den Indie-Heroen Low am 9. Oktober. Später folgen noch die Fehlfarben oder Ex-Bauhaus Sänger Peter Murphy. Außerdem kommt der Frauenchor The Mystery Of The Bulgarian Voices zusammen mit Lisa Gerrard zu einem Gastspiel. Ein besonderes Highlight wird der Dia-Vortrag sein, den Punk-Ikone Henry Rollins im November von seinen Weltreisen zeigt – und seinen Vortrag mit schneller Zunge, überraschenden Pointen und spontaner Comedy dekorieren wird. Im Ausschank präsentiert dieser sakrale Konzertort mit Urban Urtyp sogar eine hauseigene Biermarke.

Aber fangen wir mal mit Low an. Das Trio wird im Jahr 1993 vom Ehepaar Alan Sparhawk (Gitarre, Gesang) und Mimi Parker (Schlagzeug, Gesang) gegründet, dieses Traumpaar hat zudem zwei Kinder. Und mit Steve Garrington haben sie schon mittlerweile den vierten Bassisten in der 25jährigen Bandgeschichte an ihrer Seite. Sie stammen aus Duluth, das ist eine Kleinstadt mit 86.000 Einwohnern in der Nähe von Minneapolis. „Hier bei uns“, so holt Sänger Alan aus, „sind neben Prince noch The Replacements und Hüsker Dü groß geworden. Diese Musiker prägten ganz stark die Zeit, als ich die High School besuchte. Etwas später gab eine Band namens The Suburbs und die ein paar Mal in der Nähe unseres Wohnortes spielten. Als ich etwa 14 Jahre alt war sah ich sie zum ersten Mal live. Es war umferfend.“

In der frühen Zeit orientieren sich Low am populären Grunge-Sound, später kommen
Americana und Indierock hinzu. Mit schroff hallenden E-Gitarren und gedoppelten Gesangsmelodien erschafft das Trio ganze Königreiche aus Tonfolgen, Choralen und manchmal ganz schön sperriger Rhytmik. Alan glaubt, dass das Leben im Norden der USA den Sound seiner Band maßgeblich geprägt hat: „Der Winter ist hart und deprimierend bei uns. Aber die Veränderungen innerhalb der Jahreszeiten sind gut für deinen Verstand, denke ich. Die Dunkelheit kann inspirierend sein, aber irgendwie ist das auch gefährlich für deine Grundstimmung.“

Mit dieser Aussage legt Alan die bestimmende Fährte. Denn mit dem aktuellen Studioalbum Nr. 12 schaffen Low etwas, was nur ganz wenigen Bands gelingt: nach über zwei Jahrzehnten definieren sie sich und ihren Sound noch einmal ganz neu. In einem Wall Of Sound aus Krach, Dunkelheit, Distortion und Stolperbeats vermengen sie mit Lofi-Elektronic, Psychedelic und einer bedrohlichen Endzeitstimmung. Dazu addieren sie elfenartige Melodien, maschinelle Kälte, krisenhaftes Geratter, große Hymnen und ganz viel Magie. Das alles wird zu einem schwer fassbaren Brocken verknödelt und mit viel Inspiration und noch mehr Raffinesse ausgestattet. Dieses hypnotisierende Testament der Angst wankt, wackelt und wabert sich ganz tief hinein in das inneres Ich des Zuhörers. So wird ein musikalischer Koloss erschaffen, der das große Krächzen unserer Zeit perfekt in eine morbide Soundlandschaft ummünzt.

Über den Akt des Schöpferischen holt Alan dann noch mal ganz tief aus: „Die Musik war schon sehr früh meine Liebe und mein Traum. Ich bin zwischen der Kirche und einem sehr musikalischen Elternhaus groß geworden. Mein Vater spielte Schlagzeug in ein paar Bands und vor allem liebte er es, ständig zu singen. Bei uns daheim drehte sich immer alles um Songs, Melodien und Kompositionen. Ich erinnere mich an einen ganz ambivalenten Moment, als mir mein Gitarrenspiel eigentlich alles abverlangte – und ich so in mich rein murmelte, ich kann das alles irgendwie nicht. Ich war so sehr eingeschüchtert, dass ich dachte, ich werde es nie schaffen mal öffentlich vor einem Publikum zu spielen. Aber irgendwie war da auch noch eine Verbissenheit in mir. So hat mich das Üben nie losgelassen und ich habe einfach immer weitergemacht. Irgendwie habe ich meinen Weg als Musiker gefunden, der bis heute anhält.“

Am Mittwoch, den 10. Oktober 2018 spielen Low ab 20 Uhr in der Bochumer Christuskirche. Tickets kosten 22 Euro (zzgl. Gebüren) im Vorverkauf.

Klaus Hurrelmann im Interview: „Die Jugendlichen sind grundsätzlich Optimisten“

Klaus Hurrelmann im Gespräch. Foto: wikipedia/A.behlen/CC BY-SA 4.0

 „Kinder stark machen für das Leben: Herzenswärme, Freiräume und klare Regeln“ – so lautet ein Buchtitel von zahlreichen Publikationen, die Klaus Hurrelmann veröffentlicht hat. Er hat in den Jahren 2002, 2006 und 2010 die Shell-Jugendstudie geleitet, mit der seit 1953 ausgelotet wird, welche Themen die deutschen Heranwachsenden bewegen und welche Erwartungen sie an die Zukunft haben. Hurrelmann forschte über Bildungs- und Jugendfragen an den Universitäten in Essen, New York, Ithaka und Los Angeles. Nach fast 30 Jahren an der Universität Bielefeld, wo der 67-Jährige die School of Public Health gründete und leitete, lehrt und forscht er seit 2009 an der privaten Hertie School of Governance in Berlin.

Lieber Herr Professor Hurrelmann, was passiert derzeit an den gesellschaftlichen Rändern, wie fühlen sich Jugendliche, die ihren Platz innerhalb der Gesellschaft nicht so richtig finden können?

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