Buchbesprechung: Die Macht der Clans

Politik der 1000 Nadelstiche: Polizei kontrolliert verdächtige Autos im Bermudadreieck in Bochum

Seit fast 20 Jahren beschäftigen sich die Spiegel-TV-Reporter Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer mit Clans. Ihre aufwendig und oft unter Risiko recherchierten Erkenntnisse haben sie nun in dem Buch „Die Macht der Clans“ zusammengefasst. Neben Olaf Sundermeyers „Bandenland“ und Ralph Ghadbans „Arabische Clans“ haben sie damit das dritte Buch über Clans geschrieben, an dem niemand vorbeikommt, der sich mit dem Thema beschäftigt. Ein Wissensdefizit über die Machenschaften der Clans gibt es damit nicht mehr. Nur Ideologie und Ignoranz schützen noch vor Erkenntnis.

Ausführlich schildern die beiden Journalisten den Aufstieg einiger der größten Clans von frisch in die Bundesrepublik eingereisten Empfängern üppiger Sozialleistungen, die  sich Dank verschwundener Papiere und erlogener Lebensläufe trotz abgelehnter Asylanträge und zahlreicher Vorstrafen nicht abgeschoben wurden, zu Herrschern der kriminellen Szene. Dabei nennen sie Namen, decken Kontakte in die Politik auf. Nicht nur das, wie auch in Essen, Politiker der Grünen und der Linkspartei die von ihnen ausgehende Gefahr herunterspielen, auch ein CDU-Bundestagsabgeordneter bewegt sich im Umfeld der kriminellen Familienbanden.

Heise und Meyer-Heuer beschreiben bekannte Überfälle wie die auf das KdW und das Bode Museum in Berlin, berichten von Bedrohungen von Richtern und Polizeibeamten in der niedersächsischen Provinz. Was leider fehlt, sind die Kontakte einiger Clans zu Terrorgruppen wie der Hisbollah, seien sie nun wirtschaftlich oder ideologisch bestimmt.

Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch die Naivität und das Unvermögen von Jugendämtern, Richtern und Staatsanwälten den Kriminellen Grenzen aufzuzeigen. Immer wieder werden Bewährungsstrafen ausgesprochen, die von den Tätern als Freispruch gewertet werden. Es gibt vorzeitige Haftentlassungen, Freigang wird eingeräumt, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Sozialbehörden ist kaum vorhanden. Eine überlastete Justiz hat den Verbrechern kaum etwas entgegen zu setzen, es fehlt an Gesetzen, die den Clans und anderen Teilen der Organisierten Kriminalität wirklich weh tun würden:

„Es gilt der Grundsatz: Der Staat muss die Illegalität der Gelder belegen. Und nicht: Der Kriminelle muss die Legalität beweisen. Letzteres wäre eine Beweislastumkehr. Würde eine Beweislastumkehr in Deutschland gelten, müsste ein Drogendealer belegen, dass er den Haufen kleiner Scheine sauber erarbeitet hat. Kann er das nicht, ist die Kohle weg. Eine Beweislastumkehr wäre eine sehr scharfe Klinge im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Die Bundestagsfraktion der SPD brachte bereits 1994 einen Gesetzesentwurf (Drucksache 12/6784) ins Parlament ein, dessen Kern die Beweislastumkehr war. Die Sozialdemokraten waren damals Opposition. Der Entwurf blieb ein Entwurf. Ab 1998 stellte die SPD den Kanzler und den Innenminister. Der Gesetzesentwurf versauerte trotzdem in der Schublade.“

In Italien ist die Beweislastumkehr Alltag Kampf gegen die Mafia. Die Bundesrepublik hat sich hingegen dafür entschieden, das Paradies aller Geldwäscher zu bleiben. Immerhin können so Milliarden an kriminellen Einnahmen in Deutschland zum Beispiel in Immobilen investiert werden.

Clans, auch das zeigen Heise und Meyer-Heuer sind nichts anderes als autoritäre, patriarchalische und brutale archaische Verbände. Natürlich sind nicht alle, die einen der Namen der bekannten Familien tragen kriminell, aber sie leben zu einem großen Teil in der Nähe eines kriminellen und brutalen Umfeldes. Für Jugendliche und Frauen sind so die Möglichkeiten einer unabhängigen Entwicklung oft massiv eingeschränkt. Geheiratet wird oft innerhalb der Familie, Frauen haben zu folgen, haben einen niedrigeren Rang.

Die Lösung? Die Autoren bieten keine an, weisen aber am Ende einen Weg:

„Die vorhandenen Clan-Strukturen müssen auf dem Wege der Repression, der Stärke des Rechtsstaates, bekämpft werden. Genauso wichtig ist es aber, sozio-kulturelle Ursachen zu benennen und aufzubrechen. Wobei Letzteres wahrscheinlich am schwierigsten ist: Einerseits soll niemand wegen seines Nachnamens, wegen seiner Zugehörigkeit stigmatisiert werden, denn viele Menschen in den Großfamilien führen ein gesetzestreues Leben. Andererseits müssen die Probleme auf den Tisch und klar benannt werden. Die Politik muss ihren (momentanen) rationalen Blick auf die Auswüchse der Großfamilien beibehalten und darf auf keinen Fall in ideologische Grabenkämpfe absinken. Die Bekämpfung der Clan-Kriminalität muss ein fester Bestandteil der Politik bleiben, trotz Klimawandel und Corona-Krise. Ein erneutes Wegschauen wie in der Vergangenheit kann und darf sich niemand erlauben.“

Thomas Heise/Claas Mexer-Heuer_ Die Macht der Clans, DVA, 20 Euro

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17 Kommentare

  1. #1 | paule t. sagt am 8. Oktober 2020 um 19:41 Uhr

    Zitat: "… den Aufstieg einiger der größten Clans von frisch in die Bundesrepublik eingereisten Empfängern üppiger Sozialleistungen …"

    "Üppige Sozialleistungen"? Jetzt ernsthaft? Das letzte Mal, als ich nachgeschaut habe, dienten Sozialleistungen (ob Grundsicherung, ALG2 oder früher Sozialhilfe) zur Sicherung eines soziokulturellen Existenzminimums und waren somit schon per definitionem nicht "üppig"; diverse Sozialverbände sind überdies der Meinung, dass die Höhe für das genannte Ziel nicht einmal ausreicht. Flüchtlinge bekommen maximal genau das, zeitweise – zur Zeit der Einreise der in Rede stehenden Gruppen sicher noch stärker als heute – sogar noch weniger.

    Ich hoffe sehr, dass diese absurde Fehleinschätzung, die die AfD nicht besser formulieren könnte, vom Rezensenten und nicht aus dem Buch stammt. Über die Problematik krimineller Clanstrukturen kann man nämlich sicher auch ohne so etwas aufklären.

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 8. Oktober 2020 um 19:50 Uhr

    @paule t: Bei zehn Kindern kommt da schon was zusammen – und solche Beispiele finden sich im Buch. Sozialleistungen werden natürlich auf weiter bezogen, wenn das Geld aus illegalen Geschäften sprudelt.

  3. #3 | paule t. sagt am 9. Oktober 2020 um 22:56 Uhr

    Und was genau ändern diese beiden Punkte an meiner Kritik?

    Punkt 1: "Bei zehn Kindern kommt da schon was zusammen".
    Ja logisch kommt da was zusammen. Die Summe an ALG2 oder früher Sozialhilfe für 10 Kinder sieht erst mal hoch aus, weil das nun mal für 10 Kinder reichen muss. Newsflash: Für 10 Kinder braucht man nämlich auch ziemlich viel Geld. Das macht die Sozialleistungen nicht "üppig", sondern sie bleiben genauso am Existenzminimum bemessen wie bei einem oder auch gar keinem Kind, und sind damit per definitionem nicht "üppig".

    Punkt 2: "Sozialleistungen werden natürlich auf weiter bezogen, wenn das Geld aus illegalen Geschäften sprudelt."
    Mag ja sein. Dann ist aber der zweite Teil der Aussage, die illegalen Geschäfte, das Problem, und nicht die Höhe der Sozialleistungen. Mit der Quatsch-Aussage, diese seien "üppig", greifen Sie aber letztere an.

    Ihre Behauptung, die Sozialleistungen seien "üppig", also wohl zu hoch, ist für die, die darauf angewiesen sind, schlicht Hohn. Mit dieser ganz allgemeinen Bewertung der Höhe der Sozialleistungen greifen Sie nämlich alle Sozialleistungsempfänger an und eben nicht nur die, die außerdem Gewinne aus illegalen Geschäften ziehen. Um letzteres zu kritisieren, ist es völlig überflüssig, die Höhe der Sozialeistungen so zu bewerten.

    Außerdem liegt diese Bewertung den Schluss nahe, dass die Sozialleistungen dann wohl gekürzt werden sollten – obwohl sie sich ja nur am Existenzminimum orientieren. Vielleicht aber auch nur bei Migranten, denn um die geht es ja gerade. Wie gesagt: Die AfD könnte es nicht besser.

  4. #4 | DAVBUB sagt am 10. Oktober 2020 um 13:31 Uhr

    Wenn ich das Einkommen eines Amazonmitarbeiters.(€ 11,61= ~24% über Mindestlohn) mit den akkumulierten Zuwendungen aus der Sozialhilfe/Hartz IV vergleiche, empfinde ich das durchaus als üppig. Diese beschränken sich nicht nur auf die Barauszahlung, sondern werden (was gerne und oft verdrängt, aber wenig erwähnt wird) um die kostenlose KV, Miete, Zuschuß zu Strom und Wasser sowie einmalige Hilfen ergänzt. Mithin ein Nettoeinkommen von (je nach Miete) von um die € 1.000.- Werden die anrechenfreien Zuverdienstmöglichkeiten ausgeschöpft, ergibt sich ein Nettoeinkommen um die € 1.100.-, davon frei verfügbar ca. € 550.-
    Der Amazonmitarbeiter geht 40Std./Woche arbeiten, erhält bei Steuerklasse I um die €1.700.-
    Nehmen wir eine Warmmiete von € 450.-, private Haftpflicht mit € 80.- und einen Kleinstwagen für den Weg zur Arbeit mit € 180.-/Monat für alle Kosten an, bleiben frei verfügbar € 990.- Also € 440.- mehr als dem Transferleistungsempfänger bleiben. Dafür hat der Mensch an Werktagen mit An-und Abfahrt um die 9,5Std. seiner Lebenszeit aufgewendet Ich denke, da kann man im ersten Fall schon von üppig sprechen, zumal es sich um geschenktes Steuergeld handelt.
    Und bevor jetzt die üblichen Reflexe ausgelebt werden: Ich mußte in meinem Leben schon mit weniger auskommen, und um mit Herrn Scholz zu sprechen: Ich empfinde mich jetzt auch nicht als reich.

  5. #5 | paule t. sagt am 13. Oktober 2020 um 03:41 Uhr

    @#4: Das ist ja ein drolliges Argument: Weil es schlechtbezahlte Scheißjobs gibt, bei denen man auch sehr wenig Geld zur Verfügung hat (allerdings – nach Ihrer eigenen Rechnung – immerhin 80% mehr verfügbares Einkommen, plus ein Kleinstwagen), ist ein Leben am Existenzminimum auf einmal angeblich "üppig". Nee klar.

  6. #6 | Martin sagt am 13. Oktober 2020 um 09:50 Uhr

    @ paule t.

    findest du das eigentlich sinnvoll, mit Rechten zu diskutieren?

  7. #7 | DAVBUB sagt am 13. Oktober 2020 um 14:14 Uhr

    @5: Ob es sich um "Scheißjobs" handelt, kann ich im Gegensatz zu Ihnen nicht beurteilen. Allerdings vermittelt mir der geringe Mobilisierungsgrad bei den von verdi seit Jahren organisierten Streiks nicht unbedingt dieses Gefühl. Zudem wird dieser "Scheißjob" immerhin besser bezahlt als sehr viele andere, bei denen tatsächlich nur der Mindestlohn bezahlt wird. In den Bewerbungszentren für das A-Lager in Oelde war sehr starker Andrang zu beobachten. Interessanterweise wurde den Bewerbern, die den Job annahmen, auch der Bewerbungstag mit € 89.- vergütet. "Scheißjob" halt.
    Aber das war auch nicht mein Punkt, mit diesem Beispiel wollte ich nur das Verhältnis zwischen dem Leben als arbeitender Mensch und dem vom Staat finanzierten Leben ohne Arbeit aufzeigen. Wenn man der Ansicht ist, daß eine der Staatsaufgaben darin besteht, den Bürgern eine arbeitsfreie Zeit auf möglichst hohem finanziellen Niveau zu ermöglichen, dann ist z.B. das bedingungslose Grundeinkommen ein Mittel der Wahl. Meines ist es aus verschiedenen Gründen nicht. Dennoch empfinde ich -auch aus meinem gelebten Leben mit Höhen und Tiefen heraus- die Leistung des Staates als üppig. Zumal diese ja nicht "der Staat" verschenkt, sondern diese Mittel vorher von anderen erarbeitet werden mußten, u.a. denen in den "Scheißjobs".

  8. #8 | Helmut Junge sagt am 13. Oktober 2020 um 19:03 Uhr

    @Martina, paule t. diskutiert nun mal gerne und ganz gut.
    Vielleicht würde paule auch gerne mit Linken diskutieren. Aber Linke diskutieren heute nicht mehr. Früher war das ganz anders. Da haben Linke sehr gerne und sehr viel diskutiert. Die, die sich heute Linke nennen, machen das nicht. Und wenn, kommt oft nicht sehr viel mehr als ein "hmmpf" raus, wie bei einer Comikblase, oder wie bei dir, mit der abgegriffenen Standardblase. "findest du das eigentlich sinnvoll, mit Rechten zu diskutieren?"
    paule t. tut mir echt leid. Martin, lern diskutieren und @paule hat einen linken Partner. Das würde mir übrigens auch gut gefallen.

  9. #9 | HolleSonnenberg sagt am 14. Oktober 2020 um 11:13 Uhr

    @Helmut bei den Zuständen die die Bildungsreformen und das Neusprech verursacht haben ist es einfach nicht möglich jede Diskussion zu führen die es eigentlich wert wäre.
    @DAVBUN#4 Ihre Zahlen sind falsch und Gegenüberstellungen auch. Wie Sie auf 1100 Euro kommen ist mir nicht klar, und "frei verfügbar" sind erst einmal nur 432 Euro. Aufstocken kann unter gewissen Umständen, und dann wären es wirklich 557 Euro, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Wie Sie darauf kommen das man bei Amazon mit 1,7k raus geht bei LstK I ist mir vollkommen unbegreiflich. Es sind Netto nicht einmal 1,3k.
    Außerdem stellen Sie hier doch den "Luxus" den ein arbeitender Mensch hat (Auto, bessere Wohnung etc.) den Einschränkungen die ein HartzIV Empfänger hat als Kosten gegenüber. Das ist doch albern, denn damit man sich solche Dinge leisten kann geht man doch arbeiten.
    Und Ihr Argument das Sie im Leben schon mit weniger auskommen mussten ist und da muss ich wirklich deutlich sein, nicht klug. Ich bin mir nicht sicher wann diese Umstände gewesen sein sollen. Aber wenn dies schon einige Zeit her ist, bitte schauen Sie sich doch die Entwicklung der Lebenshaltungskosten und die Inflation der letzten Jahre an….
    Ach ich glaube nicht das ich auf alles in Ihrem Text eingehen kann. Ich denke die angesprochenen Punkte sollten für das erste vielleicht reichen.
    @StefanLaurin#2 Ja stellen Sie sich erst einmal vor wie viel Geld bei 100 Kindern zusammen kommt. Bigotterie ist im Islam Ok, wenn der Mann für die Familie sorgen kann. Aber ich sag mal alleine das Kindergeld würde dann ja jeden Monat 23k betragen, wer so ein Einkommen hat, kann ja wohl auch für 10 Frauen sorgen, oder?
    Die Frage die in #1 gestellt wurde war übrigens auch das erste was mir durch den Kopf schoss, aber es gab da doch andere Rückschlüsse bei denen sich mir diese Frage stellte.
    "Eine überlastete Justiz hat den Verbrechern kaum etwas entgegen zu setzen, es fehlt an Gesetzen, die den Clans und anderen Teilen der Organisierten Kriminalität wirklich weh tun würden:"
    Ja, richtig. Nur der Laie wäre darüber verwundert wie härtere Gesetze einer überlasteten Justiz helfen können. Experten wissen es anscheinend besser. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will niemanden in Schutz nehmen. Wir reden hier über einen Schlag von Menschen (ich nehme an das wir über den gleich Schlag von Menschen reden) der das schlechteste aus beiden Gesellschaften vereint. Faschistische, fundamentalistische Kernassis, oft gepaart mit sehr unangenehmen Charaktereigenschaften. Aber immerhin forderten SIE dazu auf nicht reflexartig zu reagieren. Die Abschreckungswirkung von härteren Strafen wurde schon in Bowling for Columbine (ein Film den Sie bestimmt auch gesehen haben) derart ausführlich besprochen das ich das nicht weiter vertiefen werde. Allerdings gebe ich Ihnen Recht wenn es darum geht das Konsequenz statt falscher Nachsicht in jedem Fall ein richtiger Anfang wäre.
    Als Abschluss ist es mir Bedürfnis einige eher polemische Anmerkungen los zu werden.
    „Beweislastumkehr“: Ich kenne nur ein Land in dem es ein solches, wie von Ihnen beschriebenes Gesetz gibt und zwar die USA, die taugen allerdings nicht besonders wenn es darum geht die Wirksamkeit eines solchen Gesetzes zu unterstreichen.
    „Geldwäsche“: Darüber das in Deutschland im großen Still über Immobilien Geldwäsche betrieben wird muss man sich angesichts mehrerer ziemlich guter Dokus der ÖR nicht streiten. Die Lösung wäre einfach eine gesetzliche Änderung der Register nicht ein Abbau von Rechten. Und mit Clans hat das relativ wenig (ich sage nicht nichts!) zu tun.
    „Italien“: Gute Idee, die haben ja praktisch den Kampf gegen die Mafia gewonnen, die gibt es in Italien ja gar nicht mehr.^^
    „fester Bestandteil der Politik“: Ich will das ja in keinster Weise herunter spielen. Aber nur mal so um ein wenig Erde unter den Füßen zu bekommen. Wie viel Clans müssen im Allgemeinem wie lange ihren Geschäften nachgehen um…., sagen wir mal einen verkackten Maut Vertrag von Herrn Scheuer an Schaden zu verursachen?

  10. #10 | Stefan Laurin sagt am 14. Oktober 2020 um 11:19 Uhr

    @HolleSonnenberg: Scheuer verursacht Schaden keine Frage. Aber die Summe kommt nicht durch Schutzgelderpressung, Überfälle, Drogenhandel und Betrug zusammen. Das ist für mich ein Unterschied.

  11. #11 | HolleSonnenberg sagt am 14. Oktober 2020 um 14:21 Uhr

    @Stefan Laurin#10
    Natürlich da haben Sie vollkommen Recht. Ich habe nur den Eindruck in einer Zeit zu leben in der aktuell einiges unter den Tisch fällt oder nur als Randnotiz wahrgenommen wird was vermutlich wesentlich schwerwiegender für unsere Gesellschaft ist.
    Natürlich ist die Clankriminalität eine extrem störende Sache. Der Grund warum ich nachts nicht gerne mit der U18 fahre ist in jedem Fall nicht Herr Scheuer. Trotzdem finde Aussagen wie "Ein erneutes Wegschauen wie in der Vergangenheit kann und darf sich niemand erlauben." Eher pathetisch als hilfreich. Schließlich erlauben wir uns dies ja auch in relevanteren Kontexten. #MehralsReflexe

  12. #12 | Walter Stach sagt am 14. Oktober 2020 um 17:04 Uhr

    -9-/-1o-

    "Die Clans und Scheuer……"

    1.
    Die Frage von HolleSonnenberg -9- drängt sich jedermann auf.

    2.
    Die Antwort von Stefan Laurin -10-ist ebenso naheliegend .

    3.
    E i n Unterschied unter vielen zwischen dem schadenverursachenden, schuldhaften sowie rechtswidrigen Handeln der sog. Clans und eines m.E. hinreichende begründeten Anfangsverdachtes eines "schadenverursachdenden, schuldhaften und rechtswidrigen Handelns des Ministers Scheuer in Sachen Maut ist offenkundig der, daß sich für die Causa Scheuer-Maut kein Staatsanwalt zu interessieren scheint ,"die" Politik -vorweg CDU/CSU-, und primär die Kanzlerin, kein hinreichendes "Aufklärungsinteresse " zu haben scheint , und es den Medien -auch den Ruhrbaronen-offenkundig ehe geschäftsfördernd zu sein scheint, sich tagtäglich schlagzeilenträchtig mit "kriminellen Clans" – gebildet von arabisch oder türkisch stämmigen Personen– zu befassen als mit einem politisch skandalös und dieserhalb skrupellos agierende Minister ,die Frage nach der straf- und haftungsrechtlichen Relevanz seines Tuns eingeschlossen.

    PS
    Für mich unfaßbar, daß nur wenige Medien und nur wenige Politiker bisher das verlangen, was gemäß der sog. politischen Kultur in Deutschland fällig wäre, nämlich den sofortigen Rücktritt von Min.Scheuer bzw. dessen Entlassung durch die Kanzlerin. Auch für "meine Partei" , die SPD, ist wieder einmal die Koalitionsräson so gewichtig, daß sie nicht das tut, was zu tun wäre, nämlich den sofortigen Rücktritt von Scheuer einzufordern bzw. von der Kanzlerin die Entlassung Scheuers zu verlangen, andernfalls…….

    Das alles nur "so nebenbei" angemerkt, weil es mittlerweile leider zur allgemeinen und unkritisch akzeptierten Gewohnheit in Gesellschaft und Staat zu gehören scheint, nur dann Unrecht Unrecht zu nennen, nur dann Sanktionen gegen Rechtsbrecher einzufordern, nur dann "politische Konsequenzen" aufgrund eklatanter politischer Fehleistungen zu verlangen, wenn das der "Gefühlslage" -der vermuteten, der tatsächlichen- der "Mehrheitsgesellschaft" zu entsprechen scheint. Und das, " ebenfalls nur so nebenbei bemerkt" , unterstreicht die Zweifel vieler überzeugter und engagierter rechtstaatlicher Demokraten gegenüber einem Gesellschaftssystem und dessen staatliche Verfaßheit nebst aller sie vorgeblich tragenden zivilisatorischen Handlungmaxime, wie z. B. Glaubwürdigkeit der gesellschaftlich-staatlich relevanen Akteure oder bezüglich der Pflicht, Gerechtigkeit gegenüber jedermann (1) walten lassen zu wollen. In diesem Sinne bzw. im Sinne von HolleSonnenberg liegt z.B. die Frage nahe, wie hoch sich konkret die Milliarden-Summe der seit 1949 in Deutschland insgesamt hinterzogenen Steuern jenseits der Clan-Aktivitäten beläuft -nicht verfolgt, nicht geahndet, und als sog. Kavaliersdelikte von der medialen Öffentlichkeit erwähnt-wenn denn überhaupt geschehen.

    Ich lenke mit meinen Bemerkungen nicht von der schwerwiegenden Problematik sog. kriminellen Clans hier im Ruhrgebiet , in Berlin und anderswo ab, wie mir möglicherweise unterstellt werden könnte..
    Ich meine jedoch, daß "man" bezüglich seiner Ziele glaubwürdiger wäre, z:B. bei der medialen, literarischen "Aufbereitung" dieser schwerwiegenden Problematik, aber auch bei den darauf bezogenen diversen staatlichen Aktivitäten , wenn ……-sh.Oben-.

  13. #13 | paule t. sagt am 14. Oktober 2020 um 21:22 Uhr

    @Helmut Junge, #8,
    Zitat: "paule t. diskutiert nun mal gerne und ganz gut.
    Vielleicht würde paule auch gerne mit Linken diskutieren. Aber Linke diskutieren heute nicht mehr."

    Danke für die Blumen. Aber Sie haben da einen Widerspruch eingebaut: Ich selbst sehe mich durchaus als links.
    Auch mein Anliegen hier, gegen einen Sozialneid von oben Stellung zu beziehen, bei dem Leistungen, die lediglich das Existenzminimum sichern sollen (und das nach Ansicht einiger Sozialverbände nicht hinreichend tun) als "üppig" dargestellt werden, ist mE durchaus links.

  14. #14 | Helmut Junge sagt am 15. Oktober 2020 um 10:04 Uhr

    @paule t, Sie fühlen sich zwar als Linker. Und ein Engagement für arme Menschen ist auch links.Links ist auch viel Platz. Aber in eine (noch nicht existierende) sozialistische linke Partei, die sich für die Interessen der arbeitenden Menschen einsetzt und sich als Garant für wissenschaftlichen, technologischen und ökonomischen Fortschritt begreift, passen Sie aber wegen Ihrer Unterstützung rückständiger religiöser Kräfte aber nicht.

  15. #15 | Martin sagt am 15. Oktober 2020 um 12:06 Uhr

    @ Helmut Junge

    "paule t." hat hier eine linke Position vertreten, gegen Rechte, die "alternative Fakten" verbreiten: die "üppigen Sozialleistungen"

    Es ist mir neu, dass "paule t." "rückständige religiöse Kräfte unterstützt". Vielleicht meinen Sie damit, dass "paule t." an anderer Stelle die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit gegen rechte, totalitäre Positionen verteidigt hat?

  16. #16 | Helmut Junge sagt am 15. Oktober 2020 um 13:35 Uhr

    Einige der von paule t. verteidigten rückständigen religiösen Kräfte sind aus meiner Sicht selber totalitär Rechts. Die gegen rechte totalitäre Positionen zu verteidigen ist noch lange nicht links.
    Hier bei den Ruhrbaronen kann das aber nicht passiert sein, weil es Rechte hier nicht lange aushalten.
    Allerdings weiß ich auch, daß es Mitglieder in der derzeitigen Linkspartei gibt, die sogar ihre eigene Fraktionsvorsitzende als Rechte gebrandmarkt haben. Diese Leute werden wohl auch bei anderen politischen Richtung mit dem Vorwurf der Rechtslastigkeit nicht zimperlich umgehen. Nur reicht auch das nicht selber als Linker gesehen zu werden.

  17. #17 | thomas weigle sagt am 15. Oktober 2020 um 22:51 Uhr

    "Überlastete Justiz?" Das Haller Kreisblatt berichtete dieser Tage von zwei Verhandlungen vor dem hiesigen Amtsgericht. Verhandelt wurden zwei Strafsachen. Einmal gings um 0,11 Gr. Koks, im anderen Fall um 0,43 Gr. Marihuana.

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