BVB-Legende? Nuri Sahin bleibt rückblickend wohl nur ein unvollendetes Versprechen!

Ex-BVB-Profi Nuri Sahin. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ex-BVB-Spieler Nuri Sahin blieb die ganz große Karriere als Spieler bisher leider verwehrt. Nach einem fulminanten Start in Reihen von Borussia Dortmund, wechselte er nach der ersten errungenen Meisterschaft in der Ära des Trainers Jürgen Klopp im Jahre 2011 als blutjunger Mittelfeldspieler vom Ruhrgebiet nach Spanien zu Real Madrid. Eine unglückliche Entscheidung, von der sich seine Karriere in den Folgejahren nie wirklich erholen sollte, auch wenn Sahin durchaus noch einige Erfolgserlebnisse als etablierter Profi auf dem Rasen folgen ließ.

Gemessen an den einst in ihn gesetzten Hoffnungen, verlief seine Karriere jedoch im Rückblick eher enttäuschend. Zuletzt war es dann hierzulande ganz ruhig um den Profi Sahin geworden, nachdem ihn Werder Bremen im Sommer 2020 ziehen ließ. Jetzt steht der inzwischen 33-Jährige zumindest mal wieder auf den hinteren Seiten der Sportberichterstattung. Anlass genug, noch einmal kurz kritisch auf seine Entwicklung der vergangenen Jahre zurückzublicken.

Wie u.a. der Kicker aktuell zu berichten weiß, hat der türkische Erstligist Antalyaspor überraschend seinen Kapitän Nuri Sahin als neuen Trainer verpflichtet. Spielen darf er dort jedoch auch weiterhin. Antalyaspor, wohin Sahin im Vorjahr nach seinem Abschied aus Bremen als Spieler gewechselt war, ernannte den Ex-Dortmunder zum Nachfolger von Ersun Yanal, der am Montagabend nach knapp einem Jahr im Amt freigestellt worden war.

Ungewöhnlicher Weise soll der Kapitän der Mannschaft in Zukunft selbst „entscheiden, ob er spielt oder nicht“. Auch wenn diese Konstellation hierzulande in der Top-Liga sicherlich so nicht umgesetzt werden würde, soll das hier und heute aber nicht unser Thema sein.

Die Meldung über die berufliche Weiterentwicklung von Sahin, der einst als potenzielle BVB-Legende gehandelt wurde, sich dann aber vor gut zehn Jahren aus eigenen Stücken gegen eine langfristige Zukunft im Ruhrgebiet entschied, brachte und bringt das sportliche Schicksal des Türken auch hier im Ruhrgebiet noch einmal neu in Erinnerung.

Dass es der türkische Nationalspieler bisher nur auf eine Bilanz von 259 Bundesliga- (22 Tore), 24 Champions-League- (1) bringt, ist für ihn sicherlich eine enttäuschende Bilanz, mit der er direkt nach seinem ersten Titel mit dem BVB als Bilanz so nicht wirklich zufrieden gewesen wäre.

Zwar stehen für ihn neben dem Meistertitel 2011, an dem Sahin großen Anteil hatte, mit dem BVB auch noch der DFB-Pokal-Sieg 2017 und der Champions-League-Finaleinzug 2013 offiziell auf der Visitenkarte, doch wäre da wohl deutlich mehr möglich gewesen, wenn Sahin sich nicht selber unbeabsichtigt rüde ausgebremst hätte. Zwar wurde er nach seinem Wechsel zu Real Madrid mit den Königlichen im Jahre 2012 auch einmal spanischer Meister, doch war die Entscheidung Dortmund so früh zu verlassen im Nachhinein ein echter Karrierekiller für den talentierten Türken.

Weder in Madrid noch in Liverpool, wohin es Sahin nach seiner Zeit in Spanien verschlug, wurde er wirklich glücklich, konnte er sich sportlich wie geplant dauerhaft durchsetzen. Als Sahin 2013 nach Dortmund zurückkehrte, war nicht nur die ganz große Zeit des BVB sondern auch die Gala-Form des Spielers vorbei. Nie wieder erreichte Sahin die sportlichen Qualitäten, die er bis 2011 unter Jürgen Klopp auf den Platz brachte. Gegen Ende seiner Zeit in Bremen reichte es dann nicht einmal mehr zum Bundesligastammspieler.

Für einen Akteur, dem einst eine große Weltkarriere vorhergesagt wurde, sicherlich keine wirklich befriedigende Entwicklung. Zudem sorgte er auch neben dem Platz immer wieder für Diskussionen, die eines Spitzenspielers wenig zuträglich waren.

Inzwischen neigt sich die aktive Zeit Sahins also offenkundig auch in der Türkei dem Ende entgegen. Anders ist die Entscheidung ihn zu einer Art Spielertrainer zu machen, gar nicht zu bewerten. Ob und in welcher Funktion Sahin noch einmal den Weg zurück nach Dortmund finden wird, ist derzeit noch offen.

Im Rückblick erinnert sein Karriereverlauf aber zumindest ein klein wenig an den eines Kevin Großkreutz. Und das ist in den Augen vieler Beobachter sicherlich kein wirkliches Kompliment. Beide hatten in jungen Jahren ein ungeheuerlich großes Potenzial, sahen einer glorreichen Zukunft beim BVB entgegen, hätten von allen gefeierte Dortmunder Legenden werden können und vermochtes es aus unterschiedlichen Gründen am Ende dann doch nicht die in sie gesetzten Hoffnungen zu erfüllen. Sehr schade!

 

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2 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 7. Oktober 2021 um 16:44 Uhr

    Sahin vom BVB zu Real.
    Götze vom BVB zum FCB.

    Nicht nur die Beiden, so scheint es, haben sich selbst überschätzt , sondern "die" Trainer, "die" Fans -u.a. die des BVB- und nicht zuletzt "die" Medien haben wesentlich diese Selbstüberschätzung befördert.
    Ich denke, Beide können letztendlich durchaus damit zufrieden sein, was sie in ihrem Job als Profifußballer erreicht haben, nicht zuletzt mit Blick auf ihre Konten.

    Selbstüberschätzung und Beförderung derselben durch Dritte ist bekanntermaßen keine spezielle Eigenschaft von Fußball-Profis, sondern "überall" zu finden. Ich denke z.B. an Armin L. aus A.

    Robin,
    für einen BVB-Fan wie mich war es interessant, daß Du über Sahin informiert und so an ihn erinnert hast. Wie wäre es "demnächst" 'mal mit einem ähnlichen Beitrag über Götze?

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 7. Oktober 2021 um 16:47 Uhr

    Ich beobachte ihn noch immer aufmerksam, Walter. Wenn sich mal wieder was tut, komme ich gerner noch einmal auf Mario Götze zurück.

    Bis dahin weise ich gerne noch einmal auf meinen Beitrag vom vergangenen Oktober hin:

    https://www.ruhrbarone.de/mario-goetze-in-eindhoven-legt-man-die-messlatte-tiefer-ueberspringt-man-sie-eben-auch-leichter/192349

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