René Golfmann im youtube-Roulette

Rene Golfmann wohnt und lebt in Herne | Foto: privat

Als Alltagschronist René Golfmann aus Herne die Website thirdeyecollector.com ins Leben rief, schuf er damit einen Raum, in dem seine künstlerische Welt sichtbar wird. Dort stellt er eigene Arbeiten vor – Grafiken, Fotografien, abstrakte Gemälde, Illustrationen – sowie vielfältige Experimente mit Acrylfarben. Sein Alltag spiegelt sich in diesen Werken wider, und die Seite fungiert wie eine offene „Werkschau“, die immer wieder neue Einblicke gewährt. Doch die Plattform ist mehr als nur eine Galerie: In unregelmäßigen Abständen ergänzt Golfmann seine Arbeiten durch persönliche Texte, kleine Anekdoten und pointierte Beobachtungen. Mal sind sie skurril und voller überraschender Wendungen, mal reflektieren sie mit spitzen Gedanken seine Tage. So entsteht eine Mischung aus Kunst und Alltagsreflexion, die den Besucher bestens unterhält. Was sonst noch wichtig ist, erklärt er im youtube-Roulette.

Welcher Song repräsentiert für dich das Ruhrgebiet am besten?

Faust auf Faust – Klaus Lage

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Warum Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist – Marko Martins Freiheitsaufgaben

Marko Martin in Israel Foto: Privat Lizenz: Copyright


Manchmal braucht es den Blick von außen, um die eigene Selbstzufriedenheit bloßzulegen. Marko Martin liefert diesen Blick – scharf, manchmal polemisch und deshalb auch notwendig. Sein neues Buch Freiheitsaufgaben (Tropen, 2025) ist kein akademischer Essay, sondern ein politisches Störmanöver gegen die deutsche Neigung, Freiheit zu verklären, aber nicht ernst zu nehmen.

„Wir alle sind partiell im Irrtum. Auch wer gegen den Strom schwimmt, schwimmt im Strom.“
– Manès Sperber

Ausgangspunkt ist Martins Rede im Schloss Bellevue zum 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Während Bundespräsident Steinmeier auf routinierte Würde setzte, erinnerte Martin an

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Zum Jahrestag der Anschläge des 11. September: Eine Liebeserklärung an das World Trade Center in New York

Das World Trade Center in New York im Jahre 1999. Archiv-Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Orte, die sich einem unauslöschlich ins Herz brennen. Für mich war es das World Trade Center  – diese beiden gigantischen Türme, die wie ein Tor zum Himmel über Manhattan wirkten und deren Anblick mich schon beim ersten Mal in den Bann zog.

Wer je dort gestanden hat, mitten in diesem pulsierenden Herz von New York, wer die Schatten dieser Zwillinge gespürt und die Menschenmassen beobachtet hat, der weiß: Hier war die ganze Welt zu Hause.

Als ich 1999 zum ersten Mal nach New York kam, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich erinnere mich, wie ich nach meiner Landung in Newark direkt mit meinem Gepäck in Richtung Downtown fuhr, nur um dort stundenlang im Schatten der Türme zu sitzen.

Es war ein Staunen, ein tiefes, fast kindliches Glück, einfach dort zu sein, Teil dieses grandiosen Ortes.

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Game, Set, Cash: Boris Becker vermarktet seinen Absturz

„Inside. Gewinnen – Verlieren – Neu beginnen“ – Boris Beckers neues Buch klingt wie ein Befreiungsschlag, ist aber vor allem eines: der Versuch, aus einem selbstverschuldeten Absturz Kapital zu schlagen.

Becker, der als Teenager in Wimbledon zur Legende wurde, hat in den Jahrzehnten danach weniger mit sportlichen Heldentaten geglänzt als mit Schlagzeilen über Affären, Prozesse und finanzielle Katastrophen.

Der einstige Nationalheld ist zum Dauerpatienten der Boulevardpresse verkommen – und nun auch zum Autor seiner eigenen Gefängnisgeschichte.

Becker inszeniert seine 231 Tage hinter Gittern als existenzielle Prüfung, die ihn gebrochen und zugleich gestählt habe. Er erzählt von Albträumen und schmerzhaften Erinnerungen, die ihn bis heute heimsuchen. Doch so ehrlich die Schilderungen auch klingen mögen: Sie ändern nichts daran, dass Becker im Gefängnis landete, weil er Vermögenswerte verschwieg und damit die Regeln missachtete – nicht aus Pech, sondern aus bewussten Entscheidungen heraus. Sein neues Buch liest sich daher weniger wie eine Abrechnung mit sich selbst, sondern wie ein weiterer Versuch, die eigene Geschichte auf die Bühne zu heben.

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(K)eine U-Bahnstation wie jede andere

U-Bahnstation in Köln-Kalk Foto: Jochum


Eine U-Bahnstation in Köln-Kalk. Wie so viele andere – Treppen führen von den Bürgersteigen hinunter, von der ersten unterirdischen Etage erreicht man über die Rolltreppen die Bahnsteige an den Gleisen. Unscheinbar, unauffällig, unspektakulär, so sieht sie auf den ersten Blick aus. Nichts weist darauf hin, dass diese U-Bahnstation „Kalk-Post“ ein Geheimnis birgt. Von Christiane Jochum.

Auf der ersten Ebene oberhalb der Gleise befindet sich eine breite, blaugraue Stahltür, mit Graffiti besprüht, die unauffällig quasi in der Wand verschwindet. Wer nicht weiß, was sich hinter ihr verbirgt, gönnt ihr keinen zweiten Blick, läuft an ihr vorbei, ahnungslos von der Welt neben der Welt.

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