Alles außer Pop – Helft mir hassen

Das ist jetzt ärgerlich. Weil: Eigentlich hatte ich in die Band Polyphia (neues Album “New Levels New Devils” z.B. hier) nur reingehört, um mal wieder richtig schön über etwas abzulästern. In der kostenlosen Metalcore-Bravo Fuze hatte ich ein Interview mit den jungen Männern gelesen, in dem es vor allem um Mode ging und darum, wie progressiv Polyphia im Gegensatz zu allen anderen seien. Das dazugehörige Foto zeigte vier Hipster, die in ironisch-cooler Sportkleidung auf einer Luxuslimousine lümmeln.

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Treffpunkt Trinkhalle

Der Treffpunkt für die ganze Straße: natürlich hier / Foto: Reinaldo Coddou
Der Treffpunkt für die ganze Straße: natürlich hier / Foto: Reinaldo Coddou
Der Treffpunkt für die ganze Straße: natürlich hier / Foto: Reinaldo Coddou

Der Fotograf Reinaldo Coddou und der Journalist Jan-Henrik Gruszecki haben über 200 Trinkhallen im Ruhrgebiet fotografiert. Rausgekommen ist mit „Treffpunkt Trinkhalle“ ein Ruhrgebietsatlas der besonderen Art. Im Interview spricht Jan-Henrik Gruszecki über die typischen Eigenarten: Pils auf die Faust oder ein schneller Flachmann? Oder doch noch ein Brause-Ufo dazu?

Jan-Henrik, die letzte Zeche ist geschlossen, der Strukturwandel ruckelt und Frank Goosen resümiert, dass „es woanders auch nur scheiße ist“ – sind neben den antiken Fördertürmen die Trinkhallen so etwas wie die ungekünstelten Wahrzeichen in der Ruhrgebiets-Folklore?

Das ist sicherlich eine treffende Beschreibung, sie sind teils schon ein besonderes Biotop – aber das wichtigste Wort von dir ist da vor allem das Wort: „ungekünselt“. Ich glaube, dass der

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Die Vermessung der persischen Welt


Die Düsseldorfer Kleinkünstlerin und Reisejournalistin Nadine Pungs zieht es  auf der Suche nach Intensität und Schönheit immer wieder in die Welt hinaus. Als allein reisende Frau lässt sie sich 2016 auf das Abenteuer Iran ein und entdeckt für sich und die Leser das ebenso widersprüchliche wie schillernde Persien neu.

Ihre Reiseroute führt sie von Teheran über Qom, Kashan, Esfahan bis in den Süden des Landes nach Bandar Abbas und von dort aus wieder nach Norden über Yazd, Shiraz, Kermanshah, Hamedan, Tabriz und wieder zurück nach Teheran. Darüber hat sie mit ihrem Buch zunächst einmal einen Reiseführer zu den kulturell bedeutenden Stätten Persiens geschrieben, mit der ausklappbaren Landkarte samt Reiseverlauf im Buchcover vorne  kann man ihre Route gut nachvollziehen. Sie vermisst außerdem die historische Entwicklung von Persien hin zum heutigen Iran, insbesondere die religiöse und politische Entwicklung seit der Zeit des Schahs und Khomeinis. Ebenso vermisst sie die religionspolitisch-gesellschaftliche Entwicklung seit dieser Entwicklung. Ihre immer wieder aufflammende explizite religionspolitische Kritik an der Geschlechter-Apartheid ist vor dem Hintergrund der emanzipierten, engagierten und autarken Autorin mit ihrem Verweis auf konsensuelle westliche Werte wie Humanismus, Aufklärung nur konsequent; sie hadert immer wieder mit dem gesellschaftlichen Bild der Frauen und deren konsequenter Entrechtung. Die Gesellschaft im Iran heute, Stichworte Couchsurfing, ihre

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Cartoons ohne Bilder #37


Ein Bankett, verschiedene Männer in Fantasie-Uniformen oder in Frack mit Monokel oder mit Turban und Kaftan.
Einer der Uniformierten, mit vielen Orden und Tressen behängt: „Also, ich benutze wenig Waffen und wenn, dann nur Biowaffen!“