Eurovision Song Contest Petition beendet – 33.437 wollen die Kassierer in Stockholm sehen

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Am 20. November starteten wir auf openPetition die Petition „Wolfgang Wendland und die Kassierer müssen zum ESC nach Stockholm“. Nun ist die Petition abgelaufen und das Ergebnis steht fest: 33.437 Unterschriften kamen zusammen – eine wirklich beeindruckende Zahl. Und die Unterschriften kamen aus dem ganzen Land – Wobei das Ruhrgebiet, Berlin und Hamburg die Hochburgen der Unterstützung waren.

Mal schauen, wie es jetzt weiter geht. Gestern haben die Kassierer ein Lied für Stockholm eingereicht. Mal schauen, ob der NDR die Band berücksichtigt. Jedenfalls vielen Dank alle alle die mitgemacht haben.

Karte der Kassierer-Unterstützer. Screenshot openPetition
Karte der Kassierer-Unterstützer. Screenshot openPetition

 

Artspotting – Geringfügige Helden

pofalla_buchBoris Pofalla beschreibt in seinem Debütroman LOW die Desillusionierung der Partyfraktion, dass ihr Berlin doch kein kultiges Dorf ist, sondern auch nur eine gewöhnliche Metropole. Von unserem Gastautor Daniel Kasselmann.

Low (engl: niedrig, tief, leise, gering) hat zwei Protagonisten; den namenlosen Ich-Erzähler und Moritz: Die beiden sind nach ihrem Schulabschluss gemeinsam nach Berlin gezogen, leben dort zusammen in einer WG und studieren zumindest auf dem Papier Geisteswissenschaften und Philosophie und in der Realität angewandte Partylogie und Betäubungsmittel im Mischkonsum. Der Roman beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem Moritz eines Tages spurlos verschwindet und der Erzähler seinen Freund einerseits sucht und sich andererseits darüber Gedanken macht, was das eigentlich war, das gemeinsame Leben und was es eigentlich bedeutet hat. Anna, eine gute Freundin, mit der er eine Zeitlang mal irgendwie etwas hatte ohne es richtig mitzubekommen, bringt ihm gegenüber im Gespräch das merkwürdig symbiotische Verhältnis der beiden auf den Punkt:

„Ihr seid nicht wie normale Freunde. Auch nicht wie Brüder. Irgendwie… seltsam. Sowas kann ja nicht gutgehen auf Dauer. (…) Ich hatte immer das Gefühl, dass ich in etwas eindringe, wenn ich bei dir war. Diese Wohnung… viel zu groß für zwei Studenten und fast ohne Möbel. Wie ein Schloss auf dem Land, das schon leergeräumt ist und bald versteigert wird, weil die Familie es sich nicht mehr leisten kann, und im Turmzimmer sitzt der exzentrische Lord und betreibt private Studien und nimmt Morphium und dann ist da der stille Verwalter, der sich um alles kümmert und ihm die Welt vom Leib hält.“

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Eine Fahrt im Regionalexpress beeindruckte unseren Gastautor Alexander Kerlin so sehr, dass er seine Erlebnisse für uns aufgeschrieben hat.

17.35 Uhr Zustieg in Köln-Mülheim. Ich zwinge den Kinderwagen zwischen zwei Fahrrädern hindurch und bitte eine Frau mit Sommersprossen, keine 25, die mit Rollkoffer und Wollmantel für den Ruhrgebiets-Regionalexpress fast überqualifiziert wirkt, einen Platz aufzurücken. Das, versichere ich, sei für uns drei die einzige Möglichkeit hier noch zwei zusammenhängende Plätze zu ergattern. Und zugleich alternativlos; sie sähe ja selbst. Beim Aufstehen schnappt ihr Klappsitz zu, ansatzlos wie eine Mausefalle. Vielleicht habe ich zu laut gefragt, vielleicht geht von mir, einem meiner Mädchen oder uns als Trio eine gewisse Gefahr aus – ich habe die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Fahrgäste im Abteil einschließlich der des anwesenden Bahnpersonals: ein Mittfünfziger mit Ähnlichkeit zu Franz Josef Strauß sowie eine Dame mit Stressflecken an Wangen und Hals, Alter unbestimmbar.

Meine Kleine: 7 Monate, um meinen Bauch geschnallt, sie schläft (noch). Die Große: zweieinhalb Jahre, mit weithin sichtbaren Spuren von Schokoladen-Eis auf Kinn, Jacke und Hose, lose festgegurtet in einem 800,- Euro Kinderwagen der Marke Teutonia, gut gelaunt (wieder, noch). Ein Mann (ich), allein unterwegs mit zwei derartig kleinen Kindern – das ist für die Leute immer noch sensationell. Sie sagen: „Chapeau!“ und meinen eigentlich: „Das geht auf keinen Fall gut!“

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„Wie fett ist die denn?“

Screenshot 2015-12-17 at 08.58.24 PMAdipositas – Es gibt dicke Menschen. Viele dicke Menschen. Und auch viele fette Menschen. Aber es gibt wenig Menschen wie Nicole Jäger. Fette Menschen, die sich „fett“ nennen. Und es meinen. Morgen erscheint ihr Buch „Die Fettlöserin“. Vielleicht ja noch was für den Gabentisch.

Mir gehen Menschen auf den Sack, die mir sagen wollen, wie ich zu leben habe. Menschen, die mir sagen, dass und wieviel Steuern ich zu zahlen habe, wo ich nicht rauchen darf, dass ich Sport machen sollte, wieso mein Handy kapitalistischer Terror ist, oder eben, was ich zu essen habe, oder was nicht. Ich denke mir dann immer:

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Green Dortmund – Marsimoto live in der Westfalenhalle

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Jüngst wurde der deutsche Rapper Marteria mit der 1LIVE-Krone als bester Künstler des Jahres ausgezeichnet. Dabei hat er in letzter Zeit vor allem mit seinem Alter Ego Marsimoto von sich hören lassen. Gestern Abend gastierte er in der Dortmunder Westfalenhalle.

Marten Laciny, so sein bürgerlicher Name, hat sich in vielerlei Hinsicht längst einen Namen gemacht.

Spätestens seit seinem Nummer-Eins-Hit Lila Wolken ( in Zusammenarbeit u.a. mit Miss Platnum 2012) spielt er in der ersten Liga des deutschen Hip-Hops. Seine zweite Musikerpersönlichkeit Marsimoto existiert allerdings schon viel länger. Als maskierter “Mars- Lurch”, in einem gold-schwarz-grün schimmernden Ganzköperanzug, nahm er bereits 2006 sein erstes Solo-Album Halloziehnation auf.

Zur Zeit ist Marsi, anläßlich seines aktuellen Albums Ring der Nebelungen, auf Tournee und versetzte gestern Abend in der gut gefüllten Westfalenhalle, getreu dem Tour-Motto “Green”, seine Fans in grüne Nebelwelten und schiere Begeisterung.

Mit seiner typisch hochgepitchten Singstimme im Helium-Sound, versunken in dichtem grünen Bühnennebel à la „Kiffer-Paradies“, den immer wieder helle Lichtblitze durchschießen, verblüfft der Deutsch-Rapper mit einem wirklich einzigartigen Konzerterlebnis und Konzeptalbum, das man mit einer Marteria – Show in keinster Weise vergleichen kann.

Schlagzeug, Bass, Gitarre und Synthie sorgen für einen beeindruckenden Elektrosound, der seinen Songs live inszeniert einen noch härteren Charakter verleiht.

Alles in allem lieferte Marsimoto gestern Abend eine beeindruckende Show ab, die sicherlich Geschmackssache ist, aber deswegen auch für Nicht-Marsianer nicht weniger unterhaltsam.

www.prime-entertainment.de

Die ‚Kultur‘ der Panik

Book photographs – Nevit Dilmen – CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Vor einigen Tagen wurde eine Debatte über die neue Urheberrechtsnovelle mit einem offenen Brief einiger Verleger angestoßen. Dass diesen Brief auch einige bekannte Autoren unterschrieben haben, zeugt nicht unbedingt für deren Weitblick, lediglich davon, dass sie sich offenbar gut vertreten fühlen, ob als Beck- oder Suhrkamp-Autor. In der sogenannten Buch-Kultur-Hierarchie, die an mittelalterliches Gehabe mahnt, gelten solche Autoren übrigens als schriftstellerischer Adel. Nun ist auch eine derbe Polemik von Andreas Rötzer hinzugekommen, als Gastbeitrag in der ZEIT-Online. Herr Rötzer führt den Verlag Matthes & Seitz.

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ESC: Kassierer haben Song für Stockholm eingereicht

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Es war knapp, aber sie haben es geschafft: Die Kassierer haben heute ein Stück für den European Song Contest 2016 eingereicht. 

Soeben erreichte uns und andere Medien folgende Nachricht, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da sich mich gebeten hatten, Sie über weitere Entwicklungen unserer Bewerbung für den ESC zu unterrichten Mein Fax an den NDR vom 23. 11. wurde mit einem Brief beantwortet, der Samstag, den 12. 12. bei mir einging und insbesondere darauf verwies, dass eine Bewerbung für den ESC nur bis heute 12.00 Uhr möglich sei. Erst in einem Telefonat, welches ich am Montag, dem 14. 12. mit dem Sender führte wurde deutlich, dass zu diesem Termin auch schon das geplante Lied als mp3 zumindest als Demo vorzulegen sei. Die nächsten Tage gestalteten sich hier dann etwas hektisch, um rechtzeitig die vorliegenden Ideen zu einer Demo-Fassung zusammenzuführen. Unter dem Arbeitstitel „Wer merkt das schon“ liegt nunmehr dem NDR eine Demo-Aufnahme vor, die zwar noch etwas holprig daherkommt, aber sicher das Potential des, speziell für den ESC komponiert und geschrieben Lied verrät. Die eigentliche Produktion findet dann später in einem Tonstudio statt.

MfG Wolfgang Wendland

Die Punkband erklärte im November ihre Bereitschaft, beim ESC anzutreten, nachdem immer mehr Stimmen sich gegen Xavier Niadoo als Vertreter ausgesprochen hatten, dem Äusserungen gegen Juden und Homosexuelle sowie Nähe zu den rechtsradikalen Reichsbürgern vorgeworfen wurden. Der NDR als für den ESC verantwortlicher Sender zog die Kandidatur Naidoos schließlich zurück.

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