KJT: „Lügner“ – Sucht ist eine weitere Kraft in der Kommunikation

Bianka Lammert als Lenny und Bettina Zobel als Lennies Mutter - Foto: Hans Jürgen Landes für das KJT
Bianka Lammert als Lenny und Bettina Zobel als Lennies Mutter – Foto: Hans Jürgen Landes für das KJT

Laut Al-Anon, den Familiengruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholikern, sind zur Zeit etwa 2,5 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig. Die Zahl ihrer Angehörigen wird auf 9-10 Millionen geschätzt. Lenny ist eine von ihnen.

Im Kinder- und Jugendtheater begegnet man dem Mädchen, deren Mutter alkoholkrank ist, ab dem 05. September auf der Suche nach Lösungen, die ihre Situation besser machen. Doch zunächst verliebt sich die Streberin aus gutem Hause in den kiffenden Rebell Jace. Das klingt nach wenig Gemeinsamkeiten, eine entscheidende stellt sich im Verlauf des Stücks jedoch heraus: Jace’s Vater ist Alkoholiker.

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Das ehemalige Ostwallmuseum – Totgesagte leben länger

museum_am_ostwallDas Ostwallmuseum wird wieder mit Leben gefüllt. Das Haus wird für das Theaterfestival FAVORITEN 2014 nicht nur Festivalzentrum sein, sondern auch Veranstaltungsraum werden. Das bestätigte die Festivalveranstalter heute gegenüber diesem Blog. Das Gebäude des ehemaligen Museum am Ostwall sollte nach dem Umzug des Museums in den U-Turm eigentlich nach den marktüblichen Konditionen verkauft werden – in Dortmund eine höchst umstrittene Entscheidung. Für viele wird daher die vorübergehende Theaternutzung eine gute Nachricht sein, könnte das die Debatte doch neu befeuern.

Die Schönheit des Gebäudes erschliesst sich nicht unbedingt jedem Auswärtigen sofort, historisch gesehen ist der Standort jedoch für die Stadt Dortmund nicht ganz unbedeutend – stand doch hier das alte Landesoberberggamt. Das an dieser zentral gelegenen Stelle demnächst einer der zahlreichen Seniorenwohnsitze errichtet werden könnte, sehen nicht alle als ideale Lösung an. Dieser Plan bedient zwar ohne Zweifel einen wachsenden Markt, nicht aber die Seele der Dortmunder.

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Bundesweiter Filmstart: „Göttliche Lage“ – Ein Film über den Phönixsee, den Strukturwandel und über Gentrifzierung

Phönixsee Der Film Göttliche Lage. Eine Stadt erfindet sich neu ist bundesweit in den Kinos gestartet – bei der Premiere letzte Woche war das Publikum begeistert. Der Film, der in einer Langzeitbeobachtun die Entwicklung eines alten Arbeiterviertels zum Edelquartier zeigt, ist preisverdächtig. Im Zentrum des neu erschaffenen Stadtviertels liegt der Phönix-See, ein künstlich angelegtes Gewässer, das die ehemalige Industriebrache mit Mondlandschaft-Charakter und Altlastenproblemen zu einer begehrten Wohnlage mit Marina und Flanierpromenade verwandelt hat.

Den See, der etwas größer als die Hamburger Binnenalster ist, belächeln die einen als „Deutschlands größte Pfütze“ und sorgen sich um die Verdrängung der Menschen durch die reichen Neuanwohner, während andere den Phönixsee als Prestigeobjekt ansehen und ihn für eine europaweit bedeutsame städteplanerische Leistung halten. Wer Recht hat, wird in dem Film aber nicht beantwortet – dafür wirft er jede Menge spannender Fragen auf. Nach der ausverkauften Premiere

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KJT: „Ich bin nicht Siegfried – Ein Nibelungenlied“

Steffen Happel als Josef - Foto: Birgit Hupfeld für das KJT
Steffen Happel als Josef – Foto: Birgit Hupfeld für das KJT

Ab heute möchte das Kinder- und Jugendtheater mit diesem Stück von Jürgen Flügge die vielschichtige Nibelungen-Sage hautnah erlebbar machen.

Josef vertreibt sich die Wartezeit bei einer Autogrammstunde, indem er den anderen Anwesenden erzählt, warum er gekommen ist: Als Fan von Marco hat Josef den Schauspieler auch in der Rolle des Siegfried in einem Film über die Nibelungen gesehen. Um seine Begeisterung für diese Sagengestalt richtig nachvollziehbar zu machen, spielt Josef für die Zuschauer den Film einfach nach.

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Snowden-Lesung im Schauspielhaus Dortmund

Weltweite Snowden LesungWorldwide Reading für Edward Snowden

Für die einen ist Edward Snowden ein Verräter – für die anderen ist er ein Held.
Das Schauspiel Dortmund beteiligt sich an der weltweiten Lesung mit dem Titel
Freiheit und Anerkennung für Edward Snowden.

Die Lesung mit Andreas Beck ist Teil der vom Internationalen Literaturfestival Berlin initiierten „Worldwide Reading“, mit der auf die Verdienste Snowdens aufmerksam gemacht und dazu beigetragen werden soll, dass Snowden als freier Mann in die USA zurückkehren kann. 


Montag, 8. September 2014, 19:30 Uhr

Schauspielhaus Dortmund / Institut
Der Eintritt ist frei

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Duldung der Hausbesetzung endet am Wochende

Die Hausbesetzer halten die Augen auf.
Die Hausbesetzer halten die Augen auf.

Die Situation der Hausbesetzer der entweihten Kirche in der Enscheder Straße spitzt sich zu. In einem weiteren Gespräch mit dem Pfarrer Ansgar Schocke, der zwischen Besetzern und den zuständigen Kirchenvorständen vermittelt, teilte dieser den Besetzern mit, dass die Duldung am Wochenende auslaufe. Die Besetzter müssen nun mit einer Strafanzeige rechnen, die eine Räumung durch die Polizei nach sich ziehen könnte, sollten sie das Gebäude nicht freiwillig verlassen. Die Besetzer zeigen sich in einer Pressemitteilung enttäuscht: “Wir bedauern diese Nachricht sehr”, sagt die Aktivistin Emma Niemann.

Bisweilen lassen sich die Aktivisten aber nicht unter kriegen und arbeiten weiter daran, das seit Jahren leerstehende Gebäude mit Leben zu füllen.  Und nicht nur aus der Nachbarschaft erhalten die Besetzer Unterstützung, mittlerweile können sie sich der Solidarität zahlreicher Initiativen und Privatpersonen erfreuen. Die Ruhrbarone veröffentlichen an dieser Stelle die aktuelle Pressemitteilung des Avanti Zentrums sowie die Solidaritätserklärung des Utopischen Zentrums Dortmund, welches im 2010 versucht hat, auf ähnliche Weise wie die Avanti – Aktivisten die mittlerweile baufällige Kronen Brauerei zu besetzen.

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Dieter Gorny auf Schnorrertour: Wird labkultur.tv der erste rot-grüne Wackeldackel?

Dieter Gorny
Dieter Gorny

Die rot-grüne Landesregierung hat dafür gesorgt, das künftig 1,6 Millionen Euro aus der Haushaltsabgabe – The Steuer formerly known as Rundfunkgebühr – für die Finanzierung digitaler und regionaler Medien ausgegeben werden: Staatsnahe Online-Medien – rot-grüne Wackeldackel. Und der erste Wackeldackel könnte ein alter Bekannter werden: labkultur.tv.

Das weithin unbeachtete Medium labkultur.tv, das einst zur Kulturhauptstadt 2010 startete, dümpelt seit jeher vor  sich hin, was die Macher traditionell nicht stört. Aber langsam kommt zur Ir­re­le­vanz die Geldnot: Die Fördermittel sinken nach Plan von Jahr zu Jahr, das Ende des Projektes droht. Nach Informationen dieses Blogs ist ECCE-Chef Dieter Gorny, zu dessen Beritt auch labkultur.tv gehört, nun dabei, im Umfeld der Landesregierung und der von ihr bestimmen Einrichtungen Geld für labkultur.tv zu schnorren – aus dem frisch eingerichtetem 1,6 Millionen Topf. Dafür soll labkultur.tv zu einem Online-Feuilleton für das

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