
Die Suche nach universellen Werten steht unter Generalverdacht. „Eurozentristisch“ oder gar „rassistisch“ soll der Universalismus sein. Das ist ein schwerwiegender Irrtum. Von unserem Gastautor Kolja Zydatiss.
„Unsere Gesellschaft wird immer humanistischer“, erklärte mir neulich eine Freundin. Auf den ersten Blick scheint dies zu stimmen. „Ethische“ Gesichtspunkte spielen bei Entscheidungen eine immer größere Rolle. Im Bereich des persönlichen Konsums kann dies der Kauf von Fairtrade- oder Bioprodukten sein, in der Unternehmenswelt die Corporate Social Responsibility. „Gerechtigkeit“ ist ein zentrales Thema unserer Tage, verschiedenste Formen („soziale Gerechtigkeit“, „Klimagerechtigkeit“ …) werden quer durchs politische Spektrum gefordert.
Für mich sprechen diese Entwicklungen mitnichten für eine neue humanistische Ethik. Sie können auf individueller psychologischer Ebene als Ausdruck von Empathie oder Mitleid gewertet werden. Nun hat Mitleid seine Berechtigung, sonst würden wir alle als gefühllose








