Pro NRWs braune Freunde

Ende März will Pro NRW in Duisburg einen „Moschee Kongress“ veranstalten und in zahlreichen Städten des Ruhrgebiets vor Moscheen „Mahnwachen“ halten. Rechtsradikal? Das will Pro NRW nicht sein. Man gibt sich demokratisch, bieder und engagiert. Der Monitor Beitrag aus der vergangenen Woche blickt hinter die Fassade der Partei des ehemaligen Funktionärs der rechtsradikalen Deutschen Liga für Volk und Heimat, Markus Beisicht. Er zeigt auf, wie eng die Partei mit Neonazis aus ganz Europa zusammen arbeitet und im Prinzip vor allem eine Waschanlage für angebliche Ex-Nazis ist: Die bekommen bei Pro NRW eine Krawatte um den Hals gehängt, mässigen ein wenig ihr Auftreten und werden als gute, demokratische Politiker präsentiert.
Auch wir haben hier bei den Ruhrbaronen schon häufiger über Pro NRW berichtet:

Pro NRWs zwielichtiger Gspusi aus Österreich…Klack

Ex-Pro  NRW Boss im Ruhrgebiet konvertiert zum Islam…Klack

Pro NRW: Kevin braucht Kohle…Klack

Pro NRW: Hauer verliert vor Gericht…Klack

Protest gegen Pro NRW…Klack

Linkenpolitiker Dierkes: „Das läppische Existenzrecht Israels“

Für Hermann Dierkes, den Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Duisburger Rat, ist das Existenzrecht Israels „läppisch“.  Am 16. April will Dierkes im Internationalen Zentrum in Duisburg aus seinen Buch:

Bedingungslos an der Seite Israels – nur bedingt auf der Seite des internationalen Rechts“ vorlesen.

Das Video zeigt Dierkes auf dem Trotzkistenkongress Marx is muss, der im vergangenen November in Berlin stattfand. Dort diskutierte er  mit Gesinnungsgenossen über sein Buch. Gleiches könnte am kommenden Dienstag in Duisburg passieren: Israelhetze in städtischen Räumen – im Duisburger Internationalen Zentrum (IZ). Ein Gespräch mit dem Leiter des IZ: Hier, im Update unten.

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dierkesAntisemitismus: Es muss in Deutschland möglich sein…xtranews

Antisemitismus II: Lieber Herr Dierkes…Prospero

Antisemitismus: III: Lieber Onkel Adolf, mach was!…Unkreativ

NRW I: Umfragetief für Bundesregierung…Spiegel

NRW II: Hannlore Kraft und ihre Patzer…RP Online

NRW III: Kommt ein Lichtlein her…Sprengsatz

Opel I: Widerstand gegen Einenkel…Zeit

Opel II: Bochumer Werk in Gefahr…Der Westen

Ruhr2010 I: „Die Städte im Ruhrgebiet sind geteilt“…NZZ

Ruhr2010 II: Kemnade International in Gefahr…Ruhr Nachrichten

Ruhr2010 III: Als Kölns Erzbischof zu Tode kam…Welt

Fußball: Bloggen über das kleine Derby…Pottblog

Sicherheit: Datenleck in Münster…Netzpolitik

Pop: Farside…Kochplattenteller

Rechte: Zwei Nazis vor Gericht…Der Westen

Steuer-CD: Nicht nur für UBS-Kunden wird es eng

ubsLangsam sickert durch, welche Daten sich auf den angekauften Steuer-CDs befinden. Für Steuerhinterzieher wird die Luft immer dünner – und das Zeitfenster, in dem man sich stellen kann immer kleiner.

Nach Informationen der Ruhrbarone sollen den Steuerbehörden zum Teil Kundendaten  der Banken UBS, HSBC, Julius Baer und dem Versicherungskonzern Generali vor. Die Datensätze zeigen teilweise  sowohl den Einzahler, den Zeitpunkt von  Einzahlungen und die erzielten Zinserträge. Nach Einschätzung von Experten ist damit die Indentifikation der Täter über einen Abgleich mit den Finanzamtsdaten problemlos möglich.

Noch, so unsere Informationen, seien die Täter nicht ermittelt und könnten mit einer Selbstanzeige einem Strafverfahren entgehen. Dieses Zeitfenster wird sich aber in wenigen Tagen schließen. Dann drohen neben hohen Steuernachzahlungen auch Vorstrafen.

3 FÜR 7 – Drei Veranstaltungen der Woche

tom-liwaEtats werden gekürzt, es wird debattiert. Alleine die Veranstaltungen, die schnell noch für 2010 entwickelt worden sind, stehen direkt wieder zur Disposition. Der Konkurrenzdruck steigt. Kulturarbeit, Sportstätten, Jugendarbeit werden gegeneinander aufgewogen. Plötzlich erhält Standortpolitik ein noch höheres Gewicht, als eh schon beim Thema Kulturhauptstadt (da vor allem als Tourismus- bzw. weicher Faktor): Was nutzt diese und jene Veranstaltung oder Institution der Kommune, vielleicht den Bürgern? Und was wird eigentlich aus dem Colosseum in Essen? Kann man da nicht den RWE rein…? Die Tipps: Tom Liwa, Der Pott Filmt, Tocotronic.

Persönliches zu Tom Liwa: Damals als der Autor dieser Zeilen von heute auf morgen das Kulturprogramm im KKC Essen bewerkstelligen musste (und die Konzertszene an der Ruhr etwas mit-aktualisieren wollte), fragte er sich: Wen rufe ich an, damit ich schnell gute Empfehlungen für gute Leute bekomme, mit denen ich gerne zusammen arbeite? Er rief Tom Liwa an (und hatte schnell direkt gute Agenturen, gute Tontechnik und nicht unwichtige Konzerte). Warum ihn? Wer sich heute den Künstler Tom Liwa anschaut, bemerkt typischwerweise eher nur Spurenelemente von dem, was damals die Flowerpornoes ausgestrahlt haben: Leben können hier, aber mit Blick nach Draußen. Diese Mischung aus Nicht-Abfinden, leichter Hippiekommunen-Haftigkeit, Kümmern, Freund(schaft)lichkeit und natürlich die zur Aufrechterhaltung dieser Haltung nötige Schutzschicht aus höflicher Arroganz und Ablehnung gegenüber offenkundig bornierten Nicht-Verstehern. Das kann ein Mann alleine schwer schultern, oder er gerät schnell in den Verdacht von Larmoyanz und Pose. Genau dem aber setzt sich Tom Liwa (Foto: Amadis) verstärkt gern aus, demnächst wieder mit einem neuen Album. Er hat aber auch seine Bandprojekte, verstärkt das Tim Isfort Orchester als Type von hier und hat sich so auf die Dauer dagegen abgesichert, zu einem Klischee zu verkommen. So rettet sich vielleicht dieses Besondere – indem es schwieriger zu finden, zu okkupieren ist. (Erschreckend: Wer sich alles Intimstfolker aus den Staaten gibt, aber Tom nicht zuhören (ver)mag.)

Wie oben angesprochen gibt es in diesem Jahr auch einiges Neues im Jahresprogramm der Kulturfestivals. Und wie Ende des letzten Jahres angesprochen in dieser Kolumne, wird dabei nicht zuletzt der Faktor Film für die hiesige Kulturwirtschaft hier und da noch einmal hervorgehoben. Natürlich stellt sich dabei – wie hier zuletzt anhand der Oberhausener Kurzfilmtage diskutiert – die Frage, ob nicht der Film nach der Musik die nächste Branche sein wird, in der garantiert nicht mehr viel zu holen ist. Andererseits könnte behauptet werden, Filmen tue wie Fotografieren und Musik machen ja inzwischen fast jedeR, also sei das unbestritten durchsetzbar und Populärkultur vom Feinsten, und daher relativ kürzungsresistent. „Der Pott Filmt“ kann jedenfalls mit einem eingespielten Veranstalterkollektiv (nennen wir es Lobby?) und einem den Filmemacher/innen gerecht werdenden Konzept aufweisen – dass hierbei cinemaphile Menschen aus Brandenburg oder Chile ausgeschlossen werden, übersehen wir dann doch einfach mal wohlwollend.

Häme kommt mit dem Erfolg. So sagte der Autor dieser Zeilen letztens zu einem sich nicht in den Charts tummelnden Musiker von der Ruhr: „Komisch, genau jetzt wo ich so in etwa weiß, was Tocotronic falsch gemacht haben, sind die auf 1.“ Zum Glück nur in etwa, so dass das hier auf keinen Fall expliziert und in Stein gemeißelt werden kann. Und außerdem: 1:1 ist ja schon lange vorbei, nicht wahr? Dass HIM aber ausverkauft ist im FZW, und nicht die geschätzten Tocos … das mag dann doch noch zu denken geben am Ende – falls gewünscht natürlich nur.

Tom Liwa am Mittwoch.
Der Pott Filmt ab Donnerstag.
Tocotronic (und Dillon) am Freitag.

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kraft_ruettgersNRW: Wie Westerwelle, nur anders…FAZ

NRW II: Kraft im Interview…Ruhr Nachrichten

NRW III: Kraftloser Beifall in den eigenen Reihen…taz

Ruhr2010: Im Revier wackeln die Kulturetats…Welt

Ruhr2010 II: Poetry Slams im Revier…Hamburger Abendblatt

Ruhr2010 III: Gastro App…Ruhr Nachrichten

Kirche: Auch Papst darf durch den Kakao gezogen werden…Law Blog

Kirche II: Dortmunder Grüner entschuldigt sich…Ruhr Nachrichten

Dortmund: SPD-Chef Drabig spürt Rückenwind…Der Westen

Rechte: Der Antiislamismus von Pro NRW…Bo Alternativ

Rechte II: Dortmunder Grüne kritisieren Polizei…Ruhr Nachrichten

Hartz IV: Abbild einer verkommenen Gesellschaft…Welt

Unis: Mercator-Stiftung unterstützt Revier-Unis…Bild

Kultur: Zielgruppen-Lyrik…Gelsenkirchen Blog

Soziales: Tuisa…Hometown Glory

Politik der verbalen Zauberformeln

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Slow train coming: Die NRW-Wahl ruckelt näher, die Parteienlandschaft wackelt und die Parteien ringen um Aussagen, damit sie Slogans bringen können, die Wähler beeindrucken. Was sagt die SPD über die schwer Vermittelbaren? Hartz-IV-Empfänger sollen zukünftig umsonst arbeiten – das aus dem Mund einer Partei, die sich traditionell den sozial Schwachen verpflichtet fühlt. Notwendigkeit oder Vernachlässigung der eigenen grundlegenden Ziele? Was hätte Willy Brandt dazu gesagt? Wäre sein Lächeln milde wie das der Mona Lisa gewesen, weil er keinen anderen Weg gesehen hätte, oder hätte er dafür gestritten, eine politische Alternative zu bringen?

Wahlaussagen prägen das Image der Parteien nachhaltig. Sie zementieren eins ums andere mal die politische Positionierung. Die Wirtschaftskrise lädt dazu ein, wie im Schlußverkauf populäre Versprechen abzugeben. Wohin es führt, wenn man die nicht hält, sieht z.B. die FDP zur Zeit. Wenn die (finanziellen) Probleme drücken, liegt andererseits eine Aussage wie die zu Hartz IV leicht auf den Lippen einer Partei.

Aber unabhängig vom Tagesgeschäft und der großpolitischen Wetterlage, wo bleibt die Programmatik, für die eine Partei steht? Die SPD betreibt wohl Zielgruppensplitting: Die Sozial Schwachen gibt sie an die Linken ab. Aber wer soll sie dann wählen?

Milliardenauftrag für die deutsche Bahn wackelt

Gerade haben wir bei den Ruhrbaronen etwas von der Freitags-Sitzung der Vergabekammer in Düsseldorf gehört. Eine Bombe für die Deutsche Bahn. Die Vergabe des Nahverkehrsauftrages im Ruhrgebiet droht zu scheitern. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 1000 Millionen Euro.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hatte diesen lukrativen Vertrag für den Unterhalt der S-Bahnen ohne Ausschreibung an die Deutsche Bahn vergeben. Das ganze lief ab, wie eine Erpressung. Private Konkurrenz wurde nicht zugelassen, stattdessen drohte die Bahn damit, ausstehende Millionen bei den klammen Kommunen einzutreiben, wenn diese nicht spurten. Vor der Vergabekammer sagte der Anwalt der Bahn am Freitag wörtlich: die privaten Unternehmen seien nur in der Lage „Mickey-Mouse-Verträge“ zu erfüllen, aber nicht so Milliardengeschäfte, wie den Nahverkehr im Pott. Das könne nur die Bahn.

Die Konkurrenz der Bahn sieht das anders. Gegen die verschobene Vergabe hatten mehrere Unternehmen vor der Düsseldorfer Vergabekammer geklagt. Es ist der größte Vertrag, der jemals in Deutschland angegriffen wurde. Am Freitag war mündliche Verhandlung und es kam raus, dass die Richter das ähnlich wie die Kläger sehen. Auch große Verträge müssen öffentlich ausgeschrieben werden.

Für die Steuerzahler kann das eigentlich nur von Vorteil sein. Der Nahverkehr im Ruhrgebiet ist relativ teuer. Das meiste Geld sackt sich die Bahn ein. Wie lukrativ das Geschäft mit den S-Bahnen ist, kann man gut an der Bilanz der Bahn-Tochter DB-Regio sehen. Das Unternehmen macht bei einem Umsatz von 6,5 Mrd Euro eine Eigenkapitalrendite von gut über 30 Prozent. Selbst die Deutsche Bank will nur 25 Prozent haben – und trägt dafür jede Menge Risiko, was man von der Bahn nicht sagen kann.

In zwei Wochen wird die Vergabekammer ihre Entscheidung bekannt geben. Wenn es bei dem Tenor der mündlichen Verhandlung bleibt, würde erstmals eine Einzelvergabe im Wert von rund eine Mrd. Euro gekegelt. Sollte das so sein, kann die Bahn dagegen noch Beschwerde beim Oberlandesgericht einlegen.

Ich persönlich glaube, Wettbewerb täte der Bahn gut.