Cats & Breakkies, Sonntag, 9. Februar, 19.00 Uhr, Urban Urtyp, Bochum
Der Ruhrpilot

NRW: Streit um Kosten der Inklusion…RP Online
NRW: Wirtschaft wieder optimistischer…RP Online
Bochum: Viktoria-Quartier der Zukunft auf bunten Plänen zu besichtigen…Der Westen
Dortmund: Andere sollen gemeinsamer OB-Wahl zustimmen…Der Westen
Duisburg: EU-Sozialkommissar schaut sich in Duisburg um…Welt
Duisburg: Aus für Zwei-Euro-Jobs bedroht Sozialvereine…Der Westen
Essen: Folkwang und Bezzola – ein Missverständnis…Der Westen
Warum „Jude“ auf Schulhöfen immer noch ein Schimpfwort ist.
Antisemitismus ist auch unter Jugendlichen ein Problem. Von unserem Gastautor Samy Bouars.

Bei verbalem Antisemitismus gibt es Parallelen zur verbalen Homophobie, die sich durch das Schimpfwort „schwul“ oder „Schwuchtel“ deutlich zeigen. Fangen wir mit dem weitaus mehr ausgesprochenen (Schimpf–)Wort „schwul“ an. Seit Kindertagen wird Kindern, (in diesem Kontext vielleicht besonders männlichen) eine heterosexistische und stereotype Erziehung zuteil, die Individuen mit einem Penis zwischen ihren Beinen werden zu starken, männlichen, im Ernstfall zuschlagenden Jungen erzogen. Wen kümmert es schon, wenn sich zwei Jungen in der Grundschule schlagen? Sie folgen schließlich ihrer Natur, außerdem ist es wichtig für die Charakterbildung der heranwachsenden Männer.
Ich glaube, ich muss nicht mehr erklären wie das gesellschaftliche Idealbild eines Mädchens aussieht, dennoch gebe ich fürs spätere Verständnis einige Beispiele. Früher mussten Mädchen sich partout daran halten was man ihnen sagte, sie wurden zu Hausfrauen und Müttern erzogen, lernten das Stricken und Sticken um letztendlich ihren Mann zu beglücken. Heute ist es nicht so sehr anders trotz einigen wichtigen Reformen und gesellschaftlicher Veränderungen. Natürlich, wir treffen auf oben geförderte Tugenden in minderer Form, aber auch die Diskriminierung von Frauen geht mit der Zeit. So werden sie nun zu „selbständigen“ Frauen in Frauenberufen erzogen, immer noch sollen sie hübsch sein und als Assoziation des schönen und schwachen herhalten.
„Ey, du Judenkind!“
Kommen wir wieder zurück zum verbalen Antisemitismus und warum „Jude“ auf Schulhöfen immer noch ein Schimpfwort ist . Es ist kein Zufall, dass bei nicht-männlichen Benehmen (immer noch) Sprüche fallen wie „schwach wie ein Mädchen“, auch die vulgäreren Formen wie „Pussy“ oder gar „Fotze“ zeugen von einem Denken, das Frauen stets als Opfer und schwach ansieht. Und genau das ist die gleiche Struktur indem Jude als Schimpwort missbraucht wird, spätestens seit dem Geschichtsunterricht der 9. bis 10. Klasse weiß man das Juden Opfer, Verfolgte, gebrechliche und gehasste Menschen waren, so fällt es einem dann auch nicht schwer Sätze wie „Ey, du Judenkind – verpiss dich in deine Gaskammer! “ zu verstehen, wenn sie außerhalb jeglichen antisemitischen Konsens ausgesprochen werden.
Nun die Lösung für dieses Problem, was sich später in bewussten Antisemitismus manifestiert, ist mitnichten das moralische Ermahnen, sondern die Umstellung der Darstellung dieser Bevölkerungsgruppen in der Gesellschaft, der Schule, dem Fernsehen etc pp. Denn die momentane Sicht auf diese Menschen hat sie ja auch zu beantworten.
William S Burroughs – muskalische Grüsse zum 100. Geburtstag
Vorgestern jährte sich William S Burroughs Geburtstag zum 100 Mal. Nicht umsonst sind die Medien – klasse Biopic letzte Woche bei Arte – voll von Burroughs. Seine Stimme klingt rau und trocken. In ihrem Duktus messerscharf pointiert. Einmal gehört, brennt sie sich ins Gedächtnis ein.
Sein Roman Naked Lunch von 1959, wird zur Bibel der Hippies, Schwulenbewegung und Punks und bleibt bis heute letztlich auch durch seine Verfilmung 1991 das bekannteste Werk William S Burroughs`.
Die beiden Schweizer Dub Spencer & Trance Hill haben sich mit Unterstützung der William S Burroughs Foundation an eine posthume Heldenverehrung im Geiste des Dubs gemacht.
Update: Online: WAZ geht nach Berlin
Wie das Medienmagazin Newswroom gerade meldet, wird die Funke-Mediengruppe, nennen wir sie der Gewohnheit halber einfach mal weiter WAZ, ihr Digital-Geschäft nach Berlin verlagern:
Die Konzentration in Berlin soll für die verschiedenen Beteiligungen des Familienkonzerns („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung“, „Braunschweiger Zeitung“, „Thüringer Allgemeine“, „Hamburger Abendblatt“, „Berliner Morgenpost“) verschiedene Lösungen finden, jedes Produkt soll für das jeweilige Verbreitungsgebiet angepasst werden.
Für Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, ist die Konzentration des Digital-Geschäfts in Berlin ein Bekenntnis für die Verzahnung von Print und Digital. Berlin soll nach seinen Vorstellungen der Motor der digitalen Entwicklung werden, dafür ist das Unternehmen jetzt bereit, Geld in die Hand zu nehmen.
Für das Ruhrgebiet ist das sicher keine gute Nachricht, aber der Gang nach Berlin ist eigentlich nur eine logische Konsequenz aus dem Springer-WAZ Deal. Der Essener Verlag kauft von der Axel Springer SE das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost und die Zeitschriften Hörzu, Bild der Frau, TV Digital, Funk Uhr, Bildwoche, TV Neu und Frau von heute. Somit Verlag ist endgültig kein Ruhrgebietsunternehmen mehr, sondern bundesweit aufgestellt. Und wenn man ehrlich ist, folgt die WAZ damit auch nur einem Trend: Unzählige Kreative und Journalisten haben in den vergangenen Jahren das Ruhrgebiet verlassen, sind nach Berlin, Köln oder Hamburg gegangen. Nur wer so dumm war, dem Kreativwirtschaftsgerede von Gorny und Konsorten zu glauben, reibt sich jetzt verwundert.
Update:
Die Pressemitteilung:
ESSEN, 07.02.2014. Die FUNKE MEDIENGRUPPE baut in Berlin ihr neues digitales Entwicklungs- und Servicezentrum auf. FUNKE DIGITAL wird ab März 2014 aus der Bundeshauptstadt das Digitalgeschäft für alle journalistischen Produkte des Unternehmens bündeln und vorantreiben.
Die neue Unit wird die Forschung und Entwicklung innovativer journalistischer Digitalprodukte verfolgen, Apps und Software-Lösungen weiter entwickeln, deren Vermarktung forcieren sowie Support für die gesamte Unternehmensgruppe anbieten. Geleitet wird FUNKE DIGITAL von Stephan Thurm. Das Digitalgeschäft der FUNKE MEDIENGRUPPE steht auf zwei Säulen: Einerseits der konsequenten Überführung des Kerngeschäfts in die digitale Welt und zum zweiten dem Aufbau neuer Geschäftsfelder.
„Berlin ist digitales Kraftzentrum. Hier tummeln sich Talente, hier ist der wichtigste Marktplatz für digitale Ideen. Deshalb bauen wir von hier aus eine Plattform für Innovationen auf, setzen die besten Ideen um und stellen sie der gesamten Gruppe zur Verfügung. Dabei orientieren wir uns konsequent an internationalen Benchmarks“, sagt Stephan Thurm. FUNKE DIGITAL wird zunächst in das Neue Kranzler Eck am Kurfürstendamm, in die unmittelbare Nachbarschaft der Berliner Morgenpost ziehen. Ein zentraler Digitalstandort bedeutet aber keineswegs identische Produkte an allen Unternehmensstandorten.
„Die Anforderungen, die unsere verschiedenen Medien an digitale Produkte und Lösungen stellen, sind unterschiedlich. Aber wir möchten Kräfte bündeln, um schneller voran zu kommen und Ressourcen optimal zu nutzen“, so Thurm. Neben dem neuen Digitalstandort in Berlin wird es auch weiterhin digitale Units in Essen und an den anderen Standorten der FUNKE MEDIENGRUPPE geben. FUNKE DIGITAL lebt vom kreativen Input der Digital-Mitarbeiter aller Titel – sie werden in den Aufbau der neuen Einheit eingebunden.
„Wir setzen auf Print, Digital und deren intelligente Verzahnung. FUNKE DIGITAL wird von Berlin aus der Motor der digitalen Entwicklung der FUNKE MEDIENGRUPPE sein“, sagt Thomas Ziegler, Geschäftsführer der FUNKE MEDIENGRUPPE. „Wir schaffen damit gute Voraussetzungen für die Integration der Axel Springer-Titel und gehen einen weiteren Schritt in Richtung führendes nationales Medienhaus.“
Der neue Landesentwicklungsplan – Politische Orientierungslosigkeit oder Stärkung der Regionen?

Nordrhein-Westfalen ist ein Bindestrichland. Räumlich treffen die starke Rheinschiene, das gebeutelte Ruhrgebiet und das ländliche Westfalen mit wirtschaftlich erfolgreichen Siedlungszentren aufeinander. Das Land ist heterogen. Einige Regionen weisen bereits schrumpfende Bevölkerungszahlen auf, in 10 Jahren wird das ganze Land schrumpfen. Wie kann die räumliche Entwicklung eines so großen Landes ausgerichtet werden? Damit befasst sich derzeit die Arbeit an einem neuen Landesentwicklungsplan. Von unserem Gastautor Dirk Schmidt.
Ein Weg die Unterschiedlichkeit der Regionen zu berücksichtigen, wären unterschiedliche Leitbilder und Ziele für die Regionen. Jegliches Fehlen eines solchen Ansatzes kritisierte jüngst der ehemalige Bereichsleiter des Regionalverbands Ruhr (RVR) für Planung, der grüne Politiker Dr. Thomas Rommelspacher. Der LEP-Entwurf sei in seiner Bliebigkeit, einem „anything goes“, keine Hilfe für die Planer in den Regionen des Landes. Aber er sei auch kein Hindernis. Anderweitig wird bedauert, dass das Ruhrgebiet im LEP nicht gesondert behandelt werde.
Die Kritik, dass keine Teilräume ausgewiesen werden und dass alles möglich sei, beklagt eine vermeintlich fehlende Steuerungswirkung des LEP, der in seinen Zielen und Grundsätzen zu vage bleibe. Dieser große, einheitliche Plan ohne Teilräume kann so nur vage sein. Er muss allen und allem gerecht werden. Der Planentwurf trifft in der Landeshauptstadt auf rot-grüne Konfliktlinien zu Themen wie Flächenverbrauch, Braunkohletagebau und Kraftwerksstandorte. Die Flucht ins Vage
James Vincent McMorrow
James Vincent McMorrow, Samstag, 8. Februar, 20.00 Uhr, Konzerthaus, Dortmund
Der Ruhrpilot

NRW: Seehofer ein „energiepolitischer Irrläufer“…Merkur
Ruhrgebiet: Bessere Bildungs-Chancen für alle Schüler…Der Westen
Ruhrgebiet: Wirtschafts-Aussichten besser – aber von Euphorie keine Spur…Der Westen
Bochum: Peter-Petersen-Schule umbenennen…Bo Alternativ
Dortmund: Rechtsextremisten nicht links liegen lassen…Der Westen
Duisburg: Staatsanwaltschaft erhebt nächste Woche Loveparade-Anklage…Der Westen
Duisburg: Opernhäuser kooperieren bei Kinderproduktionen…Musik Heute
Duisburg: CDU-Mitglied bemängelt Kandidatenaufstellung…Der Westen
Essen: Wie Christin gegen die Abschiebung ihres Freundes kämpft…Der Westen
Oberhausen: In Germany’s Rust Belt, a Polished but Ailing City…New York Times
Energiewende: „Ökonomie, Ökologie und Versorgungssicherheit in Einklang bringen“

Aus heutiger Sicht mutet es an, als erstrecke sich der Rückblick über Jahrzehnte: Ein Ausstieg aus der Atomenergie lag noch in weiter Ferne, Gaskraftwerke boomten und neue Kohlekraftwerke wurden auch noch geplant und gebaut. Dann ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima und nichts war mehr wie es vorher war. Tatsächlich liegt der Anlass der bislang größten Zäsur in der deutschen Energiewirtschaft aber gerade einmal drei Jahre zurück. Von unserem Gastautor Guntram Pehlke. Guntram Pehlke ist Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) und Aufsichtsratsvorsitzender der STEAG GmbH.
Die Unglücksserie im japanischen Kernkraftwerk, die am 11. März 2011 ihren verhängnisvollen Lauf nahm, hat in Deutschland einen energiepolitischen Bewusstseinswandel nach sich gezogen, dessen Auswirkungen bis heute andauern – und das aller Voraussicht nach noch Jahre tun werden.
Nun ist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel angetreten, Ordnung in die verworren anmutende Energiepolitik zu bringen. Mit seiner Ankündigung, das in zentralen Punkten überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bis zum 1. August dieses Jahres in Kraft zu setzen, hat sich der Vize-Kanzler ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Zumal seine beiden Vorgänger Peter Altmaier und Philipp Rösler ebenfalls viel angekündigt hatten, aber kaum etwas davon umsetzen konnten.
Der Bundeswirtschaftsminister muss jetzt viel heilen. Und fast scheint es, als seien die Ansprüche an seine Reform so hoch, dass deren Umsetzung nicht realistisch ist. Dabei ist sein Konzept grundsätzlich durchaus als gerecht zu bezeichnen: Die gute Idee der Ökostrom-Förderung wird weiterhin verfolgt, allerdings kontrolliert. Denn mittlerweile hat Energie aus Wind, Sonne und Biomasse einen so hohen Marktanteil, dass sie auch weitgehend ohne Förderung funktionieren müsste. Deshalb soll deren bislang geradezu üppige Subventionierung beschnitten werden, moderne Gas- und Kohlekraftwerke sollen eine Chance am Markt bekommen und die Industrierabatte bei der Ökostrom-Umlage sollen sinken. Und zu guter Letzt sollen Unternehmen, die für ihre Produktion selbst Strom produzieren und damit der Ökoumlage entgehen, ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten.
Die Zielsetzung dieses Konzept ist angemessen nüchtern: Alle Marktteilnehmer werden schlechter gestellt, aber in der Konsequenz soll der Strompreis ab Ende dieses Jahres langsamer steigen als zuletzt. Das mag zwar Realpolitik pur sein – aber exakt die haben Verbraucher und Energieunternehmen jetzt bitter nötig.
Denn die durch das EEG in seiner bisherigen Fassung verursachten Auswirkungen sind fatal. Für die Energieunternehmen auf der einen Seite ebenso wie für die Verbraucher auf der anderen Seite.
Düsseldorf: Bürgerbeteiligung beim neuen Landesentwicklungsplan läuft

Kleiner Hinweis am Rande: Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit wird in Düsseldorf gerade ein neuer Landesentwicklungsplan (LEP) aufgestellt. Auch wenn ein solcher Plan kein faktisches ‚Verfallsdatum‘ hat, wird üblicher Weise alle 15 bis 20 Jahre ein neuer LEP aufgestellt. Aktuell ist das nun wieder einmal der Fall.
Im Raumordnungsrecht wird vorgeschrieben, dass jedes Bundesland einen zusammenfassenden, überörtlichen und fachübergreifenden Raumordnungsplan für sein Landesgebiet aufzustellen hat.
Dieser neue LEP spielt u.a. bei der Planung neuer Kraftwerke eine Rolle. Und gerade in diesem Bereich gibt es in der aktuellen Version dann auch einige Änderungen, welche beispielsweise auch in der Debatte um das juristisch im Jahre 2009 gestoppte Kohlekraftwerk ‚E.On Datteln 4‘ eine Rolle spielen.
