Ralf Jäger – Wie wäre es mit einem Praktikum in Niedersachsen?

Bild: Felix Huesmann
Bild: Felix Huesmann

In Hannover fand gestern die dritte angemeldete Versammlung der „Hooligans gegen Salafisten“(HoGeSA) statt. Bei der letzten Demonstration in Köln (Unser Liveticker) gab es massive Ausschreitungen. In Hannover sind uns solche Bilder erspart worden. Und das liegt nicht daran, dass sich die gewaltätigen Hooligans und Neonazis jetzt in einen christlicher Gesangsverein verwandelt haben. Der Grund für den größtenteils friedlichen Verlauf der HoGeSA Kundgebung war ein durchdachtes Polizeikonzept.

Schon im Vorfeld versuchte die Polizei Hannover, die Veranstaltung der Fußballrowdies zu verbieten, dies scheiterte zwar vor dem Verwaltungsgericht Hannover, brachte für die Polizei allerdings einen Teilerfolg. Die Veranstaltung musste stationär auf dem ehemaligen ZOB stattfinden, die Rechtsrocker von Kategorie C durften nicht auftreten und es wurde eine hohe Zahl an Ordnern verlangt. Die Bundespolizei ergänzte die Auflagen mit einem Alkoholverbot in Zügen nach Hannover. Schon im Vorfeld wurde den Hooligans so ein Schuss vor den Bug verpasst. Was die Neonazis und Hooligans dann am Samstag in der niedersächsichen Landeshauptstadt erwarten sollte war abzusehen. Ein Großaufgebot der Polizei, und keine betrunkene Krawalltour durch die Stadt wie noch in Köln.

Einige Unterschiede im einzelnen:

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Zeitreise durch die POP-Kultur – Week-End Fest#4 in Köln

Tickets & Besetzung
Tickets & Besetzung

Das Week-End Fest geht am letzten November Wochenende in seine vierte Auflage. Nachdem es letztes Jahr in der Köln-Mülheimer Stadthallen strictly Post-Punkig war, könnte man das Motto in diesem Jahr Post Funk-Punk nennen.

Zum Konzept des feinsten Kölner Festivals gehört es, als Headliner Independant-Bands nach Deutschland zu holen, die häufig viele Jahre in der Versenkung verschwunden waren und sich im reiferen Alter nochmals mit neuem Material oder der Re-Interpretation ihrer Vergangenheit widmen. Oft zur Freude ihrer Fans, die meistens nicht mehr damit rechnen durften sie live zu erleben.
Diese freudige Erwartungshaltung trifft auf den besonderen archtektonischen Charme der Mülheimer Aula Stadthalle. Alles Indigrenzien für gelungene Konzertabende. Tickets beim Klick aufs Bild oben rechts und mehr Infos auf der Festival-Homepage.

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HoGeSa – Gewaltaufrufe gegen Salafisten

HoGeSa bedroht Sven LauDas Netzwerk HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten) hat sich mittlerweile eine Alternative zur Organisierung über Facebook geschaffen. In einem eigenen sozialen Netzwerk planen die Hooligans ihre Aktionen. Das Netzwerk, das vom Erscheinungsbild und den Funktionen eng an Facebook angelehnt ist, umfasst, obwohl es erst zu Wochenbeginn online ging, mehrere hundert Mitglieder. Und was dort gepostet wird hat es in sich.

Schon bevor die Demonstration in Hannover erlaubt wurde, planten dort Hooligans ihre Anreise in die niedersächsiche Landeshauptstadt. Auch unter die Gegendemonstranten wollen sich einige der rechten Hooligans mischen. Allgemein hat sich im HoGeSa-Netzwerk eine Mischung aus rechtem Stammtisch und organisiertem Neonazismus versammelt. Leise Kritik an Ausländerfeindlichkeit wird nicht geduldet, stattdessen haben die Scharfmacher das Wort.

So wundert es nicht, dass die Hooligans Aktionen gegen Koranverteilungen planen und auch mit Gewalttaten liebäugeln. Zu einem am Wochende geplanten Seminar der Salafisten um Pierre Vogel und Sven Lau in Wuppertal schreibt ein User: „… vielleicht habe ich ja Glück und der Vogel läuft mir vor die Flinte…“. Auch Sven Lau ist Ziel von Anfeindungen, über Besuche mit „20 Mann“ bei Lau zuhause wird offen spekuliert.

Am Samstag werden sich in Hannover also zum zweiten Mal tausende Hooligans und Neonazis treffen, die Gewalt lieben. Für die Polizei eine unangenehme Aufgabe. Noch viel unangenehmer wird es aber, wenn die Hooligans anfangen, sich in klandestinen Zellen zu organisieren und im ganzen Land Muslime und die, die sie dafür halten, zu terrorisieren.

 

 

 

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Wessen Feuer brennen im Erfurter Lichtermeer?


Erfurt – In Thüringen droht am Sonntag, dem 9. November eine Veranstaltung eines CDUlers aus dem Ruder zu laufen. Veranstalter Clarsen Ratz (46) gibt sich beunruhigend naiv, ein Landespirat dafür sehr besorgt.

Ruft Clarsen Ratz Geister, die er nicht kontrollieren kann? (Foto: privat)
Ruft Clarsen Ratz Geister, die er nicht kontrollieren kann? (Foto: privat)

Ruhrbarone-Leser wissen um die vielfältige Symbolik des 9. Novembers in Deutschland. Trotzdem sei nochmal erwähnt, dass sich am morgigen Sonntag u.a. der Mauerfall zum 25zigsten Mal jährt sowie die Reichspogromnacht zum 76zigsten Mal. Freude und Trauer liegen an diesem Tag nahe beieinander. Demonstrationen und öffentliche Veranstaltungen tun gut daran, sich dieser Tatsache stets bewußt zu sein.

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[Das Comeback eines Skandalrockers – Billy Idol auf Tour]

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Lange Zeit war es ruhig um den Skandalrocker der 80-er Jahre, der damals mit drei großartigen Studioalben – Billy Idol (1982), Rebel Yell (1983) und Whiplash Smile (1986) und wasserstoffgebleichter Punkfrisur eine ganze Generation aufgemischt und nachhaltig geprägt hat.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals, Ende der 80-er, zu Billy Idol’s “Sweet Sixiteen” im Bochumer Eistreff meine Runden gedreht habe und ihn großartig fand 🙂

Leider bahnte sich da aber schon das doch recht frühe Ende seiner steilen Karriere an. Herionabhängigkeit, ein schwerer Motorradunfall und weitere Alben, die aber mehr oder weniger floppten, ließen es um Idol ruhig werden.

Nach über zehn Jahren Pause und passend zu seinem 50-sten kam er 2005 zurück. Clean und erwachsen geworden und im Gepäck ein neues Album „Devil’s Playground“, mit dem er dann einige Jahre durch die Lande zog.

Und nun, wiederum neun Jahre später, läßt Billy Idol erneut von sich hören und das gleich doppelt.

Kings & Queens of the Underground heißt sein aktuelles und siebtes Studioalbum, das bei uns im Oktober auf den Markt kam, und gleichzeitig schrieb er viele Jahre an seiner Autobiografie Dancing With Myself, die nun auch erhältlich ist.

Und er ist auf Tour und wird am 18.11.2014 in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle für uns auf der Bühne stehen.

Sozusagen gleich um die Ecke und Tickets gibt es hier !

Weitere Informationen unter:

Dirk Becker Entertainment

 

Macker Police

jk9Dass Jungmänner den Blockwart im öffentlichen Raum spielen, ist nichts Neues. Das Entsetzen über die Sharia Police offenbart eine bittere Doppelmoral, denn die Polizei, die in Bonn-Tannenbusch seit Jahren über Rocklänge und Absatzhöhe wacht, die rumlungernden Männerbanden, haben dieser Moral nie wehgetan. Von unserer Gastautorin Halima Auerbach.

Eine Randmeldung war es wert, man hatte Flyer mit dem Aufdruck „Sharia Police“ im Bonner Stadtteil Tannenbusch entdeckt. Erst als die jungen Salafisten durch die Innenstadt zogen, um Passanten und Passantinnen mit ihren Moralvorstellungen aus dem 7. Jahrhundert zu belästigen, war ihnen die gewollte Empörung sicher. Dass Neu-Tannenbusch, der Stadt vorgelagerte Hochhausschluchten mit verdreckten Spielplätzen und verbrannten Kunststoffresten an Mauerecken – Überbleibsel von angezündeten Müllcontainern – Brutstätte des hiesigen Salafismus ist, sollte eigentlich klar sein: der Bombenleger vom Bonner Hauptbahnhof, Marco G., lagerte in seinem Kühlschrank unweit des Tannenbusch-Center seinen Sprengstoff. Bevor in Bad Godesberg eine Horde Salafisten der Auffassung war, sich wegen ein paar Karikaturen zur Affektivität einfallender Normannen regredieren zu dürfen, stand sich ein erheblicher Teil der Krieger Allahs in lächerlichen Klamotten und um den Kopf gewickelten Kufiyas an den Gleisen von Tannenbusch Mitte die Beine in den Bauch. Und am Supermarktregal im Einkaufszentrum 50 Meter weiter begegnet man täglich dem weiblichen Teil von Familien, der kollektiv hinter einem einheitlichen schwarzen Niqab verborgen Lebensmittel ranschafft; mit Gesichtsschleier bis unter die Augen und schwarzen Handschuhen. In Tannenbusch spielt sich das Drama ab, das sich nun mal vollzieht, wenn sich rassisierende soziale Ausgrenzung, bauliche und soziale Enge und eine Kultur von familiärem Sexualtabu und Triebunterdrückung in eilig aufgezogenen

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