Wie geht es mit der Grünen Gentechnik weiter?

Gerstenfeld Foto: USDA Lizenz: Gemeinfrei

Während Landwirte und Konsumenten auf anderen Kontinenten schon längst Obst, Gemüse und Getreide nutzen können, die mit neuen Züchtungstechnologien (den sogenannten neuen genomischen Techniken NGT) erzeugt wurden, ist die EU noch immer mit der Frage beschäftigt, ob diese Verfahren in Europa zulässig sein sollen. Bislang galten sie als streng zu regulierende Gentechnik, obwohl in diese Pflanzen keine neuen Gene eingeführt werden. Von unserem Gastautor Ludger Weß.

2023 gab die EU-Kommission den Anstoß zu einer Neuregelung, um die Zulassung solcher Pflanzen zu erleichtern. Anfang 2024 folgte das EU-Parlament mit einer prinzipiellen Zustimmung, aber zahlreichen Änderungswünschen. Dann geschah eine Weile nichts, weil das dritte Gremium, der EU-Rat, das Thema unter Ungarns Ratspräsidentschaft einfach liegen

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Nehmt uns bitte Tramadol und Tilidin nicht weg

Schmerzmittel Tilidin Foto: Ralf Roletschek Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Spiegel hat in einem Artikel den Behörden ein Versagen bei der Opioid-Kontrolle vorgeworfen. Dabei können die für Patienten sehr hilfreich sein.

Das Schmerzmittel Tramadol (Tramal®) befindet sich seit 1977 auf dem Markt. Es gehört zu den Opioiden. Das sind Wirkstoffe, die über ein körpereigenes System das Schmerzempfinden ausschalten können. Dazu gehören bekannte starke Schmerzmittel wie Morphin oder Fentanyl, aber auch Rauchgifte wie Heroin. Prinzipiell wirken alle Opioide

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NRW-Forscher weisen Zunahme von Tropenstürmen nach

Tropensturm (Symbolfoto – Foto von Jeffrey Grospe auf Unsplash)

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität zu Köln hat mithilfe eines Bohrkerns aus dem Great Blue Hole in Belize die längste Zeitreihe zu Tropenstürmen in der Karibik erstellt. Die Analyse zeigt: In den letzten Jahrzehnten gab es deutlich mehr Stürme als in den vergangenen 5.700 Jahren.

Belize liegt an der Ostküste Mittelamerikas und grenzt an Mexiko sowie Guatemala. Vor seiner Küste befindet sich das Great Blue Hole, ein 125 Meter tiefes Unterwasserloch, das sich aus einer eingestürzten Höhle gebildet hat. Dort lagern sich über Jahrtausende Sedimente ab – Ablagerungen, die Umweltveränderungen dokumentieren.

Die Kölner Forscher um Martin Melles entwickelten eine spezielle Bohrtechnik, um erstmals die gesamte Sedimentschicht zu analysieren. Die Ergebnisse belegen, dass der menschengemachte Klimawandel die Sturmhäufigkeit antreibt – eine Bestätigung bestehender Klimamodelle.

Steuern sind legalisierter Raub: Über Freiheit, Staat und Natürliche Ausrede

Freiheit (Foto von Rob Coates auf Unsplash)

Streitgespräche werden oft überschätzt. Was wirklich etwas bringt, ist das gemeinsame Durchdenken. Als Chris und ich uns verabredeten, um über Staat und Markt zu sprechen, war der Plan: Konfrontation. Herausgekommen ist etwas anderes – ein zweistündiges Gespräch, das sich durch das Nachdenken bewegt hat. Nicht auf der Suche nach dem finalen Sieg einer Idee, sondern im Versuch, Begriffe wie Verantwortung, Freiheit und Gerechtigkeit ernst zu nehmen, ohne sie gleich abzuräumen. So haben wir uns mehr oder minder darauf geeinigt, dass Steuern natürlich per definitionem Raub sind; dass man aber sehr wohl die Haltung haben kann, dass man eben diesen Raub legaliseren will.

Wir haben argumentiert, gestritten, gelacht. Es ging um Überzeugungen, aber auch um Zweifel. Um Theorie, aber immer wieder auch um Wirklichkeit. Für mich war das ein ehrlicher Realitätsabgleich – und ein ziemlich gutes Gespräch.

Der Markt regelt – aber was genau?

Ich halte den Libertarismus für eine der klarsten politischen Philosophien überhaupt, und im Kern für die Beste. Zwei Axiome genügen:

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Uni Bonn stärkt Quantenforschung mit Ghana

Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn, und Dr. Henry Martin, KNUST, (beide mit Urkunde in der Hand) begrüßen die Erneuerung. (Foto: Universität Bonn/ Barbara Frommann)

Die Universität Bonn intensiviert ihre Zusammenarbeit mit Ghana in der Quantenwissenschaft. Beim Symposium „Ghana Germany Quantum Connect“, das im Rahmen der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) stattfand, besuchte eine Delegation ghanaischer Hochschulen die NRW-Universität. Ein Schwerpunkt liegt auf gemeinsamen Experimenten, die aus der Ferne gesteuert werden können.

Zudem wurde das seit 2019 bestehende Memorandum of Understanding mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) erneuert. Die Uni Bonn pflegt enge wissenschaftliche Beziehungen zu Ghana, darunter das German-West African Centre for Global Health and Pandemic Prevention. Der Austausch ermöglicht nicht nur gemeinsame Forschungsprojekte, sondern fördert auch die Ausbildung von Studierenden und den Wissenstransfer zwischen NRW und Westafrika. Langfristig sollen ghanaische Forschende auch in Bonn tätig werden, während Bonner Wissenschaftler in Ghana lehren.

Vom Schrecken zur Normalität: Fünf Jahre nach dem ersten Corona-Lockdown

Hinweisschilder wie aus einer anderen Welt. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Vor fünf Jahren begann in Deutschland der erste Corona-Lockdown. Es ist kaum zu fassen, kommt es einen gefühlt doch fast schon ewig her vor. Als die Pandemie damals auch hierzulande begann, war ich genauso verunsichert wie viele andere. So etwas hatte schließlich noch niemand von uns je erlebt. Erfahrungswerte gab es daher nicht wirklich.

Ich war deshalb damals fest davon überzeugt, dass dieses Ereignis uns alle über viele Jahre hinweg stark prägen würde. Das öffentliche Leben kam fast vollständig zum Erliegen, soziale Kontakte waren kaum möglich, und Homeoffice war für viele die einzige Option – sofern es überhaupt machbar war. Hinzu kamen tiefsitzende Ängste, weil niemand genau wusste, was noch auf uns zukommen würde.

Im Frühjahr 2025 fällt es schwer, sich noch an die Einschränkungen und die ständige Angst vor einer Ansteckung zu erinnern – zumindest, wenn man nicht selbst von Todesfällen oder den Folgen von Long Covid betroffen war. Wer hätte damals gedacht, dass wir so rasch nach dem Beginn der Pandemie schon wieder so weit wären?

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Satelliten in Gefahr – Wie das DLR Weltraumwetter vorhersagt

Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat diese GIF-Animation einer Sonneneruption vom 6. November 2024 erstellt. Zu sehen ist sie als heller Blitz in der Nähe des Zentrums. Das Bild zeigt eine Untergruppe des extrem ultravioletten Lichts, welches das extrem heiße Material in den Eruptionen hervorhebt und rot eingefärbt ist. (Credit: NASA/SDO)

Das Weltraumwetter beeinflusst mehr als nur Polarlichter – Sonnenstürme können Satelliten stören, Navigationssysteme ungenau machen und sogar Stromnetze lahmlegen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt mit dem Ionosphere Monitoring and Prediction Center (IMPC) Vorhersagen, um diese Risiken besser abzuschätzen und Schäden zu minimieren.

Der aktuelle Sonnenzyklus 25 hat sein Maximum erreicht. Die Aktivität der Sonne schwankt in einem etwa 11-jährigen Rhythmus zwischen ruhigen und stürmischen Phasen. Im Maximum treten besonders viele Sonneneruptionen auf – gewaltige Explosionen auf der Sonnenoberfläche, die geladene Teilchen ins All schleudern. Treffen diese auf die Ionosphäre der Erde – eine Schicht der Atmosphäre zwischen 70 und 1.000 Kilometern Höhe, die elektrisch geladene Teilchen enthält –, kann sie stark gestört werden. Das führt dazu, dass Navigationssignale

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Ich möchte kein Arzt oder Psychologe sein, wenn es um das Thema Trans geht

Transaktivisten in London Foto: Jwslubbock Lizenz: CC BY-SA 4.0

Mehr Verunsicherung in punkto Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die meinen im falschen Körper zu sein, kann man sich kaum jemand vorstellen. Nun wurde die Leitlinie, deren Entwurf ich letztes Jahr bereits ausführlich kritisierte, veröffentlicht.

Eine solche Leitlinie enthält Handlungsempfehlungen, die die Ärzte und Psychotherapeuten bei ihrer heilkundlerischen Arbeit unterstützen sollen. Leitlinien sind wichtig, weil sie statistisch gesicherte Daten über einen möglichen Erfolg oder Nichterfolg einer Therapiemaßnahme enthalten. Beim Thema Trans ist das aber schwierig, denn es gibt zu wenig Daten

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Uni Münster: Warum eine Rolle vorwärts gegen Rückenschmerzen hilft

Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@steven__chan?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">VK bro</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/frau-steht-in-der-nahe-der-mauer-qtPN_5RLXq0?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">Unsplash</a>
Foto von VK bro auf Unsplash

Einfach mal eine Rolle vorwärts machen – klingt nach Kinderspiel, kann aber gegen Rückenschmerzen helfen. Das erklärt Sportwissenschaftler Heiko Wagner von der Universität Münster im aktuellen „Umdenken“-Podcast. Bis zu 85 Prozent der Deutschen haben irgendwann Rückenprobleme, doch Bewegung wirkt oft besser als teure Therapien. „Es muss nicht immer das Fitnessstudio sein, auch einfache Bewegungen helfen“, sagt Wagner. Neben Bewegungsmangel spielen auch psychische Faktoren wie Stress eine große Rolle. Wer aus Angst vor Schmerzen in eine Schonhaltung verfällt, riskiert Fehlstellungen und neue Beschwerden. „Bewegung, die Spaß macht, kann Schmerzen lindern“, so Wagner. Warum das so ist und welche Übungen helfen, erklärt er im Podcast der Uni Münster.

Uni Köln erforscht, wie Sterne entstehen

Sterne. Woher kommen die eigentlich? (Foto von Tyler Domingue auf Unsplash)

Sterne sind die Kernreaktoren des Universums. Sie bringen Licht ins Dunkel, formen Galaxien und liefern die Elemente, aus denen Planeten und Leben entstehen. Doch wie genau sie entstehen, ist noch nicht vollständig verstanden. Das internationale Forschungsprojekt ALMAGAL hat nun mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) über 1.000 Sternentstehungsregionen untersucht – mehr als jede frühere Studie. Ziel ist es, allgemeine Muster in der Entstehung massereicher Sterne zu erkennen. Bisher wurden meist einzelne Regionen analysiert, was kaum Rückschlüsse auf die Vielfalt der Prozesse zuließ. Die neue Studie zeigt:

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