CDU-Dortmund: Fraktionschef Hengstenberg entsorgt

Frank Hengstenberg, der Fraktionsvorsitzende der Dortmunder CDU, wird Chef der Müllabfuhr.

Da werden Jungenträume war: Einmal auf dem großen Müllwagen mitfahren und die Tonnenhydraulik bedienen. Frank Hengstenberg, den Fraktionsvorsitzenden der CDU in Dortmund, wird man diesen Wunsch sicher nicht verwehren, wenn er erst einmal Chef der Dortmunder Müllabfuhr geworden ist. Und dass soll er bald werden, wie Radio Dortmund meldet. Die Müllabfuhr in Dortmund heißt natürlich ganz modern Entsorgung Dortmund GmbH (EDG).

Die baldige Berufung Hengstenbergs, der bislang immer erklärt hatte, keinen Ver- oder Entsorgungsposten auf Kosten der Politik anzustreben, kann wohl als Zeichen einer bevorstehenden rot-schwarzen Zusammenarbeit gedeutet werden. Sie markiert aber auch das Ende der politischen Karriere Hengstenbergs, der 2004 als OB Kandidat der Union gegen den damaligen SPD-OB Langemeyer verlor, 2009 nicht wieder aufgestellt wurde und spätestens seitdem der 25jährige Steffen Kanitz die Union in Dortmund führt, mit seinen 41 Jahren als alter Sack gilt. Nun wird der gelb eingefärbt.

Foto: CDU Fraktion Dortmund

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22 Kommentare

  1. #1 | Thorsten sagt am 2. Februar 2010 um 14:53 Uhr

    Die Ruhr Nachrichten berichten auch schon: Chef der CDU-Ratsfraktion wechselt zur EDG | https://goo.gl/82Dt

  2. #2 | Hans Czinzoll sagt am 2. Februar 2010 um 16:17 Uhr

    Das Koppelgeschäft machte natürlich nur v o r der Wahl Sinn für die SPD, um die CDU zu demaskieren. Hoffentlich konnte der Beamtenstatus des Herrn Hengstenberg wenigstens finanziell ausgeglichen werden. Jetzt wird CDU – Mitglied Pohlmann auch nichts mehr reissen können. Eine win – Situation wie aus dem Malbuch.

  3. #3 | Eleonore1963 sagt am 2. Februar 2010 um 21:00 Uhr

    Alles bleibt beim Alten! Vor einigen Monaten dementiert Herrn Hengstenberg Gerüchte, dass er sich bei den Dortmunder Stadttöchtern nach einem Versorgungsposten umsieht-und endlich: Er hat es geschafft! Was interessiert ihn sein Geschwätz von gestern i.S. Transparenz und Qualifikation bei der Vergabe von Führungsposten. Hauptsache er ist versorgt! Me, myself and I. Natürlich wird der Aufsichtsrat für Herrn H. votieren, wo er doch so lieb „gebeten“ wurde den Job anzunehmen. Frage ist, wieso wird der derzeitige Stelleninhaber Herr Niermann gegangen?
    Herr Hengstenberg der soziale Wohltäter, aber Menschen die ihn länger beobachten oder besser kennen, kennen auch die mind. 2 Gesichter des Herrn. Kein soziales Gewissen, die engsten Mitarbeiter wissen wohl ein Lied davon zu singen…. Glück auf, Herr Hengstenberg! Hoffentlich wissen die Dortmunder Wähler ihre „guten Taten“ zu honorieren.

  4. #4 | Olaf sagt am 2. Februar 2010 um 22:29 Uhr

    Zitat aus der Ruhr Nachrichten „Die Arbeitnehmer der EDG seien an ihn herangetreten mit der Bitte, für den Posten zur Verfügung zu stehen.“
    Ja, ne ist klar.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 2. Februar 2010 um 23:11 Uhr

    @Olaf: Das ist so mit das blödeste was ich je gehört hab.

  6. #6 | Arnold Voß sagt am 3. Februar 2010 um 00:14 Uhr

    Während das „System Langemeyer“ in der SPD offensichtlich Anhänger verliert, gewinnt es sie anscheinend bei Dortmunds CDU. Es muss also eine innere Überzeugungskraft haben, dass über Parteigrenzen hinaus wirkt.

  7. #7 | Links anne Ruhr (03.02.2010) » Pottblog sagt am 3. Februar 2010 um 05:24 Uhr

    […] Dortmund: Fraktionschef Hengstenberg entsorgt (Ruhrbarone) – Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Dortmund soll neuer Chef der Müllabfuhr werden, was zumindestens bei den Vertretern der kleineren Parteien nicht wirklich positiv ankommt. […]

  8. #8 | Anonymus sagt am 3. Februar 2010 um 16:04 Uhr

    Es ist schon interessant und letztlich bezeichnend, wie der Aufschrei heute groß ist, aber wenn SPD-Leute derart versorgt (entsorgt?) werden, kein großer Aufhebens darum gemacht wird.

    Aber zur Sache:
    Ob Frank Hengstenberg nun fachlich geeignet ist oder nicht, wird die hier lesende Allgemeinheit wohl schwerlich beurteilen können.

    Der zeitliche Zusammenhang zu den Wahlen ist natürlich auffällig, insofern wäre die logischere Frage gewesen, ob Hengstenberg so gefährlich ist, dass man ihn „wegkaufen“ muß.

    Oder lauern womöglich bei der EDG Leichen im Keller, die demnächst ans Tageslicht zu gelangen drohen, für die man aber einen Unionisten als Sündenbock sucht?

  9. #9 | Stefan Laurin sagt am 3. Februar 2010 um 16:11 Uhr

    @Anonymus: Wenn Sie dieses Blog häufiger lesen wüssten hätten Sie mitbekommen, dass wir uns, wenn der Anlass stimmt, mit Vertretern jeder Partei anlegen. Wenn der nächste Genosse vor den Unbilden des Arbeitsmarktes geschützt werden soll, werden wir es nicht unkommentiert lassen. Fragen Sie ruhig mal in anderen Parteien nach: Wir haben bislang keine vernachlässigt. Im übrigen stößt das Verhalten von Hengstenberg auch in Teilen der CDU auf komplettes Unverständis. Pohlmann und Kanitz hätten sich sofort gegen Hengstenberg äussern müssen – die Chancen von Pohlmann die Wahl im Mai zu gewinnen, sind dank dem Hengstenberg-Deal jedenfalls gesunken.

  10. #10 | Jens sagt am 3. Februar 2010 um 18:30 Uhr

    @Anonymus (8):
    Also eine gewisse Nähe zu den Sozialdemokraten gerade den Machern dieses Blogs und vor allem dem Autoren dieses Artikels nahezulegen fällt wohl schon in den karnevalistischen Humor, oder?

  11. #11 | Helmut Junge sagt am 3. Februar 2010 um 18:37 Uhr

    @ Anonymus Der Geschäftsbericht der Entsorgung Dortmund GmbH für 2009 wird mit Sicherheit keine 8%ige Gebührensenkung enthalten, wie der für 2008, der der Dortmunder Öffentlichkeit zum 1.7.2009, also im Wahljahr, vorgestellt wurde. Die WAZ hatte ihn damals überschwenglich gelobt. Möglicherweise haben Sie mit Ihrem letzten Satz recht. Den nächsten Geschäftsbericht wird dann der CDU-Mann vorstellen.
    https://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Muellgebuehr-runter-Ueberschuss-rauf-id438095.html

  12. #12 | Dortmunder sagt am 3. Februar 2010 um 22:22 Uhr

    @Jens:
    Immerhin ist Herr Laurin ein ehemaliger grüner Ratsherr, ich glaube aus der Weltstadt Dinslaken, und Sie sind ein roter Ratsherr aus der Ruhrmetropole Olfen.

    @Stefan Laurin:
    Dass weder Pohlmann noch Kanitz öffentlich auf Hengstenberg einprügeln zeigt doch die Entschlossenheit der CDU, die Wahl zu gewinnen. „Und das ist gut so.“

    Und so machen wir das am 09. Mai. Schaaaaade, Ulli, alles ist vorbei, alles ist vorbei, alles ist vorbei…..

    Ich bin gerade in der Mache für einen neuen Wikipedia-Artikel: “ Deutschlands Oberbürgermeister mit der kürzesten Amtszeit“

    Der Link führt hier hin:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sierau

  13. #13 | Jens sagt am 4. Februar 2010 um 00:27 Uhr

    @Dortmunder (12):
    Was mein (ehemaliges!) Mandat als Ratsherr in Olfen damit zu tun hat, weiß ich zwar nicht – ich weiß aber von Stefan Laurin, dass er sicherlich nicht der klassische Grüne ist – jedenfalls nicht in Ihrem Sinne.

  14. #14 | Helmut Junge sagt am 4. Februar 2010 um 08:10 Uhr

    @Jens, ich frage mich, wie jemand, der selber unter Decknamen
    wie „Dortmunder“ schreibt, aus Ihrem Namen „Jens“ Ihre politische Biografie ermitteln kann. Ich hätte das jetzt nicht gekonnt.

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 4. Februar 2010 um 11:02 Uhr

    @Dortmunder: Erst einmal: ich bin 1996 aus den Grünen raus und die Metropole nennt sich Gladbeck. Und im Gegensatz zu Dortmund war die CDU dort sogar mal erfolgreich…nur mal so zur Info. Pohlmann und Kanitz machen bei Hengstenberg den gleichen Fehler wie Sierau bei Langemeyer. Der hätte sich im Sommer gegen Langemeyer positionieren und alles offenlegen müssen. Und jetzt müßten Pohlmann und Kanitz sich gegen Hengstenberg positionieren. So ein Verhalten mag nicht nett sein, ist aber in solchen Situationen unumgänglich. Wer eine Stadt regieren erfolgreich will, muss diese Härte besitzen.

  16. #16 | Jens sagt am 4. Februar 2010 um 15:58 Uhr

    @Helmut Junge (14):
    Hinter dem Namen ist der Link auf eine Website hinterlegt, dort findet man meinen kompletten Namen und weitere Verweise und daher kann „Dortmunder“ das so einfach machen. Im Gegenzug zur oft zitierten Politikerbezeichnung sind nämlich gerade Blogs wie meines (das Pottblog) nicht anonym, sondern dank Impressumspflicht weiß jeder, wer dahinter steht.

    Während ich natürlich nicht weiß, wer ein „Dortmunder“ ist.

  17. #17 | David Schraven sagt am 4. Februar 2010 um 16:04 Uhr

    @ Jens,

    wie, ich denk im Internet ist ein Rechtsfreier Raum, alles anonym und so. 🙂

  18. #18 | Helmut Junge sagt am 4. Februar 2010 um 16:09 Uhr

    @Jens, Danke Jens. Jetzt kann ich das auch und werd mich in Zukunft sogar besser auf Texte einstellen können.

  19. #19 | Welle sagt am 5. Dezember 2010 um 18:47 Uhr

    Na dann mal los: Jetzt geht´s wohl genauso? Dortmund ist mit seiner Kommunalwirtschaft was die Besetzung der Chefposten angeht, nach den Entscheidungen für Branchenfachleute im Fall von Flughafen und Energieversorger wohl doch wieder um Jahrzehnte zurück gefallen. Nach der zweifelhaften Besetzung des zweiten EDG-Geschäfsführungspostens
    gibt es in einem eigentlich offenen Ausschreibungsverfahren (Die Westfälische Rundschau zitierte branchenspezifische Anforderungen aus einer Stellenanzeige in der FAZ, der Aufsichtsratsvorsitzende spricht in den Ruhrnachrichten von einer Bestenauswahl) wohl eine Bewerbung des SPD Mannes und Wirtschaftsförderungschefs Udo Mager, der seine Verwaltungskarriere in den Siebzigern schon in Dortmund begann. Hier endet die Berichterstattung in den Dortmunder Lokalmedien. Die eigentlich spannende Fragen danach, warum Herr Mager sich trotz offenkundig fehlender Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil überhaupt beworben hat, ob er im weiteren Berwerbungsverfahren berücksichtigt wird und wenn ja warum, wurden bis jetzt nicht gestellt.

  20. #20 | Welle sagt am 6. Dezember 2010 um 09:03 Uhr

    @Stefan Laurin (Kommentar#9) Sorry, bei meinem Kommentar von gestern fehlte eine Zeile… deshalb hier noch einmal. Na dann mal los: Jetzt geht´s wohl genauso weiter? Dortmund ist mit seiner Kommunalwirtschaft was die Besetzung der Chefposten angeht, nach den Entscheidungen für Branchenfachleute im Fall von Flughafen und Energieversorger wohl doch wieder um Jahrzehnte zurück gefallen. Nach der zweifelhaften Besetzung des zweiten EDG-Geschäfsführungspostens gibt es in einem eigentlich offenen Ausschreibungsverfahren zur Besetzung des Westfalenhallenchefsessels (Die Westfälische Rundschau zitierte branchenspezifische Anforderungen aus einer Stellenanzeige in der FAZ, der Aufsichtsratsvorsitzende spricht in den Ruhrnachrichten von einer Bestenauswahl) wohl eine Bewerbung des SPD Mannes und Wirtschaftsförderungschefs Udo Mager, der seine Verwaltungskarriere in den Siebzigern schon in Dortmunds Administration begann. Hier endet die Berichterstattung in den Dortmunder Lokalmedien. Sich eigentlich spannende Fragen danach, warum Herr Mager sich trotz offenkundig fehlender Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil überhaupt beworben hat, ob er im weiteren Berwerbungsverfahren berücksichtigt wird und wenn ja warum, wurden bis jetzt nicht gestellt.

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