Confed Cup 2017: Der Videobeweis im Fußball ist vorerst durchgefallen

TV-Kamera im Dortmunder Stadion. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Jahren wurde und wird er bekanntlich schon diskutiert. Unzählige Fehlentscheidungen im Fußball haben die Rufe nach dem Videobeweis im Profifußball zuletzt immer lauter werden lassen. Besonders auch der Abosender ‚Sky‘ forcierte jüngst mit seinen Schiedsrichterexperten rund um den Ex-Unparteiischen Dr. Markus Merk hierzulande die immer lauter werdenden Forderungen in Richtung einer schnellstmöglichen Einführung.

Nun hat man sich auf internationaler Ebene tatsächlich zu einer ausführlicheren Testphase des Ganzen durchringen können. Etwas überraschend vielleicht sogar, wenn man die Trägheit der internationalen Organisationen in diesem Bereich so bedenkt.

Am Ende des sportlich doch eher unbedeutenden ‚Confed Cup 2017‘, der in den vergangenen drei Wochen bekanntlich zwischen acht teilnehmenden Fußballnationen in Russland ausgespielt wurde, und den eine Deutsche B- oder sogar C-Elf am Sonntagabend sogar mit 1:0 gegen Chile im Finale gewinnen konnte, steht jedoch als größte Erkenntnis des Turniers fest: Der Videobeweis ist eindeutig durchgefallen bei seinem ersten Test!

Diverse Male kam der Videobeweis in diesem Turnier zum Einsatz. Gebracht hat es keine bleibenden Vorteile. Diskussionen und Fehlentscheidungen blieben in einem nicht zu erwartenden Masse erhalten.

Einerseits natürlich zum Trost derjenigen, die meinten, eine solche Neuerung würde das Spiel und die dazugehörigen Diskussionen ‚zerstören‘, andererseits aber eben auch zum Entsetzen derjenigen die die Meinung vertreten haben, er würde zu mehr Gerechtigkeit beitragen können.

Ein Videobeweis der kaum Vorteile, dafür aber etliche Nachteile liefert, den braucht tatsächlich am Ende so kein Mensch!

Eine Erkenntnis, welche auch ich ganz persönlich in diesen Wochen nun für mich gewonnen habe, obwohl ich die grundsätzliche Einführung, welche mir aus dem US-Sport seit Jahren schon aus anderen Sportarten gut vertraut ist, und welche sich dort auch bewährt hat, bisher immer befürwortet habe.

In dieser nun getesteten Form jedoch ist die Einführung im Spitzen-Fußball jedoch tatsächlich schlicht überflüssig, sogar kontraproduktiv, wie sich bei den diversen unnötigen Unterbrechungen des Spielflusses in Russland gezeigt hat.

Für eine so lange Diskussions- und Planungsphase im Vorfeld ein bitter enttäuschendes Ergebnis.

Sicherlich wird die Diskussion um die Einführung damit nicht beendet sein, sondern nun nur noch einmal ganz neu entflammen. So gesehen hat der Confed Cup zumindest etwas geliefert, was uns auch in ein paar Monaten noch beschäftigen wird.

Der eigentlichen Sache, den nachvollziehbaren Bestrebungen nach mehr Gerechtigkeit im Fußball, hat es allerdings bisher so überhaupt nicht gedient.Ganz im Gegenteil!

Und das ist sehr, sehr schade!

Dir gefällt vielleicht auch:

13 Kommentare

  1. #1 | Thomas Weigle sagt am 3. Juli 2017 um 12:24 Uhr

    Für ein abschließendes Urteil ist es m.E. zu früh. Was die Handhabung bspw. im US-Sport angeht, wäre es von Interesse, wie sich dort die Einführung gestaltet hat. ich gehe davon aus, dass es dort von Beginn an auch nicht nur Jubelstürme gegeben hat. E wird sich einspielen, so wie auch die Einführung des 4. Unparteiischen.

  2. #2 | Klaus Lohmann sagt am 3. Juli 2017 um 12:35 Uhr

    Gerade das gestrige Schiedsrichterversagen im ConfedCup-Finale, als der Chilene Jara Timo Werner per Ellbogen glatt fällte und selbst nach minutenlangem Bildergucken in der Videokabine plus gleichzeitigem Abspulen der x-ten Zeitlupe im TV der Schiri nur Gelb zeigte, ist an Absurdität in diesem Themenkomplex nicht zu überbieten. Es überwiegt allein der Eindruck, dass man von offizieller Seite bestimmte, objektive Entscheidungen gar nicht treffen *will*, um bloß das Spektakel als solches – in diesem Fall anscheinend die Chancen der Chilenen und deren absolut rockende Fans als Underdog-Gegner der übermächtigen toitschen Panzerknacker – mediengerecht zu transportieren.

    Fußball *ist* zu einem reinen Showevent mit vernachlässigbaren sportlichen Leistungen verkommen.

  3. #3 | Klaus Lohmann sagt am 3. Juli 2017 um 13:09 Uhr

    Soweit mir bekannt ist, will auch die amerikanische Soccer-Liga MLS den Videobeweis erst im Rahmen der FIFA-Evaluierungsphase testen. Warum läuft das bei den Amis nicht schon seit vielen Jahren, wenn die doch quasi die Erfinder sind??

  4. #4 | Thomas Weigle sagt am 3. Juli 2017 um 13:20 Uhr

    @ Klaus Lohmann Weil die FIFA für alle (Regel)Neuerungen zuständig ist. Da kann nicht jeder national machen, was er will.

  5. #5 | Tilleulenspiegel sagt am 3. Juli 2017 um 14:28 Uhr

    Im Hockey könnte m,W, jede Mannschaft einmal pro Spiel/pro Halbzeit einfordern. War die Kritik berechtigt, dürfte sie dieses ein weiteres Mal tun.

    Die Schiedsrichter , die es eigwntlich such zu unterstützen galt, scheinen die Leidtragenden zu sein. Bei hwder knifgligen Entdcheidung werden sie von Spielern und Trainern angegangen, doch bitre schön den Videobeweis anfordern, da man ( der Schiedsrichterstand) bekanntermaßen ohnehin blind und unfähig ist,wie bereits seit Jahrzehnten behauptet,

  6. #6 | Klaus Lohmann sagt am 3. Juli 2017 um 15:55 Uhr

    @#4 Thomas Weigle: Dann ist eine Vergleichbarkeit mit Videobeweis-Systemen in anderen US-Sportarten ziemlich schwierig herzustellen. Selbst ähnliche Mannschafts-Ballsportarten haben ihre historischen und technischen Eigenarten, die sie für einen Einsatz von Videosystemen stark unterscheiden. Und Fußball in den States besteht ja selbst auch schon aus wesentlich mehr Show als in Europa: http://www.sport1.de/internationaler-fussball/mls/2017/05/nach-hand-fauxpas-bastian-schweinsteiger-ueber-eigenheiten-der-mls
    Da sind die "Heulende Helene" und der Klatschorganist der Normalfall;-)

  7. #7 | Klaus Lohmann sagt am 3. Juli 2017 um 16:04 Uhr

    @#5: Im Hockey ist der kleine Spielball mitunter derart schnell, dass auch geübte Schiri-Augen nicht mehr mitkommen. Da ist ein Videobeweis (ob Jemand den Ball noch mit Schläger oder Körperteilen berührt hat) quasi schon Pflichtprogramm.

    Es wird wohl kein Weg dran vorbeiführen, zumindest in allen europäischen Ligen echte (also nicht nur Amateure mit ein wenig Taschengeld) Profi-Schiris auszubilden und einzusetzen – Regelkunde und Dauerlauf-Eignung als Zugangsvoraussetzungen reichen längst nicht mehr für die internationalen Profis.

  8. #8 | Walter Stach sagt am 3. Juli 2017 um 18:47 Uhr

    Robin,
    ich meine, die Testphase sollte fortgesetzt werden -sh. auch Thomas Weigle -1- im ersten Satz.

    Es gab für mich durchaus positive Erkenntnisse, aber unbestreitbar auch Einiges, was ganz und gar Anlaß bot, den Video-Beweis kritisch zu hinterfragen. Gilt Solches aber nicht in der ersten Phase eines Testes , z.B. bei der Erprobung neuer Formel 1 – Modelle oder….

    Zumindest nachdenkenswert erscheint mir der Hinweis von Till….-5- auf die Praxis im Feldhockey-Sport. Danach läge die Entscheidung für den Video-Beweis nicht beim Schiedsrichter (!!), sondern bei einer der beteiligten Mannschaften . Zudem würde erreicht werden könnten, wenn eine Mannschaft z. B. pro Halbzeit nur einmal den Beweis einfordern dürfte, das Zeitproblem wegen allzu häufiger Video-Beweise zu entschärfen und zudem die Entscheidung für den Video-Beweis nicht einer Person zu überlassen , sondern mehreren Akteuren.

    Klaus Lohmann -7-
    nachdem ich vor einigen Tagen -leider weiß ich nicht mehr wo-, lesen konnte, was die Schiedsrichter in der Bundesliga ( und abgestuft davon in der2. und 3. Liga pro Spiel "verdienen" – nebst einer Pauschaldotierung-, sollte deren Professionalisierung selbstverständlich sein. Die Höhe ihrer Bezüge erscheint mir durchaus schon professionell und nicht mehr amateurhaft. Dem sollte das Leistungsprofil angepaßt werden. Insofern gehen bereits jetzt die hergebrachten Beschwichtigungsversuche gegenüber den Fans, die auf den Schiedsrichter schimpfen ins Leere, die da lauten: "Seit froh, daß es noch Menschen gibt, die so nebenbei den Schiedsrichter machen".
    Allerdings, so meine momentane Meinung, könnte auch bezogen auf solche Profis -nicht nur nach dem gezahlten Entgelt, sondern auch aufgrund ihrer Qualitäten-, der Video-Beweis sinnvoll sein.

  9. #9 | Lukas N. sagt am 3. Juli 2017 um 20:20 Uhr

    @Robin
    In Sachen "Videobeweis" sind wir mal völlig unterschiedlicher Meinung. Ich bin absolut für den Videobeweis. Dessen Einführung auch im Profifußball war und ist überfällig und er wird für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die Abläufe beim Confed Cup kann man nicht zu 100 % als Maßstab nehmen und man muss das sehr differenziert sehen.

    Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind die technischen Voraussetzuungen ja heutzutage weit fortgeschritten. Jeder Zuschauer, der Fußball im TV schaut, bekommt jede strittige Szene in zig Einstellungen und Zeitlupen vorgeführt und sieht sofort, wenn der Schiedsrichter einen krassen Fehler macht. Mittlerweile können auch Zuschauer im Stadion auf ihr Smartphone schauen und sehen, falls der Schiedsrichter krass daneben liegt.
    Und da will man dann ausgerechnet dem, der die Entscheidung auf dem Platz zu treffen hat, diese technischen Hilfsmittel vorenthalten? Alle wissen sozusagen schnell über einen offensichtlichen und gravierenden Fehler Bescheid, nur der Schiri nicht? Das kann ja nicht sein.

    Der Videobeweis ist derzeit noch in der Einführungs- und Testphase, das heißt auch, man schaut, was schon gut läuft und was man verbessern muss. Dass es da noch Kinderkrankheiten gibt und nicht alles auf Anhieb perfekt läuft, ist normal.
    Alle Beteiligten müssen sich auch erst an diese Neuerung gewöhnen, die Schiedsrichter, die Trainer, die Spieler, die Zuschauer, die Journalisten usw.
    Was den Confed Cup angeht, kommen noch einige Besonderheiten hinzu. Die Schiedsrichterteams und die Videoschiedsrichter wurden zuvor offenbar nur recht kurze Zeit auf diese Neuerung vorbereitet und waren auch insgesamt nicht aufeinander eingespielt. Zudem hat man zu Beginn des Turnieres die Kommunikation in Sachen "Videobeweis" nicht optimal gestaltet, hat das aber im Laufe des Turnieres bereits verbessert.
    Bei einem solchen Turnier sind auch nicht ausschließlich die Topschiris im Einsatz, sondern weil es der Weltverband ist, auch Schiedsrichter, die ansonsten nicht auf höchstem Niveau pfeifen.
    Gerade zu Beginn des Turnieres gab es mehrfach die Korrektur falscher Entscheidungen der Schiedsrichter (Tor oder nicht Tor, Abseits oder nicht Abseits) oder die Bestätigung richtiger Entscheidungen, die jeweils spielentscheidenden Charakter hatten. Es waren praktisch alle wesentlichen Entscheidungen per Videobeweis, wenn es um die Korrektheit von Toren ging, richtig.
    Die Letztentscheidung hat aber immer der Schiedsrichter auf dem Platz und ausgerechnet im Finale wertete der Schiri eine eindeutige Tätlichkeit eines Chilenen nicht als platzverweiswürdig. Aber auch solche Vorkommnisse helfen dabei, die Anwendung des Videobeweises weiter zu verbessern.

    Eines ist doch völlig klar: 100 %ige Gerechtigkeit kann es auch mit Hilfe des Videobeweises nicht geben. Nicht alle Szenen sind am Bildschirm so auflösbar, dass man sie eindeutig bewerten kann. Dann gilt der Grundsatz, dass weiterhin die Wahrnehmung des Schiedsrichters auf dem Platz zählt. Auch bei der Anwendung des Videobeweises kann es in Einzelfällen mal Fehler geben.
    Aber gerade die offensichtlichen und krassen Fehler der Schiedsrichter können mit Hilfe des Videobeweises doch erheblich reduziert werden und das ist doch schon ein großer Fortschritt.

    Es geht um soviel im Profifußball, um Titel, Platzierungen, um Millionen, um Abstieg oder Klassenerhalt, um internationale Plätze oder Mitttelfeld. Und da hilft der Videobeweis, krasse und offensichtliche Fehler weitgehend zu vermeiden und sorgt so für mehr Gerechtigkeit als bisher.

    Wir wissen ja alle, dass in Deutschland vieles gründlicher gemacht und vorbereitet wird als in einigen anderen Teilen der Welt. Ab nächste Saison findet der Videobeweis ja auch in der Bundesliga Anwendung. Und unsere deutschen Teams trainiern dafür schon 1 Jahr lang. Die Videoassistenten in Deutschland werden anwendungssicherer und schneller sein als die Leute beim Confed Cup.
    In Köln wurde ein hochmodernes Studio für Video-Schiedsrichter gebaut und dort sitzen für jedes einzelne Bundesligspiel zugeteilte Leute, der Video-Assistent, ein Operater, der dafür sorgt, dass schnell die beste Perspektive einer Szene geliefert wird und ein erfahrener Supervisor.
    Auch die Frage der Kommunikation hat man besser vorbereitet als beim Confed Cup.

    Die Testphase im Hintergrund während der letzten Bundesligasaison hat ergeben, dass es 104 spielrelevante Fehlentscheidungen gegeben hat, von denen 77 durch den Videoassistenten hätten korrigiert werden können. Der Rest war nicht eindeutig bewertbar, da hätte dann die Wahrnehmung des Schiris auf dem Platz gegolten. Das ist doch eine tolle Quote.
    Also warten wir doch mal ab, wie es kommende Saison mit dem Videobeweis in der Bundesliga läuft. Ich bin davon überzeugt, dass sich der Videobeweis mit der Zeit bewährt, immer besser einspielt und dass er schon in wenigen Jahren als Selbstverständlichkeit und unverzichtbar angesehen wird. In der Praxis wird man die Anwendung auch immer weiter verbessern können.

    Wir waren uns ja einig @Robin, dass der Confed Cup überflüssig ist und abgeschafft werden sollte, weil die Spieler so zwischen einer EM und WM keine Sommerpause haben und das Turnier jetzt auch nicht so attraktiv ist. Der DFB tritt ja schon seit einiger Zeit für die Abschaffung ein und es scheint auch in der Fifa eine Mehrheit dafür zu geben.
    Ich hatte auch geschrieben, dass der DFB ja eigentlich alles richtig macht, wenn man die Stammspieler schont, ein Perspektivteam, eine bessere B-Mannschaft zum Confed Cup schickt und so weitere Spieler unter Wettkampfbedingungen testen und ihnen Erfahrungen verschaffen kann.
    Dabei hatte ich auch an das olympische Turnier erinnert, bei dem eine bunt zusammengewürfelte deutsche Mannschaft angetreten ist und die Fans in Deutschland begeistern konnte und die Silbermdeaille gewonnen hat.
    Ähnlich ist es jetzt auch wieder gelaufen. Kaum jemand hatte viel von dieser deutschen Mannschaft erwaret und die anderen sind jeweils in Bestbesetzung angetreten. Aber dann ist es ähnlich gelaufen wie bei Olympia, das Team ist schnell zusammengewachsen, alle waren motiviert und jeder wollte seine Chance nutzen, auf sich aufmerksam zu machen, seinen Marktwert steigern und evtl. sogar noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Man muss hier auch zugestehen, dass Löw einen wirklich guten Job machte und jetzt zur WM wirklich die Qual der Wahl hat.
    Unser B- und Perspektivteam hat doch tatsächlich den Confed Cup gewonnen und das erstmals in der Geschichte dieses Wettbewerbes. Deutschland hatte dort zuvor noch nie den Titel holen können.
    Unfassbare rund 15 Millionen Zuschauer haben das Finale in Deutschland vor dem TV verfolgt und ich war auch einer dieser Zuschauer, habe mir mit Interesse auch die vorherigen Spiele des deutschen Teams angeschaut. Wenn man merkt, die wollen alle was zeigen und hängen sich rein, können sogar gegen Top-Nationalteams in Bestbesetzung bestehen, macht das auch Spaß.

  10. #10 | Thomas Weigle sagt am 3. Juli 2017 um 20:49 Uhr

    Um @ Walter Stach zu ergänzen: Merks Markus hat fürs schiedsrichtern damals seinen Job als Zahnarzt aufgegeben, seine Praxis verkauft. Die Vertreter dieser Profession nagen für gewöhnlich nicht am Hungertuch.
    Ich gehe davon aus-wie gesagt- dass sich das Videobeweisen einspielen wird. Das Problem sehe ich dann eher dort, wo man nicht Videobeweisen kann, also in den unteren Klassen. Das wird das Schiedsrichtern nicht einfacher machen.
    Wie @ Lukas N bin auch ich von den beiden DFB-Mannschaften angetan und stelle fest, dass Löw einmal mehr unter den LETZTEN VIER war. Darunter macht er es offenbar nicht, egal, wen er mitnimmt und aufstellt. Der DFB sollte daher über einen langfristigen, sehr langfristigen Vertrag mit Löw ernsthaft nachdenken. Einen Vertrag, bei dem Löw nicht NEIN sagen kann.

  11. #11 | Robin Patzwaldt sagt am 4. Juli 2017 um 08:00 Uhr

    @Lukas: Ich bin grundsätzlich schon für den Videobeweis. Nur hat er sich in der nun getesteten Form eben so noch nicht bewährt. Schon eine sehr enttäuschende Premiere in Russland. Muss dringend überarbeitet werden. Für so viele Vorschusslorbeeren war das jedenfalls bitter enttäuschend…

  12. #12 | Lukas N. sagt am 4. Juli 2017 um 13:00 Uhr

    @Robin zu #11
    Es ist erfreulich, dass Du zumindest grundsätzlich für den Videobeweis bist. Dann stimmen wir zumindest insoweit überein.
    Oben schreibst Du allerdings "Der Videobeweis im Fußball ist vorerst durchgefallen" und "Ein Videobeweis, der kaum Vorteile, dafür aber etliche Nachteile liefert, den braucht tatsächlich am Ende so kein Mensch!"
    Wie unter #9 ausführlich erläutert, sehe ich das etwas anders, auch wenn man schon sagen muss, dass man den Einsatz und die Anwendung des Videobeweises beim Confed Cup hätte besser vorbereiten und planen müssen. Es hätte eine längere und gezieltere Schulung der Schiedsrichter und der Video-Schiri-Leute im Vorfeld geben und auch die Kommunikation der Anwendung und Entscheidung hätte man besser durchdenken müssen.

    Durchgefallen ist der Videobeweis aber deshalb nicht. Dessen Voreile waren klar erkennbar und es ist auch deutlich geworden, dass er gerade bei der Frage, ob ein Tor korrekt erzielt wurde oder nicht, gute Dienste tut. Da waren auch alle Entscheidungen richtig. Meiner Meinung nach hat der Videobeweis deutlich mehr Vorteile als Nachteile.
    Der Einsatz beim Confed Cup hat aber deutlich gemacht, dass alle Beteiligten besser vorbereitet werden müssen und dass alles noch besser kommuniziert werden muss. Insoweit war es ganz gut, dass da in der Anwendung einige Schwachpunkte erkennbar waren. Daraus wird man Lehren ziehen. Das Problem war nicht der Videobeweis an sich, sondern dessen Anwendung durch nicht ausreichend vorbereitete Beteiligte.

    Aus meiner Sicht positiv ist, dass die Schiedsrichter- und Videoassistenten-Teams in Deutschland bereits seit 1 Jahr trainieren und bestens vorbereitet in die kommende Bundesliga-Saison gehen, denn dann wird der Videobeweis ja bei jedem Spiel im Einsatz sein. Mit der Einrichtung einer Videozentrale in Köln hat man sich auch technisch und organisatorisch bestens vorbereitet.
    Endlich wird die nicht mehr tragbare Situation beseitigt, dass die Zuschauer vor dem TV und die Stadionbesucher über ihr Smartphone jederzeit sehen können, wenn der Schiri einen offnsichtlichen und krassen Fehler machte, aber man dem Schiri selbst diese technischne Hilfsmittel nicht zur Verfügung stellt. Ich bin der Überzeugung, dass sich der Videobeweis bewähren wird. Nach Ablauf der kommenden Bundesligasaison ist dazu bereits eine genaue Einschätzung und Beurteilung möglich.

  13. #13 | Robin Patzwaldt sagt am 4. Juli 2017 um 13:02 Uhr

    @Lukas: Eben, da steht 'vorerst' und 'so'. Also, sollte man bei den Offiziellen noch weiter überlegen. Bisher war das ja noch nicht wirklich überzeugend. Ich war schon arg enttäuscht von der Umsetzung in Russland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.