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Der Ruhrstadt-Pass ist da

Ruhrstadt? Vor ein paar Jahren war das einmal das Ziel  ernsthafter Initiativen. Heute sammeln sich unter dem Begriff fast nur noch Abzocker. Neuesten Beispiel: Der Ruhrstadt-Pass.

Den Begriff Ruhrstadt haben sich einmal Uwe Knüpfer (Damals Chefredakteur der WAZ), Oliver Wittke (Damals OB Gelsenkirchens) und Burkhard Drescher (Damals OB von Oberhausen) ausgedacht. Das Ziel der drei war die Überwindung der kleinstädtischen Grenzen, die das Ruhrgebiet schwächen. Aus der Idee ist, wie aus so vielen anderen Initiativen, nichts geworden.

Ruhrstadt – mit dem Namen schmücken sich heute gleich scheintote Initiativen und zunehmend windige Geschäftemacher, wie versuchen, aus dem Namen Kapital zu schlagen. Mit politischen Inhalten hat das alles nichts mehr zu tun. Neuestes Beispiel ist der Ruhrstadt-Pass: Fünf Euro kostet der, ein Teil des Geldes soll gespendet werden und Rabatte bekommt man auch noch. Herausgegeben wird der Pass von der Ruhrstadt-Pass UG – haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft. Eine Trash-Rechtsform.

Aus der Werbung:

Mit Ihrem Ruhrstadt-Pass identifizieren Sie sich mit dieser Region und dokumentieren Ihren Willen, die Ruhrstadt entstehen zu lassen. Zeigen Sie mit Ihrem Ruhrstadt-Pass, egal ob Ihren Freunden daheim, im Urlaub unterwegs oder Ihren Geschäftsfreunden in aller Welt, dass Sie Bürger der Metropole Ruhrstadt sind.

Mit dem Ruhrstadt-Pass zeigt der Inhaber meiner Meinung nach etwas anderes: Dass die Schulbehörde ihm sofort sämtliche Abschlusszeugnisse abnehmen sollte, weil er sogar für das Seepferdchen nicht genug Verstand mitbringt.

RuhrBarone-Logo

14 Kommentare zu “Der Ruhrstadt-Pass ist da

  • #1
    Jan

    Wichtige Bekanntmachung:

    Trotz RuhrStadt-Pass behalten aber die Reichspässe, Reichspersonalausweise und Führer-Scheine der Kommissarischen Reichsregierung ihr Ungültigkeit!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kommissarische_Reichsregierung#Aktivit.C3.A4ten

  • #2
    der, der auszog

    Sowas in der Art gab es im Ruhrgebiet – damals noch rheinisch-westfälisches Kohlenrevier – zum ersten Mal 1923, nannte sich nur nicht „RuhrStadt-Pass“, sondern „Personal Ausweis gültig nur für die Einreise in das besetzte Gebiet“

    Ein Foto des Ausweises findet sich auf der Seite des LWL zum Thema „Geschichte Westfalens in der Weimarer Republik“:
    http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/input_felder/anzeigen.php?verzeichnis=med&dateiname=med847.jpg&bild_id=847

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  • #4
    Franziska Kronemeyer

    Wenn man immer wieder nach Möglichkeiten sucht, Stinkbomben zu werfen, sollte man darauf achten, dass der Inhalt mehr bietet als schalen Aufguss von vorgestern.

    Hier berichtet Lothar Preuschkat über eine erfolgreiche Einreise mit Stempel am Flughafen Frankfurt im April 2010:
    https://www.xing.com/net/pri5a9a8fx/ruhrstadt/aktion-nr-3-www-gesichter-des-ruhrgebiets-de-wer-macht-mit-bisher-5-anmeldungen-449236/ruhrstadtpass-29646748/29646748/#29646748
    Die Vorbereitung für den Ruhrstadt-Pass stammt aus 2009 und früher, erste Öffentlichkeit gab es im Dezember 2009 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

    Wenn Sie richtig recherchiert und nicht nur gestänkert hätten, wüssten Sie, dass die lange Zeit des Anlaufs seit mindestens Anfang 2010 fast keinen Erfolg brachte. Bis heute gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die den Pass annehmen und vermutlich kaum mehr Menschen, die 5 Euro für 3 Jahre angelegt haben.

    Ernsthaft kann davon ausgegangen werden, dass durch solche journalistische Leistungen bestimmt kein Rad in Peking umfällt, nicht einmal in Waltrop.

    Und Sie machen mal wieder ein großes Fass auf, Herr Laurin.
    Peinliche Nummer!
    Glückwunsch!

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Kronemeyer: Das war nur ein kleiner Text über eine peinliche und dummer Abzockernummer.

  • #6
    Rambo

    Der Einwand von Frau Kronemeyer ist mir nicht klar. Natürlich hätte man darauf hinweisen können, dass dieses schwachsinnige Projekt schon länger existiert und der Initiator offensichtlich nicht der deutschen Rechtschreibung mächtig ist (s. Link von Fr. Kronemeyer). Um so schlimmer, dass es bei bereits längerer Erfolglosigkeit immer noch nicht ad acta gelegt wurde. Vielleicht hätte dieser Umstand im Text erwähnt werden können. Aber eine Stinkbombe hat das Projekt doch auf jeden Fall verdient. Ich jedenfalls hatte viel bösen Spaß durch den Hinweis von Herrn Laurin.

  • #7
    Franziska Kronemeyer

    @Stefan Laurin
    Es ist nicht einmal eine Mücke, die hier zum Elefanten gemacht wird.
    Wer den Pass erwirbt, für 5 Euro in 3 Jahren, hat sich hoffentlich vorher Gedanken darüber gemacht, ob die Vorteile die 5 Euro überwiegen.
    Immerhin gibt es (zugegeben vereinzelt) Unternehmen, die Rabatte und dergleichen anbieten.
    Mutmaßlich haben genau so vereinzelt Leute den Pass gekauft. Ich weiß nicht, wie das Ding aussieht, vermutlich ansatzweise wertig.
    Manch einer gibt 5 Euro auch für ein Souvenir mit Lachfaktor aus, meinen Sie nicht?
    Hier von Abzocke reden klingt nach Bildzeitungsgeschrei um nichts.
    Bei Abzocke wird Menschen geschadet.

    Herr Preukschat ist ein harmloser (und wirkungsloser) Überzeugungstäter.
    Ich bin ihm zwei- oder dreimal begegnet und denke, dass ich richtig urteile.

    Abzocke sieht anders aus, Herr Laurin.

    Ihre Häme und die Ihrer Jünger hier im Blog ist nur peinlich angesichts einer Meldung mit Aktualitätsfaktor 2009.

    Sie könnten auch mal zugeben, dass Sie Fehler machen, trotz des immer sicheren Beifalls durch Ihre Jünger.

    Und die UG Trash zu nennen beleidigt die kleinen Start-Ups, die nicht von Anfang an 25000 Euro Kapital aufbringen können, die eine GmbH erfordert.
    In Fachkreisen ist es die kleine GmbH, der Gesetzgeber fordert das zügige Hinarbeiten auf die Kapitalbasis des großen Vorbilds.
    Aber auch das entspricht Ihrem Stil und verprellt manchen Sympathisanten, denn die Ruhrbarone bringen immer wieder auch wertvolle Beiträge.

    Gruß aus der Ruhrstadt
    (was ist daran peinlich übrigens, vor einer kleinen Weile waren Sie selbst noch Fürsprecher, hat das etwas mit dem Fähnchen im Wind zu tun?)

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Kroenemeyer: Ich finde die Idee einer Ruhrstadt noch immer gut. Ich kann nur die Leute nicht ausstehen, die sich an die Sache dran gehängt haben, um daraus Profit zu ziehen. Das Thema ist allerdings durch. Es ist ja noch nicht einmal geklungen, die Zahl der Regierungsbezirke zu verringern – was ich immer für einen wichtigen Schritt hielt. Und Abzocke bleibt es auch, wenn sie nicht funktioniert. Dann ist es eben gescheiterte Abzocke.

  • #9
    Dennis H.

    Der Ruhrstadt-Pass ist ein Witz. Mehr nicht! Eine Ruhrstadt wird so nicht kommen. Das hat nichts mit Kirchturmdenken zu tun. Das hat etwas damit zu tun, das Schwerte, Unna, Wetter Westfalen ist.

  • #10
    Jan

    @9
    Rheinland und Westfalen sind auch nur die willkürlichen Provinzeinteilungen Preußens – und Preußen gibt es nicht mehr. Das Ruhrgebiet dagegen ist Realität.

    Allerdings stimme ich in einem Punkt mit Ihnen überein: die Grenzen des RVR sind komplett unbrauchbar für eine Ruhrstadt. Eine fusionierte Großstadt braucht keine endlosen Randbezirke, in denen eine Großstadtinfrastruktur (z.B. Nahverkehrsangebote) nicht finanzierbar ist. Bevor eine Ruhrstadt kommt, muss man sich Hamm, Hagen und rund der Hälfte der Kreisangehörigen trennen. Die Kreisgrenzen wurden nunmal nicht so gezogen, dass wirklich zwischen Randbezirken und Vororten des Ruhrgebiets und Kleinstädtchen (Alpen, Breckerfeld) im Nirgendwo unterschieden wurde – und genau das ist das größte Hindernis auf dem Weg zur Ruhrstadt!
    An diesen Grenzen halten nur drei Arten von Leuten fest: 1. Bürokraten, weil es immer schon war, 2. Verhinderer, denen das durchaus recht ist, 3. Menschen mit übersteigertem Ruhrpatriotismus, die auch die letzten Dörfer noch zusammenkehren müssen, nur um größer als Berlin zu sein. Letzte erkennt man übrigens gerne daran, dass sie die 4,9 Mio. RVR-Einwohner sehr gerne auf 6-7 Mio. oder noch mehr hochphantasieren …

    Und natürlich ist der Ruhrstadtpass ein Witz … das wäre er aber in der Ruhrstadt immer noch.

  • #11
    Lothar Preukschat

    da ich ja doch so erfreulich hier mehrfach erwähnt wurde, stelle ich mich doch gern den schreibern und biete an, meine harmlosigkeit, profitgier, harmlosigkeit, wirkungslosigkeit, verstandlosigkeit, abzocke, dummheit, einfallslosigkeit und weiteren netten attributen, persönlich bei einem gemeinsamen treffen weiter auszuloten. am 17. Juli wird ja der RuhrstadtTag in erinnerung des „stilleben“ der Ruhr2010 gefeiert. ein guter anlass also.

    weiter will ich auf die top informationen hier auch nicht eingehen. nur soviel: die zahlen sind vergänglich und die ruhrstadt lebt. allerdings mehr bei den machern als bei den schreibern…
    in dem sinne: glück auf 🙂

  • #12
    Jan

    @11
    Wo ist denn dann der „RuhrstadtTag“? Googelt man ihn, findet man nämlich nur einen toten Link auf einen ehemaligen Wikipedia-Eintrag des RuhrstadtPasses, eine Wikipedia-Löschdiskussion sowie „Richtiges Überwintern für Wasserzähler & Co.: Tipps des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern rund um Frostschutz“. Schreibt man beides auseinander, wird der Tag (= 24 Stunden) vom tag (engl. Schlagwort) suchwortüberlagert?

    Grundsätzlich wirft der Pass die Fragen auf: wird der noch vermarktet? wie viele sind im Umlauf? welcher Anteil der 5 Euro sind letztlich als Erlös vorgesehen (5,00 – 0,50 Spendenanteil – Kosten der Akquise von Rabattpartnern – Herstellungskosten – … = ?) …
    Welches Nutzenversprechen hatte der Pass ursprünglich, was ist davon umgesetzt worden?
    Ich sehe da drei Punkte:
    1. spenden (10% wirken etwas mickrig)
    2. sparen (die Rabattpartnerliste ist auch mickrig)
    3. Lokalpatriotismus zum anfassen, einstecken, vorzeigen, als Gag

    … und die Überbetonung von Punkt 3 stößt hier einigen auf. War diese Gewichtung so geplant? War sie eine Notlösung um die Anlaufphase zu finanzieren? Waren Sie da von der eigenen Begeisterung ein wenig überwältigt?

    Die vielfältigen Antwortmöglichkeiten auf diese Fragen erklären sicherlich auch die Vielfalt der Mutmaßungen und Unterstellungen, die hier enstanden sind. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch gegenüber jenen, die nicht unbedingt bei einem Offline-Treffen dabei sein können, einfach mal ihre Sicht schildern und Licht ins Dunkel bringen können.

  • #13
    Lothar Preukschat

    ich beantworte gern offline und direkt alle Fragen. die Tel. Nr. findet man ja leicht bei interesse..:-)
    un wat man bei google nich finden tut, gibbet dat auch nich??? :-))

    einfach mal schaun bei Verein pro Ruhrgebiet, Bürgerlcihe Initiative Ruhrstadt, Ruhrstädter, Stadt Dortmund etc.

    wat machs du denn so fürdet ruhrgebiet, wennes deine heimat is?? 🙂
    in dem Sinne
    Glück Auf oder so wat..:-)

  • #14

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