
Das Magazin Katapult ist bekannt geworden für seine Grafiken, auf denen es zum Teil komplizierte Sachverhalte einfach und oft mit Humor darstellt. Das Konzept war so erfolgreich, dass es häufig kopiert wurde und es den Kartenmachern gelang, ein beeindruckendes Medienhaus aufzubauen.
Aber immer wieder veröffentlicht Katapult auch Grafiken, die grober Unsinn sind: Den Erfolg der AfD im Ruhrgebiet setzte das Magazin zum Beispiel in Bezug zur Tiefe der Kohlevorkommen: Wo die Schächte tief lagen, wird heute AfD
gewählt. Das stimmt zwar, hat aber nichts mit Geologie, sondern mit Wirtschaft, Bildung und Armutszuwanderung zu tun. Nicht jede Korrelation ist eine Kausalität.

Gestern beschäftigte sich Katapult auf Instagram mit dem Iran. Nein, nicht mit den Morden an der Opposition, dem Antisemitismus der Mullahs oder der Unterstützung von auch in Deutschland operierenden Terrorgruppen, sondern mit der korrekten Sprache, die man auch im Fall des Irans beachten sollte: Es kritisierte die Verwendung des Begriffs „Mullah-Regime“ und empfahl stattdessen, von der „iranischen Diktatur“ zu sprechen. „Mullah-Regime“ sei emotional, setze den Fokus auf Religion und unterstelle, dass dort religiöse Fanatiker regieren würden. Die analytische Präzision des Begriffs sei zudem gering. Bild, Welt und Spiegel würden häufig vom „Mullah-Regime“ schreiben, ARD, Zeit und Deutschlandfunk hingegen nicht.

Mal abgesehen davon, dass sich auf Anhieb auf der Internetseite der Zeit 830-mal der Begriff „Mullah-Regime“ finden lässt, ist die Kritik auch inhaltlich Unsinn und ein Beispiel dafür, wie Wokeness das Gehirn vernebelt: An der Spitze des Irans steht der Oberste Führer, zurzeit Ali Chamenei, ein Geistlicher, also ein Mullah.

Es gibt eine Expertenversammlung, die aus 86 Geistlichen besteht, und den zwölfköpfigen Wächterrat, der zur Hälfte aus Theologen besteht. Die Religion ist die Ideologie des Mullah-Regimes, die Geistlichen besetzen die Schlüsselstellen der Macht. Sicher, es gibt auch andere Machtzentren, aber am Ende bestimmen religiöse Fanatiker.
Das nicht zu benennen, ist nicht nur faktisch falsch, es trägt auch dazu bei, die Bedeutung der Religion, des Glaubens an das Märtyrertum, herunterzuspielen, ohne die man das Regime nicht verstehen kann.
Wichtig ist auch zu betonen, dass so Katapult von der Grausamkeit des Mullahregimes ablenkt und sodass Regime als Opfer inszeniert. Ich bin froh, dass wir da als Piratenpartei zum Thema seit vielen Jahren eine klare Position haben und das verbrecherische Mullahregime klar als Mullahregime bezeichnen.