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Domenico Tedesco hat abgewirtschaftet – Schalke muss jetzt handeln!

Stimmung auf Schalke. Foto: Franz-Christian Müller

Es war wahrlich nicht das Wochenende für die beiden großen Fußballklubs aus dem Revier. Während sich Borussia Dortmund am Freitag durch ein 1:2 (0:1) in Augsburg kurzzeitig zum Gespött der Fußballnation machte, setzte der FC Schalke 04 am heutigen Samstag noch einen drauf.

Gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf verloren die Gelsenkirchener in der heimischen Arena sang und klanglos mit 0:4 (0:1)! Und das, nachdem das Spiel im Vorfeld als wegweisend tituliert wurde. Kaum zu glauben!

Schon in der Vorwoche war die Leistung der Königsblauen in Mainz katastrophal. Der Revierklub unterlag dort nach schwacher Leistung mit 0:3. Nach dem Spiel geriet der enttäuschende Auftritt durch den verkündeten Rücktritt von Manager Christian Heidel zum Saisonende medial allerdings in den Hintergrund.

Auf der Pressekonferenz vor dem Düsseldorf-Spiel gab sich Trainer Domenico Tedesco, der in der Person von Heidel seinen wohl größten Fürsprecher im Verein einbüßte, kämpferisch. Er wolle der ‚Motor‘ auf Schalke sein, sich dieser schwierigen Situation gerne und mit ‚Stolz‘ stellen, betonte Tedesco, gab sich unverdrossen und motiviert.

Seit wenigen Minuten steht fest: Tedesco ist mit seinen Ambitionen auf ganzer Linie gescheitert!

Der junge Trainer hat das ihm anvertraute Team offenkundig verloren. Seit Wochen schon spielen die Knappen weit unter ihren Möglichkeiten, rangieren aktuell zwar noch sieben Zähler vor dem Relegationsplatz,. Dazu sind die Leistungen, gemessen an den Ansprüchen des Klubs, viel zu häufig schlicht unterirdisch schlecht.

Höhnische ‚Oh wie ist das schön‘-Gesänge in einem Heimspiel gegen einen Aufsteiger, das waren am heutigen Tage der vorläufige Endpunkt eines schleichendes Niedergangs, der sich jetzt schon über Monate hinzieht.

Aus dem stolzen Vizemeister des Vorjahres ist eine Mannschaft geworden, die jegliche Hierarchie und Struktur vermissen lässt. Dazu fehlt es an Leidenschaft und Einsatzwillen. Schalke muss jetzt kurzfristig handeln, wenn der Niedergang gestoppt werden soll, bevor die Mannschaft am Ende wirklich noch weiter in Richtung Tabellenende rutscht. Ein neuer Impuls muss her. Im Regelfall ist das der richtige Zeitpunkt für einen Trainerwechsel!

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17 Kommentare zu “Domenico Tedesco hat abgewirtschaftet – Schalke muss jetzt handeln!

  • #1
    Robert Müser

    Genau,
    Trainer raus hilft immer (wenn man daran glaubt)

    Vermutlich gibt es dann zwei Siege und die Anhänger träumen wieder von höchsten Tabellenplätzen …

    Ein Trainerwechsel wird das Grundproblem dieses Vereins mit seinen Strukturen nicht lösen und mal so nebenbei:

    Die Trainer sind da auch gefeuert worden, wenn die Managementebene es so wollte, der Tabellenplatz war da vollkommen egal.

    Vermutlich würde ein-zwei Jahre Kururlaub in der 2. Liga einen Veränderungsprozeß auslösen, was ich nicht aber nicht glaube.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Ein Trainerwechsel kann natürlich so kurzfristig keinen Effekt auf die Kaderstruktur etc. haben. Aber den einen oder anderen Sieg braucht es schon noch vor der Sommerpause. Und Tedesco flüchtet sich bereits seit Wochen in Worthülsen. Der ist am Ende.

  • #3
    Robert Müser

    Für mein Empfinden wird es sehr kurzfristig einen neuen Übungsleiter geben, nach der üblichen Choreografie wird es eine bedeutungsschwere Pressekonferenz geben und der nächste Todesmutige wird sich da versuchen.

    Mit dem noch aktuellen Trainer hat sich die Vereinsführung schlicht und ergreifend verzockt, in der dort üblichen Selbstüberschätzung wollte man sich eines zweiten Nagelsmann bedienen. Experiment gescheitert, wobei die aktuelle Kaderzusammenstellung auch nicht so recht gezündet hat …
    Der Manager als schützender Mentor ist zurückgetreten, also laufen die üblichen Rituale an …

    Vielleicht war der aktuelle Trainer noch nicht reif und erfahren genug für diesen Schleudersitz …

  • #4
    thomas weigle

    Die einen kriegen Haue in Auaburg, die anderen debakeln gegen Düsseldorf. Auch der spätabendliche Blick zu BMG schafft keine Karnevalsstimmung. Aschermittwoch schon am Fastnachtssamstag in Westfalen.

  • #5
    walter stach

    Thomas Weigle,
    Glückwunsch zum 3 : 2 .

    BVB hier und S04 dort; ja, für beide Vereine war es ein "schlimmes" Wochenende.
    Ich bin jedoch weiterhin mit "meinem BVB" zufrieden, denn das von mir erwünschte Saisonziel -erneute -Champlig-Quailifikation- dürfte immer noch "relativ sicher" erreicht werden -und das dann mit großem Vorsprung vor S04 und -wahrscheinlich?- auch einige Plätze vor "Deiner" Eintracht. "Alles ist gut"!!!

    In Augsburg hat sich wieder einmal gezeigt, daß hochtalentierte Spieler, speziell die in der Abwehr (Hakimi /Zagadu), noch sehr viel Erfahrung sammeln müssen, um als hochklassig eingestuft werden zu können; denn Letzteres sind derzeit noch nicht. Wenn der BVB also mit der jungen Truppe weiterhin nicht nur teils hervorragende spielerische Leistungen abliefert, sondern letztendlich wiederum die Champ-lig erreicht, bin ich rundherum zufrieden, denn gelegentliche Fehlleistungen -wie gestern – durch 2o Jährige bzw. noch Jüngere sind normal-.

    Und S04?
    Kein Kommentar meinerseits. Die S04 Fans haben mit sich selbst genug zu tun. "Wir" BVBer sollten uns dazu "unsere Sprüche/Ratschläge/Kommentare" sparen.

    BMG…Westfalen….?
    Nee, nee, Niederrhein!!!

  • #6
    thomas weigle

    @Walter Stach
    Danke, ja, die SGE schafft z.Zt. viel Freude. Noch keine Niederlage in der Rückrunde, unglaublich. Wer hätte gedacht, dass Fortuna vs SGE nächstig sowas wie ein Schlagerspiel ist. Was mich heute am meisten beeindruckt hat, war, dass die Spieler beim späten Ausgleichstreffer von Haller kaum Zeit für Torjubel vergeudet haben, sondern eindeutig noch gewinnen wollten.
    Meine Bemerkung zu BMG war nicht geographisch gemeint, sondern bezog sich nur auf Ergebnis, dass ja gewiss so eindeutig nicht zu erwarten war, v.a. nicht in DO, denk ich mal. Das 5:1 war ja noch gnädig. Wenn die etwas weniger schlampig mit ihren Chancen umgegangen wären, dann wär der BVB schon in der Rolle als erster Bayernverfolger. Beängstigend!!
    Ich hatte zwar die jetzige Entwicklung befürchtet, aber gewünscht was ganz anderes.

  • #7
    Klaus Lohmann

    Ehrlich gesagt hätte es mich sehr gewundert, wenn sich unsere nicht nur marginal, sondern *im Kern* komplett erneuerte Truppe (und ich zähle auch Marco Reus nach all seinen Pannenjahren als *neuen* Faktor dazu) bis zum Saisonende mit 7-9 Zählern Vorsprung "durchgemeistert" hätte. Dazu gibt es einfach noch zu viele offene Baustellen im individuellen Bereich junger, unerfahrener Spieler (vor allem fehlende Konstanz) und im Bereich Mannschaftsleistung unter starkem Pressing des Gegners.

    Ich war gegen Augsburg fast genauso sauer und enttäuscht wie die Schalke-Fans gestern, allerdings gab es bei uns wenigstens kurzzeitig ein Aufbäumen gegen die Niederlage – und ein Kompliment an die "Puppenkiste" für taktisch perfekte Leistung und den Einsatzwillen.

    Und da schließt sich der Kreis zu den Blauen, denn die müssen ja noch gegen den gesamten Tabellenkeller spielen – und aus keinem dieser "Absteigerspiele" (höchstens gegen Hannover) ist imho mit der Leistung von gestern und der kompletten Ratlosigkeit von Tedesco mit Punkten zu rechnen.

    Ein neuer Trainer wäre nur eine kurzfristige Lösung, denn ohne eine grundsätzliche Neuausrichtung im Management – man überlege nur mal, wieviele Trainer- und Sportdirektor-Verpflichtungen nach der Assauer/Stevens-Ära vom Laberkaiser Tönnies & Co.immer wieder in die Tonne getreten wurden – ist da nix mehr zu retten.

  • #8
    walter stach

    Klaus Lohmann,
    einverstanden.
    Positiv stimmt mich, als BVBer, daß "wir" spielerisch in Augsburg durchaus "gut drauf waren" und genügend sehr gute Chancen hatten, Tore zu schießen.
    Unser Problem……sh. die Unerfahrenheit der jungen Leute…….. Und diesbezüglich kann ich nichts kritisieren.
    Ich meine, daß der BVB auch langfristig den jetzt eingeschlagenen Weg weitergehen muß – hochtalentierte junge Spieler verpflichten -aus Frankreich, aus England, aus…., versuchen, mit denen jedes Jahr einen Champ.lig-Platz wollen und davon ausgehen müssen, daß nach wenigen Jahren – 3 ?- die dann nicht mehr nur hochtalentierten, sondern erwiesenermaßen überdurchschnittlich qualifizierten Spieler wechseln lassen müssen -nach England, Frankreich, Spanien -; und das für "sehr viel Geld ". Ein Geschäftsmodell? Ja, zumindest eines, das m.E. Erfolg verspricht -nicht garantiert- (finanziell und sportlich),

  • #9
    Robert Müser

    @ Walter Stach

    Interessante Aussage, deren Grundtenor ich hier im Reviersport gelesen habe:

    https://www.reviersport.de/artikel/s04-boss-toennies-vertragt-entscheidung-wegen-tedesco/
    (Kommentar von Julius Oppermann)

    Dort wird darauf hingewiesen, dass die Kader der aktuellen Mannschaften immer mehr mit Fußballern aus aller Herren Länder zusammengestellt werden. Diese Spieler betrachten sich als Dienstleister, die bei Bedarf wg. besserer finanzieller Bedingungen zu einem anderen Verein wechseln. Eine richtige Bindung an den jeweiligen Verein entsteht so nicht mehr.

    Von diversen fußballbegeisterten Mitmenschen habe ich auch schon gehört, dass diese sich teilweise nicht mehr die Namen des aktuellen Kaders zusammenbekommen. Teilweise muss man auch den Eindruck haben, dass manche Vereine inzwischen austauschbar sind. Auch hat es für mich den Eindruck, dass das ganze Fußballgeschäft immer mehr in Richtung Entertaiment läuft, während manche Fans noch Dingen hinterhertrauern, die längst dem Gelddruckmaschine zum Opfer gefallen sind.

  • #10
    walter stach

    Robert Müser,
    ja, ich gehe davon aus, daß die allermeisten Fußball-Fans -auch die des BVB, zu denen ich gehöre, so denken und so empfinden, wenn es um den Profifußball in Deutschland und weltweit geht.
    Im Vergleich z.B. mit ManCity ist der BVB nur ein kleines Unternehmen im weltweiten Milliarden-Geschäft "Fußball".
    Ich versuche, während eines Spieles, z.B. eines des BVB, möglichst als das auszublenden, was mit den Ursachen und den Folgen dieses weltweiten Geschäftsbetriebes zu tun hat. Das gilt u.a. für die Höhe der "Spielergehälter", für deren primär von der Höhe der Vergütung bestimmten Engagements für einen Verein, aber eben auch für die Einschätzung der Wettbewerbsbedingungen in diesem Geschäft für die "deutschen" Clubs, u..a. für den BVB .
    Nur so bzw. immer dann bin ich während eines Spieles in der Lage, mich als Fan des Fußballsportes und konkret als Fan des BVB auf den Fußball zu konzentrieren und mich über das Spiel zu freuen oder zu ärgern.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#9 Robert Müser: Das mit dem Namenmerken ist bei den Blauen aber auch ’ne Pest dieses Jahr – kaum hatte man sich einen gemerkt, war der schon wieder weg oder man musste einen anderen aus dem Gedächtnis streichen, weil entweder Heidel oder Tedesco mit ihm nicht klar kam.

    Ganz so extrem ist es bei den Schwatzgelben ja nicht, aber insgesamt wird das immer schneller und bunter gedrehte Marketing-Rad der Vereine bezüglich Neueinkäufe (Reklame-Dates, Sponsoring-Event in der nächsten Mall, TV-Termine bei dutzenden Sendern und natürlich zuallererst die Omnipräsenz im Netz) dafür sorgen, dass die Fans mit neuen Namen zugeschüttet werden, von denen dann nach ersten schlechten Leistungen die wenigsten wirklich für weitere Empfehlungen relevant sind. Früher gab’s meist nur die Jungspunde, die man sowieso schon aus den Jugendteams oder 2. Mannschaften kannte.

  • #12
    walter stach

    Schalke muß jetzt handeln…..
    Ja, das ist wohl so. Das gilt jedoch nicht nur für den Trainer.
    Mir scheint, daß der demonstrative Akt zweier S04 Fans gegenüber dem Spieler Stambouli, ihm im Stadion nach dem Spiel gegen Düsseldorf öffentlich die Kapitänsbinde wegzunehmen, den Verein -Vorstand, Aufsichtsrat- nicht nur nachdenklich stimmen, sondern auch zum Handeln gegenüber diesen Fans veranlassen sollte. Für mich war das ein menschenverachtender Akt öffentlicher Demütigung!

    Gehören solche und ähnliche Aktionen zum Fußball, zum Fan-Verhalten dazu und übertreibe ich mit meiner "Wertung"? Das mag "man" so sehen.

    Zumindest für S04 ist diese Aktion in einer ohnehin außerordentlichen schwierigen sportlichen Lage allerdings eine weitere prekäre, die u.a. dem jetzt mehr denn je gebotenen Miteinander von Mannschaft und Fans nicht dienlich sein kann.

    Aber,
    -sh . einleitend-
    mich bewegt ehe die Frage, ob die beiden Fans vor ihrer Aktion zumindest darüber nachgedacht haben , daß sie mit ihrer Aktion den Menschen Stambouli demütigen würden und ob sie trotzdem oder gerade deshalb.…. oder ob sie zumindest im nachhinein bedacht haben könnten, was sie mit ihrer Aktion dem Menschen Stambouli angetan haben.
    .
    Mir scheint allerdings, daß diese Thematik/Problematik die sog. Fußball-Fan-Szene im Revier in Gänze und die von S04 im besonderen nicht sonderlich interessiert, und wenn, dann nicht aufgrund möglicher Bedenken wegen der Demütigung des Menschen Stambouli, sondern nur mit Blick auf denkbare negative Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen des Spielers Stambouli und damit auf die gesamte Mannschaft. Und das wäre für S04 ganz, ganz schlecht im "Abstiegskampf".

    "Eigentlich" wollte ich als BVBer gar nichts zu S04 und zur derzeitigen sportlichen Lage sagen -sh.-4-absdhließend. Da aber die Causa Stambouli in den hiesigen Medien gar nicht oder nur am Rande und dann stets "herunterspielend" angesprochen wurde, habe ich sie hier aufgegriffen und "kommentiert."

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  • #15
    thomas weigle

    Eurolooser, wo man hinguckt. Von FFM aus gesehen natürlich. Unglaublich. Und jetzt Lissabon!! Forza SGE.

  • #16
    walter stach

    Thomas Weigle,
    zu S04 fallt mir nichts mehr ein; jedenfalls nichts Neues und schon gar nicht irgend etwas, das daraufhin deuten könnte, S04 würde relativ problemos dem Abstieg entgehen.

    Ansonsten:
    Als Fußball-Fan hatte ich -jenseits meines BVB-Daseins- in dieser Woche zweimal Grund zur Freude:

    Über das 3:1 von Liverpool in München und über das 1:0 "Deiner" Eintracht in Mailand -Glückwunsch- und weiter so.

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