8

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!

Schalkes Coach Tedesco (rechts). Foto: Robin Patzwaldt

War das jetzt ein nennenswerter Fortschritt, oder geht der Abwärtstrend beim FC Schalke 04 weiter? Am Freitagabend unterlagen die Gelsenkirchener beim SV Werder Bremen mit 2:4 (1:1), kassierten damit die bereits 14 Saisonniederlage. Zur Erinnerung: In der Vorsaison waren es insgesamt nur sieben. Punktet der VfB Stuttgart heute in Dortmund, schrumpft der Vorsprung der Knappen auf den Relegationsplatz unter vier Punkte.

In der Vorwoche habe ich hier im Blog geschrieben, dass die Zeit von Trainer Domenico Tedesco in Gelsenkirchen in Kürze beendet werden sollte/wird. Die kämpferisch phasenweise überzeugende Leistung in Bremen dürfte, auch wenn heute beteuert wird, dass er auch nächste Woche gegen Manchester City auf der Bank der Königsblauen sitzen wird, an der Richtigkeit dieser Einschätzung nichts grundsätzliches geändert haben.

Aber mal ganz ehrlich, wer würde schon wenige Tage vor einer einkalkulierten Pleite in der Königsklasse den Trainer austauschen? Eben, niemand. Der Nachfolger könnte schon nach eine möglicherweise heftigen Pleite in England einiges von seinem erhofften Zauber verloren haben.

Was ziehen wir jetzt also für ein Fazit aus der gestrigen Schalker Pleite in Bremen? Ermutigend war zu sehen, dass die Mannschaft sich, nachdem Tedesco einige Kader-Umbesetzungen vorgenommen hatte, diesmal mehr Engagement und Leidenschaft gezeigt hat als zuletzt in Mainz oder daheim gegen Düsseldorf. Wäre die erste Halbzeit mit einem Bremer Abseitstor nicht so unglücklich verlaufen, Schalke hätte zur Pause gerechter Weise mit 2:0 oder 3:0 führen können oder müssen. Die Leistung war in den ersten 45 Minuten durchaus beeindruckend.

Die zweite Hälfte war dann, auch wenn der Elfmeter für Bremen ebenfalls zumindest umstritten war, ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Nach der Pause plötzlich deutlich schwächer aufspielende Königsblaue hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie bis zur 80. Minute schon höher als mit 1:3 zurückgelegen hätten.

Dass der Endspurt nach dem Anschlusstreffer durch Embolo zum 2:3 in der 85. nicht noch mit dem Ausgleich belohnt wurde, mag aus Schalker Sicht zwar bitter gewesen sein, unverdient war die letztendliche 2:4- Pleite an der Weser im Rückblick allerdings nicht.

Eine gute erste Halbzeit recht in der Bundesliga halt selten zum Sieg. Und den hätte es gestern schon gebraucht, wenn das Spiel wirklich Hoffnung auf eine dauerhafte Trendwende hätte geben sollen.

So bleibt allen Schalkern die magere Aussicht auf ein sportliches Wunder in der Champions League. Sollte das ausbleiben, dürfte der Übungsleiter Tedesco wohl endgültig königsblaue Geschichte sein.

RuhrBarone-Logo

8 Kommentare zu “Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!

  • #1
    walter stach

    Robin,
    Als BVBer habe ich nie etwas dagegen, wenn sich S04 in der Liga "deutlich" hinter uns platziert.
    Allerdings würde ich es sehr (!!) bedauern, wenn S04 absteigen würde. Also wünschen ich So4 den sicheren Klassenerhalt!!!!

    Wie S04 das schaffen könnte -das schaffen wird?-, weiß ich nicht. Auf Schalke gibt es genügend Fach-und Sachkundige, die am besten um die Schwächen der Mannschaft -des Trainers?- wissen, aber auch um die Stärken, die es zu nutzen gilt, um das denkbar Schlimmste zu verhindern.

  • #2
    Robert Müser

    Also ….

    Da es mit der eigenen Meisterschaft seit Jahren nichts wird, ein Abschied in die 2. Liga aber auch nicht unbedingt ein Ziel wäre, so wäre für die nächsten Jahre ein dauerhafter Abschluß der jeweiligen Saison in der Bundesliga auf dem 16. Platz ein gute Vereinsinhalt.

    Da ist viel Anspannung und am Ende viel Glücksmoment nach erfolgreicher Relegation für die dauergeplagten Anhänger dabei und am Ende bleibt man stets in der Bundesliga und träumt dann kurzfristig vom Meinstersieg, bis es wieder nach unten geht.

    So ganz nebenbei kann man dann beim Kampf um den Klassenerhalt nach altbewährter Weise eine größere Menge Trainer verschleißen …

    Der aktuelle Trainer kann bei zu großem Erfolg immer noch freigestellt werden.

    😉

  • Pingback: Joachim Löw beweist erneut, dass eigentlich er im vergangenen Sommer hätte gehen müssen! | Ruhrbarone

  • #4
    Peter

    "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!"

    Diese Schlagzeile hätte ich eher bei einem Thema zu den unwürdigen Renten in Deutschland erwartet. Aber wie gewöhnlich zeigen die Barone ein Herz für Fußballmillionäre.

  • #5
  • #6
    Thomas Weigle

    Tja Robin, da hoffe ich mal, dass Du diesen Hinweis der Sprachpolizei ernst nimmst, denn sonst klingelt es eines Frühmorgens bei Dir an der Wohnungstür. Und es wird nicht der Milchmann sein. Dann geht`s für lange, sehr lange Zeit ins Sprachumerziehungslager. Entlassung erst,wenn die gender-political correctness Bibel auswendig gelernt ist, die hat viele Seiten.
    Was ganz anderes noch. Wir haben uns vor längerer Zeit doch hier um die eher nicht vorhandene Begeisterungsfähigkeit der Bayernfans unterhalten. Ich habe jetzt was gefunden, was Deine, @Klaus Lohmanns und @Walter Stachs Einschätzung bestätigt, da war ich doch erstaunt. Herbst 73, vor ausverkauften Haus in München trennen sich im Spitzenspiel Bayern und die SGE 2.2. Udo Lattek danach angefressen. "Dafür, dass wir ein Auswärtsspiel hatten, bin ich mit dem Punkt zufrieden." Es waren wohl an die 5000 SGE:Fans im Stadion, die die Lärmhoheit ausübten.

  • #7
  • #8
    thomas weigle

    @ Robin Da gibt der Wursthersteller die beleidigte Leberwurst. Schöner Clip.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.