Dortmund: Das 0:0-Unentschieden gegen den FC Bayern ist für den BVB keine Enttäuschung!

Roman Bürki war heute der große Rückhalt der Dortmunder. Foto: Robin Patzwaldt
Roman Bürki war heute der große Rückhalt der Dortmunder. Foto: Robin Patzwaldt

Schon erstaunlich, wie schnell ein guter Auftritt gegen den FC Bayern München, und ein wahrlich respektables 0:0, in vielen Medien offenbar in eine Enttäuschung für den BVB umgedeutet werden sollen.

Das ist natürlich Quatsch, denn bei realistischer Betrachtung ist ein Sieg der Tuchel-Elf gegen die Münchener, die die Liga noch immer souverän mit fünf Punkten anführen, heute zwar bestimmt nicht gänzlich unmöglich, aber doch nicht sehr realistisch gewesen. Auch bei den gängigen Wettanbietern waren die Süddeutschen der klare Favorit, was die Quoten betrifft.

Und für ein Team, welches erst in den Letzten Monaten, nach einer völlig enttäuschenden letzten Saison wieder so richtig in die Erfolgsspur zurückgefunden hat, ist der derzeitige zweite Tabellenplatz für die Schwarzgelben, welcher aktuell mir großem Vorsprung verteidigt wird, doch noch immer das gefühlte das Maximum, welches man sich vor der Saison überhaupt als Ziel vorgenommen hätte.

So gesehen ist es aus BVB-Sicht vielleicht schade, dass der Rekordmeister heute im Heimspiel nicht bezwungen werden konnte, aber sicherlich kein Grund um in Dortmund und Umgebung nun darüber irgendwie ernsthaft enttäuscht zu sein.

Dass die Dortmunder den Bayern heute über weite Phasen der Begegnung vollumfänglich Paroli bieten konnten, gerade auch in der ersten Hälfte der Begegnung am Samstagabend auch hätten in Führung gehen können, dass macht doch weiteren Mut für die nahe Zukunft, bestätigt die tolle Entwicklung unter Trainer Thomas Tuchel seit dem Sommer.

Niemand hat bis zum Mittwoch das Wort Meisterschaft überhaupt auch nur ernsthaft in den Mund genommen. Zu groß war die Dominanz der Münchener über die komplette Spielzeit.

Kein Grund also um jetzt aus dieser tollen Leistung, dem erfolgreichen Wiederstand gegen den Druck dieser vermeintlich besten Mannschaft Europas, eine gefühlte Niederlage zu machen, nur weil die Bayern am Mittwoch gegen den FSV Mainz 05 eine unglückliche Niederlage kassiert hatten, und damit das Gerede von der Meisterschaftschance für den BVB erst so richtig aus dem nichts wieder neu entfacht hatte.

Diese übertriebene Erwartungshaltung ist seit Abend heute ohnehin auch wieder so rasch verschwunden wie sie seit Wochenmitte aufgekommen war. Und das ist dann auch gar nicht so schlecht, wie ich finde.

Die Saison der Borussen bietet auch so ausreichend Grund zur Freude und auch für ‚Stolz‘ auf die positive Entwicklung. Auch ohne eine Meisterschaft am Ende.

Und wer weiß, noch sind es ja auch neun Runden zu gehen. Und man hat ja schon die sprichwörtlichen Pferde… Na ja, Ihr wisst schon…. 😉

Dir gefällt vielleicht auch:

10 Kommentare

  1. #1 | Klaus Lohmann sagt am 6. März 2016 um 00:49 Uhr

    Vollkommen d'accord, Robin.

    Was mich aber am meisten überraschte, ist unser schnelles Umschalt- und Angriffsspiel, welches unter Klopp zur Reife entwickelt, dann allgemein für "outdated" gehalten und von immer mehr Teams – einschließlich der Münchener – kopiert und variiert wurde, aber gestern abend dann doch fast komplett den Dortmundern vorbehalten war, um die Bauern immer wieder ins richtige Schwitzen zu bringen.

    Es ist also kein unumstößliches Gesetz, dass solche "modischen" Spielanlagen nur bis zur nächsten Saison überleben, weil sie dann jeder Verein kopiert hat. Mit Tuchels Feingefühl für die richtigen Stellschrauben wird da so langsam eine Philosophie draus, die längerfristiger wirkt.

  2. #2 | kE sagt am 6. März 2016 um 09:27 Uhr

    Die Mannschaft hat viele Stars, die Titel gewinnen wollen. Spieler, die Dortmund verlassen, wollen woanders Titel holen. So heißt es immer wieder.

    Nur wer Titel haben will, muss in den "Endspielen" und bei den "Big Points" wie gestern punkten.
    Die Chance war da. Bayern hat viele verletzte Spieler. Leider konnten die "Big Points" nicht gemacht werden. Chancen waren da. Aber auf beiden Seiten.

    Auf die Dauer wird ein toller 2. Platz bzw. eine Finalteilnahme ohne Pokal nicht reichen.

    Bayern spielt eigentlich schon seit der 2. Hälfte der letzten BvB Meistersaison überragend. Borussia jetzt seit der letzten Rückserie. Es wird sich zeigen, wie die Entwicklung weitergeht.

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 6. März 2016 um 09:40 Uhr

    @ke: "Nur wer Titel haben will, muss in den "Endspielen" und bei den "Big Points" wie gestern punkten."

    Ja, klar. Aber immer mit der Ruhe. Bis Mittwoch waren alle über Platz 2 noch mehr als glücklich. Die Mannschaft hat sich zuletzt doch wirklich wieder toll entwickelt. Titel können so auch schon in Kürze folgen. Man muss es ja nicht übers Knie brechen. Vor allem eben auch in Sachen Erwartungshaltung. Ich hatte mir schon vor dem gestrigen Spiel gewünscht, dass man in diesem Kick möglichst mit den Bayern wieder mithalten können sollte. Das hat im Großen und Ganzen dann ja auch gut geklappt. Man kann in Dortmund durchaus sehr zufrieden sein mit dem aktuellen Stand der Dinge. Und es gibt rund um den BVB so immer noch Steigerungspotential und definitiv auch Grund zum Träumen. 😉

  4. #4 | Was für eine Woche! - Fußball zwischen Titeln, Toren, Regeländerungen und Ermittlungen | Ruhrbarone sagt am 6. März 2016 um 11:02 Uhr

    […] innerhalb von wenigen Tagen, natürlich mit dem von vielen herbeigesehnten Highlight Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München. Da fällt es schwer das Thema bzw. die Themen der Fußballwoche hier auch nur […]

  5. #5 | kE sagt am 6. März 2016 um 12:33 Uhr

    Platz 2 mit viel Abstand zum 3. Platz. OK, das ist gut.

    Nur gestern war Heimspiel. Der BvB war lange in der Liga und in der Heimat ungeschlagen. Warum also nicht alles riskieren, wenn man gewinnen muss, um mehr zu erreichen? Die Chancen waren da.

    Jetzt haben wir ein Unentschieden, das nicht hilft. Wenn Chancen da sind, muss man die Gelegenheit ergreifen. Es ist fraglich, ob sich wieder eine solche Chance in der nächsten Zeit bietet.

    Dauer-Vize / -Finalist ist …

  6. #6 | Robin Patzwaldt sagt am 6. März 2016 um 12:39 Uhr

    @ke: Auch bei einem Sieg hätte der BVB noch 2 Punkte (plus Tordifferenz) hinter den Bayern gelegen. Also faktisch 3 Punkte. Auch die hätte man in den verbleibenden neun Spielen noch aufholen müssen. Wird der BVB alle neun Spiele gewinnen? Eher nicht. Also wäre auch dann der titel eher unwahrscheinlich gewesen. Nun hat man das Spiel nicht verloren. Ich finde, dass das etwas wert ist für die Stabilisierung des Vereins. Aber klar, über einen Sieg hätte auch ich mich mächtig gefreut. Aber auch mit dem 0:0 kann ich gut leben. Vor dem Spiel hatte ich in meiner Tipprunde übrigens ein 1:1 hinterlegt. Und dabei musste ich schon all meinen Optimismus zusammennehmen, da ich grundsätzlich immer etwas skeptisch bin vor den BVB-Spielen. 😉 😀

  7. #7 | Klaus Lohmann sagt am 6. März 2016 um 12:54 Uhr

    Watzke, Zorc und Tuchel haben ihre "Big Points" für den BvB in dieser Saison mit dem DFP-Pokal und der EuroLeague verwoben und ich finde es sehr gut, dass man sich nicht durch einen weiter eher unrealistischen Meisterschafts-"Run" aus dem Konzert bringen lässt. Tottenham wird der wirkliche Prüfstein werden, die Bayern schlagen wir dann im Pokalfinale;-)

    Nach einigen Jahren der deutlich sichtbaren Unterlegenheit gegenüber den Bayern hat Tuchel das Team wieder in einen *Konkurrenten* auf Augenhöhe verwandelt, der aber noch nicht sooo gefestigt ist, um bayern-like alles abräumen zu wollen und zu können. Ich hab übrigens das 0:0 getippt, weil mir bei diesen – außer der Bayern-Innenverteidigung ja recht kompletten – Aufstellungen eine reine Taktikschlacht schon vor Augen war.

  8. #8 | leoluca sagt am 7. März 2016 um 14:14 Uhr

    Mein Glückwunsch für dieses großartige Spiel.

    Schwatzgelb hat mit der 5er-Reihe hinten und seinem schellen Umschalten äußerst klug gespielt. Man hätte das Ding natürlich auch gewinnen können. In der Nachspielzeit köpft Santos – frei vor Neuers Tor – daneben. Das wärs gewesen.

    Ich bin beeindruckt, was Thomas Tuchel in dieser kurzen Zeit nicht nur aus der Dortmunder Mannschaft, sondern auch aus einzelnen Spielern gemacht hat. Gerade die beiden Jungen, Weigl und Durm, waren unglaublich stark und abgekocht.

    Ich halte es nicht für abwegig, in der nächsten Saison mal wieder an die Meisterschaft zu denken. Vorausgesetzt, man übersteht im Sommer die Zasteroffensive von der Insel einigermaßen unfallfrei.

  9. #9 | Walter Stach sagt am 7. März 2016 um 14:54 Uhr

    leoluca
    nicht "Santos", sondern "Ramos".
    Du warst wohl noch in Gedanken bei Deinen Schalkern.
    Ja, Ramos hatte die riesigen Chance. Und das war ja auch der Grund, warum Guardiola sich den ansonsten sehr gut spielenden Kimmich "zur Brust genommen hat".

    Zu Tuchel:
    Ich gebe zu, daß ich seine Verpflichtung als BVB-Trainer nicht euphorisch aufgenommen habe, sondern mit einem gewissen Unbehagen, ohne Letztere hinreichend begründen zu können. Jetzt beweist er regelmäßig seine Qualitäten, die ich mittlerweile als außergewöhnlich einstufe; auch im Vergleich mit anderen Trainern von internationalem Rang.
    Gegen den FCB waren Aufstellung und Taktik "meisterlich".

    Aber…
    als BVBer bleibe ich dabei, daß der BVB -zumindest vorläufig- nicht ein echter Dauerkonkurrent des FCB im Kampf um die deutsche Meisterschaft sein wird. Ja, wir können sie in einem Spiel besiegen, vielleicht ja im Pokalendspiel, aber ihnen nicht als Dauerkurrent die Meisterschaft streitig machen.
    Auch -und vor allem- in der von Dir sog. Zasteroffensive von der Insel hat der FCB bessere Karten als der BVB ,einer solchen Offensive erfolgreich Widerstand leisten zu können.

    All das ändert nichts daran, daß wir BVBer rundherum zufrieden sind und es auf absehbare Sicht auch werden bleiben können. Und das verdient Dank an den Vorstand, an den Trainer, an die Mannschaft durch uns Fans.

  10. #10 | leoluca sagt am 7. März 2016 um 15:11 Uhr

    @Walter Stach.
    Stimmt. Im Unterschied zu Ramos war der perfekte Kopfball von Di Santo gegen Köln ja auch drin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung