Ein Gedicht für Wislawa Szymborska

Wisława Szymborska Foto: Mariusz Kubik, http://www.mariuszkubik.pl Lizenz: GNU ab 1.2

“Szymborska, a heavy smoker, died in her sleep of lung cancer Wednesday evening at her home in the southern city of Krakow, her personal secretary Michal Rusinek said.”
Auch mit diesem lakonischen Satz beginnt der Artikel der New York Times zum Tode der polnischen Literatur-Nobelpreisträgerin.

Für sein Kulturhauptstadt-Projekt „Europe … a poem“ hatte im Ruhrgebiet zuletzt Roy Kift aus Castrop-Rauxel Wislawa Szymborska gebeten, ein Original-Gedicht beizusteuern, was Szymborska mit dem Gedicht „Manche mögen Poesie“ auch tat.

Alle Texte dieses Projektes sind 2010 im Klartext-Verlag (Essen) erschienen:
Roy Kift (Hrsg.), Europe… a poem
Ein deutsch/englischer Katalog und Quellensammlung
A German/English catalogue and sourcebook

Bleibt mir noch, Wislawa Szymborska mit ein paar eigenen Zeilen nachzurufen:


so viele sterben

in den zeitungen
lese ich nachruf um nachruf
unter einem berg
aus papier
verschwinde spurlos
auch ich

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11 Kommentare

  1. #1 | rob sagt am 3. Februar 2012 um 12:09 Uhr

    Den Hinweis auf ihre Rauchgewohnheit und Lungenkrebs konnte sich die NYT bei einer 88-jährigen wohl nicht verkneifen…

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 3. Februar 2012 um 12:11 Uhr

    @rob: Sie wurde fast 90.

  3. #3 | Gerd Herholz sagt am 3. Februar 2012 um 13:08 Uhr

    Diesmal wollte ich mit dem NYC-Hinweis mal die Raucher bei den Schlotbaronen ärgern – und nicht die Nichtraucher. 😉

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 3. Februar 2012 um 13:22 Uhr

    @Gerd: Die Dame wurden fast 90. Mein joggender, fast-vegetarischer, nichtrauchender, gertenschlanker Stiefvater keine 70. Ärgern?

  5. #5 | Nansy sagt am 3. Februar 2012 um 13:41 Uhr

    Es geht in die Hose, wenn man jemanden Ärgern will mit einer Beweisführung, bei der man Korrelation mit Kausalität verwechselt 😉

  6. #6 | Gerd Herholz sagt am 3. Februar 2012 um 13:46 Uhr

    #4,5: Shit!

  7. #7 | Helmut Junge sagt am 3. Februar 2012 um 15:00 Uhr

    Stefan (4),
    Rauchen scheint mir, so wie du das jetzt bringst, so was wie Homöopathie zu sein. Ist doch alles drin, und das auch in jeder beliebigen Potenz. sogar Hochpotenzen sind dabei. Die halten besonders jung.
    Tsss, wo du doch sonst so gegen so etwas okkultes (okkult=geheim) bist.

  8. #8 | Thomas Wessel sagt am 3. Februar 2012 um 15:27 Uhr

    Die Kosmopolen, Künstlerinitiative im Ruhrgebiet, nehmen am Donnerstag mit einer öffentlichen Lesung (zweisprachig) Abschied von Wislawa Szymborska. 9. Februar | 20 Uhr | Christuskirche Bochum.

  9. #9 | Gerd Herholz sagt am 3. Februar 2012 um 23:52 Uhr

    # Lieber Thomas Wessel,
    vielleicht komme ich da hin – als poesieliebendes Heidenkind, 😉

  10. #10 | Thomas Wessel sagt am 4. Februar 2012 um 00:59 Uhr

    # 9 Gerne! Hier ist es jederzeit so, dass man als Heidenmensch rein kommen und dann als eben dieser wieder raus kommen kann.

    (Vielleicht haben es die Christenmenschen hier manchmal wirklich schwerer. Und vielleicht liegt das, das gebe ich zu, an der Poesie und dem Vermögen, sie unbefleckt zu empfangen.)

  11. #11 | Gerd Herholz sagt am 4. Februar 2012 um 19:12 Uhr

    # 10: Das gilt nur Erwachsene, lieber Herr Wessel, ihr Satz:
    „Hier ist es jederzeit so, dass man als Heidenmensch rein kommen und dann als eben dieser wieder raus kommen kann.“

    Für Säuglinge gilt das leider nicht: Die werden als Heidenkinder von ihren Eltern im Schlaf in Kirchen getragen, hilf – und wehrlos, dann zwangsgetauft und – hokuspokusfidibus: kommen sie als Christen wieder raus!
    Ich bring einfach keinen Säugling mit, dann geht’s.
    Mit kann ja nix passieren.

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