#EM2016: Durchhalten! – Die Hoffnung auf unterhaltsamen Fußball stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Wer kriegt diesmal den Pokal? Quelle: Wikipedia, Foto: Football.ua, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Wer kriegt diesmal den Pokal? Quelle: Wikipedia, Foto: Football.ua, Lizenz: CC BY-SA 3.0

So, da haben wir Fußballfreunde nun also endgültig den ‚Salat‘! Nach einer ziemlich öden Gruppenphase richteten sich die Hoffnungen der positiv denkenden Zeitgenossen unter uns zuletzt ja voller Hoffnung auf den Beginn der KO-Spiele.  Ab dem Achtelfinale sollte die Zeit der überwiegend taktisch geprägten, ereignisarmen Spiele, in denen beide Mannschaften in erster Linie nicht verlieren wollen um sich Punkte für den Einzug in die direkten Duelle der letzten 16 zu sichern, bei dieser EM dann ja eigentlich endgültig vorbei sein.

Der gestrige Tag, bei dem bereits drei dieser brisanten Duelle anstanden, belehrte uns dann jedoch eines Besseren. Dieses öde Gekicke geht offenbar einfach so weiter. Plötzlich heißt es als Erklärung dafür jedoch, es hätte sportlich einfach zu viel auf dem Spiel gestanden um hier nun ein wirklich attraktives Fußballspiel zuzulassen. Böse Falle!

Dabei waren die Ansetzungen des Spielplans für den gestrigen Samstag doch auf dem Papier  durchaus attraktiv. Sowohl im Duell der der Polen gegen die Schweizer, im direkten Aufeinandertreffen der beiden Underdogs von der Insel aus Wales und Nordirland, als auch besonders bei der Partie Portugal gegen den Geheimfavoriten Kroatien, hätte man sich doch durchaus reizvolle Begegnungen ausmalen können. Wer das tat, der erlebte jedoch rückblickend einen mehr als ernüchternden Tag.

Polen gegen die Schweiz war da vielleicht am Ende sogar noch das attraktivste Match. Dass die Entscheidung hier letztendlich erst im Elfmeterschießen fiel, das war dann sogar wohl noch das heimliche Tageshighlight gestern.

Wales gegen Nordirland hatte, wenn man ehrlich ist, wohl höchstens Zweitliganiveau. Dass die Entscheidung durch ein Eigentor fiel sagt dazu eigentlich schon Alles.

Und auch Kroatien gegen Portugal entpuppte sich am späten Abend als ein Spiel nahezu ohne Torgelegenheiten. Fast zumindest. Unterhaltungsfaktor Null! Erst wenige Minuten vor dem Ende der Verlängerung fiel dann auch hier tatsächlich noch der entscheidende Treffer zu Gunsten der ansonsten völlig enttäuschenden Portugiesen. Für ein Spiel zweier selbsternannter Titelanwärter eine bittere Enttäuschung.

Insgesamt kein Tag für Fußballästeten also, der sich so nahtlos in das bisher schon arg enttäuschende Turnier einreihte.

Warum nur versprüht diese Europameisterschaft bisher so wenig Glanz, so wenig Spielfreude? Wirklich überzeugende Erklärungen fallen schwer. Die Voraussetzungen sind doch eigentlich gut.

Passend dazu zündet auch die Stimmung bei den Fans in der Heimat bisher nicht wirklich. Liegt es an der Erweiterung von 16 auf 24 Teilnehmer, welche bisher immer ins Feld geführt wurde um das Verhaltene Spiel der Teams zu erklären? Inzwischen dürfte diese Erklärung ja so eigentlich nicht mehr ausreichen. Die zähe Gruppenphase liegt nach rund zwei Wochen ja bereits hinter uns.

Warum also springt der Funke der Begeisterung bisher weder auf dem Platz noch bei den Fußballfans so richtig über?

Die EM 2016 läuft aktuell ernsthaft Gefahr als ein echter  Langweiler in die Fußballgeschichte einzugehen, selbst als willkommene Überbrückung der Sommerpause bis hin zum Beginn der neuen Fußball-Bundesliga-Saison nicht mehr zu taugen.

Auch heute sind wieder drei Achtelfinalspiele angesetzt. Darunter der Auftritt der DFB-Auswahl gegen die Slowakei. Ob wir dann endlich mal wirklich begeisternderen Fußball zu sehen bekommen? Ich würde nach den Erfahrungen der letzten zwei Wochen nicht darauf wetten. Anschauen werde ich mir die Spiele aber natürlich auch weiterhin. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Jetzt braucht man auf dem Weg zum EM-Titel allerdings besonders viel Durchhaltevermögen. Auch auf der Seite der Fans…

Dir gefällt vielleicht auch ...

8 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 26. Juni 2016 um 11:19 Uhr

    Robin,
    ich habe mir gestern alle drei Spiele angesehen.
    Die erste Begegnung Schweiz-Polen fand ich interessant, spannend und auch spielerisch "nicht schlecht".
    Die zweiter Begegnung (Wales -Nordirland) war so wie ich es erwartet hatte -bestenfalls unteres Bundesliganiveau-. Enttäuscht sein konnte ich aufgrund meiner Erwartung also nicht.

    Und dann gab es für mich die große Enttäuschung über das Spiel Kroatien- Portugal.
    Ich habe vielleicht auch zu viel erwarten. Kroatien war für mich nach den Leistungen in der Vorrunde ein Titel-Favorit. Und nun…….?Portugal ist weiter, obwohl Portugal für mich eine der großen Enttäuschung der Vorrunde war.

    Hoffentlich werden die Spiele heute -Deutschland-Slwokei eingeschlosssen- zumindest dem Niveau Polen-Schweiz gerecht werden.
    Die Hoffnung auf große, unvergessliche Spiele der EM 2o16 muß noch nicht begraben werden.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Juni 2016 um 11:24 Uhr

    Wenn meine Erwartungen an diese EM im Vorfeld auch schon nicht besonders hoch waren, Walter, so wurden sie bisher trotzdem doch fast durchgängig enttäuscht. Ich muss aktuell wirklich schon arg kämpfen um mir die Spiele alle anzuschauen. Und das will bei Fußball auf Profiniveau eigentlich schon etwas heißen… Wenn tatsächlich noch eine Niveausteigerung im Laufe des Turniers erfolgen soll, dann bitte rasch…

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Juni 2016 um 11:51 Uhr

    @Walter: Eines meinerseits noch ganz am Rande unter uns BVB-Anhängern dazu angemerkt: Wenn Thomas Tuchel den 'Kuba' nicht ernsthaft wieder als eine zusätzliche Option in Dortmund für die nächste Saison in Betracht zieht, dann verstehe ich die Schwarzgelbe-Welt nicht mehr. Kuba hat bei dieser EM für Polen ja nachdrücklich wieder positiv auf sich aufmerksam gemacht…

  4. #4 | Walter Stach sagt am 26. Juni 2016 um 11:51 Uhr

    Robin,
    drei Spiele pro Tag waren mir bisher zuviel. Gestern habe mir 'mal alle drei gegönnt. Und dann das! Und heute? Das Spiel der DFB-Auswahl? Ja. Und eines von den beiden anderen. Welches, weiß ich noch nicht.
    Vielleicht werden wir ja morgen registrieren dürften, großartigen Fußball gesehen zu haben.

  5. #5 | Walter Stach sagt am 26. Juni 2016 um 11:59 Uhr

    Robin,
    zu Deiner Bemerkung in Sachen Blaczszykoswki:
    Ich habe mich sehr gefreut, daß "Kuba" so großartig spielt und entscheidend daran beteiligt war, daß Polen das Viertelfinale erreicht hat. Er war und er ist nicht nur ein "Klasse Fußballer", sondern er war und er ist für mich auch immer eine wertgeschätzte, sympathische Persönlichkeit.

    "Kuba" hat Tuchel und die übrigen BVB-Verantwortlichen, da stimme ich Dir vorbehaltlos zu ,mit seiner Leistung meines Erachtens gezwungen, nicht über das OB, sondern über das WIE seiner zukünftigen Aufgabe im Kader des BVB gründlich nachzudenken.

  6. #6 | Klaus Lohmann sagt am 26. Juni 2016 um 12:48 Uhr

    @#3 Robin: Kuba wird richtig schwierig für Tuchel. Bislang gibt es ja von TT weder positive noch negative Einschätzungen über dessen weitere Verwendung, wobei natürlich nach dieser Leistung bei der EM eine rein finanzielle Spekulation auf einen Verkauf auf die Insel eine Option wäre. Allerdings steht für Kuba zu befürchten, dass er einem gewissen "Verjüngungswahn" zum Opfer fällt und nur als "Opa Kuba" für die vielen neuen jungen Zugänge eine Rolle spielt – und man beim BvB keinen "neuen" Dede haben möchte.

    Dagegen sprechen natürlich die aktuellen Gerüchte über Schürrle und/oder Bellarabi als Neuzugänge, womit Tuchel zumindest mit Schürrle dann doch wieder alte Seilschaften bevorzugen würde.

  7. #7 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Juni 2016 um 12:54 Uhr

    @Klaus: Also, gerade Schürrle in Dortmund mag ich mir aktuell noch nicht so recht vorzustellen. Kuba und Neven evtl. weg, dafür dann einen Andre Schürrle? Schwer gewöhnungsbedürftig…..

  8. #8 | #EM2016: Und plötzlich läuft das Turnier – Besonders Deutschland, Island und Italien sei Dank! | Ruhrbarone sagt am 28. Juni 2016 um 13:36 Uhr

    […] muss man offenbar nur mal kräftig meckern, und schon wird man auch erhört. Nein, mal ganz im Ernst, dass es bei der […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.