Gedanken zur Burka-Debatte

niqab
Nijabträgerinnen: Foto: PaoloNapolitano Lizenz: CC BY-SA 3.0


Wir hätten mehr Gelassenheit und Sachlichkeit in der Debatte, wenn sich die Muslime und deren Unterstützer, die die Verhüllung der Frau als individuelle Freiheit so vehement verteidigen, ebenso mit der gleichen Vehemenz in islamischen Ländern und Communities die Freiheit, sich nicht verhüllen zu müssen, verteidigen würden. Unser Gastautor Ali Ertan Toprak ist Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde in Deutschland.

Die Freiheit allein nur in der Verhüllung der Frau zu sehen, aber die ganze Dimension der Unterdrückung der Frau durch den Islamismus auszublenden ist verlogen.
Einerseits mit der geringen Zahl der Burka-Trägerinnen hier zu argumentieren, aber die massenhafte Verschleierung der Frauenunterdrückung durch den Islamismus zu ignorieren, ist nicht minder absurd.
Wer ständig darauf hinweist, dass man doch die Entscheidungsfreiheit der Frau zu respektieren habe, der muss auch zu Kenntnis nehmen, dass die Zahl der Frauen, die diese Entscheidungsfreiheit nicht haben, in muslimischen Ländern und Communities noch viel größer ist, obwohl die Vollverschleierung nicht mal im Islam ein religiöses Gebot darstellt.
Also verteidigen diejenigen, die das Recht auf Burka verteidigen, eigentlich eine Uniform, einen Kampfanzug der Islamisten.
Wenn Gläubige Muslime ständig sagen, dass der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun habe, müssten sie doch auch sagen können, dass die Burka nichts mit dem Islam zu tun hat.
Warum versucht man dann nicht, diejenigen als islamfeindlich zu bekämpfen, die „nicht“ Islamische Regeln weltweit mit Gewalt als islamisch durchzusetzen versuchen und damit mehr dem Bild des Islam weltweit schaden als alle Islamkritiker je in der Lage dazu wären, anstatt diejenigen als islamfeindlich mundtot zu machen, die für eine aufgeklärte Religion eintreten?
Mich ärgert es, dass viele gläubigen Muslime nicht ihren wahren Feind bekämpfen, den Islamismus!
Wenn sie es wirklich so sehen, müssten sie diesen Kampf um die Deutungshoheit über ihre Religion endlich aufnehmen.
Deutschland ist ein Ort der Freiheit.
Ansonsten würden die meisten Muslime nicht nach Deutschland kommen.
Die beste Garantie für eine funktionierende multireligiöse pluralistische Gesellschaft ist die Säkularität.
Ich werde mich weiterhin tagtäglich dafür einsetzen, dass Deutschland ein Ort der Freiheit bleibt…
Wir müssen debattieren, was uns beschäftigt..
Wer Debatten unterdrückt macht die Radikalen und Populisten stark.

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5 Kommentare

  1. #1 | Wolfram Obermanns sagt am 27. August 2016 um 16:19 Uhr

    Danke für die Argumentationshilfe:

    Islamismus hat nichts mit Islam zu tun. OK, kann man so sagen.
    Die Burka wird von Islamisten gefordert. Tatsache.
    Also sollten Muslime zumindest nicht für die Burka einstehen.

  2. #2 | Nansy sagt am 28. August 2016 um 10:08 Uhr

    Zitat: "Wir hätten mehr Gelassenheit und Sachlichkeit in der Debatte, wenn sich die Muslime und deren Unterstützer, die die Verhüllung der Frau als individuelle Freiheit so vehement verteidigen, ebenso mit der gleichen Vehemenz in islamischen Ländern und Communities die Freiheit, sich nicht verhüllen zu müssen, verteidigen würden."

    Die Frage stellt sich, wen der Autor als "Unterstützer" bezeichnet? Vielleicht wäre eine etwas weniger schwammige Formulierung hilfreich für die Diskussion.
    Ich sehe mich, wenn ich für individuelle Freiheiten eintrete, nicht als Unterstützer irgendeiner Religion oder Kleiderordnung. Und wenn man hier als Bürger für individuelle Freiheiten im Land eintreten will, hat man damit schon genug zu tun. Einen Rechtfertigungsdruck, warum man das nicht auch mit Vehemenz in islamischen Ländern tut, sehe ich hier nicht.
    Die Heilung der ganzen Welt muss warten – ich bin froh, wenn in diesem Land die Freiheit gewahrt bleibt…..

  3. #3 | Achim sagt am 28. August 2016 um 13:01 Uhr

    Die Burka ist nicht nur ein Stück Stoof, sondern auch auch eine Uniform.
    Irgendwann nach der Demütigung der islamischen Welt durch den Einfall
    von General Napoleon im neutralen islamisch-osmanischen Ägypten entstand nicht nur der islamioschen Fundamentalismus als modernistische Gegenbewegung zum
    ganz offensichtlich deutlich überlegenen Westen.
    Die Islamisten begannen irgendwann auch mit der (gewaltsamen) Durchsetzung von "Kleiderordnungen" zur Symbolisierung ihrer Macht.
    Der Anfang machte wohl die Einführung und Durchsetzung des Palästinenserfeudels im britisch besetzten Palästina. Vorher war der Palästinenserfeudel einfach ein in einem kleinen ausländische Gebiet erfundenes praktisches Kleidungsstück.
    Die Burka war früher einfach ein im traditionellen Afghanistan übliches Kleidungsstück.
    Mit dem Islam hatte es noch nichts zu tun.
    Noch zu meiner Schulzeit war Afghanistan ein liberales Land. Ein paar Abiturgenerationen vor mir. (Abitur 1978) war es nicht ungewöhnlich, das Abiturienten nach dem Abitur mit einem VW-Bus über Österreich, Jugoslawien(schade gibt es nicht mehr), Bulgarien, Türkei und Iran nach Afghanistan reisten. Der VW-Bus wurde dann dort verkauft und die Rückreise erfolgte mit dem Flugzeug.
    Afghanistan war ein liberales Land. Es gab dort keine Wehrpflicht und keine Einfuhrzölle. Die Umgebung von Kabul war ein Weinbaugebniet und dort wurden nicht nur Weintrauben, sondern auch Weinproduziert.
    Der afganische König reiste zusammen mit seiner Frau nach Deutschland, und sie trug kein Kopftuch. Die afghanische Frau trug "zur Verteidigung der Familienehre" gerne eine Waffe unter der Burka.
    Doch dann kam der Krieg und gestörte Männer aus dem Ausland führten dort Krieg und brachten islamisierte afghanische Traditionen in ihre Heimatländer zurück.

    Jetzt verbreitet sich die Burka nicht der Welt und symbolisiert die islamistischen Gegenaufklärung.

    Ich vergleiche "islamistische und islamische" Kleidung von der Burka bis zum Kopftuch und von den wallenden Nachthemden bis zum Palästinenserfeudel mal mit den Naziklamotten der Marke "Thor Steinar".

    Ihere Benutzung in Deutschland ist nicht strafbar, trotzdem…

    Es sind angesagte Klamotten der rechten Szene.

    Eine Landtagsfraktion der NPD marschiert schon mal in Thor Steinar Kluft in den Landtag ein. Das wurde natürlich verstanden.

    Viele Fussballstadien dürfen mit Thor Steinar Klamotten nicht betreten werden.

    Inzwischen gibt es eine breite Debatte über die Zuässigkeit islamistischer Uniformierung.

    Das Markenlogo im Runendesign beruft sich auf das vorchristliche "nordische" Heidentum.
    Der Nationalsozialismus war keine christliche Bewegung. Dies basierte bereits auf der unbestreibaren Tatsache, der jüdischen Herkunft des Christentums.
    Im christlichen Alten Testament wird eine jüdische Welt positiv beschrieben.
    Im christlichen Neuen Testament wird Jesus Christus eindeutig als Jude bechrieben.
    Deswegen imagenierten die Nazis eine mystische vorchristliche heile heidnische nordische-germanische Welt.
    Die Überlieferung ist natürlich ausgesprochen dünn.
    Islamischen Fundamentalisten auf der Suche nach einer idealen Welt zur Zeiten des "Propheten" Mohammed mag es ähnlich gehen.

    Bis jetzt fügen sich die meisten Muslime dem Führungsanspruch der Islamisten.

    Dies wird sich nicht ändern solange Mekka und Medina vom saudischen Königshaus verwaltet werden und Saudis und all die "frommen" Stiftungen fleissig Geld unter Muslimen verteilen.

    Aber irgendwann ändern sich die Zeiten.
    Irgendwann ist das saaudische Öl alle.

    Dank Vielehen und "hochpotenter" Prinzen vermehren sich die Prinzen wie Kanninchen, und alle wollen ihren königlichen Anteil.

    Irgendwann ist das ganze Ölgeld verfressen, versoffen, verhurt und verzockt.
    Traditionelle westliche Mathebücher informieren gerne über die Auswirkungen von Exponennmtialfunktionen.

    Inzwischen kann bereits ein einziges Ereignis wie 9/11 zu einer drastischen Machtverschiebung führen.
    Der schrecklich verhaltensgestörte Baulöwe Donald Trump könnte seine einzige Gegenkandidatin Hillary Clinton bei den Wahlen besiegen.

    Und dann….

    Von muslimischer Seite gibt es da keine Absetzbewegungen.
    Die Unterstützer der Islamistenverbände werden irgendwann zahlen wie die
    wesrlichen Unterstützer Stalins.

    Selbst mit wirklich unschuldigen Opfern muss gerechnet werden.

    Zweifeöhafte Ideen wie die Abschaffung dea Doppelpasses zur Bekämpfung der "Erdogan-Türken". sind da nur die Spitze des Eisberges.

    Achim

    Achim

  4. #5 | Arnold Voss sagt am 19. Oktober 2016 um 17:45 Uhr

    Man kann an das Thema auch lockerer herangehen. Schon mal was vom Burka Boogie Woogie gehört?

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