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Greulich „überrascht“: Ach, eine Frage noch, Herr Stadtdirektor!

Duisburgs Stadtdirektor Dr. Peter Greulich hatte sich in einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beschwert, im Zusammenhang mit der Gedenkfeier zum ersten Jahrestag der Loveparade-Tragödie seien seine Mitarbeiter wie bei der Loveparade unter Druck von oben gesetzt worden wären. Dies interessiert die Duisburger Staatsanwaltschaft jetzt genauer und hat deshalb Greulich als Zeugen vorgeladen. Die Vernehmung findet am kommenden Donnerstag bei der Kölner Polizei statt.

Dr. Peter Greulich - Bild: Stadt Duisburg

Duisburgs Stadtdirektor Dr. Peter Greulich – vor einer Woche hatten wir hier darüber berichtet – hatte sich in einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beschwert, im Zusammenhang mit der Gedenkfeier zum ersten Jahrestag der Loveparade-Tragödie seien seine Mitarbeiter wie bei der Loveparade unter Druck von oben gesetzt worden, um zu genehmigen, was nicht zu genehmigen war. „Genau dieses Verhalten erfolgte nun von der Landesregierung“.

Immerhin, hatten wir geschrieben, da könnte man ja noch einmal nachfragen. Dies hat sich inzwischen auch die Duisburger Staatsanwaltschaft gedacht und Greulich als Zeugen vorgeladen. Die Vernehmung findet, wie Radio Duisburg berichtet, am kommenden Donnerstag bei der Kölner Polizei statt, die bekanntlich die Ermittlungen in Sachen Loveparade für die Staatsanwaltschaft Duisburg durchführt.

Dort wurden Passagen aus dem Brief an die Staatskanzlei der Landesregierung so interpretiert, heißt es bei Radio Duisburg, als sei im Vorfeld der Loveparade Druck auf die Stadtspitze ausgeübt worden. Dies sei aber aus dem Schreiben nicht hervorgegangen, so Greulich. Daher zeigte sich der Stadtdirektor überrascht, dass, so Greulich wörtlich, „ein schlecht recherchierter Presseartikel als Anlass zu einer Zeugenvernehmung genommen wird“.

Tja, jetzt sind wir ratlos. Da werden wir also abwarten müssen, was Greulich am Donnerstag der Polizei erzählen wird. Wenn wir das denn dann erfahren. So lange stehen wir auf jeden Fall mit dem „schlecht recherchierten Presseartikel“ da, von dem wir bislang nur erfahren durften, dass er „schlecht recherchiert“ ist. Aber klar, dass Greulich jetzt zunächst einmal der Polizei erzählen wird, wie es alles wirklich war. Verständlich. Nachdem er die Beamten erst einmal angekoffert hat.

Uns bleibt nur zu spekulieren. „Genau dieses Verhalten erfolgte nun von der Landesregierung“. Dieses Zitat soll aus Greulichs Brief an die Ministerpräsidentin stammen. Richtig recherchiert? Schlecht recherchiert? Und nur einmal so angenommen, „dieses Verhalten“ habe nicht darin bestanden, die Mitarbeiter des Duisburger Bauamtes einem „Druck von oben“ auszusetzen: worin bestand es dann? Und warum ist der Duisburger Stadtdirektor „überrascht“, dass die Polizei dies auch ganz gern wissen möchte?

Zur Erinnerung: die Duisburger Staatsanwaltschaft und die Kölner Polizei ermitteln auch gegen Mitarbeiter der Duisburger Stadtverwaltung wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Wer unter diesen Umständen „genau dieses Verhalten“ in einem offiziellen Schreiben anführt und mit „Druck von oben“ beschreibt, sollte nicht „überrascht“ sein, wenn Fragen aufkommen. David Schraven habe „schlecht recherchiert“, behauptet Peter Greulich. Für ihn wäre es ganz günstig, wenn Schraven verdammt schlecht recherchiert hätte. Das Beste ist, Greulich nimmt am Donnerstag eine Kopie seines Briefes mit zur Zeugenvernehmung.

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