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Große Torwartdebatte auf Schalke: Vom echten Luxusproblem zur Krise in nur wenigen Wochen

Schalke gegen Bayern am 24. August 2019. Foto: Michael Kamps

Es ist noch gar nicht so lange her, da war man beim FC Schalke 04 sehr glücklich über die aktuelle Torhütersituation. Mit Alexander Nübel und Markus Schubert schien der Klub über zwei der talentiertesten, jungen deutschen Torhüter zu Verfügung, die den Gelsenkirchenern über Jahre hinaus viel Freude bereiten würden.

Jetzt, Anfang März 2020, stellt sich die Situation jedoch gerade völlig anders dar. Stammtorhüter Nübel, der zum Leidwesen vieler Schalker seinen Wechsel zum FC Bayern München im kommenden Sommer ankündigte, spielt auffällig fehlerhaft, scheint dem Druck rund um seine Person nicht mehr gewachsen zu sein. Und auch Kronprinz Schubert, der Nübel kürzlich während einer Rot-Sperre in einigen Spielen vertreten durfte/musste, scheint noch mehr Risiko als Versprechen auf eine Verbesserung der Lage zu sein. Eine mehr als ungünstige Situation, zumal sich die Schalker parallel dazu in einer tiefen sportlichen Krise befinden.

Am Samstag setzte es für die Knappen ein bitteres 0:3 beim 1. FC Köln. Von den vergangenen sechs Spielen konnten die Königsblauen keines mehr gewinnen, holten lediglich einen Punkt und markierten in dieser Phase ein einziges Tor.

Das ist aktuell die Form eines Absteigers, nachdem die Spielzeit 2019/20 für das Team doch so vielversprechend losgegangen war, viele Fans den Klub nach einer schwierigen Saison im Vorjahr sogar schon wieder in den Titelkampf eingreifen sahen.

Durch Verletzungen und das Ende der auffälligen Glückssträhne der Hinrunde, die der Verein vor Monaten noch vorweisen konnte, herrscht auf Schalke jetzt Krisenstimmung. Trainer David Wagner kämpft an allen Fronen um mehr Ruhe und um die Rückkehr der Gelassenheit. Auch zur aufflammenden Torwartdebatte wollte er sich nach der Niederlage von Köln gegenüber den TV-Reportern von ‚Sky‘ leicht genervt wirkend nicht äußern.

Dabei wird er an diesem Thema in den kommenden Stunden nicht vorbeikommen. Denn schon am Dienstag empfangen die Schalker zum Heimspiel im DFB-Pokal ausgerechnet den FC Bayern München, der sich zuletzt in herausragender Form präsentierte und die Gelsenkirchener in der Bundesliga kürzlich noch klar und deutlich mit 5:0 in die Schranken wies.

Im Tor stand damals noch Schubert, der sich damals gleich einige dicke Patzer erlaubte und danach seinen Platz im Tor wieder an Alexander Nübel abgeben musste.

Gut möglich, dass er am Dienstag gegen die Süddeutschen sein Comeback im Kasten der Wagner-Truppe feiern darf/muss. Konkurrent Alexander Nübel präsentierte sich jüngst zu anfällig, ging nach seinem dicken Patzer beim 0:3 in Köln am Samstag sogar mit Tränen im Auge vom Platz, musste von Teamkameraden, Betreuern und Trainern noch auf dem Platz getröstet werden, nachdem ihn die eigenen Fans ausgepfiffen und seine Demission gefordert hatten. Alles andere als eine ideale Situation für den 23-Jährigen, den der Anhang noch vor seinem verkündeten Wechsel an die Isar so sehr geliebt hatten.

Sollte Wagner sich jetzt für einen erneuten Torwartwechsel entscheiden, Nübel wäre als Torhüter auf Schalke wohl endgültig verbrannt.

Nicht unwahrscheinlich gar, dass er damit sogar seine Karriere in den Sand gesetzt hätte. Denn kaum jemand traut ihm derzeit zu sich in München gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer durchzusetzen. Und ein 23-Jähriger für Jahre auf der Ersatzbank? Kaum vorstellbar, dass das die Ausgangslage für eine große Karriere wäre.

Und Markus Schubert auf Schalke? Dem würde gegen die Bayern am Dienstag direkt der nächste Dauerbeschuss der Bayern drohen. Eine Situation, der er in der Liga Ende Januar nicht gewachsen war.

Sollte er auch im zweiten Versuch den Erwartungen nicht gerecht werden, auf Schalke hätte sich die frühere Luxussituation im Tor urplötzlich in eine echte Torhüterkrise verwandelt. Und das bei einem taumelnden Team mit vielen Verletzten.

Bemerkenswert, wie schnelllebig das moderne Profigeschäft sein kann. Speziell auf Schalke!

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