Hat der BVB genügend Biss für einen Erfolg bei RB Leipzig? – Es gibt begründete Zweifel!

Trainer Marco Rose. Foto: BVB

Wenn Borussia Dortmund heute Abend im Top-Spiel der Fußball-Bundesliga um 18.30 Uhr auswärts bei Vizemeister RB Leipzig antritt, dann geht es auf den ersten Blick für die Gäste nicht um allzu viel. Der BVB rangiert vor dem letzten Spieltag vor der nächsten Länderspielpause im Fußballoberhaus mit sieben Zählern Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz recht komfortabel auf Rang zwei der Tabelle.

Selbst eine Niederlage in Leipzig würde die Dortmunder auf dem Papier also erst einmal nicht allzu sehr schmerzen. Und doch geht es für die Schwarzgelben bei Rasenball heute um weit mehr als nur die drei Punkte. Und das nicht nur, weil großen Teilen des eigenen Anhangs dieser Gegner seit Jahren schon besonders übel aufstößt.

Nachdem die Champions League Partie daheim gegen Ajax Amsterdam am Mittwoch mit 1:3 verloren ging, müssen die Borussen drei Tage später einmal mehr beweisen, dass sie auch ohne ihren Top-Torjäger Erling Haaland erfolgreich ein Ligaspiel absolvieren können. Zwar gelang ihnen dies zuletzt auch ohne den jungen Norweger in den Spielen gegen Köln (2:0), Ingolstadt (2:0) und Bielefeld (3:1) wiederholt, doch wirklich geglänzt hat der BVB in all diesen Auftritten nicht.

Es geht für die Mannschaft von Trainer Marco Rose an diesem Wochenende also einmal mehr darum, die Widrigkeiten des ausgedünnten Kaders zu überwinden und gegen die zuletzt nicht gerade vom Erfolg verwöhnten Leipziger zu bestehen. RB ist, wenn auch in der Tabelle aktuell neun Punkte hinter den Westfalen platziert, dabei sicherlich eine deutlich größere sportliche  Herausforderung als es die jüngsten Gegner in der Bundesliga zuletzt waren. Die personell angeschlagenen Dortmunder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit an ihre absolute Leistungsgrenze gehen müssen, wenn sie in Leipzig am Ende siegreich sein wollen.

Die Herausforderung beim ungeliebten Brauseklub ist also bei näherer Betrachtung weitaus größer, als es der aktuell komfortabel anmutende Tabellenstand einen zunächst glauben lassen könnte. Erschwert wird die Aufgabe im Osten der Republik dabei zusätzlich vom jüngsten Nackenschlag gegen Ajax, der aufgrund der langen Unterzahl nach dem Platzverweis gegen Mats Hummels zudem ungewohnt kräftezehrend gewesen sein dürfte.

Die Erfolgsaussichten stehen für den BVB somit insgesamt nicht gerade günstig. Will der DFB-Pokalsieger 2021 sich aber dauerhaft als ernsthafter Konkurrent des FC Bayern um die deutsche Meisterschaft in Schlagdistanz an der Tabellenspitze halten, werden Marco Reus & Co. um einen erfolgreichen Auftritt am elften Spieltag nicht herumkommen. Denn eine Niederlage würde das Gerede von einer im entscheidenden Moment zu häufig schwächelnden Mannschaft direkt wieder neu befeuern.

Als gutes Omen und Mutmacher mag der Rose-Truppe im Vorfeld der heutigen Herausforderung das Pokalendspiel vom Mai dienen, als der BVB gegen Leipzig im Berliner Olympiastadion unerwartet glatt mit 4:1 gewann. Doch damals stand bekanntlich nicht nur Erling Haaland mit auf dem Platz, sondern an der Seitenlinie dirigierte zudem auch noch Edin Terzic das schwarzgelbe Ensemble, der damals einen echten Lauf der Mannschaft begleiten durfte, mit einer extrem selbstbewussten Truppen antrat. Heute sind die Vorzeichen deutlich ungünstiger.

Ob Marco Rose es seinem Vorgänger trotzdem gleich machen kann? Es müsste ja nicht auch gleich ein 4:1 sein. Ein 1:0 würde vielen Anhängern des Klubs heute aus den beschriebenen Umständen sicherlich schon reichen. Ob die Überzeugung und der Einsatzwillen im Team dazu ausreichen, oder ob wir anschließend wieder die berüchtigte Mentalitätsdebatte in Dortmund führen müssen, erscheint mir aktuell die entscheidende Frage zu sein.

Wir werden es in ein paar Stunden erleben und dann vermutlich auch diskutieren können bzw. müssen….

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8 Kommentare

  1. #1 | Joe sagt am 6. November 2021 um 22:20 Uhr

    Wie erwartet war das heute wieder einmal eine Nummer zu groß für die BVB-Truppe ohne Haaland.
    Für mich heute auch Rose in der Verlosung. Warum Start mit Dreierkette? Wieso erst spät mit Auswechslungen in der Offensive reagiert? Malen überfordert! Dazu Mannschaft extrem zweikampfschwach. Hätte das Spiel heute gerne mit einem Trainer Terzic gesehen…

  2. #2 | Walter Stach sagt am 7. November 2021 um 10:05 Uhr

    "Schuld" des Trainers?
    Das kann man so sehen. Eine Trainerdiskussion halte ich jedoch derzeit für verfehlt.
    Das "Hauptproblem" des BVB besteht m.E. darin, daß "wir" a.) Spieler im Kader haben, die kein Bundesligaformat haben -jedenfalls keines ,das für ein Team reicht, das um die Plätze 2 – 4 mitspielen wil und das wir b.) Spieler haben, die nicht fähig (oder nicht willens sind) in jedem Spiel mit dem höchstmöglichen körperlichen Einsatz und von der ersten bis zur letzten Minuten mit höchstmöglicher Konzentration zu spielen . Freiburg zeigt, wie das funktioniert.

    Zudem bin ich -mit zunehmender Tendenz- – nach wie vor der Menung, daß wir mit Reus -sh.Einsatz, sh. Konzentration, sh. zudem seine mangelnde Führungsqualitäten in "schwierigen" Spielen/Spielsituationen-, Reus war und ist aber beim BVB, auch bei vielen seiner Fans "unantastbar" .

    Trotz allem:
    Mit Haland, mit Gurerro, mit Dahoud , mit……..kann es nur noch besser werden.

    Der BVB ist trotz der Verletztenmisere wieder für einen Champ.lig-Plat (2 -4) reichen dürfte.
    Sehr pessimistisch bin allerdings -mit diesem Kader- bezogen auf das Weiterkommen in der laufenden Champ.lig -sh. das vermutlich entscheidende Auswärtsspiel in Lissabon-.

    Und trotz der "Pleite" unseres BVB allen Fans einen schönen Sonntag.

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 7. November 2021 um 12:56 Uhr

    Wenn ich Reus hinterher wieder höre, komme ich mir inzwischen ein wenig vor wie bei 'Täglich grüßt das Murmeltier'. Klar, der BVB läuft personell aktuell auf der letzten Rille. Aber wenn mangelnder Einsatz moniert werden kann, und das immer wieder, dann stimmt da im Kader doch noch immer etwas Grundsätzliches nicht. Einfach enttäuschend!

  4. #4 | Walter Stach sagt am 7. November 2021 um 15:46 Uhr

    Robin,
    ich habe heute nach langer Zeit 'mal wieder den "Doppelpass" eingeschaltet.
    Gefallen haben mir alle Beiträge, die von Almut Schult kamen. Damit hat sie aus meiner Sicht allen (!!) teilnehmenden sog. Fußballexperten bewiesen, was Sachkunde im Fußball ist und wie "man" diese ruhig, gelassen und verständig für jedermann im Gespräch beweisen kann.

    So hat sie u.a. bezogen auf das Spielverhalten des BVB in Leipzig angemerkt, dass das sog. Pressing u.a. erfordert, daß alle (!!) während des gesamten Spieles höchstaufmerksam zu sein haben mi Blick auf alle gegnerischen Spieler und auf deren denkbaren Aktionen, eben auch bezogen auf die Spieler des Gegners, die im Augenblich "weit weg vom Ball" sind. Das setzt nicht nur permanenter Aufmerksamkeit, permanente Konzentration voraus, sondern sehr viele Laufarbeit ohne Ball.
    Das vermisse ist -sh. mein Beitrag -2-, regelmäßig wahrend des Spieles des BVB, ausgeprägt gestern in Leipzig und namentlich bei "Stars" wie Brandt und Reus..

    Permanente Konzentration, permanente Aufmerksamkeit -sh. FCB, aber auch Freiburg- :
    Muß der BVB-Trainer das nachhaltiger von den Spieler einfordern? Vermutlich geschieht das, kommt aber bei Reus, Brandt und Co nicht an, weil…….???

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 7. November 2021 um 16:43 Uhr

    Den Doppelpass mit Brückner sehe ich aktuell sehr gerne:

    https://www.ruhrbarone.de/hat-der-der-sport1-doppelpass-mit-rudi-brueckner-die-top-besetzung-fuer-den-moderatorenjob/202909

    Ich finde, er hat den richtigen Grad an Lockerheit, Zuhörfähigkeiten und eigener Meinung. Freue mich aktuell wieder richtig auf die Sendungen.

  6. #6 | Walter Stach sagt am 7. November 2021 um 17:47 Uhr

    Robin,
    ja, "der" Brückner hat das heute prima gemacht.
    Ich werde deshalb dann und wann wieder "einschalten".

  7. #7 | Von stetig nachlassender Fußball-Leidenschaft und einer stark abklingenden Begeisterung für den BVB | Ruhrbarone sagt am 19. Januar 2022 um 11:03 Uhr

    […] ärgert, das ist die Regelmäßigkeit, mit der so etwas in Dortmund zuletzt zu beobachten war und immer noch ist. Spieler, die im Nachgang geloben in Zukunft alles besser machen zu wollen, ratlose Trainer, […]

  8. #8 | Die fortgesetzte Unbelehrbarkeit des BVB macht fassungslos! | Ruhrbarone sagt am 7. Februar 2022 um 11:38 Uhr

    […] mehr zu erkennen. Sowohl Peter Bosz, als auch Peter Stöger, Lucien Favre und jetzt eben Marco Rose haben es nicht hinbekommen mit dem ambitionierten Team näher an den FC Bayern München heranzurücken, sich auch […]

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