NRW-Grüne wollen mit neuem Clan-Begriff Stigmatisierung vermeiden – Innenminister Reul widerspricht

Herbert Reul, CDU (Foto: Roland W. Waniek)
Herbert Reul, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Schlägereien und Straßenkämpfe im Clan-Milieu sollen nach Auffassung der Grünen im NRW-Landtag nicht mehr im Lagebild zu Clan-Delikten auftauchen. Dies solle nur der Fall sein, wenn die Strafverfolger nachweisen, dass die Organisierte Kriminalität hinter diesen Vorfällen steckt. Julia Höller, innenpolitische Sprecherin der Grünen, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch-Ausgabe), man wolle „eine neue Definition von Clan-Kriminalität schaffen, die nicht stigmatisiert“. Diese solle sich einzig auf kriminelle Strukturen beziehen, „ohne Menschen pauschal zu verurteilen und unter Generalverdacht zu stellen“, erklärte Höller mit. „Ich gehe davon aus, dass sich das Innenministerium und das Justizministerium zeitnah über eine gemeinsame Definition austauschen.“ Auch der Grünen-Justizminister Benjamin Limbach befürwortet nach eigenen Angaben das Vorhaben, den Clanbegriff neu zu fassen.

Innenminister Herbert Reul wehrt sich vehement gegen die Grünen- Pläne: „Wenn wir ein Problem lösen wollen, müssen wir es benennen und unter anderem jährliche Lagebilder zur Clan-Kriminalität erstellen“, sagte Reul der Zeitung. Auf diese Weise leuchte man das Dunkelfeld aus und mache das Phänomen sichtbar, führt Reul aus. „Erst in der Gesamtschau erkennt man das ganze Ausmaß, die Zusammenhänge und die neuralgischen Punkte. Und nur so lassen sich maßgeschneiderte Konzepte entwickeln, um diese Kriminalität zu bekämpfen.“

Link: https://www.ksta.de/clans-in-nrw/kriminalitaet-in-nrw-gruene-wollen-clan-begriff-neu-definieren-376146

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Jens Hettmann
Jens Hettmann
1 Monat zuvor

Die Grünen schießen weit übers Ziel hinaus. Sie fördern so nämlich die nicht endende Serie von Messerverbrechen in Deutschland. Ist denen das eigentlich nicht klar? Oder ist es ihnen egal?

Helmut Junge
1 Monat zuvor

Ist das so, dass die „Definition von Clan-Kriminalität Menschen stigmatisiert?“
Oder läßt die Vermeidung der Bennenung von Fakten nicht eher Gerüchte kochen, die niemand kontrollieren kann?
Letzteres erleben ich in meinem Wohnumfeld in der Vorstadt. Die Statistiker sagen, dass die Zahl dr Menschen, die allen staatlichen Verlautbahrungen mißtrauen, zunimmt. Ich habe den Eindruck, dass die sich alle in den Vorstädten konzentrieren.
Das kriegt aber kaum eine Grüne mit, weil die selten in solchen Vorstädten wohnen. Und da wo Grüne bevorzugt wohnen, könnten die Menschen komplett anders denken.
Ich glaube aber allmählich, dass die Vermeidung von Tatsachenbenennungen gefährlich kontraproduktiv sind, wenn man die Gesamtbevölkerung betrachtet.

Walter Stach
Walter Stach
1 Monat zuvor

Helmut Junge,
nach meiner Erinnerung ist die Diskussion über die Begrifflichkeit „Clan-Kriminalität“ nicht neu und kein „grünes Spezifikum“.

Clan=Sippe= Clankriminalität =Sippenkriminalität

Insofern ist es naheliegend zu fragen,, ob mit dieser Begrifflichkeit jede (!!) Sippe/jeder Clan dem Generalverdacht einer kriminellen Vereinigung ausgesetzt wird..

Darüber hinaus wäre zu fragen, ob der Begriff „Clan-/Sippen -Kriminalität“ nicht einen strafrechtlich (und politisch!!) relevanten Befund verharmlost. Ich würde es beispielsweise für sachgerechter und zielführender halten, statt von Clan-/Sippenkriminalität zu sprechen , den Begriff Bandenkriminalität zu verwenden. .
Wenn also die Grünen“ eine entsprechende Diskussion aufnehmen und weiterzuführen gedenken, ist das für mich naheliegend, nachvollzieh- und begründbar, auch wenn mich das persönlich angesichts aller akuten Probleme derzeit nicht interessiert.

Wolfram Obermanns
Wolfram Obermanns
1 Monat zuvor

„Bandenkriminalität“
Das ist aber schon sehr kulturunsensibel. Diese Menschen kommen und verharren aus vielerlei Gründen in patriarchalen Strukturen. Das sollte man schon respektieren können.
Diese Lebensumstände können im einfachsten Fall die freie Enfaltung des Individuums behindern, in einem schlimmeren Sonderfall zum gefangensein in der OK führen.
Es sind die selben, die bei verprügelten und zwangsverheirateten Migrantenkindern die Augen schließen, die auch hier sinnvolle Ansätze der Hilfe unter einer verallgemeinenden Begriffssauce verhindern wollen. An den Umstand, daß häufig Haft für die jungen Männer aus diesem Millieu die Erstbegegnung mit einem gewaltfreien Umfeld bedeutet, kann nur immer wieder erinnert werden.

Helmut Junge
1 Monat zuvor

„Der Denverclan“ war eine beliebte Fernsehserie. Aber das waren Amerikaner und die Benennung kein Problem. Jetzt sind es Syrer und die Benennung ein riesiges Problem? Wie kann das?

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