NRW will mehr Biogas produzieren

Biogasanlage Foto: Pavvel70 Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die schwarz-grüne NRW-Landesregierung setzt im Zuge der Energiekrise auf die verstärkte Produktion von Biogas. Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) sieht in der Ausweitung der Biogasproduktion ein „notwendiges Instrument“, um der aktuellen Energie-Knappheit zu begegnen und mehr Versorgungssicherheit zu schaffen. Eine kurzfristige erhöhte Produktion sei „durchaus realistisch“. Das sagt Neubaur NW.de, dem Online-Portal der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung „Neue Westfälische“.

Neubaur erwartet von der Bundesregierung, die bereits angekündigten Erleichterungen für die Anlagen-Betreiber „rasch“ umzusetzen. Mit dem Anliegen wolle sie sich auch im Bundesrat einbringen, so Neubaur. Auch NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) begrüßt gegenüber der „Neuen Westfälischen“ eine Ausweitung der Produktion. Biogasanlagen hätten Potenziale, um gerade in der aktuellen Situation für mehr Energiesicherheit zu sorgen, so Gorißen.

In NRW gibt es laut NRW-Wirtschaftsministerium rund 1.400 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von gut 500 Megawatt. Betreiber halten es für möglich, die Produktion innerhalb weniger Tage um 20 Prozent auszuweiten. Dafür muss der Bund aber baurechtliche Regeln ändern wie einen Mengendeckel auf die Gaserzeugung. Der Bundestag will das Thema noch in dieser Woche beraten.

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15 Kommentare

  1. #1 | Ke sagt am 29. September 2022 um 09:41 Uhr

    500 MW ist ein halbes Datteln 4
    Sind Daten zur Ökobilanz vorhanden? Es geht doch hauptsächlich um Mais.
    ca. 10 Prozent der dt landwirtschaftl Fläche dient dem Biogas.

  2. #2 | abraxasrgb sagt am 29. September 2022 um 10:53 Uhr

    Grüne Träume aus mentalen Flatulenzen Energie zu gewinnen 🤪

    So langsam, aber sicher überlegen wir auszuwandern … war heute wieder Thema… wenn die Kinder “für den Sieg der Ukraine” frieren müssen ist das wie eine real gewordene Dystopie … C’mon … 1984 was a warning, not a fucking manual 🤬

  3. #3 | Wolfram Obermanns sagt am 29. September 2022 um 13:17 Uhr

    „Es geht doch hauptsächlich um Mais.“
    In Biogasanlagen werden hauptsächlich tierische Ausscheidungen in Form von Gülle und Festmist (87%), pflanzliche Abfälle und dann auch Mais zur anaeroben Methanogenese verwendet.

  4. #4 | Walter Stach sagt am 29. September 2022 um 13:43 Uhr

    -2-
    „Wenn die Kinder frieren müssen……..“

    Wenn es dabei bliebe, dann…….

    „Wir“ sind jedoch offenkundig bereit, für den „Sieg der Ukraine“ viel, viel mehr zu riskieren – eine räumliche Ausdehnung des Krieges über die Ukraine hinaus nebst eines Einsatzes von Atomwaffen .

    Jeder , der es sich seit Kriegsbeginn und jetzt erstrecht „erlaubt hat“, hierzulande nach dem Warum des sich permanent steigernden Kriegsengagement Deutschlands zu fragen -ausgehend von den Interessen Deutschlands (!!-, wurde und wird mit ebenfalls von Tag zu Tag wachsender Tendenz medial an den Pranger gestellt. Auswandern? Jedem, der dafür nebst Familie noch jung genug ist, bieten sich bekanntlich beste Möglichkeiten. Ich denke spontan aus persönlicher Erfahrung an die Südinsel Neuseelands. Die Südwestküste Irlands -Tochter und Schwiegersohn beziehen dort in Kürze ein renoviertes altes Haus – wäre möglicherweise schon weit weg genug, vom Kriegsgeschrei, vom Kriegsgetöse und ggfls. von einem eskalierendem Krieg in Ost-/Mitteleuropa.

    Wie in jedem Krieg -sh. derzeit bereits in der Ukraine und in Russland- kann sich die große Mehrheit der Menschen nicht einmal erlauben, Solches zu träumen, geschweige denn, entsprechende Träume realisieren.

  5. #5 | discipulussenecae sagt am 29. September 2022 um 14:30 Uhr

    @ Walter Stach:

    Wenn Sie jetzt nach dem „Warum des sich permanent steigernden Kriegsengagement Deutschlands“ fragen , dann empfehle ich Ihnen einen Gang in die nächste Buchhandlung oder die Stadtbücherei. Besorgen Sie sich dort ein Buch zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundet und schlagen Sie dann im Kapitel Nationalsozialismus unter den Stichwörtern Rheinland, Österreich, Tschechien und Polen nach. Vielleicht verstehen Sie dann, warum es aktuell einzig darum geht, einen Krieg zu verhindern.

  6. #6 | Arnold Voss sagt am 29. September 2022 um 17:39 Uhr

    @ Walter Stach, abraxasrgb,

    Schön , dass ihr euch si viele Sorgen um das Frieren macht. Ich glaube allerdings nicht, dass einer von euch beiden diesen Winter zu frieren gezwungen ist.

  7. #7 | Arnold Voss sagt am 29. September 2022 um 17:57 Uhr

    @ Walter Stach

    Niemand engagiert sich in Deutschland für einen Krieg. Wir liefern Waffen, und das auch nur wohl dosiert, an ein europäisches Land, das in den Krieg gezwungen wurde und dessen Städte dem Erdboden gleich gemacht werden. Und natürlich wirst du persönlich nicht nur nicht frieren sondern auch nicht auswandern. Das machen zu Zeit Russen und Ukrainer, und die haben wirklich einen Grund dazu.

  8. #8 | Nansy sagt am 29. September 2022 um 18:26 Uhr

    #6 | Arnold Voss,

    Schön , dass es noch Leute gibt, die sich keine Sorgen um das Frieren machen müssen. Gestern hat mein Gasversorger (Flensburger Stadtwerke) meinen Vertrag gekündigt. Jetzt muss ich wahrscheinlich zu meinem Grundversorger wechseln, denn entweder wird keiner mehr von anderen Versogern aufgenommen oder sie sind noch teurer als der Grundversorger. Damit werde ich wahrscheinlich, wenn es „gut“kommt bei monatlichen 470 Euro landen! Auch wenn ich es schon früher geahnt habe, was kommen könnte, so ist es dennoch ein Schlag in die Magengrube! Da das für mich an die Grenzen des Machbaren geht, werde ich wohl an das mühsam Ersparte gehen müssen.

    Nicht erst jetzt, aber jetzt besonders, bin ich nicht mehr bereit, mir von Ideologen die Welt erklären zu lassen. „You never walk alone“ berührt mich nicht mehr – gemeinsames Frieren und langsam pleite gehen macht die Sache nicht besser.

  9. #9 | SvG sagt am 29. September 2022 um 20:15 Uhr

    @ Walter Stach: Solange Ihre Genossen an der Regierung beteiligt sind, brauchen Sie sich doch keine Sorgen machen. Ggf. ruft Scholz Putinka wieder an.
    @ Greta: Grundsätzliche Zustimmung zur Bewertung der grünen Umerziehung. Allerdings gilt bei Marktunterdeckung, daß jedes bißchen hilft.
    Falls das Biogas den Markt nur um ein Prozent entlastet, hat das erhebliche Wirkung auf den Preis.
    @Nansy: Wir beziehen auch bei FG. Hatten Sie den erheblich erhöhten Abschlag abgelehnt?

  10. #10 | Nansy sagt am 29. September 2022 um 21:30 Uhr

    #10 | SvG,

    Nein, ich habe keinen erhöhten Abschlag abgelehnt.
    Begründung lautet: „Einstellung des bundesweiten Erdgasvertriebs“. Der landesweite Erdgasvertrieb sei für ein Unternehmen ihrer Größe ein zunehmend unkalkulierbares Risiko. Kunden in Flensburg werden weiter beliefert.

  11. #11 | Arnold Voss sagt am 29. September 2022 um 21:32 Uhr

    @ Nansy # 8

    Wo haben sie gelesen, dass mich die Gasnot nicht trifft. Ich bin Mieter und habe eine Gasetagenheizung. Und ich habe eine Preierhöhung von 50% schon hinter mir und kann sie nicht durch Solar-Energie Maßnahmen oder die Installation einer Wärmepumpe ausgleichen. Wieviel % sind es bein ihnen?

  12. #12 | Nansy sagt am 30. September 2022 um 10:39 Uhr

    @ Arnold Voss #12

    nichts für ungut, habe Ihre Bemerkung über das „Frieren“ nur als Aufhänger benutzt, um meinen Frust über die Lage rauszulassen. Von 150 Euro im Monat für Gas auf ca. 500 Euro ist für mich fast nicht zu stemmen. Was der Gaspreisdeckel bringen wird, muss sich noch herausstellen.
    Natürlich war meine Bemerkung über „Ideologen“ nicht auf Sie gemünzt.

    Ohne Putin wäre die Lage zwar besser, aber immer noch schlecht genug. Grün/Rot hatte schon vor dem Krieg auf Verzicht für alle gesetzt. Verzicht bei Energieverbrauch, Verzicht bei Ernährung usw.
    Der Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat gerade erst mitgeteilt „Gerade wir hier im reichen Norden und Westen müssen zu einem anderen Lebensstil finden“ und weiter: „«Der kommende Herbst und Winter wird da aufgrund der Energiekrise ein realistisches Übungsfeld werden.“.
    Hier treffen sich mit Kirche und den Grünen zwei Religionen, die schon immer Verzicht gepredigt haben!

    Und frei nach Cato dem Älteren:“ Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Putin gestoppt werden muss“ Das gleiche gilt auch immer mehr für diese Regierung..

  13. #13 | abraxasrgb sagt am 30. September 2022 um 11:26 Uhr

    #6 Arnold … doch, mittelbar schon, falls persönliche Betroffenheit überhaupt ein valides Argument sein kann. Meine Tochter hat mir vorgestern gesagt, dass sie in der Schule friert. Nach zwei Jahren idiotischer Coronoia-Maßnahmen nun im dritten Schuljahr GS schon wieder so ein vermeidbarer Schwachfug. Sorry, ich habe mit dieser Regierung / diesen Regierungen komplett fertig.

    Was die Ukraine anbelangt, habe ich schon von Anfang an auch hier klar gestellt, dass ich nicht „für den Frieden frieren“ oder sonst etwas machen werde. Meine Motivation an dieser Haltung etwas zu ändern, ist nicht größer geworden, im Gegenteil.

    Ein Wohlstandsverlust, wie unser Land und sein Volk(!) ihn derzeit erleidet, ist für mich hart an einem Delikt im Amt. Aber daran sind die Schlafschafe ja durch 16 Jahre idiotisches re-agieren von Mutti schon konditioniert.

    let us agree to disagree, wir werden uns in der Frage des Ukraine Konflikts anscheinend niemals sachlich verständigen können, denn wir haben kategorial andere Positionen und Ziele. Anyway, ich gehe jetzt erst einmal ausgiebig duschen 😉

  14. #14 | Helmut Junge sagt am 30. September 2022 um 13:48 Uhr

    #12 | Arnold Voss, ich hatte vor dem Desaster 78 Euro monatlich Abschlag gezahlt. Mein Lieferant wollte plötzlich 586Euro pro Monat haben.
    Da habe ich sofort gekündigt und und einen neuen Vertrag mit nur 14000 kwh statt bisher 18000 kwh und zahle für diese niedrigere Gasmenge jetzt als Neukunde 223 Euro monatlich. Das ist das dreifache des bisherigen Abschlags. Und frieren muß ich natürlich trotzdem, weil diese Menge nicht ausreicht, um alle genutzten Räume zu heizen. Mein Atelier bleibt z.B. ungeheizt.
    Also dreifacher Preis und trotzdem frieren.
    Du bist mit 50% wirklich gut dran. Es gibt für Neukunden andere Tarife als für Bestandskunden. Normalerweise jedenfalls. Aber ich denke nicht, daß es mich besonders schwer getroffen hat. Ich hab es nur füh genug bemerkt und bin „umgezogen“.

  15. #15 | Arnold Voss sagt am 30. September 2022 um 14:37 Uhr

    @ Nansy + Helmut Junge.

    Danke für die Infos. Da habe ich wirklich leichter reden als ihr. Wobei ich nich weiß, ob das bei mir schon das Ende der Fahnenstange ist. Wie auch immer. Es ist ein Desaster. Erst recht wo der Energiemarkt so geregelt ist, dass dieses Desaster für einige Konzerne nichts anderes als eine Goldgrube bedeutet.

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