Selektive Bezüge?

Kai Pege, Pinselzeichnung: B. Koxholt

Sich sprachlich auf etwas zu beziehen, ist durchaus nicht üblich. Um dies zu können, bedarf es besonderer Anstrengungen. Es wäre naiv, einfach davon auszugehen, dass sich das umgangssprachliche Verhalten schon auf irgendwas beziehen wird, wofür hat man die Umgangssprache schließlich gelernt? Dies ließe sich tatsächlich fragen! Doch so weit kommt man im Alltag gar nicht. Üblich wäre stattdessen, Sprache als Mittel zur Kommunikation anzugeben. Alles andere ist völlig nebensächlich, auch worüber kommuniziert wird. Menschen benehmen sich schlimmer als Hühner, die es vor einigen Jahrzehnten in ehemaligen Bergmannskolonien noch reichlich gab!

Manches Wort ‚Kultur‘ z.B. lebt aus der emotionalen Aufladung, die wie in alten religiösen Riten über Jahrhunderte hinweg immer wieder neu vollzogen wurde, nachdem Pufendorf angesichts des 30-jährigen Krieges und im Kontext von Hobbes’ Naturzustandtheorie in Verzweiflung geriet und sich von den Menschen mehr Vernunft wünschte! Übrig blieben lediglich politische Vereinahmungen, die letztlich jeder sachlichen Relevanz entbehren (vgl. Matern, R. 2013, Zweifel an der Kultur. Essayistische Notizen, Duisburg). Um es kurz zu fassen: so etwas wie Kultur gibt es eventuell gar nicht, bestenfalls Künste, doch denen wird aktuell der Garaus gemacht, wenn sie nicht in aufbauschbares Einerlei und mitsingbares Lalala passen.

Continue Reading

Die leeren Drohungen der UEFA in Richtung FIFA

Das Hauptquartier der FIFA in Zürich. Quelle: Wikipedia, Foto: MCaviglia www.mcaviglia.ch, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das FIFA-Hauptquartier in Zürich. Quelle: Wikipedia, Foto: MCaviglia www.mcaviglia.ch, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es sind aktuell bekanntlich die Tage in denen hierzulande die letzten Fußballentscheidungen der zu Ende gehenden Saison fallen. Eigentlich also eine Zeit, in der das Sportliche für die Fußballfans in Deutschland noch einmal im Mittelpunkt stehen sollte.
Doch die jüngsten Verhaftungen im Umfeld der FIFA haben das Licht in den letzten Tagen dann doch sehr auf den Kongress des Weltfußballverbandes in Zürich gelenkt, wo der umstrittene Joseph S. Blatter gestern dann tatsächlich, ungeachtet all der Skandale der letzten Zeit, erneut zum Boss dieser Organisation gewählt wurde. Sehr zum Unverständnis weiter Teile der Menschen in Deutschland und in ganz Europa.
Blatter, der in diesem Zusammenhang sehr von der Tatsache profitiert, dass bei der FIFA jedes Mitgliedsland, unabhängig von Größe oder etwa der Anzahl der dort aktiven Fußballspieler, jeweils genau eine Stimme hat, konnte in der Abstimmung am Freitag 133 Stimmen auf sich vereinigen. Sein Gegenkandidat, der wenig charismatische Prinz Ali trotz starker Unterstützung gerade aus dem Bereich der UEFA, am Ende ’nur‘ 73.
Der Schweizer, der für den Verband bereits seit über 40 Jahren arbeitet, ihm auchschon seit 1998 vorsteht, hatte allerdings nicht nur eigentlich bereits bei der letzten Wahl seinen Abschied schon konkret in Aussicht gestellt, woran er sich nun offenkundig nicht mehr gebunden fühlte, er ist nun auch immerhin schon bereits stolze 79 Jahre alt. Und ausgerechnet er soll nun also die FIFA erfolgreich durch diese schwierigen Zeiten führen, die dringend notwendigen Reformen einleiten und umsetzen? Daran glaubt wohl letztendlich niemand wirklich.

Continue Reading
Werbung
Werbung


Frühstück für Dortmund

SAMSUNG CSC
SAMSUNG CSC


Wahlabend: 
Verfahren um Neonazi-Faustschlag wird neu aufgerollt…Der Westen
Wahrzeichen: Das Erdgeschoss im U-Turm wird umgebaut…Der Westen 
Protest: Kaufland-Beschäftigte ziehen bei Demo durch Dortmund…Der Westen
World Press 2015: Die weltbesten Pressefotografien zu Gast im Depot…Nordstadtblogger 
Arbeitsagentur: Zusätzliche Stellen zur Vermittlung von Flüchtlingen…Nordstadtblogger
BVB: Kloppt’s mit seinem Traum-Abschied?…Bild
BVB: Fans twittern zum DFB-Pokalfinale 2015 Borussia Dortmund…Pottblog
BVB: Mai. Berlin. Schwarzgelb….Schwatzgelb
BVB: Noch einmal auf den Laster…RP Online
BVB: Eine Party namens „Treffpunkt“…Tagesspiegel
BVB: DFB-Pokalfinale 2015 – Dortmund gegen Wolfsburg…Welt
BVB: Zum Heulen schön…FAZ

Der Ruhrpilot

nahles_paternoster
NRW: 
Paternoster-Verbot aus Berlin erzürnt NRW…Welt
Debatte: Demokratisch denunziert…Jungle World
Debatte: US-Top-Ökonom warnt Deutschland vor Realitätsverlust…Welt
Debatte: FIFA – Unser Geld für Blatter fließt weiter!…FAZ
Debatte: FIFA – „Blatters Stärke liegt in der Schwäche aller anderen“…Cicero
Debatte:  FIFA – Jede Menge Selbsttore…Post von Horn
Ruhrgebiet: Die Heavy-Giganten machen Schalke zum Erdbeben-Revier!…Bild
Ruhrgebiet: Rock im Revier – Gelsenkirchen ist das Metal-Zentrum…Der Westen
Bochum: SPD nur auf der Dose…Bo Alternativ
Dortmund: Verfahren um Neonazi-Faustschlag wird neu aufgerollt…Der Westen
Duisburg: Nachmieter für Sparkassen gesucht…Der Westen
Duisburg: Warum Duisburgs Kämmerer nicht wiedergewählt werden will…Der Westen
Essen: Streikbereitschaft von Erziehern und Sozialarbeitern wächst…Der Westen
Essen: Pro Asyl kritisiert neue Flüchtlingsunterkünfte…Der Westen

phil.COLOGNE sagt Auftritt von Peter Singer in Köln ab

Peter Singer 2009 beim  Veritas Forum auf dem  MIT Campus Foto: Sagescape~commonswiki Lizenz: CC BY 3.0
Peter Singer 2009 beim Veritas Forum auf dem MIT Campus Foto: Sagescape~commonswiki Lizenz: CC BY 3.0


Die Kampagne gegen den Philosophen Peter Singer zeigt Wirkung. Zunächst sagte der atheistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon seine Laudatio auf Peter Singer anlässlich der Verleihung des »Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung« ab.

Dieser Entscheidung haftet der Makel des Opportunismus an: Noch am 3.6.2011 hatte Schmidt-Salomon für die Giordano-Bruno-Stiftung in der Nationalbibliothek in Frankfurt eine Laudatio auf Singer gehalten.

Nun erklären auch die Veranstalter der phil.COLOGNE den umstrittenen Philosophen Peter Singer zur persona non grata. Im Gegensatz zu Schmidt-Salomon verzichten die Verantwortlichen der phil.COLOGNE weitestgehend auf Argumente.

Sie erklärten wörtlich:

Continue Reading

Vor dem Pokalendspiel: Berlin wird schwarzgelb – 130.000 BVB-Fans in der Hauptstadt erwartet

Auf dem Breitscheidplatz in Berlin läuft das Fanfest der Schwarzgelben so langsam an. Foto: Meike Kretschmann
Auf dem Breitscheidplatz in Berlin läuft das Fanfest der Schwarzgelben so langsam an. Foto: Meike Ruschmeyer

An diesem Wochenende versucht der BVB bekanntlich erneut den DFB-Pokal in Berlin zu gewinnen. Zum Endspiel am morgigen Samstag gegen den VfL Wolfsburg werden in der Hauptstadt alleine rund 130.000 Anhänger der Borussia erwartet.
Das BVB-Fanfest am Breitscheidplatz (nahe der Gedächtniskirche), welches lange auf der Kippe stand, ist auch bereits angelaufen.
Uns erreichten inzwischen auch schon erste Bilder vom heutigen Tage aus der Hauptstadt. Im Laufe der Zeit werden wir weitere Eindrücke vom Pokalfinale erhalten und dann auch hier nach und nach veröffentlichen. Schaut einfach häufiger mal kurz rein hier. Im Laufe des Tages dürfte sich Berlin heute schwarzgelb einfärben….

Continue Reading
Werbung
Werbung


Rathaus Überfall Dortmund: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Staatsanwalt wegen einseitiger Ermittlungen

Nazis beim Rathausüberfall,  Foto: Jürgen Steinfelder 2014
Nazis beim Rathausüberfall, Foto: Jürgen Steinfelder 2014

Der Angriff einer Horde Rechtsextremer auf das Dortmunder Rathaus machte bundesweit Schlagzeilen. Am Wahlabend vor einem Jahr waren über 30 Nazis mit Pfefferspray und Flaschen ausgerüstet, vor das Rathaus gezogen. Sie riefen volksverhetzende Parolen und verletzten insgesamt 10 Menschen. Die Demokraten stellten sich schützend vor den Eingang und verwehrten den aggressiven Nazis den Zutritt zur Wahlparty. Bei den polizeilichen Ermittlern standen sie auf einmal selbst als Beschuldigte im Fokus. Gegen 63 Wahlparty-Besucher wurden Ermittlungen eingeleitet, 17 Strafbefehle verschickt. Eine Anwältin hat jetzt wegen einseitiger Ermittlungen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den zuständigen Dortmunder Staatsanwalt erhoben. Die Beschwerde liegt auch der Generalstaatsanwaltschaft und dem Nordrhein-Westfälischen Justizminister Thomas Kutschaty vor.

Die Dienstaufsichtsbeschwerde zählt detailliert Fakten auf, die die Einseitigkeit der Ermittlungen belegen. Auch die Bewertung der Situation durch die Ermittler wird darin scharf kritisiert. Nach Ansicht der Juristin seien diese tendenziös: „Kennzeichnend für die gesamt Akte ist, das Verhalten der Rechtsextremen zu verharmlosen und wohlwollend auszulegen.“ Von der Staatsanwaltschaft seien diese Ermittlungsergebnisse kritiklos übernommen worden.

Staatsschutz: Demokraten haben Nazimethoden angewendet

Die Anwältin fährt fort, dass die Rechtsextremisten von den Ermittlern als „lässig“, „passiv“ und „sich nicht provozierend lassend“ eingeordnet wurden. Dafür hat der Staatsschutz die Menschen, die einen Banner in der Hand haltend vor einer Rathaustür standen, der Nötigung bezichtigt. Doch es kommt schlimmer. Laut der Beschwerde wird die angebliche Nötigung durch die Rathausverteidiger durch die Ermittler so erklärt: „Dies umso mehr, da geschichtlich betrachtet dem politischen Gegner den Zutritt zu Rathäusern und Parlamenten mit nötigender Gewalt zu verwehren gerade ‚gängige Praxis‘ der Nazis gewesen sei. Hier wurde folglich eine ‚Nazimethode‘ angewendet, um gegen ‚Nazis‘ vorzugehen.“ Im Klartext: Demokraten sollen Nazimethoden angewendet haben.

Continue Reading

bodo im Juni – Swing-Schlager, Duftforscher, Aufsteiger

bodo_Titel_201506Das Straßenmagazin bodo kommt in diesem Monat mit drei Professoren-Titeln, mit fünf Roma im Dienst der Stadt, 28 Notaufnahme-Mitarbeitern, 50 Motorrädern, 80 Inklusion-Experten, 200 Flüchtlingen und 350 Düften.

bodo trifft den Honorar-Musikprofessor Götz Alsmann und spricht über Freiheit, Pop und 1968. Der Bochumer Duftforscher Prof. Hans Hatt verrät: „Die Nase schläft nie“ und erklärt, wie Düfte manipulieren und  dass auch Organe „riechen“ können. Der Dortmunder Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalaniirritiert scheinbare Gewissheiten zu Migration, Bildungsaufstieg und zur Dortmunder Nordstadt.

Im Bochumer Klinikum Bergmannsheil begleitet bodo MitarbeiterInnen, die sich für die Arbeit in der Notaufnahme stark machen. In der Dortmunder Nordstadt trifft die Redaktion Neuzuwanderer mit Job-Perspektive.

Continue Reading