Blockaden und Recht

Im vergangenen Jahr sorgten zwei Blockaden auf der Schützenstraße in der Dortmunder Nordstadt dafür, dass der Naziaufmarsch aufgehalten und seinen Weg ändern musste. Im vergangenem Herbst gelang es in Köln-Kalk sogar eine Demonstration von Pro-NRW zu stoppen.   Doch wie sieht es für die Teilnehmer von Blockaden rechtlich aus? Wir sprachen im vergangenem Jahr mit dem Bochumer Rechtsanwalt  Lutz Eisel und wiederholen den Beitrag heute.

Auch am kommenden Samstag wollen Demonstranten den Naziaufmarsch in Hörde blockieren. Angesichts der kurzen Marschroute von 1,5 Kilometern und der zu erwartenden Konzentration von Polizeikräften wird das kein einfaches Unterfangen. Zumal es noch nicht klar ist, ob die Nazi-Demo überhaupt stattfindet. Die

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Der Ruhrpilot

NRW: Politiker versagen bei Ramadan-Gratulation…Welt

NRW II: Aus dem Tiefschlaf erwacht…Post von Horn

NRW III: Grüne wollen den Solidarpakt Ost kippen…Der Westen

Ruhrgebiet: Städte treiben Steuern in die Höhe…Der Westen

Internet: TPP geht gefährlich weit über ACTA hinaus…Netzpolitik

Bochum: Campus als Hoffnungsträger…Der Westen

Dortmund: Nach niedriger Wahlbeteiligung gibt es nur Verlierer…Der Westen

Dortmund II: Jac van Steen stellt Jubiläumsheft und -spielzeit vor…Ruhr Nachrichten 

Duisburg: Schlägereien und Polizeieinsatz nach MSV-Spiel gegen Dresden…Der Westen

Essen: Startet „Abgeordnetenwatch“?…Der Westen

Umland: FAZ-Herausgeber Schirrmacher erhält Neuberger-Medaille…Bild

Umland II: Yuppies raus…?!…Publikative
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Dortmund: Wenn die SPD sich treu bleibt

Von 37,8 auf 43,7 Prozent – die SPD in Dortmund hat die Wiederholungswahl deutlich gewonnen.  Das Ergebnis zeigt was die SPD erreichen kann, wenn sie sich selbst treu bleibt.

Mit 43,7 Prozent hatte niemand in der Dortmunder SPD gerechnet. Alle wären sie in der Partei wohl zufrieden gewesen, wenn das Ergebnis von 2009 gehalten worden wäre. Zu schlecht waren die Umstände: Eine sozialdemokratische Wahllüge war der Anlass der Wiederholungswahl, SPD-Ratsmitglieder hatten sie mit Klagen hinausgezögert. Das war nicht alles: Kurz vor der Wahl genehmigte sich die sozialdemokratisch dominierte Stadtspitze eine neue Flotte von Mercedes-Limousinen und legte sich der

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Dortmund: SPD gewinnt Wiederholungswahl – Protest gegen Antifacamp-Verbot

Heute fand in Dortmund die Wiederholung der Kommunalwahl 2009 statt. Der Grund: Eine Wahllüge: Keine 24 Stunden nach der Wahl 2009 hatte der damalige OB Gerhard Langemeyer (SPD) ein Haushaltsloch von 100 Millionen Euro festgestellt. Der Rat beschloss eine Wiederholung der Kommunalwahl, mehrere SPD-Ratsmitglieder klagten vergeblich jahrelang dagegen und heute wurde  wieder gewählt. 

Erst einmal die Ergebnisse des Jahres 2009: Damals holte die SPD 37,8, die CDU 27,8, die Grünen 15,4 und die FDP 6,3 und die Linkspartei 5,5 Prozent. Mehreren Kleinparteien und auch der NPD gelang der Einzug in den Rat – die 5-Prozent Hürde gilt in NRW bei den Kommunalwahlen nicht mehr.

18.29 Uhr: 48 von 378 Stimmbezirken sind ausgezählt. Eine Momentaufnahem: Gewinne für die SPD, Verluste für CDU, Grüne und FDP. Nach bisherigen Stand könnte auch die NPD stark dazugewinnen.

18.33 Uhr: 80 Stimmbezirke sind durch: SPD   47,7 CDU  24,9 Grüne 14,4 FDP  Linke 4,5  NPD 2,2 Prozent

18.36 Uhr: Langsam wird es voller im Foyer des Rathauses. Jubel ist nicht zu hören: Die SPD ist wohl selbst etwas verwundert, der Rest hat nicht viel  zu lachen und von der NPD habe ich noch niemanden gesehen.

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Neue Selbständige in der Kreativwirtschaft – Zwischen Freiheit und Zwang

Gestern hielt Rainer Midlaszewski auf der Libertären Medienmesse in Bochum ein Referat unter dem Titel  „Zwischen Freiheit und Zwang – Neue Selbständige in der Kreativwirtschaft“. Grundlage des Referats war ein gleichnamiger Text den Rainer 2008 gemeinsam mit Ulrike Schulz in dem Magazin Grundrisse veröffentlichte. Wir bedanken uns  dafür, den Artikel nun auch auf diesem Blog veröffentlichen zu dürfen.  

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Als Holm Friebe und Sascha Lobo 2006 das Buch „Wir nennen es Arbeit“ veröffentlichten, wirbelte ihre Rede von der „digitalen Bohème“ in der Diskussion um die Bedeutung der neuen selbständigen Arbeitsverhältnisse durchaus Staub auf.

Ihre provozierende These, dass es im Zeitalter immaterieller Produktion, jenseits der Festanstellung ein Reich der Freiheit und Coolness zu entdecken gibt, bleibt trotz vieler richtiger Beobachtungen mehr als fragwürdig. Das liegt nicht nur an der Selbst- und Marktverliebtheit ihres Vortrags, sondern auch an der Ignoranz gegenüber ganz anderen Erfahrungswelten, Untersuchungen und Interpretationen zum Thema freiberuflicher Erwerbstätigkeit.

Der nachfolgende Text ist eine Collage von Fundstücken aus wissenschaftlichen, politischen, essayistischen und ganz persönlichen Texten.

Vielleicht wirken einige Zitate so freigestellt etwas bruchstückhaft. Vielleicht verschiebt sich manchmal durch die Montage des einen mit dem anderen etwas die Bedeutung. Das ist beabsichtigt aber nie respektlos gemeint gegenüber dem ursprünglichen Kontext dem die Schnipsel entnommen sind. Die kleinen Zwischenüberschriften vergaben wir.

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Antifacamp: Protest gegen NPD in Dortmund

2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem Dortmunder Neonazi Sven Kahlin im U-Bahnhof Kampstraße/Dortmund mit Messerstichen ins Herz ermordet

Nachdem bereits vorgestern der gesamte Tag von einer friedlichen Versammlung des Antifacamp auf dem Friedensplatz in Dortmund geprägt war und mit einer erfolgreichen Demonstration mit 300 Menschen endete, haben die Antifacamp-Leute auch gestern wieder mit Aktionen auf ihr politisches Anliegen ein Camp in Dortmund stattfinden zu lassen, aufmerksam gemacht. Dazu gehörte ein erfolgreiche Demonstration mit 60 Menschen durch die Innenstadt, die vom Landtagsabgeordneten Thorsten Sommer (Piraten) angemeldet worden war.

Am Samstag Vormittag protestierten ausserdem ca. 25 Antifa-Leute an der Katharinentreppe direkt vor dem NPD-Wahlstand der mit einem Lautsprecherwagen mit rassistischen Parolen den Platz beschallte.

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Der Ruhrpilot

Rathaus Dortmund

Dortmund: Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet…Ruhr Nachrichten 

NRW: Schlechte Umfragewerte, kein Konzept – Piraten in der Krise…Der Westen

NRW II: Hannelore Kraft will auch nach 2017 in NRW bleiben…KN

NRW III: Bei der Kultur am der Spitze…Welt

Bochum: 17 kreative Köpfe wohnen zusammen in einem Haus…Ruhr Nachrichten

Dortmund II: Polizei hielt Neonazis im Hauptbahnhof fest…Ruhr Nachrichten

Duisburg: „Ich bin zu Hause“…Der Westen

Essen: Kunst gegen Bares im Unperfekthaus…Der Westen

Vorerst im Exil: Das Antifacamp ist gestartet!

"Wir wollen zelten gehen!" Symbolisches Camp gestern vor dem Dortmunder Rathaus

Die Teilnehmer des gestern verbotenen Antifacamps machen keine Anstalten, sich von der behördlichen Vehinderungstaktik das Wasser abgraben zu lassen. Nachdem man gestern vorerst im AZ Mülheim untergekommen ist, gehen die Aktionen weiter. Der heutige Tag begann mit einer antifaschistischen Demonstration in der Dortmunder Innenstadt. Ziel war das vor kurzem ausgehobene Nazi-„Wohnprojekt“ „Rheinische Straße 135“. Die Demo verlief friedlich. Die Veranstalter hatten nach einem durchwachsenen Auftakt gestern klargemacht, dass das geplante Programm in Dortmund stattfinden wird.

Vor zwei Tagen platzte die Bombe: Einen Tag bevor das Antifacamp im Dortmunder Tremoniapark nach langem Hin und Her starten sollte, wurde es in letzter Sekunde doch noch verboten. Das Camp im Tremoniapark sei „eine Provokation für die Neonazis“, so die offizielle Begründung. Diese infame Begründung ist wohl die Bankrotterklärung des Krisenmanagements von Polizei und Politik. Aus Protest dagegen haben sich gestern angereiste Antifaschisten vor dem Dortmunder Rathaus versammelt. Sie forderten den Oberbürgermeister Sierau (SPD) auf, herunter zu kommen, und mit den Campteilnehmern zu sprechen (wir berichteten in einem Ticker). Dem ist er nicht nachgekommen. Er scheint zu glauben, die Razzien bei Neonazis am Donnerstag würden reichen, um sich kurz vor der Wiederholung der Kommunalwahl am Sonntag lästige Fragen zu Dortmunds gravierendem Naziproblem zu ersparen. Falsch gedacht – in einer lautstarken und entschlossenen Demo durch Dortmunds City wurde gestern öffentlichkeitswirksam darauf hingewiesen. Bis die Aktivisten sich einen Platz für ihr Camp erkämpft haben, ist der aktuelle Anlaufpunkt nun für alle das AZ Mülheim. Die Initiatorinnen fordern weiterhin Antifas aus dem gesamten Bundesgebiet auf, nach Mülheim zu kommen und sich von dort aus an Aktionen in Dortmund zu beteiligen. In der aktuellsten Mitteilung heißt es:

DAS ANTIFACAMP IST VERHINDERT. WIR SIND TROTZDEM DA!

Die Stadt Dortmund und die Polizei haben das Antifacamp verhindert. Durch geschickte taktische Manöver und schließlich den Einsatz ihrer Machtmittel hat die Staatsgewalt uns ausgebootet und auflaufen lassen. Der in Verhandlungen mit staatlichen Stellen für autonome Strukturen stets notwendige Plan B, mit Druck auf die Verantwortlichen eine Entscheidung zu erzwingen, hat nicht funktioniert: Die Stadt Dortmund ist bereit, den politischen Druck, der von allen möglichen Seiten auf sie einprasselt, z.B.vom Auschwitz-Komitee, auszusitzen. Dementsprechend

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