
Matthäus Westfal alias „Aktivist Mann“ begleitet den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durch Sachsen-Anhalt, produziert Reichweite und arbeitet auf YouTube mit der „Team Siegmund“-Community zusammen. Eine formale Teamrolle ist nicht belegt. Belegt sind dafür Medienhass, Haverbeck-Solidarität und ein erstaunlich elastisches Verständnis von Journalismus.
Er nennt es „Gonzo-Journalismus“. Das klingt nach Hunter S. Thompson, nach literarischer Grenzüberschreitung und Whiskey im Handschuhfach. Bei Matthäus Westfal bedeutet es häufig: Kamera an, Mikrofon ins Gesicht, eine Anschuldigung als Frage verkleiden und so lange nachsetzen, bis aus einer politischen Veranstaltung ein persönliches Krawallformat geworden ist.
Westfal tritt als „Aktivist Mann“ auf. Auf X nennt er sich „Pionier#Gonzojournalist“, auf YouTube und Telegram sammelt er Zehntausende Abonnenten. Sein Geschäftsmodell ist die Selbstverwechslung von Aktivismus, Journalismus und Straßenprovokation. Der Reporter berichtet nicht über das Ereignis; er drängt sich ins Ereignis, filmt die Reaktion und verkauft die selbst erzeugte Eskalation anschließend als Beweis für die Bosheit der anderen.
Im August 2026 ist Westfals bevorzugte Bühne der Landtagswahlkampf von Ulrich Siegmund. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In den Wochen davor streamt Westfal Siegmunds Infostände, Bürgerdialoge und Grillfeste, schneidet wohlwollende Clips und greift Journalisten an, die dem AfD-Spitzenkandidaten weniger freundlich begegnen.
Kein belegter Arbeitsvertrag – aber ziemlich viel Wahlkampfarbeit
Die saubere Einschränkung zuerst: Es gibt derzeit keinen öffentlich belastbaren Nachweis, dass Westfal zum offiziellen Wahlkampfteam Siegmunds gehört. Kein Vertrag, kein Honorar, kein Parteiamt, keine belastbare Bestätigung durch Siegmund oder die AfD Sachsen-Anhalt. Auch der Account „Team Siegmund“ nennt sich auf X selbst eine „Community“, nicht die offizielle Wahlkampfzentrale.
Wer daraus allerdings politische Distanz konstruieren möchte, muss sehr angestrengt wegsehen. Am 13. August erschien Westfals Video „Ulrich Siegmund: Vom Volk fürs Volk“ als ausdrückliche YouTube-Kollaboration von „Aktivist Mann“ und „Team siegmund“. Danach folgten Liveübertragungen und Clips aus Zerbst, Dessau, Oranienbaum, Bad Dürrenberg, Querfurt und Quedlinburg. Auf Telegram bat Westfal seine Anhänger sogar um „Spiegel Ausgaben mit Ulli“, während Siegmund solche Hefte signierte.
Am 23. August erklärte Westfal in einem Video aus Quedlinburg, er wolle „auf keinen Fall irgendwie der AfD schaden“. Das ist keine formale Aufnahmebestätigung. Es ist aber eine bemerkenswert offene Beschreibung der eigenen publizistischen Leitplanke.
Westfal ist damit nicht als bezahlter Mitarbeiter belegt, wohl aber als nützlicher, loyaler und reichweitenstarker Begleiter im Wahlkampfumfeld. Ob Geld fließt, ist offen. Was fließt, sind Bilder, Feindbilder und Klicks.

Der Reporter als Jagdkulisse
Wie diese Arbeit aussieht, lässt sich in Westfals eigenen Uploads studieren. Am 17. August bedrängte er Markus Wölk von der Altmark-Zeitung mit Fragen nach dessen politischer Haltung, Wahlentscheidung und der Reichweite seiner Zeitung. Nachdem Wölk ihn einen „YouTube-Dödel“ genannt hatte, revanchierte sich Westfal. Später forderte er seine Zuschauer auf, das „altmärkische Drecksblatt“ zu lesen und zu schauen, was „der Dödel“ schreibe. Anschließend legte er nach: Die Zuschauer könnten am nächsten Tag auf Instagram „überall in den Kommentaren schreiben“, wie sie Wölks Berichterstattung fänden. (Video)
Das ist keine neugierige Befragung. Das ist ein digitales Treibenlassen: erst den Gegner markieren, dann das Publikum auf die Kommentarspalten aufmerksam machen und sich anschließend vermutlich wundern, wenn dort kein Presseclub entsteht.
Zwei Tage zuvor war Westfal Mitarbeitern von WELT und WDR mit Kamera und Mikrofon nachgegangen und hatte ihre Redaktionen als „Luschensender“ und „Lügenmedien“ beschimpft. Einem Medienvertreter rief er zu: „Ihr könnt für ein für alle Mal verschwinden aus Deutschland.“ (Video)
Am 23. August stellte er dem RBB-Reporter Olaf Sundermeyer Fragen wie „Warum sind Sie linksextrem?“ und „Was haben Sie gegen das deutsche Volk?“. Danach räumte Westfal selbst ein, er werde in letzter Zeit „ein bisschen garstiger“, habe vielleicht zu viel Emotion gezeigt und das Mikrofon zu nah gehalten. Die Selbstkritik hielt ungefähr bis zur nächsten Rechtfertigung: Der Spiegel habe es „nicht anders verdient“. (Video)
Ein weiteres, am 22. August von der Facebook-Seite „Gegen die Alternative für Deutschland“ veröffentlichtes 55,7-Sekunden-Reel zeigt das Geschäftsmodell in seiner Kurzform. Westfal und ein Reporter stehen sich mit Mikrofonen auf Armlänge gegenüber. Im Ton fallen eine mögliche „saftige Anzeige“, die Frage, wie viele Millionen die Medien von Bill Gates bekommen hätten, und mehrfach „Nicht anfassen, Alter“ sowie „Fass mich nicht an“.
Die veröffentlichende Seite überschreibt den Clip mit dem Vorwurf, AfD-Medienvertreter provozierten Gewalt. Journalismus wird hier zum Kontaktsport – und das Regelbuch schreibt praktischerweise der Mann, der zugleich filmt, anklagt und den fertigen Empörungsclip verkauft.

Der Mann kommt nicht aus dem politischen Nichts
Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen beschrieb Westfal bereits im Bericht für 2022 als „relevanten Multiplikator“ in der Szene der Delegitimierer. Die Behörde dokumentierte Kontakte in weite Bereiche der Delegitimierer- und rechtsextremistischen Szene, eine Zusammenarbeit mit dem rechtsextremen „Volkslehrer“ Nikolai Nerling und ein Musikvideo mit dem Sänger der Rechtsrockband Kategorie C. Bekannt geworden sei Westfal durch seine Liveberichterstattung von der Besetzung der Reichstagstreppen am 29. August 2020. (Verfassungsschutzbericht NRW 2022, S. 151)
CORRECTIV dokumentierte 2021, wie Westfal einen irreführenden Bericht aus einer Corona-Station verbreitete; der Klinikleiter sagte, der Pfleger sei „einem rechten Youtuber auf den Leim gegangen“. Die Neue Westfälische porträtierte Westfal damals als selbsternannten Journalisten aus der Querdenker-Szene, der Falschinformationen und Verschwörungserzählungen verbreite. (CORRECTIV, Neue Westfälische)
Das ist wichtig, weil Siegmunds Wahlkampf Westfal keine neue politische Heimat gibt. Er bietet ihm eine neue Kulisse.

„Solidarität mit Ursula Haverbeck“
Besonders eindeutig wird Westfals politisches Koordinatensystem dort, wo es um die mehrfach verurteilte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck geht. Die 2024 verstorbene Rechtsextremistin war über Jahre wegen Holocaustleugnung und Volksverhetzung verurteilt worden; noch im Juni 2024 sprach das Landgericht Hamburg sie erneut der Volksverhetzung schuldig. (NDR)
Westfal berichtete darüber nicht bloß neutral. Er verlinkte 2021 das 49-minütige Panorama-Interview unter der Überschrift mit Haverbecks Satz „Den Holocaust gab es nicht“ und fragte, ob auch er ein solches Interview führen dürfe. Im Februar 2022 teilte er einen Beitrag des damaligen Kanals der Partei „Die Rechte“, der Solidarität forderte. Am 18. März 2022 schrieb er selbst: „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ und „Diese Frau darf nicht ins Gefängnis“. Am 1. April erklärte er eine geforderte Haftstrafe in Großbuchstaben für „UNGERECHT“. Im Oktober desselben Jahres kommentierte er, alles andere als Haverbecks Freiheit wäre „eine Schande“. Nach ihrem Tod schrieb er: „Ruhe in Frieden Ursula Haverbeck.“ (Beleg 1, Beleg 2, Beleg 3, Beleg 4, Beleg 5)
Was damit belegt ist: Westfal verteidigte Haverbeck wiederholt und machte aus der verurteilten Holocaustleugnerin eine angeblich verfolgte alte Dame. Was damit nicht belegt ist: dass Westfal den Holocaust selbst geleugnet hat. Politisch macht das seine Haverbeck-Solidarität nicht appetitlicher.

Wenn „Juden“ in Anführungszeichen stehen
Nicht jede Erwähnung von Juden ist antisemitisch, und nicht jede Kritik an Israel oder einer jüdischen Organisation ist es. Auf Westfals Kanal finden sich jedoch Beiträge, die weit über diese Art von sachliches Kritik hinausgehen.
Im Januar 2022 verbreitete der Kanal einen Text, wonach Äußerungen des Zentralrats der Juden Theorien Vorschub leisten könnten, „dass die Zionisten hinter dem tiefen Staat stecken“. Eine beigefügte Klarstellung behauptete, der Text richte sich nicht gegen Juden. Das ändert nichts daran, dass der verschwörungsideologische Topos in die Welt gesetzt wurde. Im März 2022 erschien in Ich-Form ein Beitrag über das Menorah Center in Dnipro: Westfals „Fazit“ lautete „Voller Kabbala-, Talmud- und Freimaurersymbolik“, verbunden mit einer Erzählung über einen angeblich notwendigen Weltkrieg vor der Ankunft des Messias. Im April verbreitete sein Kanal aus dem „Volkslehrer“-Umfeld die Frage, ob orthodoxe Juden, die den Holocaust bestritten oder relativierten, nach deutschem Recht ebenfalls Volksverhetzer seien. (Telegram Januar, Telegram März, Telegram April)
Die nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance nennt Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder jüdische Kontrolle gesellschaftlicher Institutionen als antisemitische Beispiele; Holocaustleugnung gilt ihr als Ausdruck von Antisemitismus. (IHRA, IHRA zu Holocaustleugnung)
Die vorsichtige, aber klare Bewertung lautet deshalb: Westfals Kanal verbreitete antisemitische Verschwörungsmotive und Material, das Holocaustleugnung relativiert oder zur bloßen Meinungsfreiheitsfrage umetikettiert. Eine eigene Holocaustleugnung Westfals ist mit dem geprüften Material nicht nachgewiesen.

Das Bier, Hitler und die notwendige Korrektur
Am 22. August veröffentlichte die Facebook-Seite „Moers ist Bunt, nicht Braun“ ein 46 Sekunden langes Reel. Es zeigt Westfal an einem Bierstand. Der Begleittext spricht von Besuchern eines AfD-Sommerfests und davon, dass jemand Westfal ein Bier bezahlt habe. Gegen Ende äußert sich ein anderer Mann positiv über Hitler und erklärt die Bemerkung anschließend zum Spaß.
Westphal widerspricht sofort, fragt zweimal, ob das ein Witz gewesen sei, und nennt es schließlich einen „dummen Spaß“. Es belegt eine Hitler-verherrlichende beziehungsweise Hitler-positive Äußerung eines Dritten in seinem unmittelbaren Aufnahmeumfeld – und Westfals sichtbare, etwas halbherzige, Distanzierung davon. Was natürlich Sinn macht, wenn die Kamera mitläuft. Ort, Veranstaltung und Identität der Männer sind über den Begleittext hinaus noch nicht unabhängig bestätigt. (Facebook-Reel)

Das Netzwerk hinter den freundlichen Bildern
Die folgende Darstellung zeigt die AfD Sachsen-Anhalt als zentralen Knoten des dokumentierten Netzwerks. Sichtbar werden die belegten Verbindungen zu Ulrich Siegmund und weiteren Funktionären beziehungsweise Mitarbeitern, zu Matthäus Westfal („Aktivist Mann“) und Team Siegmund sowie zu Ursula Haverbeck, Nikolai Nerling, Kategorie C und Akteuren mit früheren HDJ- oder Identitären-Bezügen. Gemeinsames Auftreten, politische Nähe, Beschäftigung, Unterstützung, Kritik und formale Mitgliedschaft bleiben als unterschiedliche Beziehungstypen getrennt.
Vor diesem Hintergrund bekommt auch die Ankündigung des AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, eine besondere Note: Sollte seine Partei die Regierung übernehmen, will er die Zukunft des Landesverfassungsschutzes „ergebnisoffen“ prüfen. In der AfD gebe es sowohl Überlegungen, die Behörde ganz abzuschaffen, als auch, sie auf ihre angeblich „eigentlichen Aufgaben“ zurückzuführen. Ausgerechnet ein Landesverband, der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, könnte damit künftig über Zuschnitt und Existenz der Behörde entscheiden, die ihn beobachtet.
Im Lichte der politischen Akteure und Milieus in Siegmunds Umfeld wirkt diese Ankündigung jedenfalls nicht wie eine abstrakte Verwaltungsreform.
AfD Sachsen-Anhalt, Aktivist Mann und andere Akteure
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Quellen und dokumentierte Verbindungen
Dokumentierte Verbindungen
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Matthäus Westfal — trat gemeinsam auf mit → Ursula Haverbeck
Ein von Westfal am 18. März 2022 veröffentlichter Telegram-Beitrag zeigt ihn gemeinsam mit Ursula Haverbeck; Nikolai Nerling ist im Hintergrund zu sehen. Damit sind mindestens eine persönliche Begegnung und ein gemeinsames Auftreten belegt. Eine formale oder darüber hinausgehende organisatorische Zusammenarbeit zwischen Westfal und Haverbeck wird nicht behauptet.
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Matthäus Westfal — unterstützte → Ursula Haverbeck
Westfal veröffentlichte 2022 wiederholt solidarische und positive Telegram-Beiträge zu Ursula Haverbeck, darunter „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ und Kritik an ihrer Haft. Ein Telegram-Foto vom 18. März 2022 zeigt Westfal gemeinsam mit Haverbeck; Nikolai Nerling ist im Hintergrund zu sehen. Belegt sind öffentliche Unterstützung und mindestens eine persönliche Begegnung beziehungsweise ein gemeinsames Auftreten. Diese Beziehung bildet die Unterstützung ab; eine darüber hinausgehende organisatorische Zusammenarbeit mit Haverbeck ist nicht belegt.
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Team Siegmund — unterstützte → Ulrich Siegmund
„Team siegmund“ tritt in der YouTube-Primärquelle gemeinsam mit Aktivist Mann als Kollaborateur eines positiven Porträtvideos über Ulrich Siegmund auf. Erfasst wird politische Unterstützung/Kampagnenbezug; die Rechtsform des Teams bleibt offen.
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Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) — öffentlicher Behördenkontext → Rechtsextremismus
Das BfV-Gutachten behandelt die Identitäre Bewegung Deutschland als rechtsextremistischen Zusammenhang und dokumentiert einschlägige politische sowie personelle Bezüge.
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Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) — öffentlicher Behördenkontext → Rechtsextremismus
Das BfV-Gutachten behandelt die Heimattreue Deutsche Jugend als rechtsextremistische und 2009 verbotene Jugendorganisation.
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Kategorie C — öffentlicher Behördenkontext → Rechtsextremismus
Der NRW-Verfassungsschutzbericht bezeichnet Kategorie C als Rechtsrockband. Die Beziehung dient der Einordnung des dokumentierten Musikvideos mit dem Sänger der Band.
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Nikolai Nerling — öffentlicher Behördenkontext → Rechtsextremismus
Der NRW-Verfassungsschutzbericht bezeichnet Nikolai Nerling („Der Volkslehrer“) als rechtsextremistischen Social-Media-Aktivisten.
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Ursula Haverbeck — sonstige Beziehung → Rechtsextremismus
NDR Panorama ordnet Ursula Haverbeck als rechtsextremistische Aktivistin und wiederholt verurteilte Holocaustleugnerin ein. Diese Einordnung dient dem Kontext der von Westfal veröffentlichten Solidaritätsbeiträge.
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Hans-Thomas Tillschneider — politische Beziehung → Identitäre Bewegung Deutschland (IBD)
Das BfV-Gutachten beschreibt Hans-Thomas Tillschneiders offensichtliche politische Nähe zur Identitären Bewegung, darunter öffentliche Solidarität, gemeinsame Veranstaltungen und räumliche Nähe. Erfasst wird politische Nähe; eine Mitgliedschaft wird nicht behauptet.
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Filmkunstkollektiv — sonstige Beziehung → Identitäre Bewegung Deutschland (IBD)
CORRECTIV dokumentiert bei einzelnen Beteiligten des Filmkunstkollektivs frühere beziehungsweise fortbestehende Bezüge zur Identitären Bewegung und weiteren rechtsextremen Zusammenhängen. Erfasst werden personelle/biografische Überschneidungen, keine formale Organisationsidentität.
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Filmkunstkollektiv — politische Beziehung → AfD Sachsen-Anhalt
CORRECTIV dokumentiert, dass das Filmkunstkollektiv Kampagnenmaterial für die AfD Sachsen-Anhalt produziert und die Partei dieses nutzt. Erfasst wird politische Medienzusammenarbeit; konkrete Vertrags- oder Zahlungsbehauptungen werden nicht übernommen.
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Filmkunstkollektiv — politische Beziehung → Ulrich Siegmund
CORRECTIV dokumentiert eine mehrjährige Medien- und Kampagnenzusammenarbeit des Filmkunstkollektivs mit Ulrich Siegmund. Erfasst wird politische Medienproduktion; ein Arbeitsverhältnis sämtlicher Beteiligter oder konkrete Zahlungen werden ohne Primärbeleg nicht behauptet.
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Dorian S. — öffentlicher politischer Rollenkontext → Ulrich Siegmund
MDR INVESTIGATIV berichtet, Dorian S. sei dem AfD-Landesvorstand persönlich von Ulrich Siegmund für die Betreuung des Internetauftritts vorgeschlagen worden. Erfasst wird diese belegte Empfehlung; Arbeitgeber ist der Landesverband, nicht Siegmund persönlich.
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Dorian S. — sonstige Beziehung → Identitäre Bewegung Deutschland (IBD)
MDR INVESTIGATIV dokumentiert Dorian S. als früher öffentlich und nach eigener Darstellung in der Identitären Bewegung aktiven Rechtsextremisten. Erfasst wird die frühere Aktivität; eine fortbestehende oder formale Mitgliedschaft wird nicht behauptet.
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Dorian S. — arbeitet für → AfD Sachsen-Anhalt
MDR INVESTIGATIV dokumentiert Dorian S. als seit September 2025 für den Internetauftritt der AfD Sachsen-Anhalt tätig; vorgeschlagen wurde er demnach persönlich von Ulrich Siegmund. Eine AfD-Mitgliedschaft wird nicht behauptet.
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Felix Willer — arbeitete für → Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ)
Das BfV-Gutachten dokumentiert Felix Willer als früheren Leiter des HDJ-Bereichs „HALT“. Es handelt sich um eine historische Funktion vor dem Verbot der HDJ.
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Felix Willer — arbeitet für → AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
CORRECTIV dokumentiert Felix Willer als Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt. Die aktuelle Tätigkeit wird getrennt von seiner früheren HDJ-Funktion erfasst.
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Laurens Nothdurft — leitet → Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ)
Das BfV-Gutachten und CORRECTIV dokumentieren Nothdurft als früheren zweiten Bundesführer beziehungsweise zeitweiligen Leiter der HDJ. Es handelt sich um eine historische Führungsfunktion.
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Laurens Nothdurft — arbeitet für → AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
CORRECTIV dokumentiert Laurens Nothdurft als Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt. Die aktuelle Tätigkeit wird getrennt von seiner früheren Führungsfunktion in der HDJ erfasst.
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Patrick Harr — arbeitete für → Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ)
Das BfV-Gutachten und CORRECTIV dokumentieren Patrick Harr als früheren HDJ-Funktionär („Leiter Beschaffung“). Es handelt sich um eine historische Funktion vor dem Verbot der HDJ, nicht um eine heutige Organisationszugehörigkeit.
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Patrick Harr — arbeitet für → AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
CORRECTIV dokumentiert Patrick Harr als Pressesprecher beziehungsweise Funktionsträger der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt. Die aktuelle Tätigkeit wird getrennt von seiner früheren HDJ-Funktion erfasst.
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Ulrich Siegmund — aktuelle Führungsrolle → AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
Das offizielle Fraktionsimpressum nennt Ulrich Siegmund als Co-Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt.
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Ulrich Siegmund — aktuelle Führungsrolle → AfD Sachsen-Anhalt
Ulrich Siegmund ist laut offizieller Landtagsbiografie Landesvorstandsmitglied der AfD Sachsen-Anhalt.
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AfD Sachsen-Anhalt — öffentlicher Behördenkontext → Rechtsextremismus
Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stufte den AfD-Landesverband am 7. November 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Erfasst wird die amtliche Einstufung des Landesverbands, nicht automatisch eine individuelle Einstufung jedes Mitglieds.
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Nikolai Nerling — nahm teil an → Pro-russische Demonstration in Berlin – 05.02.2023
democ dokumentierte Nikolai Nerling am 5. Februar 2023 bei der prorussischen Demonstration vor dem Bundestag.
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Matthäus Westfal — nahm teil an → Pro-russische Demonstration in Berlin – 05.02.2023
democ dokumentierte Matthäus Westfal am 5. Februar 2023 bei einer prorussischen Demonstration vor dem Bundestag. Belegt ist die Teilnahme/Anwesenheit; eine Veranstalterrolle oder russische Steuerung ist nicht belegt.
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Matthäus Westfal — trat gemeinsam auf mit → Kategorie C
Der NRW-Verfassungsschutzbericht 2022 dokumentiert ein Musikvideo Westfals mit dem Sänger der Rechtsrockband Kategorie C. Erfasst wird dieses gemeinsame Medienprojekt; Westfal war dadurch kein Bandmitglied.
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Matthäus Westfal — trat gemeinsam auf mit → Nikolai Nerling
Der NRW-Verfassungsschutzbericht 2022 dokumentiert eine Zusammenarbeit Westfals mit Nikolai Nerling; democ dokumentiert beide bei derselben prorussischen Demonstration 2023. Erfasst werden Zusammenarbeit und gemeinsames Auftreten, keine gemeinsame Organisationsmitgliedschaft.
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Matthäus Westfal — kritisierte → BSW Sachsen-Anhalt
Westfal bewarb am 15. August 2026 einen Beitrag Ulrich Siegmunds mit der Aussage „Warum man das BSW NICHT wählt“ und markierte die AfD Sachsen-Anhalt. Dies ist eine negative politische Bezugnahme auf das BSW, keine Mitgliedschaft oder organisatorische Verbindung zum BSW.
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Matthäus Westfal — politische Beziehung → AfD Sachsen-Anhalt
Westfal erklärt öffentlich, er wolle der AfD „auf keinen Fall“ schaden, markiert die AfD Sachsen-Anhalt und produziert positive Kampagnenberichterstattung im Umfeld Ulrich Siegmunds. Belegt ist politische Nähe/positive Bezugnahme; nicht belegt sind Mitgliedschaft, Vertrag oder Bezahlung.
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Matthäus Westfal — trat gemeinsam auf mit → Team Siegmund
YouTube führt „Aktivist Mann“ und „Team siegmund“ ausdrücklich als Kollaborateure des Videos „Ulrich Siegmund: Vom Volk fürs Volk“. Erfasst wird diese Plattform-Kollaboration; eine formale Teamzugehörigkeit Westfals ist nicht belegt.
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Matthäus Westfal — trat gemeinsam auf mit → Ulrich Siegmund
Westfal filmte und verbreitete 2026 Inhalte mit beziehungsweise über Ulrich Siegmund; YouTube weist eine Kollaboration mit Team Siegmund aus und Westfal bezeichnet weiteres Siegmund-Material als „MEIN VIDEO“. Belegt ist gemeinsames mediales Auftreten/Kampagnenberichterstattung, nicht ein Arbeitsvertrag oder eine offizielle Teamfunktion.
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Hans-Thomas Tillschneider — Mitglied von → AfD Sachsen-Anhalt
AfD-Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt; konkrete Russlandkontakte werden separat über Ereignisse abgebildet.
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Daniel Wald — Mitglied von → AfD Sachsen-Anhalt
Daniel Wald ist AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt.
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Frank Otto Lizureck — Mitglied von → AfD Sachsen-Anhalt
Frank Otto Lizureck ist AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt.
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Florian Schröder — Mitglied von → AfD Sachsen-Anhalt
Florian Schröder ist AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt.
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Hans-Thomas Tillschneider — nahm teil an → AfD-Russland-/Donbass-Reise 2022
Hans-Thomas Tillschneider begann die Reise über Russland; die geplante Etappe in besetzte ukrainische Gebiete wurde abgebrochen.
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Daniel Wald — nahm teil an → AfD-Russland-/Donbass-Reise 2022
Daniel Wald nahm an der begonnenen Reise teil.
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AfD Sachsen-Anhalt — unterstützte → AfD-Russland-/Donbass-Reise 2022
Nach dem Landtagsprotokoll waren Reise und Kosten in der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt vorab abgestimmt; Flug- und Übernachtungskosten wurden übernommen.
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Hans-Thomas Tillschneider — nahm teil an → AfD-Reise nach Kaliningrad 2024
Tillschneider reiste nach Kaliningrad und warb im russischen Regionalfernsehen für deutsch-russische Freundschaft.
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Frank Otto Lizureck — nahm teil an → AfD-Reise nach Kaliningrad 2024
Lizureck nahm an der Kaliningrad-Reise teil.
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AfD Sachsen-Anhalt — politische Beziehung → AfD-Reise nach Kaliningrad 2024
Die Einladung ging nach Tillschneiders Angaben an Mitglieder der AfD Sachsen-Anhalt; mindestens 18 AfD-Mitglieder nahmen teil.
Verzeichnis der veröffentlichten Quellen
- AfD-Abgeordnete bei Putin-Ehrung in russischer Botschaft
Dokumentiert Tillschneider, Lizureck und Schröder aus Sachsen-Anhalt sowie Elsässer und Botschafter Netschajew bei der COMPACT-Veranstaltung.
- AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt: Impressum und Fraktionsvorsitz
Offizielle Primärquelle. Nennt Oliver Kirchner und Ulrich Siegmund als Fraktionsvorsitzende.
- BfV-Gutachten zur AfD: HDJ-Vorläufe und Nähe zur Identitären Bewegung
Amtliches Gutachten. Dokumentiert frühere HDJ-Funktionen von Laurens Nothdurft, Patrick Harr und Felix Willer sowie die politische Nähe Hans-Thomas Tillschneiders zur Identitären Bewegung. Die PDF-Kopie liegt auf der AfD-Webseite; Urheber des Gutachtens ist das BfV.
- CORRECTIV: Filmkunstkollektiv produziert Kampagnenmaterial für Ulrich Siegmund
Investigative Sekundärquelle. Dokumentiert eine mehrjährige Medien- und Kampagnenzusammenarbeit des Filmkunstkollektivs mit Siegmund/AfD Sachsen-Anhalt und rechtsextreme beziehungsweise IB-Hintergründe einzelner Beteiligter. Konkrete Vertrags- oder Zahlungsbehauptungen werden nicht übernommen.
- CORRECTIV: Siegmunds Umfeld und frühere HDJ-Funktionäre
Investigative Sekundärquelle. Dokumentiert aktuelle Tätigkeiten von Laurens Nothdurft, Patrick Harr und Felix Willer für die AfD in Sachsen-Anhalt und deren frühere HDJ-Funktionen; außerdem den politischen Kontext um Ulrich Siegmund.
- democ: Pro-russische Demonstration in Berlin am 5. Februar 2023
Seriöse Monitoring- und Bildquelle. Dokumentiert Matthäus Westfal, Nikolai Nerling und COMPACT bei einer prorussischen Demonstration vor dem Bundestag. Belegt Anwesenheit/Teilnahme, weder eine Veranstalterrolle Westfals noch russische Steuerung.
- Innenministerium Sachsen-Anhalt: AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung
Amtliche Quelle. Der Landesverfassungsschutz bestätigt die Einstufung der AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung und begründet sie unter anderem mit Agitation gegen Menschenwürde und Demokratieprinzip.
- Landtag Sachsen-Anhalt: Biografie Ulrich Siegmund
Offizielle Primärquelle zu Siegmunds Mandat und seiner Funktion als Landesvorstandsmitglied der AfD Sachsen-Anhalt.
- Landtag Sachsen-Anhalt: Missbilligung der Russland-/Donbass-Reise 2022
Offizielles Plenartranskript zur Reise Tillschneider/Wald/Blex; dokumentiert Planung, Kostenübernahme der AfD-Fraktion und Abbruch der Donbass-Etappe.
- Landtag Sachsen-Anhalt: Tillschneiders Rechtfertigung der Reise
Offizielles Transkript mit Tillschneiders eigenen Aussagen zum Donbass und seiner Einordnung des Krieges.
- MDR INVESTIGATIV: Rechtsextremer Aktivist arbeitet für AfD Sachsen-Anhalt
Seriöse Sekundärquelle. Dokumentiert Dorian S. als seit September 2025 für den AfD-Landesverband tätig, seine persönliche Empfehlung durch Ulrich Siegmund sowie frühere öffentliche Aktivitäten in Identitärer Bewegung und Autonomen Nationalisten. Eine AfD-Mitgliedschaft wird nicht behauptet.
- NDR Panorama: Holocaust-Leugnerin Haverbeck verurteilt
Seriöse Sekundärquelle zur rechtsextremistischen Einordnung und zu wiederholten Verurteilungen Haverbecks wegen Volksverhetzung beziehungsweise Holocaustleugnung.
- NRW-Verfassungsschutzbericht 2022: Matthäus Westfal („Aktivist Mann“)
Amtlicher Bericht, Druckseite 151: nennt Matthäus W. als „Aktivist-Mann“, relevanten Multiplikator der Delegitimierer-Szene, dokumentiert Kontakte in rechtsextreme Szenen, Zusammenarbeit mit Nikolai Nerling und ein Musikvideo mit dem Sänger von Kategorie C. Berichtsjahr 2022; Landtagsvorlage April 2023.
- t-online: Russlandreisen von AfD-Abgeordneten
Chronologie unter anderem zu Tillschneider, Wald, Lizureck, Schröder, Kaliningrad, russischer Botschaft und dem Voice-of-Europe-Umfeld.
- Telegram: Aktivist Mann – „ICH FINDE DAS UNGERECHT“ zu Haverbeck
Primärquelle. Westfal kommentiert die beantragte Haftstrafe gegen Ursula Haverbeck mit „ICH FINDE DAS UNGERECHT!!!“. Belegt positive beziehungsweise solidarische Bezugnahme.
- Telegram: Aktivist Mann – „Solidarität mit Ursula Haverbeck“
Primärquelle. Der Telegram-Beitrag zeigt Matthäus Westfal gemeinsam mit Ursula Haverbeck; Nikolai Nerling ist im Hintergrund zu sehen. Westfal schreibt „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ und „Diese Frau darf nicht ins Gefängnis!“. Belegt sind eine persönliche Begegnung beziehungsweise ein gemeinsames Auftreten und öffentliche Unterstützung; eine darüber hinausgehende organisatorische Zusammenarbeit mit Haverbeck ist nicht belegt.
- Telegram: Aktivist Mann zur möglichen Haftverschonung Haverbecks
Primärquelle. Westfal schreibt, alles andere als ein Verbleib Haverbecks auf freiem Fuß wäre „eine Schande“. Belegt wiederholte positive Bezugnahme.
- X: Aktivist Mann bezeichnet Siegmund-Aufnahme als „MEIN VIDEO“
Primärquelle. Westfal erklärt, das an diesem Tag bei Ulrich Siegmund gefilmte Material sei sein Video, und markiert Ulrich Siegmund sowie die AfD Sachsen-Anhalt. Belegt eigenes Filmen und politische Kampagnenberichterstattung.
- X: Aktivist Mann/Ulrich Siegmund – „Warum man das BSW NICHT wählt“
Primärquelle. Westfal bewirbt einen Beitrag Ulrich Siegmunds gegen das BSW und markiert die AfD Sachsen-Anhalt. Belegt negative politische Bezugnahme auf das BSW, keine Verbindung oder Mitgliedschaft im BSW.
- YouTube: Aktivist Mann – „Bin ich wirklich son böser Aktivist, Mann?“
Primärquelle. Ab 05:06 erklärt Westfal, er wolle „auf keinen Fall irgendwie der AfD schaden“. Belegt positive politische Bezugnahme, nicht Mitgliedschaft, Vertrag oder Bezahlung.
- YouTube: Aktivist Mann und Team Siegmund – „Ulrich Siegmund: Vom Volk fürs Volk“
Primärquelle. YouTube weist „Aktivist Mann“ und „Team siegmund“ ausdrücklich als Kollaborateure des Videos aus. Belegt gemeinsame Medienproduktion beziehungsweise Plattform-Kollaboration, keine Beschäftigung oder formale Teamfunktion.
Nützlich ohne Dienstausweis
Siegmunds Wahlkampf wird bereits professionell von Rechtsaußen-Medienleuten inszeniert. CORRECTIV dokumentierte am 17. August die Rolle des „Filmkunstkollektivs“, dessen Aktivisten aus der Identitären Bewegung und anderen Teilen des rechtsextremen Vorfelds stammen sollen. Westfal wird dort nicht als Mitglied dieses Teams genannt (CORRECTIV).
Er erfüllt trotzdem eine klare Funktion: Er liefert Siegmund freundliche Bilder, macht kritische Journalisten zu Bösewichten, verteilt die Clips über YouTube, Telegram, Facebook und X und erklärt offen, der AfD nicht schaden zu wollen. Dafür braucht man keinen Dienstausweis. Man braucht Zugang, Termine, ein Publikum und die Gewissheit, im passenden Moment nah genug an Kandidat und Gegner heranzukommen.
Eine formale Teammitgliedschaft bleibt unbewiesen. Die politische Nähe ist dagegen keine Vermutung, sondern eine täglich aktualisierte Playlist auf YouTube.
Westfal ist im Umfeld Siegmunds nicht einmal der historisch belastetste Fall: Laut CORRECTIV zählen dazu auch Patrick Harr, Pressesprecher und Fraktionsgeschäftsführer, sowie Laurens Nothdurft, Fraktionsmitarbeiter und früherer Prozessvertreter Siegmunds. Beide gehörten früher der 2009 verbotenen Neonaziorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) an; in einem 2019 von der AfD veröffentlichten BfV-Gutachten wird Harr als ehemaliger HDJ-Funktionär und Nothdurft als zeitweiliger Leiter des Verbands genannt.
Die AfD Sachsen-Anhalt erklärte zu diesen HDJ-Vergangenheiten, Personal werde nach Können, fachlicher Eignung und vor allem Vertrauen ausgewählt – angesichts solcher Lebensläufe klingt das weniger nach Entlastung als nach einem Geständnis mit Briefkopf.
Wer Siegmund als freundlichen Landesvater inszenieren will, bekommt von Westfal die Begleitmusik: ein bisschen Volksgefühl, sehr viel Medienhass und im Archiv die Solidarität mit einer Holocaustleugnerin.
Das nennt Westfal Gonzo. Treffender wäre: Wahlkampfpropaganda mit eingebautem Beißreflex.
Eine öffentliche Distanzierung der AfD Sachsen-Anhalt oder Ulrich Siegmunds von dem Gonzo-Propagandisten konnten wir bis zum 23. August 2026 weder auf den von uns geprüften offiziellen Websites von Landesverband, Landtagsfraktion und Siegmunds Kampagne noch in öffentlich auffindbaren Beiträgen auf Facebook, Instagram, X und YouTube finden.
Dafür sendet Westfal weiterhin von Siegmunds Wahlkampfterminen.
Offenbar ist er der Partei nah genug für nützliche Kamerabilder – und offiziell fern genug, damit hinterher niemand Verantwortung übernehmen muss.
Anderswo hieße das Schmuddelecke. Bei der AfD Sachsen-Anhalt darf es sich offenbar Medienstrategie nennen.
Andere Beiträge der Ruhrbarone zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und zur Problemzone Ost:
Russlands nützliche Netzwerke: Wo sich AfD, BSW und Kreml-Propaganda berühren
Was würde eine AfD-Regierung für das jüdische Leben in Sachsen-Anhalt bedeuten?
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