WDR: Wokeness-Blamage mit Schimanski-Warnung


Als 1981 mit „Duisburg Ruhrort“ der erste Schimanski-Tatort im Fernsehen lief, war die Aufregung groß. Die Stadt sah sich falsch dargestellt, der Chef der Duisburger Mordkommission, Dagobert Allhorn, sagte: „Bei mir dürfte dieser Mann nicht mal Fahrrad-Diebstähle bearbeiten.“  Schimanski fluchte, soff und die Dienstvorschriften waren ihm egal. Viele, die im Ruhrgebiet lebten, fanden durch den Prollermittler und die letztendlich ja nur realistischen Trümmerbilder das Ruhrgebiet erstmals als ein wenig „cool“ gezeichnet. Klar, das Revier war der Hinterhof der Republik, aber wenigstens im Fernsehen nicht langweilig. Und der WDR saß die Kritik aus, auch wenn die Stadt Duisburg zeitweise sogar die Dreharbeiten boykottieren wollte. Ärger war der Sender gewohnt. Er hatte die Tetzlaff-Show „Ein Herz und eine Seele“ gesendet, Klimbim und später Schmidteinander, alles Sendungen die für Aufregung, aber auch anarchische Unterhaltung standen.

Das ist alles lange her. Fernsehen schaut fast nur noch, wer weder Netflix noch Prime hat und der WDR wirkt wie die ausgelagerte PR-Abteilung der Grün*innen. Nur ab und an, wenn ein Tatort kommt, kann man sich den Sender anschauen. Oder jetzt, wo die alten Schimanski-Folgen in HD in der Mediathek laufen. Und was sieht man, wenn man Duisburg-Ruhrort anschauen möchte? Erst einmal einen Warnhinweis: „Das folgende fiktionale Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung“.

Es wird Zeit, dass der WDR Teil der Fernsehgeschichte wird. Die drei Buchstaben stehen längst für Wokedeutscher Rundfunk. Jeden Cent an Zwangsgebühren, den man an diesem Sender zahlt, ist in Dosenbier besser angelegt.

Entdeckt hat den peinlichen Warnhinweis Ingo Way

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30 Kommentare

  1. #1 | Peter sagt am 9. Dezember 2021 um 15:29 Uhr

    Es wird Zeit für Triggerwarnung-ception.
    "Die folgende Warnung könnte zart besaitete Anti-Wokeness-Warriors zu spontanen Wutbeiträgen im Internet verleiten"

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 9. Dezember 2021 um 15:30 Uhr

    @Peter: Oder einfach die Zwangsgebühren abschaffen. Wenn der WDR aufhört bei mir zu schnorren, ist mir egal was er macht.

  3. #3 | Emscher-Lippizianer sagt am 9. Dezember 2021 um 15:58 Uhr

    @Stefan Laurin
    #2

    Ich halte den Euphemismus "schnorren" für unangebracht. Es handelt sich hier um eine mafiaoide, schutzgeldartige Zwangsgebühr, die abgepresst wird. "Schnorren'" ist als Adjektiv da unpassend.

  4. #4 | Uta Rotermund sagt am 9. Dezember 2021 um 16:02 Uhr

    Ich verstehe den ersten Satz nicht . "Die Stadt sah dargestellt…" ?
    Muss es nicht heissen : "Die Stadt sei blossgestellt …" ?! Dann gibt auch der nachfolgende Satz Sinn.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 9. Dezember 2021 um 16:20 Uhr

    @Uta Rotermund: Danke, habe ich geändert.

  6. #6 | thomas.weigle sagt am 9. Dezember 2021 um 17:43 Uhr

    Eine Woche in der die Ruhrbarone den WDR auch aus nichtigsten Gründen nicht anpissen,ist eine verlorene Woche, gelle? Meine Güte, kriegt euch mal wieder ein. Kleiner Sendetip: WATAHA-Einsatz an der Grenze Europas.

  7. #7 | Hollis Brown sagt am 9. Dezember 2021 um 20:18 Uhr

    WDR? Ist das nicht eines von diesen merkwürdigen Fernsehprogrammen aus der Steinzeit, für die ich gezwungenermaßen alle drei Monate 55,08 EUR bezahlen muss? Einfach beim Fernseher aus der Programmliste löschen. Ist ganz einfach! Dann muss man sich auch nicht mehr aufregen. Falls jemand Interesse haben sollte: Die Schimanski-Gesamtkollektion auf DVD (alle 17 Filme auf 9 DVDs und ohne WDR-Wokeness-Zwangsaufklärung) kostet im Internet aktuell so um die 20,00 EUR.

  8. #8 | Helmut Junge sagt am 9. Dezember 2021 um 22:07 Uhr

    Ob es Menschen gibt, die wirklich durch die Sprache dieser Filme verschreckt werden könnten?
    Das ist doch reine Theorie.

  9. #9 | Manni sagt am 10. Dezember 2021 um 01:20 Uhr

    "Schimanski fluchte, soff und die Dienstvorschriften waren ihm egal."
    Unvergessen auch die Eingangsszene, in der Schimanski sich kratzte, besonders beliebt bei denen, die den Film mitspielen. Un was gibt's getz? Nur *:.

  10. #10 | Ruhr Reisen sagt am 10. Dezember 2021 um 07:17 Uhr

    Ob Schimanski oder die sehenswerte, neue "Miniserie: ein Hauch von Amerika" in der ARD – das Spruchband zuvor ist dasselbe. Zum Fremdschämen und peinlich – genauso wie das unerträgliche Schluckauf-Gendern der Kulturzeit in 3Sat. Abschalten. Schade.

  11. #11 | Mitja sagt am 10. Dezember 2021 um 09:52 Uhr

    Mich stören Triggerwarnungen nicht…
    Motzen, motzen, motzen ist da schon anstrengender.

  12. #12 | yohak sagt am 10. Dezember 2021 um 11:46 Uhr

    "Ob es Menschen gibt, die wirklich durch die Sprache dieser Filme verschreckt werden könnten?
    Das ist doch reine Theorie."
    Daß man traumatisierbare Menschen durch Triggerwarnungen schützen wolle, ist doch nur ein Vorwand. Worum es eigentlich geht, ist eine Machtdemonstration: Man will demonstrieren, daß man der Öffentlichkeit vorschreiben kann, wie man zu reden und zu schreiben hat. Deswegen auch Gendersternchen: nachdem das Binnen-I kaum noch Aufsehen erregte, mußte mit dem Gendersternchen mal wieder ein neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Einfach nur um zu zeigen, daß man das kann, täglich eine neue Sau durchs Dorf treiben. Und analog soll man jetzt von "PoC" oder gar "BIPoC" reden und nicht mehr von Schwarzen.

  13. #13 | Stefan Laurin sagt am 10. Dezember 2021 um 12:01 Uhr

    @Mitja: Du musst hier nichts lesen, wenn es Dir nicht passt. Ich muss aber den Anstaltsquark bezahlen. Wenn die auf mein Geld verzichten, motze ich weniger 🙂

  14. #14 | Himynameis sagt am 10. Dezember 2021 um 15:55 Uhr

    Die restaurierte Fassung wurde ja erstmals im September 2020 ausgestrahlt/onlinegestellt. Damals gab es die "Warnungen" noch nicht, habe gerade mal nachgeschaut. Der WDR ist also in den letzten 15 Monaten "erwacht".

  15. #15 | Psychologe sagt am 10. Dezember 2021 um 19:10 Uhr

    In den ÖR-YouTube-Kanälen wird teilweise auch um die Wette gegendert und Trigger-gewarnt, dass ich es als Zumutung empfinde. Ich habe den ÖR immer verteidigt, aber er hat in meinen Augen nichts mehr mit dem grundsoliden, vertrauenswürdigen Fels in der Brandung zu tun, den ich in meiner Kindheit und Jugend damit assoziierte. In einem weiten Feld soll hier Meinung produziert werden.
    By the way, wo wir gerade bei der woken Warnung beim alten Schimi waren: Auch die Vorstellung, dass einem Begriff an sich intrinsisch das Böse anhaften kann und von daher nicht repliziert werden darf, schlägt in die selbe Kerbe. Wenn man bereits ungeachtet des Kontext nur noch "N-Wort" schreiben soll und selbst aus kritisch-deskriptiver Perspektive nicht mehr "Neger" schreiben darf, weil damit auch gleichzeitig der Rassismus repliziert werde, ist das in meinen Augen eine "zeitgemäße" Form der Bücherverbrennung: Der Gedanke allein soll nicht mehr zu denken sein und die Spuren des Gedankens sollen vernichtet werden. Ich habe mal bei Zeit Online einen rein beschreibenden Kommentar gesperrt bekommen, weil ich einen (weitaus harmloseren Begriff als "Neger") verwendet habe und damit auf einen Mißstand aufmerksam gemacht habe. Auf Nachfrage bestätigte mir das Moderatoren-Team, ich habe da einen Begriff repliziert. Ich habe das erst gar nicht kapiert, bis ich von der dahinter stehenden Hirnrissigen Logik erstmals erfahren habe.

    " nachdem das Binnen-I kaum noch Aufsehen erregte, mußte mit dem Gendersternchen mal wieder ein neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Einfach nur um zu zeigen, daß man das kann, täglich eine neue Sau durchs Dorf treiben. Und analog soll man jetzt von "PoC" oder gar "BIPoC" reden"

    Man fragt sich anhand dieser sich rasend verändernden Trends: Sind die Woken von einst, die Binnen-I und Genderstern benutzt, sowie "PoC" geschrieben haben, eigentlich heutzutage noch rehabilitierbar oder haben diese sich durch den damaligen Gebrauch dieser unsensiblen und exkludierenden Schreibweisen auch nicht wieder gut zu machender postkolonialer Sünden schuldig gemacht? Müssen beispielsweise taz-Artikel von 2015 heutzutage mit Triggerwarnungen versehen werden? Ist es vielleicht irgendwann auch diskriminierend, "N-Wort" zu schreiben? Muss man dann "Das zwischen der 8. und 16.-Stelle-des-Alphabets-Wort" sagen? Oder so wie bei Harry Potter, wo statt Voldemord "Du weißt schon wer" gesagt wird?

  16. #16 | Helmut Junge sagt am 10. Dezember 2021 um 19:53 Uhr

    Wokaner sind unter uns, zuerst in den Informationszentren. In einigen Ländern (den Guten) können sie die Gebühren selber festlegen. Die Idee ist, wer bezahlt, wird irgendwann auch mal ins Programm reinschauen. Dort erfährt man dann, daß das Internet böse ist.

  17. #17 | Thomas Schweighäuser sagt am 13. Dezember 2021 um 19:51 Uhr

    Die Schimanski-Verehrung war mir immer schon suspekt. Die Methoden des ach so netten Polizisten, dem angeblich die Schwachen der Gesellschaft am Herzen liegen und der dabei mit unkonventionellen Methoden gegen die Starken kämpft, sind heute dorthin gelangt, wo sie die Polizei nicht verbietet: beim Brechmitteleinsatz gegen mutmaßliche Dealer, beim Kampf gegen Baumbesetzer, beim Ausrollen des roten Teppichs für Faschodemos. Wer sich über "woke" (eh eine Schwachsinnsvokabel) Warnungen mokiert, verkennt die Ambivalenz der Schimanskifigur.

  18. #18 | Rubin Hood sagt am 14. Dezember 2021 um 23:58 Uhr

    @Psychologe

    Ach du armer alter weißer Mann. Wie weit ist es schon gekommen in dieser linksgrün-versifften Republik dass man(n) nicht mal mehr extrem beleidigende kolonialrassistische Begrifflichkeiten, die etymologisch im Kontext der massenhaften Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung von Afrikanern (z.B. Belgisch-Kongo, Namibia Nama und Herero) einzuordnen sind, verwenden darf, ohne dass einem gleich ein Mangel an Geschichtsbewusstsein und Rücksichtnahme unterstellt wird.

    Ach, wo sind nur die guten alten Zeiten hin, als man Menschen noch rassistisch erniedrigen durfte, ohne dass dies soziale Konsequenzen nach sich zog.

    (Achtung: Sarkasmus gepaart mit Ironie)

    (Achtung: Sarkasmus auf Basis von Ironie)

  19. #19 | nussknacker56 sagt am 15. Dezember 2021 um 20:41 Uhr

    #18
    Wenn man einen auf gaaanz „kritisch“ macht, dürfte der Verzicht auf rassistisches Vokabular wie „alter weißer Mann“ nicht die schlechteste Idee sein. Ansonsten kann der folgende Sermon eigentlich direkt abgehakt werden.

    Enthalten wenigstens die wahllosen Unterstellungen ein paar nachvollziehbare Überlegungen? Fehlanzeige. Aber wenn die „antirassistischen“ Fantasien sich unbedingt austoben wollen, ist das Fehlen von Fakten kein Problem. Der Verfasser ist quasi ein Gott der Dichtung in eigener Sache, da wird Geschriebenes so lang munter geschüttelt bis es passt.

    Selbst das Schlusswort ist reine Eigenwahrnehmung:
    Ironie ist in der Tirade definitiv keine zu finden.

  20. #21 | thomas.weigle sagt am 13. Januar 2022 um 19:54 Uhr

    Da müssen jetzt einige ganz stark sein. Auf amazon prime wird in der Serie Hanna in der 3.Staffel sogar vorm Rauchen gewarnt. Andere Warnungen wie vor Gewalt,Nacktheit ü.ä. sind bei amazon übrigens schon länger Standard.
    Und , oh Schreck, da teilt uns ntv-tv vergangene Nacht mit, dass die CDU-BaWü einen "Lebensmittelführerschein" für Grundschüler einführen möchte. Woke,wohin man auch starren Auges blickt.

  21. #22 | Stefan Laurin sagt am 13. Januar 2022 um 21:07 Uhr

    @thomas.weigle: Ich brauche keine Warnungen und Betreuungen. Aber ich räume ein, dass es für Leute wie Dich eine gute Sache sein kann.

  22. #23 | Helmut Junge sagt am 13. Januar 2022 um 23:39 Uhr

    Jammerlappen versuchen tatsächlich die Weltherrschaft anzutreten.
    Haha. Einmal scharf angucken und die Tränen kullern.

  23. #24 | Kapuzino sagt am 14. Januar 2022 um 06:35 Uhr

    Die gesamte Film- und Literaturgeschichte kommt in den Giftschrank.
    Oder gleich ins Feuer?

  24. #25 | thomas.weigle sagt am 14. Januar 2022 um 10:57 Uhr

    @ Stefan Laurin Ich brauche auch keine Warnungen. Ich habe nichts dergleichen geschrieben.Aber die kurzen Augenblicke der Einblendungen regen mich nicht auf, genauso wenig wie `ne Fliege an der Wand. Dich schon, tja…
    Gerade habe ich gelesen, dass es heuer 50 Jahre her ist,dass der Begriff Fräulein offiziell abgeschafft wurde. Hätte es die Ruhrbarone damals schon gegeben…,, Doppelkicher.

  25. #26 | thomas.weigle sagt am 14. Januar 2022 um 11:21 Uhr

    @Kapuzino Das ist das Niveau derer, die sich mit gelben Sternen als Opfer einer Diktatur gerieren. Im übrigen sind die Warnungen letztlich nur eine Erweiterung der schon lange üblichen Hinweise bis zu welchem Alter Filme nicht gesehen werden sollen. Im Kino kennen wir das schon viel länger. Das hat nix mit Woke zu tun, sondern wurde für die BRD schon in den 50ern eingeführt.
    Und es soll tatsächlich Menschen geben, die es bspw. nicht mit Gewaltszenen haben und diese nicht sehen wollen. Was ist also daran auszusetzen,wenn man diese zu Beginn eines Filmes darauf hinweist, dass es zu solchen Szenen kommt, wie bspw in den drei Staffeln der meiner Meinung nach äußerst sehenswerten Serie "Hanna"? .

  26. #27 | Pattrick sagt am 9. Februar 2022 um 01:50 Uhr

    Als alter Schimanski-Fan finde ich es sehr angemessen, diesen Hinweis zu setzen Denn obwohl er für seine integrierende Alt-68er Art gegenüber Ausländern bekannt war, tituliert er Türken gleich in der ersten Folge gegenüber einem Freund in einem scherzhaften Zusammenhang als "Kameltreiber". Was im damaligen Kontext so nebenbei durchgang, ist heute ein Grund jmd von Olympia zu suspendieren. Zudem steht der Text nur vor wenigen Tatort-Folgen, in denen solche Begriffe auftauchen, die man heute als Kinder ihrer Zeit bezeichnen könnte, da nicht boshaft gemeint.

  27. #28 | WDR: Wokeness-Blamage mit Schimanski-Warnung | Ruhrbarone - WDR geh heim - Wertewandel sagt am 9. Februar 2022 um 14:04 Uhr

    […] Quel­le: WDR: Wokeness-Bla­ma­ge mit Schiman­ski-War­nung | Ruhrbarone […]

  28. #29 | thomas.weigle sagt am 9. Februar 2022 um 15:56 Uhr

    @Patrick Gestern in "Blutspur" aus 89 fiel auch eine flappsige Bemerkung zu Türken,die natürlich sofort relativiert wurde: "Ich habe nichts gegen Türken."

  29. #30 | Berthold Grabe sagt am 9. Februar 2022 um 16:33 Uhr

    Nun ja, heutigen spießbürgerlichen Protagonisten fehlt häufig schlicht die Bildung zwischen kontextbezogenen Abwertungen und umgangssprachlicher Rüde, die sich nur auf bestimmte Klientels bestimmter Gruppen beziehen und echten Rassismus zu unterscheiden, da ist eine solche Vorerklärung wohl nötig.

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