Das seltsame Happening hatte ein weiterer wichtiger Mitstreiter Leo Bauers organisiert, eine gewisser Eckehard Pietschner, kurz Epi genannt. Er war im damaligen Team um Leo Bauer so etwas wie der Vertreter der bildenden Kunst, obwohl er nie selbst als Künstler ausgebildet worden war. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich als Künstler berufen zu fühlen, und das in den verschiedensten Sparten. Hatte Joseph Beuys, der Düsseldorfer Kunstprofessor, nicht den Bruch mit der bürgerlichen Kunst proklamiert und erklärt, jeder sei ein Künstler?
Begonnen hatte seine Malerkarriere allerdings erst richtig, nachdem er nach einem Banküberfall im Knast gelandet war. Davon allerdings wusste keiner, als er mit den in der Haft fertig gestellten Werken auf den „freien Markt“ in Bochum trat. Er fiel jedoch weniger durch seine Gemälde als durch eine ganz neue Art der Verbindung von Kunst und Galerie auf. Er gründet die wohl erste Mietgalerie Deutschlands und das in unmittelbarer Nähe zum Club am Nordring, in ebenfalls leer stehenden Räumlichkeiten. Künstlern, die, wie er selbst, wohl nie eine Chance zur Ausstellung ihrer Werke hatten, vermietete er Wandflächen oder, je nach Größe des Artefakts, Teile der Wand. Allerdings hatte er keine Ahnung, wie man von diesen Kunstprojekten leben sollte.









