Der Cem – ein Solitär

Wahlsieger Cem Özdemir, Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0

Im Alleintriumph verteidigt Cem Özdemir Baden-Württemberg für die Grünen und kann nun erster Ministerpräsident mit Migrationsgeschichte werden. Merz‘ CDU kann mit Platz 2 knapp dahinter leben. Die SPD kaum noch. Für die Bundespolitik bedeutet das neue Turbulenzen.  Für Özdemir eine gigantische Aufgabe in einem Abstiegsland.

Özdemir, den alle in seiner Partei nur „der Cem“ nennen, lernte ich Anfang der 90er Jahre als jungen Bundestagsabgeordneten kennen. Schon damals stach der „anatolische Schwabe“, so sein erfolgreiches Selbstimage, aus seiner Partei heraus. 30 Jahre und eine wechselvolle politische Karriere später steht er nach seiner einzigartigen Aufholjagd und seinem persönlichen Wahlsieg vor dem Lebenstraum vieler Migrantenkinder: ganz oben anzukommen. Und das ausgerechnet in einem konservativen früheren CDU-Stammland, das in einer schweren Abstiegskrise steckt.

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Menschen mit Vagina sind Frauen

JK Rowling Foto: Carlsen Verlag, Lizenz: lizenzfrei


Heute ist Frauentag. Es ist der Kampftag für Frauenrechte. Um Männer zu inkludieren, die auch gern Frau sein wollen, wurde er mittlerweile in feministischer Kampftag umbenannt. Warum? Es ist ein Tag für die Frauen, die die Hälfte der Menschen weltweit ausmachen. Und es ist in vielen Regionen dieser Welt leider immer noch die unterdrückte Hälfte der Weltbevölkerung.

Als ich neulich beim Lesen eines Fachbuches auf die Phrase „Menschen mit Vagina“ gestoßen bin, war ich doch ein wenig entsetzt. So werden Frauen also mittlerweile auf ihr primäres Geschlechtsorgan reduziert. J. K. Rowling hat sich bereits 2020 zu dieser Art von Negierung des Begriffes Frau geäußert. Auch „menstruierende Menschen“ sind Frauen, meint die bekannte Autorin. Und damit hat

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Flugzeugträger gegen Bedenkenträger

USS Gerald und F18 Ford U.S. Navy photo by Erik Hildebrand Lizenz: Gemeinfrei


Stellt euch vor, ein Mensch, den ihr sehr liebt, ist dabei zu ertrinken. Eine furchtbare Vorstellung. Doch ihr seid in der Nähe und könntet mit einem beherzten Sprung ins Wasser zu Hilfe eilen. Um euch herum stehen allerdings Menschen, die euch dringend davon abraten. Die Strömung sei zu stark, das Wetter zu stürmisch, das Wasser zu kalt, viel zu gefährlich also. Die Rettung könne ohnehin nicht gelingen.

Ersetzt nun den Ertrinkenden durch die von ihren Herrschern geschundenen Menschen im Iran und euch selbst durch jemanden, dem dieses Leid nicht gleichgültig ist. Schon befindet ihr euch mitten in der deutschen Debatte über den Krieg gegen das iranische Regime.

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Kölner Journalistin in Syrien vermisst

Ar-Raqqa mit Euphrat Foto: Earth Science and Remote Sensing Unit, Lyndon B. Johnson Space Center – JSC Gateway to Astronaut Photography of Earth Lizenz: Gemeinfrei

Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann, die in den vergangenen Jahren in der selbstverwalteten kurdischen Region Rojava im Norden Syriens gelebt haben soll, gilt als vermisst. Ihrer Familie zufolge soll die 37-Jährige am 18. Januar in der Stadt Raqqa gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Ahmed Polad von Kräften der syrischen Übergangsregierung des Präsidenten Ahmed al-Scharaa festgenommen und in einem Auto abtransportiert worden sein. „Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihr. Wir sind in

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Kerzen raus und beten

Bodo Ramelow Foto: Steffen Prößdorf Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wie kann man nur die friedliche Demonstration in der DDR mit den Protesten im Iran vergleichen? Bodo Ramelow ist sich zumindest dafür nicht zu schade. Bei Paul Ronzheimer im Podcast diskutierte er mit Paul Ronzheimer darüber und warf ihm Geschichtsvergessenheit vor.

Ich selbst war bei einer der Demonstrationen 1989 in Leipzig dabei. Ich war noch Teenager und hatte keine Todesangst, denn in der DDR wurde

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Uni Köln verhindert Werbeveranstaltung für „Kufiyas in Buchenwald“

Tor der KZ-Buchenwald Foto: Pascal Rehfeldt Lizenz: CC BY-SA 3.0

Morgen sollte im Hörsaal VI der Universität Köln eine Werbeveranstaltung für eine am 11. und 12. April im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald geplante Demonstration für das Recht, die KZ-Gedenkstätte auch mit der Kufiya, dem Hasslappen der Palästinenser, besuchen zu können, stattfinden. Auch in Köln soll mobilisiert werden. Ein Zentrum hat eine geplante Veranstaltung bereits abgesagt, als es erfuhr, worum es geht. Nun ist der Plan, den Hörsaal VI der Universität Köln zu nutzen, gescheitert. Auf Anfrage dieses Blogs teilte die Hochschule mit, sie habe

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