Wer beklaut denn das Emscherland?

Im Emscherland in Castrop-Rauxel im September 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Zu meinen liebsten Wochenendbeschäftigungen gehört es seit Jahren, die nähere Umgebung zu erkunden. Man muss schließlich nicht jedes Mal ins Auto steigen und drei Stunden fahren, um etwas Neues zu entdecken. Das Ruhrgebiet hat genug Ecken, die sich in den vergangenen Jahren erstaunlich verändert haben. Einige davon habe ich hier im Blog der Ruhrbarone in den vergangenen Jahren schon vorgestellt.

Eine davon ist das Emscherland in Castrop-Rauxel. Auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage in Ickern ist auf rund 30 Hektar ein Naherholungsgebiet entstanden, das eindrucksvoll zeigt, was aus einst wenig einladenden Industrieflächen werden kann. Wo früher Abwasser durch Betonrinnen rauschte, präsentiert sich heute eine erstaunlich grüne Landschaft. Die Emscher wurde renaturiert, Wege wurden angelegt, alte Industrieelemente integriert und neue Aufenthaltsorte geschaffen.

Kurz gesagt: Hier wurde richtig Geld in die Hand genommen – und man sieht es.

Wenn plötzlich die Pflanzen fehlen

Umso größer war mein Ärger am vergangenen Sonntag. Schon auf den ersten Metern meines Rundgangs stieß ich auf mehrere kleine Schilder in Beeten und Rabatten. Der Inhalt sinngemäß: Die dort angepflanzte Pflanze sei leider gestohlen worden.

Weiterlesen

Vergesellschaftung von Wohneigentum? Der DGB kennt sich aus!

Einweihung einer Neue Heimat Immobilie Foto: Friedrich Magnussen Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Die Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat sich mit der Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin beschäftigt. Neue Wohnungen entstehen dadurch zwar keine – gegen den Wohnungsmangel hilft weiterhin nur Bauen. Aber rund 210.000 Wohnungen könnten nach Berechnungen der Autoren für etwa

Weiterlesen

„Fauda“: Als die Realität den schlimmsten Albtraum übertraf

Mitglieder der israelischen Spezialeinheit Yamas treffen im Februar 2018 auf Darsteller und Mitarbeiter der israelischen Fernsehserie „Fauda“. Foto: Mark Neyman / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0
Mitglieder der israelischen Spezialeinheit Yamas treffen im Februar 2018 auf Darsteller und Mitarbeiter der israelischen Fernsehserie „Fauda“. Foto: Mark Neyman / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0

Am 8. September feierte die fünfte Staffel der israelischen Serie „Fauda“ ihre Premiere auf Netflix. Die Handlung spielt zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 und greift die Ereignisse des Hamas-Massakers auf. Damit verarbeitet die Serie nicht nur ein Ereignis, das die israelische Gesellschaft nachhaltig geprägt hat, sondern auch Erfahrungen, die ihre Macher und Schauspieler selbst gemacht haben.

Die erste Staffel der israelischen TV-Serie „Fauda“ feierte 2015 ihre Premiere. Sie handelt von einer Mista’arevim-Spezialeinheit des israelischen Inlandsgeheimdienstes „Schin Bet“. Mista’arevim-Einheiten operieren getarnt als Araber oder „Palästinenser“ und werden vor allem in der Terrorismusbekämpfung und bei Sabotageeinsätzen eingesetzt. Die Hauptfigur der Serie ist der Undercover-Agent Doron Kabilio, der bei seinen Einsätzen immer tiefer in einen Kreislauf aus Gewalt, Vergeltung und persönlichen Konflikten gerät.

Weiterlesen
Werbung


Die Linke Berlin: Die Palästina-AG feiert ihren Kurs. SPD und Grüne dürfen sich freuen.

Rotes Rathaus in Berlin im Schnee mit Uhrturm und Berliner Flagge
Das Rote Rathaus in Berlin (Foto: Peter Ansmann)

Die Palästina-AG der Linken in Neukölln erklärt, der Berliner Wahlsieg sei nicht trotz, sondern wegen ihrer Palästina-Solidarität gelungen. Diese Politik will sie nun ins Abgeordnetenhaus tragen. Welchen Kurs die AG vertritt, zeigen frühere Beiträge ihres Telegramkanals: Werbung für eine BDS-Veranstaltung, ein Aufruf zum ESC-Boykott und ein Demonstrationsaufruf mit Verweis auf das VPNK.

Eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken könnte vom Roten Rathaus aus regieren. Die Neuköllner AG hat ihren Kurs bereits abgesteckt. Offen ist nur, ob das Antisemitismusproblem der Berliner Linken dort ein Hindernis bleibt – oder an der Pforte als Koalitionsgepäck abgegeben wird.

Weiterlesen

Der Ruhrpilot

Hendrik Wüst besucht Recep Tayyip Erdoğan Foto: Land NRW/Marcel Kusch


NRW:
Auf einmal sitzt Wüst bei Erdoğan(€)…Spiegel
NRW: Was heißt Kanzlertausch auf Türkisch?(€)…Zeit
NRW: Wüst heizt mit Auslandsreise Diskussion um Kanzlertausch an(€)…Handelsblatt

Weiterlesen

Putins Botschaft

Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kyjiw heute | Foto: Ukrinfom, nationale Nachrichtenagentur der Ukraine

Während Die Linke in Berlin sondiert, mit wem sie über was verhandeln will, schickt Putin seine Botschaft. Sie explodiert eine Handbreit neben der Deutschen Botschaft in Kyjiw.

Im Bild: das Gebäude des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, es liegt  –  es lag  –   in der Wolodymyrska-Straße Nr. 54 im Zentrum Kyjiw. Nur ein Gebäude weiter in der Bohdan-Chmelnyzkyj-Straße liegt die Deutsche Botschaft. Nicht weit entfernt: der Majdan Nesaleschnosti, der ukrainische Platz eines europäischen Versprechens. Putin zielt genau. Zwei Tage, nachdem sich Bundesaußenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York getroffen hatte. Deren Treffen endete mit einem Handschlag, hieß es. Es endet mit dem Einschlag einer Terror-Drohne nebenan.

Weiterlesen
Werbung


Der Strandkorb und das große Staunen – Da ist er ja wieder, der Herr Amthor!

Das Bundeskanzleramt in Berlin – Wer soll hier eigentlich nach Friedrich Merz mal einziehen? Foto: Robin Patzwaldt

Lange hat es ja nicht gedauert, bis CDU-Politiker Philipp Amthor wieder in die Negativschlagzeilen geraten ist. Dieses Mal ist es ein Strandkorb. Im Kanzleramt. Auf dem Balkon vor seinem Büro. Die Szene aus der neuen Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ sorgt seit Tagen für Spott und Kopfschütteln. Amthor lässt das gute Stück aufstellen, begutachtet dessen Ausrichtung und erklärt sinngemäß, für den unwahrscheinlichen Fall einer Erholung könne er ihn ja noch in den Kanzlergarten drehen.

Ganz ehrlich: Mich überrascht daran weniger der Strandkorb als die Überraschung darüber.

Wer Philipp Amthor seit einigen Jahren beobachtet, dürfte inzwischen wissen, dass dieser Mann eine bemerkenswerte Begabung dafür besitzt, sich selbst zur Projektionsfläche zu machen. Mal unfreiwillig, mal offenbar ganz bewusst. Mal mit politischen Aussagen, mal mit Social-Media-Auftritten, mal schlicht durch die Art, wie er sich öffentlich präsentiert.

Was mich deshalb inzwischen viel mehr wundert, ist die Frage, warum seine Karriere trotz all dessen immer weiter nach oben geht.

Weiterlesen

Phoenix des Lumières färbt Dortmund bunt wie nie

Zu Besuch bei Phoenix des Lumiere in Dortmund im September 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Ich gebe es zu: Bei meinen vergangenen Besuchen im Phoenix des Lumières in Dortmund-Hörde hatte sich bei mir ein gewisser Abnutzungseffekt eingestellt. Acht verschiedene Ausstellungen habe ich seit der Eröffnung inzwischen gesehen. Mal ging es um große Namen der Kunstgeschichte, mal um Naturwissenschaften oder andere Themen. Und so beeindruckend die Technik in der alten Gebläsehalle des ehemaligen Stahlwerks Phoenix auch ist – irgendwann schlich sich bei mir der Gedanke ein: Das hast du doch irgendwie schon einmal gesehen.

Die Wände werden riesig, die Bilder bewegen sich, Musik läuft, Licht und Projektionen verschmelzen miteinander. Ein faszinierendes Konzept, ohne Frage. Aber auch ein Konzept, bei dem sich nach mehreren Besuchen gewisse Wiederholungseffekte kaum vermeiden lassen.

Am Freitag bin ich trotzdem wieder hingegangen. Schließlich wollte ich mir „Matisse: Symphonie der Farben“ anschauen. Und ich kann den Spoiler gleich vorwegnehmen

Weiterlesen

Die AfD will Nord Stream zurück. Der Kreml ist begeistert.

Kirill Dmitrijew mit Brille, dunklem Anzug und roter Krawatte; Porträt vom 13. Mai 2025, ins Querformat erweitert.
Kirill Dmitrijew am 13. Mai 2025. Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Ausschnitt, mit KI ins Querformat erweitert.

Die AfD will Nord Stream wieder öffnen. Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew verspricht auf X schon einmal die gemeinsame Wiedereröffnung und lobt die Partei als Stimme des deutschen Volkes. Die Bundesregierung kommt in dieser Rollenverteilung nicht vor. Die europäischen Sanktionen allerdings schon – auch wenn sie im Post fehlen.

Weiterlesen