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Ruhrbarone-Ausflugstipp: Zu Besuch in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen

Foto(s): Ruhrbarone

In diesem Sommer wollen wir von den Ruhrbaronen hier im Blog wieder in unregelmäßigen Abständen einige lohnende Ausflugsziele der Region vorstellen. Den Auftakt macht heute das Zoom Gelsenkirchen, der ehemalige ‚Ruhr Zoo‘ also.

Dazu machten wir in dieser Woche an einem verregneten Freitagmittag einen kleinen Ausflug nach Gelsenkirchen und schildern hier unsere Eindrücke von der Anlage im Norden der Revierstadt, die den Massen in Deutschland bisher wohl hauptsächlich für Fußball bekannt ist.

Seit gut 10 Jahren gibt es den ‚Ruhr Zoo‘ jetzt in seiner neuen Form. Rund vier Stunden verbrachten wir isngesamt auf dem Gelände. Mit einem Eintrittspreis von gut 20 Euro für einen Erwachsenen liegt die Anlage durchaus im oberen Segment der zoologischen Gärten im Revier, verlangt somit etwa doppelt so viel wie der Zoo im benachbarten Dortmund. Nicht gerade ein ruhrgebietstypischer, günstiger Eintrittspreis also.

Insgesamt ist das Fazit des kleinen Ruhrbarone-Tests dann auch ein recht zwiespältiges. Einerseits bietet die durchaus schön angelegte Anlage unerwartet viele weitläufige Flächen mit viel Grün. Trotz des über weite Phasen des Besuchs vorherrschenden Nieselregens konnte man angenehm entspannt über die Anlage schlendern, die in die drei großen Kernbereiche Alaska, Afrika und Asien gegliedert ist.

Im Vergleich zu den Zoos in Duisburg und Dortmund erscheint das Areal weniger dicht. Wer jedoch erwartet, in der „Erlebniswelt“ große Tiergehege wie in einem Tiergarten vorzufinden, wird hingegen wohl eher enttäuscht.

Das Grundkonzept des Zoos erschien durchaus gelungen, auch wenn er aufgrund der vergleichsweise jungen Geschichte vieler seiner Anlagen noch nicht die gewachsene Struktur einiger anderen Anlagen der Region haben kann.

Auffällig ist zudem der ungewöhnlich hohe Grad an Kommerzialisierung, der die Anlage auszeichnet, was sich nicht nur in einem für einen Zoo recht vielfältigen gastronomischen Angebot zeigt, sondern insbesondere auch auf den Hinweistafeln an den Tiergehegen, auf denen den Besuchern hier eine Tierart von ‚Sinalco‘ oder ‚Huawei‘ präsentiert wird.

Sicherlich ein grundsätzlich zeitgemäßes Konzept, tun sich Zoos doch traditionell schwer ihre Kosten einzuspielen, in dieser Ausprägung allerdings doch eher ungewöhnlich und teilweise schon etwas übertrieben wirkend.

Positiv an dieser Stelle zu betonen ist die gute Abdeckung mit Gastronomie und sanitären Anlagen. Das ist so längst nicht Standard.

Gewöhnungsbedürftig jedoch die vergleichsweise hohen Preise dabei. Vor dem Hintergrund der ebenfalls hohen Gebühren für Eintritt und Parken nicht gerade ein Pluspunkt für den modernen Zoo in Gelsenkirchen.

Eine spontane Überschlagsrechnung ergab, dass man mit einer vierköpfigen Familie für unter 100 Euro kaum davonkommen dürfte, sobald man das vielfältige gastronomische Angebot tatsächlich nutzt. Das kommt dann schon eher in die Größenordnung, die einem Besuch in einem der klassischen Freizeitparks der Region nahekommt. Für einen Zoo, sei es auch ein ungewöhnlich moderner, doch etwas abschreckend hochpreisig.

Unser Kurzfazit: Die Zoom Erlebniswelt gefiel grundsätzlich, konnte sich aber nicht unbedingt für Top-Liste der Freizeitaktivitäten im Ruhrgebiet aufdrängen.

Da gibt es im Laufe des gerade erst beginnendeb Sommers sicherlich noch unzweifelhaft schönere Freizeittipps im Westen zu entdecken.

Mehr dann demnächst hier an dieser Stelle. Und mit etwas mehr Glück regnet es dann auch nicht stundenlang ausgerechnet während des Aufenthalts der Ruhrbarone… 😉


RuhrBarone-Logo

5 Kommentare zu “Ruhrbarone-Ausflugstipp: Zu Besuch in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen

  • #1
    ke

    Für mich ist die Zoom Erlebniswelt eine absolute Attraktion im Revier. Sie gehört auch zu den besten Zoos, die ich bisher gesehen habe. In den Rankings ist der Loro Parque im Spiztenfeld. Für mich ist das aber zu viel Show.

    Zoom hat ein klar gegliedertes Zoo Konzept mit den Erlebniswelten
    Riesige Gehege, die natürlich auch voraussetzen, dass man laufen kann. Für kleine Kinder sind dann eher die Zoos in Hamm oder Bochum geeignet.
    Die Multimedia-Show in Alaska fand ich auch unterhaltsam.

    Insgesamt mag ich die Zoo-Landschaft im Ruhrgebiet. Für mich sind die einzelnen Zoos kaum vergleichbar und haben alle ihre Schwerpunkte.
    Die Pinguin Anlage in Wuppertal ist für mich hierbei das absolute Highlight.

    BTW: Es gibt auch die Ruhrtopcard und die Rheinlandcard, über die viele Zoos günstig besucht werden können, wenn auch oft nur in der besucherarmen Zeit. Gelsenkirchen ist dann auch mal Rheinland.

    Eine Bemerkung kann ich mir dann doch zum Touristen Zentrum GE verkneifen. Die Region in Zoonähe ist mehr als sanierungsbedürftig.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Ist sicher auch eine Gewohnheitssache. Für mich war die Anlage so neu. Da war ich anfänglich natürlich entsprechend ahnungslos was die Entfernungen und Dimensionen betrifft. Jetzt, wo ich einen besseren Überblick habe, da könnte ich bei einem weiteren Besuch auch schon besser abschätzen wo ich für mich die Schwerpunkte setzen wollen würde usw.. Diesbezüglich ist eine ’neu zu entdeckende‘ Anlage da schon in einen gewissen grundsätzlichen Nachteil.

  • #3
    Alltag

    Der Zoom ist ein absolutes Highlight. Mit einem Besuch kaum vollständig zu entdecken. Trübes Wetter mindert den Besuchergenuss. Am besten noch einmal vorbeikommen. Vielleicht gelingt dann auch die Verortung. Im nördlichen Gelsenkirchen ist der Zoo nämlich nicht zu finden, sondern im Osten.
    https://gdi.gelsenkirchen.de/mapapps/resources/apps/GB_001/index.html?lang=de

  • #4
    Puck

    Der Eintrittspreis von knapp 21.00 EUR ist happig – aber die Jahreskarte für 60,00 ist okay. Da kann man sich dann auch gut mal nur eine Abteilung vornehmen, oder auch mal im Winter hingehen, dann ist es auch nicht so voll.
    Auf jeden Fall sollte man sich Zeit nehmen, einige Viecher verstecken sich gerne mal, bzw. blenden perfekt in die Umgebung ein…

  • Pingback: Ruhrbarone-Ausflugstipp: Der Westfalenpark in Dortmund | Ruhrbarone

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