Ruhrtrend: SPD knapp vor CDU


Am 13. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Die Bürger wählen Stadträte, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und zum ersten Mal auch direkt die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr, das sogenannte Ruhrparlament. Es ist die bundesweit wichtigste Wahl des Jahres. Ein guter Augenblick für den Ruhrtrend, den das Berliner Institut Wahlkreisprognose uns zur Verfügung stellt. Wahlkreisprognose hat allerdings nicht danach gefragt, wie die Bürger bei der Kommunalwahl abstimmen werden, sondern hat berechnet und erfragt, wie sie bei einer Bundestagswahl abstimmen würden: Für das Ruhrgebiet wie sich die Zweitstimmen verteilen, für drei Wahlbezirke, für welche Partei die Erststimme abgegeben werden würde.

Mit diesen Zahlen lässt sich nicht das Ergebnis für jeden einzelnen Rat oder die OB-Wahlen voraussagen, bei denen  ja auch viel von der Person der Kandidaten und der Arbeit der Amtsinhaber abhängt, aber die Stimmung in der Region, die sich auch auf lokale Wahlen auswirkt, erfassen die Umfragen und Berechnungen von Wahlkreisprognose schon.

Und danach hat die SPD im Ruhrgebiet Boden gutgemacht: Sie ist, wenn auch nur knapp vor der Union, zurzeit wieder die stärkste Partei des Ruhrgebiets. Und auch wenn 15 Prozent für die Grünen ein gutes Ergebnis ist, der Höhenflug der Partei ist beendet. Das Jahr 2018, als die Grünen in Städten wie Bochum und Dortmund stärkste Partei war, liegt lange zurück. Ernste Zeiten, ernste Probleme – der postmoderne Hype trägt da nicht mehr so stark.

Die drei ausgewähltenBundestagswahlkreise:

Herne-Bochum II ist eine der letzten Verbliebenen bundesweiten Hochburgen der SPD. Und daran ändert sich auch nicht. Michelle Müntefering (SPD) hat beste Chancen, auch im kommenden Jahr wieder direkt in den Bundestag einzuziehen. Und auch die SPD-OB-Kandidaten in den Städten Bochum und Herne, Thomas Eiskirch (Der auch Kandidat der Grünen ist) und Frank Dudda können optimistisch sein.

Matthias Hauer (CDU) hat gute Chancen, auch im kommenden Jahr Essen III direkt zu holen – und das mit einem guten Vorsprung. Die Union ist stark in Essen, was auch an ihrem OB-Kandidaten, dem Amtsinhaber Thomas Kufen liegt. Auch er muss sich keine Sorgen machen und kann mit seiner Wiederwahl rechnen.

Eins ist klar: Marco Bülow, der 2017 für die SPD Dortmund I direkt holte, wird im kommenden Jahr für die SPD nicht mehr antreten: Der Leidensmann der Sozialdemokraten ist aus der Partei ausgetreten, redet bei Blockaden der Endzeitsekte Extinction Rebellion oder wirbt vergebens dafür lokale Splittergruppen zu unterstützen.

In Dortmund, wo Amtsinhaber Ullrich Sierau (SPD) als OB nicht mehr antritt, ist die Wahl spannend: Der SPD-Kandidat Thomas Westphal tritt mit einem Vorteil gegen CDU-Mann Andreas Hollstein an, aber der könnte für eine Überraschung gut sein. In Dortmund treten zwei Politiker auf Augenhöhe gegeneinander an – es wird spannend.

 

 

 

 

Dir gefällt vielleicht auch:

7 Kommentare

  1. #1 | Hinrichs sagt am 18. August 2020 um 17:17 Uhr

    Könnten sie bitte erläutern, was eine Endzeitsekte ist, und warum sie Extinction Rebellion als solche bezeichnen?
    Meines erachtens nach gibt es bei Sekten vor Allem den Gelddruck und die fehlende Möglichkeite sich zu distanzieren… haben sie sich mit Extinction Rebellion überhauot beschäftigt?

  2. #3 | Robert Müser sagt am 19. August 2020 um 20:39 Uhr

    Hmm,
    verstehen muss ich diese Umfragewerte jetzt nicht mehr, denn speziell die SPD hat in den letzten Jahren in den benannten Städte eher für den Stillstand bzw. das uninspirierte Verwalten des Ist-Zustandes gestanden.

    Alles sehr rätselhaft ….

  3. #4 | Yilmaz sagt am 20. August 2020 um 06:52 Uhr

    Bülow unterstützt doch jetzt die DOS-Partei:

    https://twitter.com/marcobuelow/status/1290709298679619584

  4. #5 | Stefan Laurin sagt am 20. August 2020 um 07:51 Uhr

    @Yilmaz: Und die hat nicht einmal genug Unterschriften zusammen bekommen, um für den Rat zu kandidieren…

  5. #6 | Oliver Wilkening sagt am 21. August 2020 um 13:51 Uhr

    Grüne verlieren. Gut so.

  6. #7 | Janina sagt am 27. August 2020 um 10:46 Uhr

    Die Wahl des Ausdrucks "Endzeitsekte" für die Klimaschutzorganisation Extinction Rebellion begründen Sie mit einem Verweis auf zahlreiches unsägliches Verhalten von Mitgründer Roger Hallam und auf eine umstrittene Aktion. Dabei verschweigen Sie, dass die deutsche Sektion von XR sich ausdrücklich und vollumfänglich von Hallam distanziert hat und er auch international (auch in seinem Heimatland Großbritannien) weitestgehend isoliert innerhalb von XR darsteht.
    Die flachen Hierarchien, die in den Grundsätzen von XR festgeschrieben sind, sind das Gegenteil einer Sektenstruktur. Sie führen aber auch dazu, dass es – übrigens selten – zu Aktionen kommt, die ein Großteil der internationalen XR-Aktivist:innen nicht befürwortet, wie etwa die von Ihnen angeführte Aktion an der Londoner U-Bahn.
    Diese Art der Berichterstattung in einem nicht als "Meinung" gekennzeichneten Bericht finde ich äußerst fragwürdig und spricht nicht für gute journalistische Arbeit.

    https://extinctionrebellion.de/blog/extinction-rebellion-deutschland-verurteilt-instrumentalisierung-des-holocaust-und-verhalten-von-roger-hallam/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung