Schade! Ringen soll ab 2020 keine Olympische Disziplin mehr sein.

Ringen hat Tradition. Foto: www.usmc.mil Lizenz: Gemeinfrei
Ringen hat Tradition. Foto: www.usmc.mil Lizenz: Gemeinfrei

OK, zugegeben, die Nachricht das Ringen ab dem Jahre 2020 keine Olympische Disziplin mehr sein soll, wie die Exekutiv-Kommission des IOC gestern in Lausanne beschloss, wäre mir, wie wohl vielen Sportfans auch, fast durchgerutscht. Wer interessiert sich schon für Ringen? Höchstens ein paar aktive Ringer und deren Freunde und Verwandte. So könnte man argumentieren. Der Fall liegt jedoch etwas anders, wie ich finde.

Ringen ist seit 1896 eine olympische Traditionsdisziplin. Und 2016 soll es in Rio nun letztmalig um Edelmetall auf der großen Weltbühne des Sports gehen, während andere Sportarten wie ‚Moderner Fünfkampf‘, den wohl auch nur Insider über die Jahre intensiv verfolgen, im Programm bleiben? Von den vielen ‚neumodischen‘ Sportarten wie Beachvolleyball, oder Surfen mal ganz zu schweigen.

Die Notwendigkeit für diesen Schritt vermag ich einfach nicht zu erkennen. Klar, die Argumentation das Ringen nicht mehr zeitgemäß und die TV Quoten schlecht sind, sich die Eintrittskarten nicht gut verkaufen, all das kann man natürlich nachvollziehen.

Aber muss man deshalb ausgerechnet eine echte Traditionssportart aus dem inzwischen riesigen Programm werfen, wo man das Programm der Olympischen Spiele in den letzten Jahren doch nach allen Regeln der Kunst erst so heftig ‚aufgebläht‘ hat?

Dass das IOC stark von kommerziellen Gedanken bestimmt wird, das ist ja augenfällig. Zwingt einen dies aber gleich zur kompletten Streichung weniger gut zu vermarktenden Disziplinen und Sportarten? Ich denke nicht.

Hätte man die Ringer dann nun nicht auch mit im Programm lassen können? Auf eine Sportart mehr oder weniger kommt es doch nun wahrlich bei diesem Spektakel auch schon gar nicht mehr an.

Den aktiven Ringern hätte man damit einen ‚Gefallen‘ getan, Fans anderer Sportarten beträfe ein Verbleib des Ringens im Programm auch nicht, und selbst ‚Traditionalisten‘ wie mir wäre damit zu guter Letzt auch noch geholfen.

Die angekündigte Streichung der Disziplin ‚Ringen‘ aus dem Olympiaprogramm hat somit, bei näherer Betrachtung, eigentlich doch gar keinen erkennbaren Sinn.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen stattdessen damit aufhören ständig neue Sportarten in das Programm aufzunehmen. Traditionen im Sport, gerade auch bei einem solchen Highlight wie den Olympischen Spielen, gibt es ja so viele gar nicht mehr. Das olympische Ringen gehörte seit 1896 eindeutig mit dazu.

Viel Hoffnung auf ein ‚Wunder‘ brauchen sich die Ringer allerdings nicht mehr zu machen. Die Zustimmung der IOC-Vollversammlung im September, welche formal noch erforderlich ist, gilt als reine Formsache.

Schade für die Ringer und eine olympische Traditionssportart, auch wenn es in der Öffentlichkeit kaum einen aufregt… Ich finde diese Entwicklung sehr bedauerlich!

 

 

 

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4 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 13. Februar 2013 um 14:15 Uhr

    Robin, das ist doch nur ein weiterer Beleg dafür,daß es im Sport heutzutage primär „um’s Kohle machen geht“, und das schließt die olympischen Spiele mit ein.

    Es interessiert nicht, daß das Ringen bereits zu den olympischen Spielen der Antike gehörte, daß das Ringen nach wie vor eine weltweit betriebene Sportart ist.
    Es interessiert lediglich, daß diese Sportart bei den sog.Einschaltquoten im Fernsehen und folglich bei den Sponsoren nicht mithalten kann mit „Trend-sportarten“ wie……..

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 13. Februar 2013 um 14:29 Uhr

    So sieht es wohl leider aus, Walter.

  3. #3 | Abnick Grabotki sagt am 13. Februar 2013 um 17:06 Uhr

    Löst das IOC in der jetzigen Form auf.

  4. #4 | Walter Stach sagt am 18. Februar 2013 um 14:17 Uhr

    Robin, offensichtlich bist nicht nur Du verärgert. Die jetzt wahrnebare weltweite Empörung -von den USA,über den Iran,bis Russland und Japan-könnte dazu führen, daß……….

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