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Shinji Kagawa droht beim BVB in Vergessenheit zu geraten – Das Leben kann echt ungerecht sein!

Shinji Kagawa. Archiv-Foto: BVB

Das Leben als Fußballprofi ist letztendlich auch nicht grundsätzlich anders als das in sonstigen Bereichen der Gesellschaft. Während die Lautsprecher vom Schlage eines Kevin Großkreutz überproportional häufig im Mittelpunkt des großen öffentlichen Interesses stehen, viel Aufmerksam auf sich versammeln können, fallen die Schicksale der bescheidenen, der eher kleinlauten Zeitgenossen gerne schon einmal hinten runter.

Ein gutes Beispiel für diese Typen, die mindestens so viel Beachtung verdient hätten wie die ‚Krakeeler‘ der Szene, ist Fußballprofi Shinji Kagawa. Der inzwischen 30-jährige Japaner hat beim BVB längst eine kleine, sehr unglückliche Rolle am Rande des Geschehens übernommen, doch im Gegensatz zu seinem Ex-Kollegen Großkreutz, der auch heute beim DFB-Pokalspiel Uerdingen gegen Dortmund keine Kamera und kein Mikrofon auslassen wird, spricht in diesen Tagen kaum noch jemand über Kagawa.

Im Trainingslager in Bad Ragaz war er zuletzt gar nicht mehr mit dabei, obwohl sein Vertrag bei den Schwarz-Gelben noch ein Jahr läuft. Im Kader von Lucien Favre spielt der einstige Publikumsliebling Kagawa ebenfalls längst keine Rolle mehr. Und erstaunlicher Weise, im Gegensatz zu Großkreutz, der den Klub bereits vor vier Jahren verließ, heute Abend in Düsseldorf beim Pokalspiel des BVB gegen den KFC Uerdingen beim Anhang der Dortmunder garantiert auch nicht. Obwohl Kagawa offiziell noch immer ein Bestandteil des Vereins ist. Das Leben kann echt ungerecht sein!

Keine öffentlich gewordenen Ausraster, keine Skandale, nur gute Laune, Höflichkeit und Respekt. Kagawa gehört zweifelsfrei zur Kategorie der angenehm pflegeleichten Profis, die jedem Verein grundsätzlich gut zu Gesicht stünden.

Einst war er das große Schnäppchen der Dortmunder, wechselte für kolportierte gut 350.000 Euro im Sommer 2010 aus der zweiten japanischen Liga ins Ruhrgebiet. Hier wurde er rasch zum Star, etablierte sich dazu auch im Nationalteam und wollte nach der Deutschen Meisterschaft 2012 unter Jürgen Klopp irgendwann sein sportliches Glück in England komplett machen.

Doch der Wechsel auf die Insel, zu Manchester United, im Sommer 2012 entpuppte sich für Kagawa als Stolperstein. Er kam in England längst nicht so gut zurecht, wie zuvor in Dortmund. Reumütig kehrte der Japaner 2014 zum BVB zurück.

Doch auch hier wurde er nach seiner ‚Heimkehr‘ nicht mehr vollständig glücklich. Die Statistiken seiner ersten Zeit im Revier konnte er nicht wieder erreichen. Anerkannt und geschätzt von Fans und Trainern blieb er trotzdem noch eine ganze Weile im Blickfeld.

Erst nach dem Ende der Dienstzeit von Trainer Thomas Tuchel im Sommer 2017 verschwand Kagawa schrittweise aus dem Fokus der Medien und auch der Fans. Inzwischen ist er fast vollständig ‚in der Versenkung‘ verschwunden, wie man so schön sagt. Proteste, Beschwerden oder Stänkereien sucht man in seinem Karriereverlauf trotzdem bisher vergeblich.

Noch ist das Transferfenster in der Bundesliga bis Anfang September geöffnet. Man würde sich wünschen, dass der gelebte Traum von der Profi-Karriere des Japaners noch einmal ein neues Highlight bekommen darf.

Es wäre wirklich zu schade, wenn die Laufbahn des sympathischen Mittelfeldspielers gegen Ende seiner aktiven Zeit so unspektakulär, geradezu unbemerkt im Sande verlaufen würde, wie es aktuell leider den Eindruck macht…

Vielleicht denkt bei der zu erwartenden großen Großkreutz-Show am Freitagabend ja auch der eine oder andere Anhänger aus Dortmund einmal kurz an Shinji Kagawa, der nach dem Spiel allerdings garantiert erneut kein Interview geben wird…

 

Update (14.32 Uhr): Der BVB hat gerade den Abgang von Kagawa per Pressemeldung verkündet:

Shinji Kagawa wechselt zu Real Saragossa

Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler Shinji Kagawa wechselt mit sofortiger Wirkung zum spanischen Klub Real Saragossa in die Segunda División.

Der 30-Jährige, der zuletzt an den türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul ausgeliehen war, befindet sich bereits bei seinem neuen Arbeitgeber im Nordosten Spaniens.

Kagawa stand in 148 Bundesligaspielen (41 Tore, 37 Vorlagen) und 22 Champions-League-Partien (4 Tore, 6 Vorlagen) für Schwarzgelb auf dem Rasen. Der Japaner gewann mit dem BVB 2011 die Deutsche Meisterschaft, 2012 das Double aus Meisterschaft sowie Pokal und 2017 den DFB-Pokal.

„Shinji ist ein verdienter Borusse, der mit unserem Klub Titel gewonnen und sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Ein Vorbild an Professionalität und ein großartiger Mensch, der in Dortmund immer eine zweite Heimat und viele Freunde haben wird. Es war sein großer Wunsch, in seiner Karriere noch einmal in Spanien zu spielen. Diesem haben wir selbstverständlich entsprochen“, betonen Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc. “

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8 Kommentare zu “Shinji Kagawa droht beim BVB in Vergessenheit zu geraten – Das Leben kann echt ungerecht sein!

  • #1
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Kam gerade per E-Mail vom BVB rein. Ich will dazu jetzt nicht direkt eine weitere Fußball-Meldung einstellen, daher poste ich es hier drunter:

    "Maximilian Philipp wechselt zu Dynamo Moskau

    Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat sich mit dem russischen Premier-Liga-Klub Dynamo Moskau auf einen Transfer von Offensivspieler Maximilian Philipp (25) verständigt. Philipp wechselt mit sofortiger Wirkung in die russische Hauptstadt.

    BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagt: „Wir danken Maximilian Philipp für seinen Einsatz für Borussia Dortmund und wünschen ihm viel Erfolg bei seinem neuen Arbeitgeber.“

    Maximilian Philipp erklärt: „Es war für mich etwas Besonderes, für Borussia Dortmund zu spielen. Ich möchte mich bei der schwarzgelben Familie für die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren bedanken. Für mich hat es in meinem Alter oberste Priorität, so viel Spielpraxis wie möglich zu bekommen, deswegen freue ich mich jetzt auf eine neue Herausforderung.“"

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Was für ein Timing! 😉 😀 Der BVB hat gerade den Wechsel von Kagawa vermeldet:

    " Shinji Kagawa wechselt zu Real Saragossa

    Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler Shinji Kagawa wechselt mit sofortiger Wirkung zum spanischen Klub Real Saragossa in die Segunda División.

    Der 30-Jährige, der zuletzt an den türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul ausgeliehen war, befindet sich bereits bei seinem neuen Arbeitgeber im Nordosten Spaniens.

    Kagawa stand in 148 Bundesligaspielen (41 Tore, 37 Vorlagen) und 22 Champions-League-Partien (4 Tore, 6 Vorlagen) für Schwarzgelb auf dem Rasen. Der Japaner gewann mit dem BVB 2011 die Deutsche Meisterschaft, 2012 das Double aus Meisterschaft sowie Pokal und 2017 den DFB-Pokal.

    „Shinji ist ein verdienter Borusse, der mit unserem Klub Titel gewonnen und sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Ein Vorbild an Professionalität und ein großartiger Mensch, der in Dortmund immer eine zweite Heimat und viele Freunde haben wird. Es war sein großer Wunsch, in seiner Karriere noch einmal in Spanien zu spielen. Diesem haben wir selbstverständlich entsprochen“, betonen Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc. "

  • #3
    Benjamin

    "Das Leben kann echt ungerecht sein!"
    Heilige Mutter Gottes! Ihr bloggt über das Leben im Ruhrgebiet. Und dann verwendet ihr diesen Satz im Zusammenhang mit einem Fußballprofi, der allein in seiner Zeit in Manchester fünf Millionen Pfund jährlich verdient hat. Geht mal raus an eine Trinkhalle und fragt was ungerecht ist!

  • #4
  • #5
  • #6
    Klaus Lohmann

    Puh, da gibt es allerdings eine Art Parallele zwischen Shinji und unserem Mentos-Kevin Großkotz, die mir gar nicht gefällt: Während K.G. quasi von Verein zu Verein immer eine Liga weiter nach unten gereicht wird (was durchaus seinem Leistungsstand entspricht und woran er selber schuld ist), hat das Schicksal Shinji jetzt mit Saragossa ungleich schwerer getroffen: Nach vielen Jahren Primera Division nun nur noch 2. Liga ohne echte Aufstiegsambitionen, ständig in Geldnot bzw. vom finanziellen Aus bedroht und dann noch ein eher abbruchreifes Uraltstadion aus den 50er Jahren:-( Da kann man ihm wirklich nur viel Glück, Gesundheit und ein langes Leben wünschen.

  • #7
    thomas weigle

    @Klaus Lohmann Auch wenn in Saragossa der Putz von den Wänden der Umkleidekabinen bröckeln mag, so wird das Salär für den Flüchtling aus dem Pott diesem sicher auch in Zukunft den täglichen Teller warme Suppe garantieren.
    Und was den ungeliebten K.G angeht: Uerdingen ist doch Höchststrafe. Was kann jetzt noch kommen? Schalke? Das wäre dann das, was im Strafrecht die "besondere Schwere der Schuld" genannt wird. Aus Dortmunder Sicht zumindest.

  • #8
    Klaus Lohmann

    @thomas weigle: Der Unterschied im Jahresverdienst zwischen BVB und Saragossa ist sicher größer als ein Teller warme Suppe, der finanzielle Abstieg macht sich bei einem Marktwert von (nur noch) 6 Mio. ja schon im Kaufpreis von 3 Mio. bemerkbar. Wie auch immer, der BVB hat mit Shinji immer noch einen Nettoerlös von ca. 11 Mio. gemacht, also halten sich in der Führungsetage die Krokodilstränen wahrscheinlich stark in Grenzen. Was mir ncht so gefällt.

    Und Kevin würde außer in ’nem Job bei den Schlümpfen nur noch mehr Frust schieben, wenn er zu Hause in Kemminghausen den Rest seines Lebens damit verbringen muss, seinen Papa auf dem Platz mit vollem Körpereinsatz wieder gegen stalkende Frauen zu verteidigen;-))

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