Slime-Sänger Tex Brasket spielt Solo-Show am Dortmunder U

Tex Brasket spielt am 20. Juli am Dortmunder U | Foto: Daniel Sadrowski

Stell dir vor, du müsstest Campino bei den Toten Hosen oder Farin Urlaub bei den Ärzten als Sänger ersetzen. Das ist das Los, was Tex Brasket gerade bei der Band Slime erlebt. Mit seiner entschiedenen Performance hat er der Band ein neues Leben geschenkt. Sein Lebensweg war selbst nicht einfach – er ist Waisenkind, der irgendwann als Erwachsener im Drogen-Wahnsinn in die Obdachlosigkeit gerutscht ist. Doch aus jedem Schlamassel hat er sich immer wieder selber herausgezogen. Nun kommt er am 20. Juli mit einer Solo-Show nach Dortmund und spielt dann am Dortmunder U.

Tex hat sich als Bahnhofsbarde und Eckkneipenbespaßer aus der Anonymität der Obdachlosigkeit Berlins in die Herzen unzähliger Menschen gesungen. Wenn er mit seiner markanten Stimme Lieder von Hoffnung in vermeintlich hoffnungslosen Lagen singt, Lieder über Drogensucht, psychische Krankheit, soziale Ungerechtigkeit und Armut, dann spürt man sofort: Da singt einer vom echten Leben.

Sein Erinnerungshorizont ist geprägt durch seine frühkindlichen Erfahrungen. Er wird adoptiert und kommt zu einer deutschen Familie, die in den USA lebt. Danach wechselt er die Kontinente. Auf der ersten Schule, die Tex in Bayern besucht, gehört er zu drei Nicht-katholischen Kindern. Vorher, in Amerika, war er das Kid mit dem deutschen Akzent. Hinter seinem Rücken wurde erzählt, dass Tex so wie Schwarzenegger spricht. „Als Kind wolltest du immer dazugehören – und dann stellst du fest: du bist keiner von denen.“ Mit diesem Sonderstatus geht er weiter durchs Leben. Nach der 9. Klasse verlässt Tex die Schule. Insgesamt hat er bestimmt zehn bis zwölf unterschiedliche Schulen besucht. Ein Jugendamt steckte ihn zwischendrin in ein katholisch geprägtes Internat. „Irgendwann hab ich nur noch die Schule geschwänzt, viel gekifft und Gitarre gespielt“, sagt der Punksänger, der seinen allerersten Song im Alter von 12 Jahren geschrieben hat.

Durch das Kiffen kommt er zu härteren Drogen, die ambivalente Faszination zu Amphetaminen hat er im aktuellen Slime-Song „Bester Freund“ verarbeitet. Seine weitere Schule sind erst Gelegenheitsjobs, später U-Bahnhöfe. Hier lernt er sich als singender Gitarrist gegen Straßenlärm, einfahrende Züge und Passanten-Gespräche durchzusetzen. In Berlin tingelt er durch die Kneipen. Das geht so lange gut, bis er irgendwann keine Couch mehr bei einem Kumpel hat, auf der schlafen kann – und so in die Obdachlosigkeit schlittert. Und ein Wahnsinn aus Drogengeschichten dazu gekommen ist. Doch dieses dunkle Kapitel Vergangenheit hat er abgeschlossen. Aktuell plant er nach Duisburg in eine eigene Wohnung zu ziehen. Ob er Angst hat, dass er sich auch irgendwann aus eigenem Selbstverschulden wieder alles kaputt machen kann? „Das ist ein Bewusstsein mit dem ich durch das Leben gehe. Ein falscher Schritt – und du bist am Arsch.“ Doch aktuell freut er sich auf die ersten Slime-Konzerte. „Ich mach das Beste draus – du musst positiv bleiben, dann wird schon alles gut werden.“

Tex Brasket live am Dortmunder U
Mittwoch, der 20. Juli
Beginn ab 19 Uhr
Der Eintritt ist frei – die Show wird vom bodo e.V. präsentiert

 

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Joe
Joe
6 Monate zuvor

Klasse Typ!
Bis Dezember, im Café Atlantik!

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