Die Nachricht hat mir heute Vormittag tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Trainer Niko Kovac bleibt Borussia Dortmund bis 2029 erhalten. Das ist für mich mehr als eine gewöhnliche Vertragsverlängerung. Es ist ein Signal, dass der BVB auf einer seiner wichtigsten Positionen endlich wieder auf Kontinuität statt auf das nächste Experiment setzt.
Trainer Jürgen Klopp ganz entspannt… Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Es gibt Tage, an denen zwei Pressekonferenzen mehr über den Zustand eines Landes erzählen als wochenlange politische Debatten. Der heutige Freitag war so ein Tag. Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin seine Kabinettsumbildung erklärte, stellte sich in Frankfurt Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer der Öffentlichkeit vor.
Beide Männer stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie übernehmen beziehungsweise führen Organisationen, die zuletzt kräftig an Vertrauen verloren haben. Beide sollen nach Rückschlägen Aufbruchsstimmung erzeugen. Beide müssen Menschen überzeugen, dass es jetzt besser wird.
Und doch hätten die Unterschiede kaum größer sein können.
Das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Es gibt diese Fußballabende, an denen man als neutraler Zuschauer eigentlich nur verlieren kann. Der heutige gehört zweifellos dazu. Wenn der VfL Wolfsburg und der SC Paderborn ab 20:30 Uhr am Pfingstmontag um den letzten Platz in der Bundesliga kämpfen, geht es zwar offiziell um Millionen, Prestige und sportliche Existenz.
Für viele Fußballromantiker geht es aber vor allem um eine unangenehme Erkenntnis: Egal, wer gewinnt – so richtig freuen kann man sich darüber nicht.
Die BVB-Fanwelt am Stadion im Februar 2025. Foto: Robin Patzwaldt
Wie Tausende andere BVB-Fans auch, kaufe ich mir hin und wieder ein Trikot eines meiner Lieblinge im BVB-Fanshop. In den letzten Jahren konnte ich so einige Leibchen meiner absoluten Favoriten in Schwarz-Gelb zu meiner Sammlung hinzufügen. Trikots mit den Namen und Nummern von Neven Subotic, Mats Hummels, Marco Reus, Erling Haaland und anderen prägenden Figuren der Klubgeschichte hängen mittlerweile in meinem Kleiderschrank.
Als Borussia vor ein paar Tagen das „Sondertrikot Neon 24/25“ ankündigte, war ich sofort begeistert. Zwar ist es wieder einmal etwas teurer als seine Vorgänger, aber die Optik, die dem Trikot der Meistersaison 1994/95 nachempfunden ist, faszinierte mich sofort. Ich überlegte, mir trotz der aktuellen sportlichen Krise ein solches Jersey zu sichern. Doch am Ende entschied ich mich dagegen – und der Grund dafür ist ziemlich einfach, aber zugleich auch ein deutliches Zeichen für die Krise, in der die Dortmunder Profis sich seit Monaten befinden.
Der Phoenix See in Dortmund im März 2022. Foto(s): Robin Patzwaldt
Der Phoenix See in Dortmund-Hörde spaltet seit jeher die Gemüter. Die einen finden ihn toll, die anderen schreckt seine unbestreitbare Sterilität und sein fehlender Charakter eher ab. Das künstliche Paradies im Osten des Ruhegebiets dient etlichen Prominenten als Wohnumfeld. So leben unter anderem etliche Profis von Borussia Dortmund an den Ufern des künstlichen Gewässers. An Sonnentagen und an vielen Wochenenden tummeln sich hier tausende Besucher aus dem gesamten Revier und darüber hinaus.
Was sie hier zu sehen bekommen, hat aber mit Dortmund und dem Ruhrgebiet insgesamt ungefähr so viel zu tun wie die Hamburger Binnenalster. Wobei diese, im Gegensatz zu dem Dortmunder Vorzeigegewässer, eine echte, über viele Jahre hinweg gewachsene sehenswert ist. Der Phoenix See hingegen wirkt steril und seelenlos.
Was nur fasziniert die Leute an dieser sprichwörtlich aus dem Boden gestampften Blase im Osten Dortmunds, die, wenn man sie mit dem Auto ansteuert, mit der sie unmittelbar umgebenden Stadtkulisse auch nach gut zehn Jahren noch immer rein gar nichts gemein zu haben scheint? Ein Besuch vor Ort sollte ein wenig Klarheit bringen.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Foto: Roland W. Waniek
Ganz ehrlich, ich habe unseren Ministerpräsidenten Armin Laschet noch nie sonderlich gemocht. Er war mir als Persönlichkeit in vorderster Politikerfront deutlich zu bieder und viel zu farblos. Wie er einst an ‚die Macht‘ gekommen ist, erschien mir stets als ein großes Rätsel.
Eigentlich geht man ja noch immer davon aus, dass sich nur überdurchschnittlich charismatische Politiker parteiintern auf ihrem Weg in die Spitzenämter durchsetzen. Na ja gut. Ich gebe zu, in letzter Zeit ist das mangels charismatischer Politiker in diesem unseren Lande grundsätzlich so eine Sache. 😉 Aber sei es drum. Darum soll es hier auch gar nicht gehen.
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