Die Linke zieht Grenzen. Luigi Pantisano erklärt die Ausnahmen.

Luigi Pantisano bei der Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 am 7. Oktober 2024.
Luigi Pantisano verspricht Grenzen gegen Antisemitismus. Im Fall Emde beginnt die Auslegung. (Archivfoto: Fyrtaarn / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Gegen Antisemitismus hat die Linke klare Beschlüsse. Für den Umgang mit den eigenen Leuten offenbar einen größeren Auslegungsspielraum. Co-Parteichef Luigi Pantisano bekennt sich zu Israels Existenzrecht – und verteidigt zugleich Vanessa Emdes umstrittene Aussage, Staaten hätten keines. In Berlin soll die Fraktionsführung derweil klären, ob mit Emde noch zusammenzuarbeiten ist. Rückendeckung sieht anders aus.

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Berlins revolutionäre Jugend: Die Verhältnisse überwinden. An der Subtraktion scheitern.

Graf Zahl vor einer bunten Schlosskulisse mit Zahlen
Ein Fall für die Tscheka: Graf Zahl fehlt als Aristokraten das proletarische Klassenbewusstsein. Dass er rechnen kann, macht ihn zusätzlich verdächtig. (Symbolbild, Foto: VIAVAL TOURS / Shutterstock.com)

Die Linksjugend Berlin, die Jugendorganisation der SED-Nachfolgepartei Die Linke in Berlin, will den Kapitalismus überwinden. Eine kleine Subtraktion erweist sich vorerst als hartnäckiger. In ihrem Solidaritätsbeschluss zu den Protesten in Frankreich lässt sie die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze seit Macrons Amtsantritt von 1,2 auf 9,8 Millionen steigen.

Eine dramatische Entwicklung. Allerdings vor allem beim Umgang mit Zahlen.

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Berliner Linke: Die Chefin hat geliefert. Die Palästina-LAG applaudiert.

Rote Fahnen mit dem Schriftzug Die Linke bei einer Berliner Kundgebung am 3. Februar 2024
Berliner Linke: Die Chefin hat geliefert. Die Palästina-LAG applaudiert. (Symbolbild, Foto: DIE LINKE, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; Ausschnitt)

Martha Kleedörfer bedankt sich bei Ines Schwerdtner. Die Berliner Palästina-LAG applaudiert. Nach dem Fernsehstreit mit Jan Fleischhauer wird die Parteichefin auf Instagram gefeiert. Die offenen Fragen zur politischen Verantwortung erledigen sich damit allerdings nicht.

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Cansın Köktürk (Die Linke): Die Aktie im Keller, der Verstand im Kofferraum

Cansın Köktürk und Batıkağan Pulat neben der Vonovia-Jahresgrafik aus ihrem Reel
Cansın Köktürk und Batıkağan Pulat feiern den fallenden Vonovia-Kurs. Die Grafik zeigt den Kursverlauf eines Jahres. Originalausschnitte nebeneinandergestellt. (Screenshots: Instagram)

Die Vonovia-Aktie liegt am Boden des Kofferraums, Cansın Köktürk (Die Linke, MdB aus Bochum) und Batıkağan Pulat (Die Linke, Stadtrat in Bochum) beugen sich darüber. So sieht der Klassenkampf auf Instagram aus. Nicht annähernd so spektakulär wie der Sturm auf das Winterpalais, aber für Bochum reicht’s.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete und ihr Mitstreiter haben einen roten Börsenchart gefunden und machen daraus eine Siegespose. Für die Mieter des Bochumer Wohnungskonzerns bleibt die entscheidende Frage offen: Was genau wird für sie dadurch billiger?

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Berliner Linke: Die Brandmauer gegen Antisemitismus hat eine Hintertür. Schwerdtner hält sie auf

Ines Schwerdtner am Rednerpult beim Parteitag der Linken in Halle 2024.
Ines Schwerdtner (Archivfoto – Parteitag der Linken in Halle, 19. Oktober 2024: Ferran Cornellà / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0).

Eine Brandmauer gegen Antisemitismus ist mühsam. Ständig steht jemand aus der eigenen Partei in der Tür. Diesmal: Ines Schwerdtner, die Vorsitzende der Linkspartei. Die Fraktionsspitze der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus sieht keine gemeinsame Arbeitsgrundlage mehr mit Vanessa „Vedi“ Emde. Die Bundesvorsitzende verteidigt deren umstrittene Position im Fernsehen.

SPD und Grüne bekommen ihre Abgrenzung gegen Antisemitismus also weiterhin schriftlich. Für die Ausnahmen sollen sie bitte bei der Chefin klingeln.

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Die Berliner Grünen halten ihr Problem für ein Modell

Nina Stahr im Porträt, Aufnahme von Sonja Macholl aus dem Jahr 2020.
Nina Stahr denkt beim Berliner Bündnis schon an den Bund. Marianne Birthler hätte vorher gern belastbare Ergebnisse. (Foto: Sonja Macholl / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Aufnahme von 2020, Ausschnitt.)

Eine neue Regierung gibt es in Berlin aktuell noch nicht. Die Berliner Grünen haben aber schon Pläne für deren Nachahmung. Landeschefin Nina Stahr sieht in einem Bündnis mit Linken und SPD ein mögliches Signal für den Bund.

Marianne Birthler verlangt derweil, erst einmal die Voraussetzungen fürs gemeinsame Regieren zu schaffen.

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Die Linke Berlin: BDS bleibt. Die Fabrik soll weg.

Das Rote Rathaus in Berlin mit Uhrturm und Berliner Flagge.
Das Rote Rathaus in Berlin: Die Linke will mitregieren, ihre Palästina-LAG setzt die Zusammenarbeit mit BDS Berlin fort. (Archivfoto: Peter Ansmann)

Die Berliner Palästina-LAG der Linken veröffentlicht mit BDS Berlin einen neuen Aufruf. Gefordert werden ein Waffenembargo gegen Israel und die Schließung einer Munitionsfabrik in Wedding. Der Vergleich mit VW Osnabrück und dem Duisburger Linken-Abgeordneten Mirze Edis zeigt, wie schwierig das mit der Arbeitersolidarität wird, sobald eine israelische Firma ins Spiel kommt.

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Hannah Bruns (Die Linke Berlin): Radikal reden. Rückendeckung verlangen.

Hannah Bruns im Gespräch bei 99 ZU EINS vor einem Studiomikrofon.
Hannah Bruns im Interview bei 99 ZU EINS. (Screenshot: YouTube / 99 ZU EINS)

Hannah Bruns verteidigt im Gespräch mit 99 ZU EINS ihre Positionen zu Israel, zur „globalen Intifada“ und zur Seeblockade der Huthis. Vom Parteivorstand der Linken verlangt sie Schutz vor Einschüchterung. Das vollständige Interview zeigt, was hinter dieser Forderung steht – und weshalb die Unterstützung durch die Berliner Palästina-LAG und die Bundesarbeitsgemeinschaft für SPD und Grüne ein Problem bleibt.

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Berlin: Die Linke unterschreibt gegen Judenhass. Die eigenen Genossen bleiben ein Problem.

Stelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin im Schnee.
Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, 21. Januar 2022. (Foto: Peter Ansmann)

Wie praktisch, wenn sich ein politisches Problem wenigstens sprachlich in einen Gesprächskreis setzen lässt. Im Berliner Sondierungspapier beschreiben Linke, Grüne und SPD die Folgen des Nahostkriegs anhand israelischer und palästinensischer Communities. Es folgen Misstrauen, Ausgrenzung und das Versprechen von Dialog. Doch jüdische Berliner brauchen keinen israelischen Pass, um bedroht zu werden. Konkrete Schutzversprechen stehen ebenfalls im Papier.

Die politische Probe beginnt dort, wo sie den eigenen Leuten unbequem werden.

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Die SPD Berlin hat einen Wertekompass. Nur die Richtung stimmt nicht.

Brandenburger Tor in Berlin am 21. Januar 2022
Das Brandenburger Tor (2022) in Berlin. Auf dem Weg zu Rot-Grün-Rot wird es politisch glatt: 20 SPD-Bundestagsabgeordnete warnen vor einer Koalition mit der Linken. (Foto: Peter Ansmann)

Wie praktisch, dass die SPD einen Wertekompass besitzt. In Berlin sucht man offenbar noch die Bedienungsanleitung. Während die Landespartei mit Linken und Grünen den Weg in eine gemeinsame Regierung vorbereitet, warnen 20 sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete vor genau diesem Bündnis. Ihre Einwände lassen sich schwer als Wahlkampf der CDU abtun.

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