Der Wal, der uns alle zu besseren Menschen macht (für ungefähr fünf Minuten)

Ein Buckelwal. Quelle: Wikipedia, Foto: Charles J. Sharp, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ganz Deutschland hält den Atem an. In Timmendorfer Strand ringt ein junger Buckelwal mit dem Tod – und plötzlich sind wir alle wieder ein bisschen mehr Mensch. Ich auch. Wirklich. Mich lässt das Schicksal des Tieres nicht kalt. Ein 12 bis 15 Meter langer Koloss, gestrandet im viel zu flachen Wasser der Lübecker Bucht, der den Kopf hebt, schnaubt, kämpft – das geht einem nahe.

Und natürlich klicken wir. Liveticker. Livebilder. Experteneinschätzungen. Große Maschinen rollen an, zwei Bagger graben eine Rettungsrinne, Taucher prüfen den Zustand, Helfer geben Interviews, irgendwo sagt jemand: „Aufgeben ist keine Option.“ Es ist das perfekte Drama. Natur, Gefahr, Hoffnung – und ein einzelnes, identifizierbares Opfer.

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Wenn selbst ein eingefleischter BVB-Fan dem FC Schalke 04 ganz offen die Daumen drückt

Schalke siegt zumindest gegen Regensburg. Foto(s): Michael Kamps

Als BVB-Fan hat man es in diesen Tagen nicht leicht. Trotz des Trainerwechsels im Sommer und einem runderneuerten Kader haben die Dortmunder noch immer nichts von ihrer Wankelmütigkeit verloren. Überzeugenden Auftritten folgen in unschöner Regelmäßigkeit unrühmliche Rückschläge, so wie am Samstag zum x-ten Mal in den vergangenen Monaten und Jahren beim 1:3 in Mainz. Der Verein wehrt sich offensichtlich kaum gegen den schleichenden Niedergang, der streng genommen schon mit der Trennung von Trainer Thomas Tuchel im Sommer 2017 begann. Auch in dieser Saison kämpft die Borussia gegen den schleichenden Abstieg ins Mittelfeld der Bundesliga.

Einen ganz anderen Abstieg musste sogar der einstige große Rivale aus dem Ruhrgebiet, der FC Schalke 04 miterleben. Im Jahre 2018 als Vizemeister in der Fußball-Bundesliga sogar vor dem BVB platziert, fristen die Gelsenkirchener inzwischen ein trauriges Dasein in den Niederungen der zweiten Liga, müssen sich in diesen Tagen auch dort gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit von Liga drei wehren.

Der Niedergang der Königsblauen ist sogar so bitter, dass man selbst als leidgeprüfter Dortmunder noch Mitleid mit dem Erzrivalen entwickelt und den ungeliebten Nachbarn am Wochenende von Zeit zu Zeit mal die Daumen drückt. So auch an diesem Wochenende.

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