Der ärmste Herr Kutschera ist ja ganz panisch.kutschera

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12 Kommentare

  1. #1 | WALTER Stach sagt am 4. September 2015 um 18:39 Uhr

    Panisch ist er, der Prof.Kutschera?
    Ich hatte mir erlaubt -sh."Alles wird zu Ismen"-. auf einen hier einschlägigen Beitrag von Armin Himmelrath über die Auffassung von Prof.Kutschera hinzuweisen nebst kurzer pers.Anmerkung.
    Panisch ist m.E. nichts an der Aufassung von Kutschera. Sie ist wohl begründet und zweifelsohne gegenüber viele Feministen gezielt, gewollt provokativ und gerade deshalb beachtens- und bedenkenswert.

  2. #2 | SZ sagt am 4. September 2015 um 19:22 Uhr

    Naja, Gender-Forschung kann lebensrettend sein:
    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-11/Gender-Medizin-Gesundheit
    Also, ja, was ich bisher vom Herrn Prof. Kutschera gelesen habe, wirkte wirklich sehr kenntnislos auf mich.
    Vielleicht bin ich da auch zu rational, wenn ich gern möchte, dass Depressionen und Herzinfarkte trotz unterschiedlicher Symptomatik
    bei Männern bei Frauen erkannt und behandelt werden. 🙂

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 4. September 2015 um 20:11 Uhr

    Nicht daß Genderforschung und Gendermedizin verwechselt werden.
    Genderforschung besagt, daß Männer und Frauen soziale Konstrukte sind, also von natur gleich sind, während die Gendermedizin dem widerspricht und festgestellt hat, daß Medikamente unterschiedlich auf Männer und Frauen wirken. Vor dieser Erkenntnis wurden Medikamente ausschließlich an freiwilligen jungen Männern getestet und für Frauen oft unwirksam oder gar gefährlich. Die Entdeckerin dieses Phänomens hat das dann Gendermedizin genannt. Das ist auch richtig so.
    Genderforschung (Gender studies) dagegen beruht auf ganz anderen Überlegungen, die aus der Soziologie stammen. Die haben nichts mit Naturwissenschaft zu tun, und passen auch nicht zu den Ergebnissen der Naturwissenschaften. Ich glaube nicht, daß Kutschera die oben angesprochene Gendermedizin angreift, denn dabei geht es ja doch um Medizin, also um Biologie. Ich bin sicher, daß er ausschließlich das angreift, was die Soziologen der sogenannten Genderforschung postulieren.

  4. #4 | SZ sagt am 4. September 2015 um 20:35 Uhr

    Das scheint ein häufiges Missverständnis zu sein, aber: https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies
    Also, Gender-Medizin gehört tatsächlich mit in diesen sehr großen Sammelbegriff Genderforschung.
    (Weswegen ich starke Zweifel daran habe, dass Herr Kutschera weiß, wovon er redet.
    Gut möglich ich hab da was verpaßt, aber alles, was ich von ihm in den letzten Tagen gelesen habe,
    wirkte doch arg undifferenziert.)

  5. #5 | Helmut Junge sagt am 4. September 2015 um 22:13 Uhr

    "Also, Gender-Medizin gehört tatsächlich mit in diesen sehr großen Sammelbegriff Genderforschung."
    Der Begriff wird mittlerweile wirklich sehr, sehr weit gefaßt. aber der Kern der Theorie von der berühmten Judith Butler ist sehr eng, lt. Wikipedia " Die deutsche Debatte wurde in den 1990er Jahren am stärksten von Judith Butlers Buch Das Unbehagen der Geschlechter (1991) beeinflusst, in dem Geschlecht vor allem als Ergebnis von Diskursen gesehen wird."
    Und genau diese Aussage läßt überhaupt nicht zu, daß es so etwas wie Gendermedizin geben kann. Denn die wiederum sagt, ja, daß Frauen biologisch anders konstruiert sind als Männer.
    Und das gilt schon für Babys, bei denen noch kein Diskurs stattgefunden hat.
    Für mich ist ja genau deswegen Gendermedizinforschung wichtig. Auch nachweisbare Ungleichbehandlungen von frauen und Männern bekämpfe ich, aber Genderstudies in der mir bekannten Form widersprechen den Naturwissenschaften. Es sei denn, ich verstehe die Aussagen falsch. Was Kutschera betrifft, habe ich sein angekündigtes Buch nicht vorliegen und kann natürlich nicht beurteilen,was er schreiben wird. Aber gespannt bin ich schon. Panisch kommt er mir nicht vor, aber kämpferisch schon.
    Ich kann diesen Diskurs so schön sie ist, aber vorerst nicht weiter verfolgen, frühestens am Sonntag wieder.

  6. #6 | mitm sagt am 5. September 2015 um 15:04 Uhr

    Helmut Junge hat völlig recht, und man kann noch folgendes hinzuzufügen:

    1. Der Begriff Gender in Gendermedizin ist wieder mal ein Beispiel für <a href= "http://maninthmiddle.blogspot.de/p/antifeminismus.html#doublespeak&quot; >feministisches Doublespeak</a>: Gender ist nicht biologisches Geschlecht, sondern "soziales Geschlecht", also Geschlechterrollen, was immer das genau bedeuten mag.

    "Gender"medizin ist also in Wirklichkeit weitestgehend "Sex"-spezifische Medizin und hat schon definitionsgemäß nichts mit Gender im Sinne der Gender Studies zu tun.

    2. "Vielleicht bin ich da auch zu rational, wenn …."

    Vielleicht sind Sie völlig uninformiert, was unter den Begriffen zu verstehen ist, bzw. der gängigen Propaganda aufgesessen.
    Verfechter der Gender Studies erklären kurzerhand alles, wo Differenzen zwischen Männern und Frauen auftreten, zu ihrem originären Kompetenzbereich, und reklamieren alle dort ggf. erzielten Erfolge als eigene Verdienste, auch wenn man fachlich keinerlei Ahnung davon hat. Die rund 190 Gender-Professuren sind vor allem der Soziologie, sozialen Arbeit, Pädagogik, Geschichte, Literatur oder Psychologie zugeordnet, KEIN EINZIGER Lehrstuhl ist der Biologie oder Medizin zugeordnet. Quellen und mehr Details hier: http://maninthmiddle.blogspot.de/p/gender-studies.html#gs_institutionen
    Das gilt speziell für Judith Butler (https://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Butler), deren Thesen zentral für die Gender Studies sind: "…[JB] ist eine US-amerikanische Philosophin und Philologin. Sie ist Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Und hatte schon 1990, als sie Gender Trouble schrieb, keine Ahnung von der damaligen Biologie, und erst recht nicht von der Biologie/Medizin im Jahre 2015.

    3. Die Vereinnahmung der medizinischen Forschung ist ein dummdreister Trick, den eigenen völlig abstrusen soziologischen oder philosphischen Theorien einen seriösen Anstrich zu geben. Man steckt beides in den großen Sack mit dem Etikett "Genderforschung!!!", verweist auf die vereinnahmten medizinischen Anteile und deren Nutzen und Seriösität, und erklärt damit alles andere in dem Sack für bewiesen und hochwertige Forschung.

    4. "Das scheint ein häufiges Missverständnis zu sein, aber: https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies&quot;

    Nur als Hinweis: <a href= "http://maninthmiddle.blogspot.de/p/warnung-vor-der-deutschen-wikipedia.html#wp&quot; >Warnung vor der deutschen Wikipedia</a>
    Genausogut können sie die Emma oder die Mädchenmannschaft als Quelle angeben.

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 5. September 2015 um 15:22 Uhr

    Genderisten werden nie die Biologie erobern. In einem naturwissenschaftlichen Kontext haben sie als Geisteswissenschaftler schlicht keine Chance. Ihre Domäne wird die Betroffenheitswissenschaft bleiben 🙂

  8. #8 | SZ sagt am 5. September 2015 um 16:43 Uhr

    Das macht natürlich betroffen. 🙂 (Was ist ein Genderist und wann wollte der die Biologie erobern,
    das ist ja nicht zu fassen!)
    Na, das Thema scheint wirklich einige zu interessieren, das ist dann ja vielleicht gar nicht so grundverkehrt.

  9. #9 | Helmut Junge sagt am 6. September 2015 um 13:40 Uhr

    @SZ, Ich habe den Begriff "Genderisten" (plural maskulinum) bisher übrigens auch nicht gekannt. Erst dachte ich, daß Stefan Laurin eine eigene neue Wortschöpfung kreiert hat, die dichterische Freiheit eben auch für Journalisten okkupiert hätte, und habe schon überlegt, ob es die maskuline Form von "Genderistinnen" sein könnte. Stimmt aber nicht und ist auch gar nicht notwendig, weil alle, auch maskuline Pluralendungen sowieso durch die Eigenart der deutschen Sprache zum Femininum werden, sagen wir in diesem Beispiel doch "die" Genderisten.
    Den Begriff "Genderist" gab es aber schon vor Laurin in der englischsprachigen Literatur. Der älteste mir bekannte Nachweis in deutscher Sprache stammt allerdings gerade mal vom Mai diesen Jahres.
    http://de.wikimannia.org/Genderist
    Aber egal, ob Maskulinum oder Femininum, die Biologie werden "DIE" nie erobern, weil "sie" so gut wie nie eine naturwissenschaftliche Ausbildung haben.

  10. #10 | paule t. sagt am 6. September 2015 um 16:57 Uhr

    Nur zur Info & Versachlichung: Die Gender Studies behaupten selbstverständlich nicht, dass die körperlichen Unterschiede zwischen Menschen sozial konstruiert seien. Die sind einfach da und haben auch ihre Auswirkungen, zB in der Medizin.

    Aber die Aufteilung der Menschen in zwei Geschlechter (durchaus anhand dieser körperlichen Unterschiede, aber eben längst nicht nur) beschreiben soziologisch ausgerichtete Gender-Forscher als sozialen Vorgang. Daran ist ungefähr überhaupt nichts, was der Naturwissenschaft widerspricht, außer wenn man Kutschera heißt oder ihm nachfolgt und die Naturwissenschaft als alleinige Erklärung für alles akzeptiert.

  11. #11 | Helmut Junge sagt am 6. September 2015 um 18:45 Uhr

    @Paule,
    Zitat "Die Gender Studies behaupten selbstverständlich nicht, dass die körperlichen Unterschiede zwischen Menschen sozial konstruiert seien. Die sind einfach da und haben auch ihre Auswirkungen, zB in der Medizin."
    Da bin ich mir zwar nicht sicher, und das liest sich auch nicht so eindeutig aus den Quellen heraus, denn wie soll ich ich bei Wikipedia über die Theorie von Judith Butler folgendes verstehen " Sie geht, in Anlehnung an Michel Foucault und John Austin, von der Annahme einer „Wirkmächtigkeit von Diskursen“ und der „performativen Kraft von Sprache“ aus. Diskursive und sprachliche Macht ist das „fundamentale Konstruktionsprinzip von Wirklichkeit“. Daraus entwickelt sie als zentrale These, dass Körper nicht unabhängig von kulturellen Formen existieren: auch wenn sie als naturgegeben erscheinen, sind sie das Konstrukt normativer Ideale. In verschiedenen Werken, wie Das Unbehagen der Geschlechter (1990), Körper von Gewicht (1993) und Hass spricht (1997), arbeitet sie dieser These entsprechend heraus, dass in dem performativen Modell von Geschlecht die Kategorien männlich und weiblich als Produkt einer Wiederholung von Sprechakten verstanden werden und nicht als natürliche oder unausweichliche Materialisierungen."
    Da muß man mir den Satz erklären, "dass Körper nicht unabhängig von kulturellen Formen existieren: auch wenn sie als naturgegeben erscheinen, sind sie das Konstrukt normativer Ideale."
    Da geht es konkret um Körper, die sie als soziales Konstrukt sieht. @Paule, verstehe ich und viele Andere da was falsch?
    Aber sei`s drum. Sollen all die Anderen, die das ähnlich verstehen drauf rumreiten.
    Es gibt ja mehr, denn da bin ich sicher, daß Genderisten sagen, daß diese körperlichen Unterschiede umgekehrt keinerlei Auswirkung auf das Verhalten, auf Vorlieben für gewisse Dinge (Neigungen), u.a. hätten.
    Und das ist m.E. absolut. Sonst gäbe es ja auch keinen Grund für einen Streit. Und das können überhaupt nur Leute sagen, die nie Kinder um sich haben aufwachsen sehen.
    Und darüber geben sowohl die Naturwissenschaften, aber auch die Verhaltensforschung andere Informationen.
    Das ist jedenfalls mein Kritikpunkt. Ich kann und will mich allerdings nicht auf ein bisher ungedrucktes Buch von Kutschera, dessen Inhalt ich nicht kenne, berufen. Auch wenn der lauter in den Wald brüllt, als ich das kann. Aber gespannt bin ich schon darauf.

  12. #12 | SZ sagt am 6. September 2015 um 23:44 Uhr

    Wirklich, was Paule T. sagt. Es geht um ein Infragestellen der Legitimität der Interpretationen,
    die aus biologischen Gegenbeheiten, deren Existenz an sich von Judith Butler nicht bezweifelt wurden,
    gezogen wurden/werden. Das ist alles. In ihren Texten selbst stellt sie keinen Absolutheitsanspruch,
    in keinem Kurs, den ich besucht habe, wurde das je so abgehandelt – es gibt meiner Meinung nach tatsächlich keinen
    Grund für Streit. Für engagierte Diskussionen allerdings schon.
    Herr Kutschera sagt ja selbst, er habe nur stichprobenartig einige deutsche Literatur angelesen.
    Jo, ditte merkt man schnell.
    (Ach so, und Genderist: http://de.urbandictionary.com/define.php?term=genderist)

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