Und plötzlich hat der BVB gegen die Bayern fast nichts mehr zu verlieren…

Das Westfalenstadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund hat es tatsächlich geschafft! Nach dem 6:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln im Westfalenstadion am Samstag und der gestrigen 1:2-Niederlage des FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen, ist der BVB erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit auch nach einem kompletten Spieltag wieder Tabellenführer in der Fußball-Bundesliga.

Nach der 25. Runde der Saison 2022/23 hat die Borussia 53 Punkte auf dem Konto, der Rekordmeister von der Isar hingegen nur deren 52. Und das ausgerechnet vor dem direkten Duell der beiden Kontrahenten an der Isar am 1. April, nach der nun anstehenden Länderspielpause. Wer hätte das noch vor wenigen Wochen für möglich gehalten?

Dass die Schwarzgelben in der Liga im Jahr 2023 noch immer ungeschlagen sind, zeigt, welch immenses Potenzial in dieser Mannschaft steckt, wenn sie denn an die eigene Leistungsgrenze geht. Der ersatzgeschwächte BVB dominierte die Kölner scheinbar nach Belieben und zeigte, was er selbst in diesem dezimierten Zustand zu leisten im Stande ist.

Trainer Edin Terzic, der in der zweiten Jahreshälfte 2022 noch nicht dazu in der Lage zu sein schien das Team an die Leistungsgrenze zu bringen, hat die Spieler plötzlich im Griff. Eine ganz ähnliche Entwicklung übrigens, wie sie Terzic in Dortmund auch schon während seiner ersten Amtszeit vollbrachte, als er als Nachfolger von Lucien Favre ebenfalls zunächst einige Wochen gebraucht hatte, um mit der Borussia durch einen starken Saisonendspurt dann doch noch in die Champions League zu führen und im Finale gegen RB Leipzig den DFB-Pokal 2021 in Berlin zu gewinnen.

So schön die aktuelle Entwicklung für alle Dortmunder auch ist, zeigt sie doch zugleich, was mit dieser Mannschaft möglich gewesen wäre, wenn das Team sich von Saisonbeginn an so präsentiert hätte. Noch einmal zur Erinnerung: Die Borussia ging auf Platz sechs liegend in die WM-Pause im Herbst, musste nach 15 Bundesligaspielen sogar um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison zittern. Ein paar Monate später konnte nicht nur die Tabellenspitze in der Bundesliga erobert werden, die Mannschaft hat auch die häufig gestellte Charakterfrage (vorerst) beantwortet. Und das auch beeindruckende Art und Weise. Was wäre da wohl möglich gewesen, wenn das von Anfang an so gelaufen wäre?

Das Aus in der Champions League gegen den FC Chelsea, das enttäuschende 2:2-Unentschieden in der Vorwoche beim Abstiegskandidaten FC Schalke 04 und auch die zahlreichen Ausfälle in der Stammelf konnten im März 2023 jedenfalls souverän verkraftet werden. Und das sogar so gut, dass im jüngsten Auftritt ein deutliches 6:1 das Resultat gegen den FC Köln war. Viel mehr kann man als Fan und Verantwortlicher von seiner Mannschaft, der schwere Prüfungen in den Knochen steckten, nicht verlangen.

Vor dem direkten Duell mit den Bayern befindet sich der BVB jetzt plötzlich in einer ungewohnt komfortablen Situation. Hätte man vor wenigen Wochen noch befürchten müssen, dass eine mögliche Niederlage in der Allianz Arena auch die letzten theoretischen Meisterschaftschancen gekostet hätte, hat die Borussia in München nun quasi eine Art Bonusspiel, in dem es viel zu gewinnen gibt.

Punktet der BVB gegen die Bayern, ob einfach oder dreifach, bliebe die Tabellenführung der Dortmunder auch nach dem 26. Spieltag bestehen. Aber selbst bei einer Pleite wäre noch nichts verloren, was den Traum vom ersten Meistertitel seit 2012 betrifft.

Selbst wenn gegen den Rekordmeister auswärts wieder einmal alles schiefgehen sollte, so wie in den vergangenen Jahren schon so häufig, läge der BVB dank der Ergebnisse von diesem Wochenende mit dann zwei Zählern Rückstand noch immer in Schlagdistanz knapp hinter den Bayern. So wie vor diesem Spieltag.

Die Dortmunder dürfen also vergleichsweise entspannt in das große Duell gehen. Terzic und seine Jungs können in München fast nur gewinnen. Das ist auch mal eine interessante Ausgangslage… Man darf jetzt schon gespannt sein, wie der BVB in knapp zwei Wochen mit ihr umgehen wird….

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