Und Tschüss Hagen…

In Hagen will man sich vom RVR den Austritt abhandeln lassen. Es ist an der Zeit, sich von Hagen zu verabschieden-

 

Hohenhof. Foto: Wikipedia

Ein Artikel in der Westfalenpost beschreibt heute sehr schön die unterschiedlichen Positionen der Parteien in Hagen zum Thema RVR-Austritt. Die Überschrift gibt den Tenor der Aussagen der Hagener Politiker gut wieder: "Hagen hofft auf eine attraktive Offerte des RVR". Scheinbar ist damit die Übernahme der Trägerschaft für den Hohenhof durch den RVR gemeint,  einem der bedeutendsten Bauwerke Hagens. Zahlt der RVR, so die Linie, bleibt Hagen im Revier. Zahlt man nicht, tritt man aus. Für diese Politik gibt es ein Wort und es heißt Erpressung – und eigentlich nur eine Reaktion: Ablehnung. Das Ruhrgebiet sollte sich nicht von Hagen erpressen lassen. Macht die Übernahme der Trägerschaft des Hohenhof aus Sicht der Region Sinn, kann der RVR sie übernehmen. Wenn nicht dann nicht. Es ist nicht so, dass das Ruhrgebiet ohne Hagen in Not geraten würde. Das Revier braucht Hagen nicht, aber Hagen das Revier. Die Stadt am Südrand der Region gehört zu den profillosesten Großstädten des Landes. Die Zeit in der Hagen positive Schlagzeilen gemacht hat sind lange vorbei – und auch im Ruhrgebiet wird Hagen kaum wahrgenommen, denn so richtig zur Region bekannt hat sich die Stadt nie. Dabei könnte sie etwas aus ihrer Lage im Revier machen – will man aber in Hagen nicht. Was man will ist das Geld der anderen Städte, auch weil die Hagener Lokalpolitiker durch riskante Finanztransaktionen ihre Stadt ruiniert haben. Von mir aus kann Hagen sein Glück in der Boomregion Südwestfalen suchen – als armer und leicht schmuddeliger Nachbar von drögen, aber recht wohlhabenden Käffern wie Iserlohn oder Olpe. Glücklich wird die Stadt, in der übrigens mein Lieblingsonkel Manfred wohnt, damit nicht. Aber dass sollte uns dann auch egal sein.

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22 Kommentare

  1. #1 | Jochen Hoff sagt am 3. September 2008 um 14:15 Uhr

    Hagen hat keine Wahl. Südwestfalen hat sich immer gegen Hagen gestellt und alle Hegemonieansprüche zurückgewiesen. Selbst für das Volmetal und Lüdenscheid war Hagen nie eine wirkliche Größe sondern immer nur das Kaff am Fuß der Berge.

  2. #2 | Nobby sagt am 3. September 2008 um 16:57 Uhr

    Die attraktive Offerte des RVR, der Trägerschaft des Hohenhofs zu könnte dazu führen das die Stadt Hagen für das Ruhrgebiet und gegen Westfalen entscheidet.
    Ob es richtig ist, das der Geldbeutel entscheidet. Kluge Köpfe sind jedenfalls der Meinung, das Hagen einfach beides ist.
    Hagen hat nun mal starke Bindungen in Richtung Dortmund, aber auch in Richtung Sauerland und in Richtung Wuppertal.

    Ich finde, ein Schwarz-Weiß-Denken, wie es unter anderen der Essener Raumplaner und stellv. Regionaldirektor Thomas Rommelspacher vertritt, ist nicht mehr Zeitgemäß.
    Hier sollte man auch beim RVR endlich Umdenken, den das Ruhrgebiet, die Rheinschiene und die Wupperschiene bilden Überlappende Gebiete bildet..

    NB

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 3. September 2008 um 17:29 Uhr

    Nobby: Der RVR offeriert nix, Hagen will den RVR erpressen. Und ich finde das Hagen gerne zu den Westfalen gehen kann, wenn es versucht das Ruhrgebiet zu erpressen…

  4. #4 | Ein anonymer Schreiber sagt am 3. September 2008 um 20:36 Uhr

    Es ist genau diese arrogante Haltung eines Teils (ich sage ausdrücklich nicht aller!) Ruhrgebietsbewohner, die die Städte am Rand dazu bringt, sich nicht mit dem Ruhrgebiet identifizieren zu können. Dieser Mythos „alle halten zusammen“ ist offensichtlich eine reine Farce. Hier wird von den Autoren (und nicht zum ersten Mal) Häme und beißender Spott über die Städte ausgeschüttet, die sich aus guten Gründen auch nur überlegen, nicht mehr Teil der RVR sein zu wollen. Man wird das Gefühl nicht los, hier wird genau das geschrieben, was Herr Klink denkt.

    In Wirklichkeit wissen die Städte nur nicht, wovor sie mehr Angst haben müssen. Davor, dass Essen sie weiter ausplündert, wenn sie drin bleiben oder dass Essen sie noch mehr schikanieren kann, wenn sie erst ausgetreten sind. Das, was die Städte wirklich noch hält, sind nichts anderes als die Drohungen, die der RVR ausspricht. Der RVR ist nicht das Opfer der unterschiedlichen Regierungsbezirke, als das er sich immer gerne darstellt, sondern offenbar ein Tiger, der seinen Einflussbereich mit Zähnen und Klauen verteidigt.

    Ich komme nicht aus Hagen, sondern aus einer anderen Randgemeinde. Es tut mir für die ehrlichen und anständigen Ruhrgebietler leid, das sagen zu müssen, aber wenn ich mir dieses Forum durchlese, bin ich mir absolut sicher, nicht Teil des Ruhrgebietes sein zu wollen.

    Liebe Stadt Hagen, wie der Autor dieses Pamphlets empfehle auch ich dir zu gehen. Und das nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil offenbar ein Teil dieses Ruhrgebietes genau das über dich denkt, was hier in diesen Artikeln steht.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 3. September 2008 um 21:12 Uhr

    @Anonym: Du siehst da etwas falsch – ich glaube das keine der Städte im Ruhrgebiet alleine eine Chance hat, sich zu profilieren. Sie haben alle nur gemeinsam eine Chance und wer aussteigt verliert…das würde übrigens auch für Essen gelten.

  6. #6 | Casi sagt am 3. September 2008 um 21:28 Uhr

    Lass sie austreten, wenn sie wollen…Der Spruch von den Reisenden ist ja bekannt – und wie Du schon schreibst: Der Pott bringt Hagen sicher mehr als umgekehrt. Mein Lieblingsonkel kommt übrigens auch aus Hagen 😉

  7. #7 | Dirk E. Haas sagt am 3. September 2008 um 22:15 Uhr

    @ Stefan: Naja, ?erpressen? würd? ich das nicht nennen, schließlich hat auch der RVR für den Fall des Austritts ein paar, eher negative Offerten in Aussicht gestellt. Für die Stadt ist es allerdings reichlich beschämend, dass sie sich offensichtlich nicht mehr in der Lage sieht, Osthaus? Erbe angemessen zu unterhalten; schließlich ist der Hagener Impuls so ziemlich das Einzige, was internationales Renommee besitzt (über Pop und Zwieback reden wir jetzt mal nicht). Es ist also durchaus ratsam, den Hohenhof in eine regionale Trägerschaft zu überführen, bevor die Stadt Hagen ihn ggf. an einen neureichen Immobiliensammler verscherbelt. Not macht mitunter skrupellos.

    Ansonsten ist Hagen ohnehin genauso langweilig und interessant wie die meisten anderen Ruhrgebietskommunen auch; kein Grund, diese Stadt nun besonders an den Pranger zu stellen.

    @ Anonymus: Für Städte, die Angst haben, ist das Ruhrgebiet genau das Richtige.

  8. #8 | Ein anonymer Schreiber sagt am 3. September 2008 um 22:33 Uhr

    Lieber Stefan, deine Meinung bleibt dir unbenommen. Du solltest aber akzeptieren können, dass es auch Menschen mit anderen Meinungen gibt, die glauben, dass ihre Städte außerhalb des Ruhrgebietes besser aufgehoben sind. Wie du glaubst „dass keine Stadt eine Chance hat, sich alleine zu profilieren“ gibt es andere Menschen, die glauben, dass ihre Stadt vielleicht „eine bessere Chance hat, sich außerhalb des Ruhrgebiets zu profilieren“. Diese Meinung musst du natürlich in keiner Weise teilen! Weder du noch ich können allerdings wirklich sagen, ob es für Hagen besser ist, im RVR zu bleiben oder nicht. Es gibt sicherlich für beide Seiten einige Argumente.

    Aber in deinem Artikel schlägst du auf alles ein, was nicht deinem Bild entspricht. Du belässt es ja noch nicht einmal dabei, nur Hagen polemisch und eher unsachlich zu kritisieren, sondern beleidigst gleich noch die Einwohner von Iserlohn und Olpe, wenn du von „den drögen, aber recht wohlhabenden Käffern“ sprichst. Was in Gottes Namen können Iserlohn und Olpe dafür, dass Hagen sich eventuell anders entscheiden könnte, als es dir lieb ist?

    Kannst du dir vorstellen, dass du Menschen nicht für deine Sache gewinnen kannst, wenn du so mit ihnen umgehst? Ehrlich gesagt macht mir deine Art zu schreiben in gewisser Weise Sorgen. Die Aggression, der du in einigen deiner Beiträge recht freien Lauf lässt, bringt die Menschen, die keine „100%-Ruhrgebietler“ sind sicherlich nicht dazu, das Ruhrgebiet positiver zu sehen. Es wird dir vielleicht nicht auffallen, weil zu vermuten ist, dass sich in einem Forum mit diesem Namen eher Menschen mit einer dir ähnlichen Meinung tummeln (z.B. Casi) und kritische Kommentare wie meiner daher nur selten vorkommen, aber ich glaube, du schadest dem Ruhrgebiet mit dieser Art zu schreiben, auch wenn du dich eigentlich für das Ruhrgebiet (und ich finde es gut, wenn man sich für seine Region engagiert!) einsetzen möchtest.

    Wenn Du willst, dass auch die Randgebiete positiv zum Ruhrgebiet stehen, solltest du an erster Stelle ihre Bedenken ernst nehmen (und um keine falsche Harmonie aufkommen zu lassen: ich persönlich glaube auch, dass die Randgebiete zu Gunsten der Kernzonen vernachlässigt werden). Und wenn du das getan hast, ist es dein gutes Recht zu versuchen, die Bedenken zu zerstreuen und die Menschen der Randzonen mit Sachargumenten und vielleicht sogar mit Freundlichkeit von den Vorteilen des Ruhrgebiets zu überzeugen.

    Nur wenn man mit Spott und Polemik arbeitet (oder mit Drohungen wie Herr Klink), lässt das einfach schnell die Vermutung aufkommen, dass man vielleicht nur wenige Sachargumente für seine eigenen Positionen hat. Bei mir hast du ehrlich gesagt mit deinem Artikel erreicht, dass ich die Austrittsbestrebungen einiger Städte jetzt besser verstehen kann.

  9. #9 | Arnold Voß sagt am 4. September 2008 um 03:05 Uhr

    Lieber Anonymus, sie scheinen hier Ursache und Wirkung zu verwechseln. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand der Ruhrbaroneautoren je von sich aus gefordert hat, dass Hagen oder der Kreis Wesel oder sonst eine Stadt im Bereich des RVR diesen verlassen soll. Auch der RVR selbst hat das von sich aus nie getan. Es ist vielmehr genau umgekehrt: Es gibt einige Städte die im Bereich des RVR darüber nachdenken bzw. deren Verantwortliche daran arbeiten, aus dem RVR auszutreten respektive ihren Verbleib an bestimmte Bedingungen zu knüpfen.

    Dafür mag es jeweils gute Gründe geben. Aber wie meinen sie, fühlen sich dabei die Stadtverantwortlichen und -bewohner aus dem RVR, die das nicht tun und auch in Zukunft nicht tun wollen? Haben sie da Begeisterung erwartet? Oder ehrfürchtige Bittstellerei?

    Über Stil und Form lässt dich dabei natürlich streiten. Aber Verursacher der Diskussion ist erst einmal der, der gehen will. Erscheinen dann obendrein die Gründe eher vorgeschoben und die Motive eher eigensüchtig muss sich der Betreffende nicht wundern, dass erst einmal Polemik das Feld beherrscht.

  10. #10 | Stefan Laurin sagt am 4. September 2008 um 06:37 Uhr

    @Anonym: Ich habe Probleme mit den Städten im Ruhrgebiet – in finde sie als einzelne Städte alle nicht allzu prickelnd. Keine von ihnen kann den Vergleich mit Frankfurt, München oder Hamburg bestehen. Am liebsten, aber das ist leider unrealistisch, wäre mit, es gäbe die „Ruhrstadt“. Es ist nicht so, das die Städte im Zentrum die kleineren an den Rand drücken – auch die kleineren versuchen oft genug den großen zu schaden. Alle verschwenden im Wettbewerb miteinander ihre Ressourcen anstatt gemeinsam sich gemeinsam zu entwickeln – deswegen ist es hier in weiten Teilen so provinziell. Ich bin aggressiv? Seit über zehn Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Ruhrgebiet und ich kann diese Kommunalpolitiker und Funktionäre (SIHK) nicht mehr hören, die ihre Pfründe retten wollen. Ein Beispiel? Im Augenblick sind im Revier mehr als ein Dutzend Einkaufszentren in Planung – von Dortmund bis Recklinghausen (Da werden gleich zwei geplant). Jeder Bürgermeister verkauft jedes dieser Zentren als einen großen Erfolg seiner Ansiedlungspolitik – gemeinsam werden sie dafür sorgen, das zahlreiche Innenstädte noch dröger werden. Dazu kommt, dass ich ein paar Dinge schlicht nicht nachvollziehen kann: Das aufgesetzte Westfalentum, dass man in Dortmund in Teilen der Politik und in der Westfalenstiftung findet – alte Leute, denen das Ruhrgebiet immer ein wenig peinlich war und die so gerne wie Münster wären – und es nie sein können. Ich mag nicht mehr als Bittsteller argumentieren – wer gehen will soll gehen. Der Austritt von Dortmund wäre fatal gewesen für das Ruhrgebiet – der von Hagen ist es nicht. Auch der Weggang des Kreises Wesel wird kaum folgen für uns haben. Ich glaube aber, dass es weder Hagen noch Wesel außerhalb des Reviers besser gehen wird: Randlange von Düsseldorf und dem Ruhrgebiet ohne Mitsprache zu sein wird nicht lustig und „Der Niederrhein“ wird, abgesehen beim Radtourismus, als Region nicht allzu wettbewerbsfähig sein. In Hagen ist es noch schlimmer – Hagen ist eine klassische Ruhrgebietsstadt mit allen Strukturproblemen. Hagen orientiert sich was einkaufen, Kultur und Arbeit betrifft stark an Dortmund. Im Ruhrgebiet wird es als Partner akzeptiert und könnte, wenn es sich stärker einbringen würde, auch mehr profitieren. In Südwestfalen ist es ein Fremdkörper, der von den dünkelhaften Schützenbrüdern, die dort zum Teil bestimmen (Und das ist nicht symoblisch gemeint: In Iserlohn geht nix ohne diese Vereine) als Fremdkörper empfunden wird. Das sollen aber die Menschen in Hagen und im Kreis Wesel (und anderso) selbst bestimmen und darüber abstimmen. Das ich Klinks Meinung wieder gebe hat übrigens bei Freunden von mir, die Deinen Text gestern gelesen haben zu Gelächter geführt. Klink wurde genau von denen auf seinen Posten gehoben, die ein schwaches Ruhrgebiet wollen und er hat es versäumt frühzeitig auf die Austrittsspiele einzugehen. Die Finanzdrohungen halte ich für ein schlechtes Argument. Man müsste den Städten und Kreisen erklären, was wir im Ruhrgebiet zukünftig gemeinsam machen und das es sich lohnt, hier zu bleiben. In dieser Beziehung versagt der RVR (und Klink) leider vollkommen, denn sie haben keine Idee, wo es lang gehen soll und können so auch nicht begeistern. Nein, Klink und ich sind uns wahrscheinlich nur in der Frage des Datums einig.

  11. #11 | Nobby sagt am 4. September 2008 um 09:52 Uhr

    ©Stefan, Es ist doch nur Natürlich, wenn eine Stadt in einen Verband nur einzahlt, das dann die Stadt bei der ersten Gelegenheit aussteigt. Jeder Mensch, der in einen Verein nur einzahlt, und keinerlei Nutzen hat, macht das gleiche.

    Davon abgesehen, Städte können nicht Reisen. Städte sind Ortsgebunden.
    Jede Stadt muss mit allen Nachbarn zusammen arbeiten, egal ob sie zu Pott oder zu Westfalen gehören.
    Sie können allenfalls, wie beispielsweise Buer in Westfalen, durch eine Eingemeindung zu einem Vorort werden.

    Städte können aber auch davon Profitieren, das sie Beides sind.
    Ich denke dabei ein einer kleinen alten Stadt, deren Bewohner sich selbst als Mölmsche bezeichnen, was für mich schon reichlich rheinisch klingt.
    Die Stadt, die zwischen Essen und Düsseldorf liegt, die keine Strukturprobleme hat, sie leben gut von beiden. Sie sind, so könnte man sagen so eine art Doppeltrittbrettfahrer,

    In Übrigen, für mich ist das Ruhrgebiet das Land zwischen Rhein, Ruhr und Lippe, und es reicht in Osten kaum über Dortmund hinaus. Fragwürdig sind dagegen doch schon ehr die Grenzen des Verbandes. Fragwürdig ist dagegen die Politik des Verbandes. Fragwürdig ist es auch, warum es nicht mehr Rheinland und Westfalen sein soll.

    Dazu hat mir aber mal ein RVR-Mitarbeiter gesagt, das diese Meinung vertreten werden muss, damit der der Verband in Zukunft noch eine Aufgabe hat.

  12. #12 | Stefan Laurin sagt am 4. September 2008 um 10:04 Uhr

    Tja Nobby – nur Mülheim sieht sich zu 100% als Ruhrgebietsstadt. Für die ist die Sache eindeutig.

  13. #13 | RVR Kenner sagt am 4. September 2008 um 11:12 Uhr

    Hallo zusammen,
    zum Einen möchte ich sagen, dass ich vermeintliche Polemik und eine vermeintlich aggressive Art zu schreiben durchaus nicht als Makel betrachte. Ich kenne natürlich die Klickzahlen von ruhrbarone.de nicht, aber ich weiß, dass der Blog in kürzester Zeit vielen bekannt wurde. Da ich die Beiträge hier stets als fundiert und mit Tatsachen belegbar halte, lesen also viele Leute Wahrheiten über die Politik im Ruhrgebiet und NRW, die sie vorher vielleicht gar nicht mitbekommen hätten. Sehr positiv, wie ich meine. Wenn man also „Polemik“ als Hebel benutzen kann, die Leute wach zu rütteln, dann sind die wenigen, die sich unter Umständen sogar zu unrecht „Spott und Häme“ ausgesetzt sehen, verschmerzbar. Darüber hinaus gibt es ja diesen Blog (oder Blogs überhaupt)eben deshalb, weil es ein (journalistisches) Mittel ist, die eigene Meinung kund zu tun. Und das darf ja wohl noch erlaubt sein, erst recht, wenn nur eine Meinung über Tatsachen geäußert wird.
    Noch eines zu Münster und alle, die es gerne so hätten, wie es dort ist: Wenn in den 60er Jahren der Prinzipalmarkt nicht mir einer einzigen Stimme Mehrheit im Rat wieder aufgebaut worden wäre (nichts davon ist nämlich wirklich alt, so alt wie die Industriedenkmäler im Ruhrgebiet schon gar nicht), dann wäre Münster heute wie Hagen mit einem Schloss und das war’s dann auch schon.

    Grüße

    RVR Kenner

  14. #14 | Nobby sagt am 4. September 2008 um 11:43 Uhr

    Stefan, warum sollten sie auch austreten! Die Fördergelder für Ruhrbania würden ohne dem RVR kaum fliesen. Auch kann man sich doch einen Leinpfad bezahlen vom RVR lassen. Auch wenn die Stadt zu 51% Grün ist, Geld stinkt doch nicht, Mülheim hat es.
    Anderseits, aus dem LVR sind sie auch noch nicht ausgetreten. So gesehen solle man auch nicht von 100% Ruhrpott sprechen. Schließlich, mit dem ihrem Rheinhafen Leben die überwiegend von der Rheinschiene.
    Abgesehen davon, von Mülheim/Ruhr ist man noch immer 5 min schneller in Düsseldorf, als zum Beispiel in Dortmund.

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 4. September 2008 um 11:51 Uhr

    Nobby, sie können nicht aus dem LVR, für den sich ausser Dir kein Mensch interessiert, austreten. Aus dem RVR schon – wollen sie aber nicht. Und die Fördermittel der EU hatten nie was mit dem RVR zu tun, sondern mit den wirtschaftlichen Strukturdaten einer Stadt. Die sind übrigens so gut, das Mülheim traditionell kaum etwas bekommen hat. Aber mal eine Frage: Was hast Du immer mit Deinen Landschaftsverbänden? Die interessieren niemanden – arbeitest Du da?

  16. #16 | Arnold Voß sagt am 4. September 2008 um 12:33 Uhr

    Es geht doch bei einem Gemeindeverbund nicht nur darum, wieviel einer einbringt und wieviel er wieder heraus bekommt. Wobei das im Einzelfall auch gar nicht so einfach in Geldeinheiten zu bestimmen wäre. Es geht um die Umsetzung einer langfristigen gemeinsamen Zielsetzung die kurzfristig Vor- und Nachteile so zu relativieren in der Lage ist, dass nicht jeder bei jeder Gelegenheit an Austritt denkt, bzw. darüber verhandeln möchte, was er „kassieren“ kann um weiter dabei zu bleiben. Ein Gemeindeverbund respektive Regionalverband ist da einer Ehe näher als einer pflegeleichteren Lebensabschnittspartnerschaft.

    Bei diesem keineswegs ewigen, aber doch vom Grundsatz her erst einmal langfristig verstandenen Bündnis, geht es im Kern um eine Verhältnissetzung zu einem „Außen“, d.h immer auch um eine Grenzziehung zwischen denen die dazu und die nicht dazu gehören. Das muss in heutigen Zeit keineswegs Kooperation ausschließen und sollte es auch nicht, im Gegenteil. D.h. diese Grenzziehung ist durchlässig und die Grenze selbst permanent überschreitbar. Aber die Kooperation nach Innen hat für die Bündnispartner aus gutem Grunde generell erst einmal einen höheren Stellenwert als die nach außen.

    Diese „Außen“, und das scheinen in NRW bis heute nur wenige akzeptieren zu wollen, bzw. realisieren zu können, ist für Ruhr nicht Westfalen oder das Rheinland oder sonst welche unmittelbaren Anlieger/Nachbarn sondern die ganze Welt. Dabei geht es weder im Nah- noch im Fernbereich um Feindschaft sondern um (möglichst fairen) Wettbewerb der immer auch Kooperation mit einschließt.
    Aber ohne ein solches inneres und dauerhaftes Bündnis namens Ruhr ist dieser Wettbewerb einfach nicht mehr erfolgreich zu bestehn.

    Welche Grenzen dieses Bündnis hat oder haben sollte ist natürlich in einer freien Welt immer auch Verhandlungsgegenstand. Aber nicht permament und nicht in dieser kleinkarrierten Manier wie sie zur Zeit in NRW stattfindet. Das hat Titanicdimension. Während man vom Schiff aus selbst bei Nebel schon die goße weiße Wand näher kommen sehen kann, streitet die Crew fröhlich über die Zusammensetzung der Abendmahlzeit und wer als nächster ans Steuer darf. Die Passagiere feiern derweil mit geliehenem Geld eine Party nach der anderen, weil sie der festen Überzeugung sind, dass ihr Schiff unsinkbar ist und ihre Banken über unbegrenztes Geld verfügen. Und irgendeiner schwenkt aufs heftigste eine schöne bunte Fahne auf der, wenn ich es richtig lese, „Kulturhauptstadt 2010“ steht, und alle jubeln ihm zu.

    P.S. Aber was sehe ich da? Beten da einige schon in einem kleinen Zimmer neben dem Tanzsaal? Und nästeln da nicht ein paar Offiziere schon an der Ableinvorrichtung eines Rettungsbootes?

  17. #17 | Nobby sagt am 4. September 2008 um 13:47 Uhr

    LVR beteiligt sich mit rund zwei Millionen Euro an Zollverein. Außerdem betreibt es in Oberhausen die RIM-Zentrale mit dem Museum der Schwer-Industrie in der alten Zinkfabrik Altenberg. Abgesehen davon, der LWL betreibt auch die Musen Zeche Zollern II/IV, Zeche Hannover und Zeche Nachtigall. So gesehen ist das ganze Ruhrgebiet immer noch ein Stück Rheinland und Westfalen !!

  18. #18 | Krieger_ALf sagt am 4. September 2008 um 19:49 Uhr

    Ihr sprcht hier von den Mölmschen!

    Mölmsche sind Rheinländer.

    Mölm boowenaan,

  19. #19 | Stefan Laurin sagt am 4. September 2008 um 20:23 Uhr

    @Alf: Ne, das ist ein Mißverstädnis- Die rheinischen Eingeborenen in Mülheim wurden schon vor über 100 Jahren von polnischen Einwanderern zivilisiert. Das ist jetzt nur noch Folklore… 🙂
    @Nobby: Schön dass die Landschaftsverbände mit IHREM Geld so großzügig sind…und ich dachte schon das wären alles (auch meine) Steuergelder. Wo liegt der Geldsee, aus dem sie ihren Reichtum schöpfen? Ich würde mir da auch gerne mal einen Eimer raus nehmen…

  20. #20 | Krieger_ALf sagt am 6. September 2008 um 10:24 Uhr

    Stefan, deine Theorien von der Assimilation der Polen über die einheimische Bevölkerung im Ruhrgebiet ist ein Irrglaube

    In Mülheim lebten um 1910 2000 Polen, das sind 2% der Gesamtbevölkerung.

    (Quelle route-industriekultur.de)

  21. #21 | Stefan Laurin sagt am 6. September 2008 um 10:35 Uhr

    Die Polen nannte man damals noch Schlesier…:-)

  22. #22 | Arnold Voß sagt am 6. September 2008 um 12:04 Uhr

    ALF! Einfach mal die Einwohnerzahlen zwischen sagen wir 1850 und 1910 vergleichen.In Mülheim, aber auch im restlichen RVR Gebiet. Diese Steigerung ist selbst bei größten sexuellen Anstrengungen nicht in „Eigenproduktion“ hinzukriegen. Obendrein kannnten die Leute zu dieser Zeit nicht mal ne 42 Stunden Woche. Da m ü s s e n einfach ne Menge von „Außen“ dazu gekommen sein.

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