
Vorgestern standen sich im Champions-League-Finale Paris Saint-Germain und der FC Arsenal London gegenüber. Nach dem Spiel, das PSG im Elfmeterschießen gewinnen konnte, kam es in Paris zu Ausschreitungen, die sich nicht mit den typischen Formen von Gewalt im Umfeld von Fußballspielen erklären lassen.
Im Finale der diesjährigen Champions League, das in der Puskás Aréna im ungarischen Budapest stattfand, spielten am Samstag, dem 30. Mai 2026, Paris Saint-Germain (PSG) gegen den FC Arsenal. Arsenal erwischte den besseren Start und ging bereits in der 6. Minute durch Kai Havertz in Führung. PSG tat sich lange schwer gegen die kompakte Defensive der Londoner, kam aber in der zweiten Halbzeit durch einen von Ousmane Dembélé verwandelten Foulelfmeter zum 1:1. Danach hatten beide Teams Chancen, doch weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung fiel ein weiteres Tor. Im Elfmeterschießen behielt PSG die Nerven. Arsenal vergab zwei Versuche, darunter den entscheidenden Schuss von Gabriel Magalhães, sodass die Franzosen ihren zweiten Champions-League-Titel in Folge feiern konnten.
Auf Social Media tauchten nach Ende des Spiels Videos auf, die zeigen sollten, wie die angereisten PSG-Fans eine Choreografie zeigten, die ein riesiges Banner mit der Aufschrift „FREE PALESTINE“ enthielt. Allerdings fand diese Szene bereits 2024 beim Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid statt.
🇵🇸 ‚𝗙𝗥𝗘𝗘 𝗣𝗔𝗟𝗘𝗦𝗧𝗜𝗡𝗘‘ 🇵🇸
PSG’s ultras unveil a huge banner ahead of the Champions League game against Atlético. pic.twitter.com/AQWrN3lGUe
— Football Tweet ⚽ (@Footballtweet) November 6, 2024
Bruno Retailleau, der damalige französische Innenminister, schrieb auf X, dass Banner wie dieses keinen Platz im Stadion hätten, und verlangte von PSG sicherzustellen, dass politische Äußerungen wie diese den Sport nicht schädigen würden. Als Reaktion darauf verbot der Verein für den Rest des Jahres Fan-Choreographien (Tifos) im Stadion und führte eine strengere Vorabkontrolle von Bannern ein. Außerdem wurden Maßnahmen gegen die Ultra-Gruppe „Collectif Ultras Paris“ (CUP) geprüft. Beim Champions-League-Finale 2025 gegen Inter Mailand zeigten PSG-Fans ein Banner mit der Aufschrift „STOP GENOCIDE IN GAZA“.
Auf den Straßen von Paris versammelten sich am Samstagabend Tausende Menschen, um den Sieg zu feiern. Allein auf der Champs-Élysées fanden sich etwa 20.000 zusammen. Im Verlauf der Feierlichkeiten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gruppen von Randalierern. Laut dem französischen Innenminister Laurent Nuñez wurden von den ca. 8.000 Sicherheitskräften, die in Paris im Einsatz waren, 57 verletzt. Einige davon schwer. Landesweit kam es zu etwa 800 vorläufigen Festnahmen im gesamten Land, wovon etwa die Hälfte auf den Pariser Ballungsraum fiel.
Die Szenen, die sich auf den Straßen Frankreichs abspielten, ließen nicht erahnen, dass es sich hier um Feierlichkeiten von Fußballfans handelte. Auf Videos, die auf Social-Media-Portalen auftauchten, sieht man brennende Müllcontainer, komplett zerstörte Autos, Barrikaden und, wie die Polizei mit Feuerwerkskörpern attackiert wird.
Paris didn’t sleep last night: PSG fans rampaged through the city after the club’s Champions League victory
Hundreds of people were detained, and several were injured in the unrest.
The riots had been anticipated in advance: business owners began building barricades around… pic.twitter.com/QA6MqoNid8
— NEXTA (@nexta_tv) May 31, 2026
Die Bilanz sind ein Verkehrstoter durch einen Scooter-Unfall, der durch eine Straßenblockade verursacht wurde, sowie Verletzungen durch Messerstiche und andere körperliche Auseinandersetzungen. Auf der Champs-Élysées wurde ein Polizeikommissariat attackiert, wobei eine Polizistin verletzt und ein Polizeiwagen beschädigt wurde. In der bretonischen Hauptstadt Rennes kam es zu Plünderungsszenen.
Blieben politische Äußerungen im Stadion diesmal aus, sieht man auf Videomaterial häufig „Palästina“-Fahnen und junge Männer, die szenetypische Slogans skandieren.
Paris Saint-Germain supporters celebrated yesterday’s Champions League victory by waving Palestinian flags and chanting „Palestine, Palestine!“ as crowds flooded the streets. pic.twitter.com/8etBajwIIq
— Middle East Eye (@MiddleEastEye) May 31, 2026
Es ist auch hierzulande ein Phänomen, dass Palästina-Aktivisten so gut wie jede politische Demonstration kapern, ganz gleich, was diese zum Thema hat – bezahlbarer Wohnraum, Demos gegen „rechts“, die Aufmärsche zum Ersten Mai etc.
Anders, als dass dies auch in Paris geschehen ist, lässt es sich nicht erklären, dass Fußballfans, deren Club gewonnen hat, ihre Heimatstadt in Schutt und Asche legen.
Was wir hier zu sehen bekommen haben, ist die Erfüllung der Forderung nach der Globalisierung der Intifada, die nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 regelmäßig von Islamisten und ihren linken Unterstützern gefordert wird. Das arabische Wort „Intifada“ bedeutet „sich erheben“ oder „Abschüttelung“ und ist der Name mehrerer Terrorwellen, bei denen palästinensische Terroristen über 1.000 israelische Zivilisten durch Bombenanschläge, Messerattacken und bewaffnete Angriffe auf Restaurants, Einkaufszentren und Cafés ermordeten.
Der palästinensische Terror, der Islamismus und der Antisemitismus haben gemeinsam, dass sie sich primär gegen die Juden und ihren Staat richten. Sekundäre Ziele sind der Westen, seine Freiheit und seine Kultur. Die Vereinigten Staaten von Amerika geraten deswegen als Aushängeschild des Westens häufig ins Visier.
In Frankreich waren es überwiegend junge Männer mit Migrationshintergrund aus mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern, von denen die Zerstörung und die Gewalt ausgingen. Viele skandierten „Allahu Akbar“, „Free Palestine“ oder Ähnliches. Die Ereignisse lassen sich als Aufstand gegen den Westen deuten. Die Erfüllung der Forderung „Globalize the Intifada“ ist längst eingetreten. Es wäre an der Zeit, die Gefahr, die von ihr ausgeht, ernst zu nehmen und den Kampf für den Westen und seine Werte mit der Ernsthaftigkeit zu führen, die im Angesicht der Lage angebracht wäre.