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War der Fan-Aufstand gegen Clemens Tönnies auf Schalke am Ende doch völlig umsonst?

Archiv-Foto: Michael Kamps

Es war ein langes vereinsinternes Ringen beim FC Schalke 04 bis Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies im vergangenen Sommer zurücktrat. Hauptverantwortlich dafür waren seinerzeit auch die organisierten Fans auf Schalke, die sich über Monate hinweg dafür einsetzten, dass Tönnies den Verein nicht in führender Funktion länger repräsentieren sollte.  

Am Ende setzte sich die Meinung durch, dass es in Gelsenkirchen ohne den umstrittenen Fleischfabrikanten eine bessere Zukunft geben würde.

Jetzt, rund sechs Monate später, ist der Verein finanziell und sportlich am Ende. Am Wochenende verloren die Knappen in Berlin bei der Hertha mit 0:3, blieben damit zum 30. (!!!) Mal in Folge in der Bundesliga sieglos.

Zudem schränken finanzielle Nöte den Handlungsspielraum der Verantwortlichen in Sachen möglicher Neuverpflichtungen ein, gefährden am Ende womöglich sogar die Existenz des gesamten Vereins.

Genau in dieser Situation bringt sich jetzt abermals Tönnies als möglicher Retter in Stellung. In immer mehr Medien wird darüber diskutiert, dass nur der einst ‚vom Hof‘ gejagte Unternehmer mit seinem Geld die Schalker vor dem Absturz bewahren könne.

Und die Fans? Die sind in Zeiten von Corona im Stadion nicht länger präsent, durch ihre Distanz zum Geschehen, weitestgehend zum Schweigen verurteilt. Waren am Ende all ihre Mühen in Sachen Neuausrichtung des Klubs völlig umsonst?

Die Situation in Gelsenkirchen ist insgesamt mehr als bedrohlich. Nachdem die erste Mannschaft der Schalker in der 1. Liga jetzt seit rund einem Jahr sieglos ist, am kommenden Wochenende sogar den Negativrekord von Tasmania Berlin einstellen könnte, die in den 1960er-Jahren einst in 31 Begegnungen in Folge sieglos blieben und am Ende sang und klanglos abstiegen, brodelt es im Umfeld der Gelsenkirchener Profikicker immer heftiger.

Der gesamte Verein ist inzwischen in heller Aufregung, nachdem mit Christian Gross bereits der vierte Trainer in dieser Saison die Verantwortung trägt, aber noch immer kein einziges Spiel gewonnen werden konnte.

In den kommenden Wochen werden die sportlichen Herausforderungen mit den Gegnern Hoffenheim und Frankfurt auch nicht gerade kleiner als zuletzt, als die Schalker selbst gegen vermeintliche Underdogs wie Bielefeld und Freiburg in der heimischen Arena unterlagen.

Kein Wunder also, dass die Rufe nach Verstärkungen für den Kader inzwischen sogar aus den eigenen Reihen kommen. Stürmer Mark Uth äußerte nach der Berlin-Pleite in Interviews unverhohlen den Wunsch nach Verstärkungen.

Doch wer soll die bezahlen? Die Schalker sind bekanntlich klamm, mussten in der ersten Corona-Welle bereits nach einer Landesbürgschaft fragen.

Wenn jetzt der alte Schalker Clemens Tönnies seine Hilfe anbietet, da kann man vor diesem Hintergrund schon mal ins Grübeln kommen.

Die ersten Reaktionen aus den Reihen der Fans waren überwiegend ablehnend. Verständlicher Weise. Man kann ja nicht mit gutem Gewissen erst jemanden mit aller Macht aus dem Amt jagen wollen, dann aber kurz darauf bereitwillig sein Geld als letzten Rettungsanker für den Klub verwenden. Das wäre unlogisch und würde das eigene Auftreten in der Angelegenheit völlig entwerten.

Gut möglich aber, dass auf die Gefühle und Meinungen der Fans in diesem Fall keine Rücksicht genommen werden wird.

Zum einen sind die Anhänger aktuell längst nicht mehr so nah am Team, wie in den vergangenen Jahren, als jedes Bundesligaspiel zugleich zum Sprachrohr für die Faninteressen wurde, zum anderen besteht womöglich gar keine andere Wahl für den Verein, wenn er nach Saisonende nicht ins Nichts stürzen will. Und das würde dann ja wohl auch dem härtesten Ultra nicht in den Kram passen.

Eine echt blöde Zwickmühle, in der sich viele Schalke-Fans da aktuell befinden!

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5 Kommentare zu “War der Fan-Aufstand gegen Clemens Tönnies auf Schalke am Ende doch völlig umsonst?

  • #1
    Ruhr Reisen

    Nee. Das ist keine Zwickmühle. da zeigt sich ganz einfach, was die Werte von Schalke sind: Eine Luftnummer. Geld ist das Einzige, was zählt, da greift man nach Allem was angeboten wird – Moral spielt keine Rolle, so ehrlich sollte es dann wenigstens sein.

  • #2
  • #3
    Guenter Rense

    Das 04-Management hat in den letzten 12 Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass es *ohne* Tönnies allein nicht handlungs- und (über)lebensfähig ist und alles nur noch schlimmer macht. Und *mit* Tönnies verkommt der Verein endgültig zur Clemens-Superstar-Show für ewig gestrige Fußballromantiker. Aus die Maus auf Schalke…

  • Pingback: „Schalke zeigt, wie schnell man vom Vizemeister zum scheinbar hoffnungslosen Fall werden kann" | Ruhrbarone

  • #5
    thomas weigle

    Was muss ich heute im Haller Kreisblatt lesen? "Auch das noch; Mitgefühl aus Dortmund." Arme Schalker, das haben sie sich wirklich hart erarbeitet im letzten Jahr.

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