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Peinlich-Auftritt bei Sky: Der FC Schalke 04 hat sein Tönnies-Problem zurück!

Archiv-Foto: Michael Kamps

Als wäre die unerwartet hohe 0:5-Klatsche des FC Schalke 04 beim FC Bayern München im Top-Spiel des 19. Spieltags der Fußball-Bundesliga nicht schon ärgerlich genug gewesen, für den Anhang der Königsblauen, mussten sich viele Fußballfreunde am Abend auch noch über ein Interview von Clemens Tönnies beim Abo-Sender ‚Sky‘ ärgern.

Der Wurstfabrikant aus dem Westfälischen scheint auch Monate nach dem vom ihm ausgelösten Rassismus-Skandal vom vergangenen August nicht wirklich verstanden zu haben, was er damals falsch gemacht hat. Und bei Sky bot man ihm erstaunlich unkritisch die Bühne dazu dies vor hunderttausenden Zuschauern frisch unter Beweis zu stellen.

Kurz zur Erinnerung: In einer im Anschluss vieldiskutierten Rede beim „Tag des Handwerks“ in Paderborn hatte der Aufsichtsrats-Boss der Gelsenkirchener im August zum Thema „Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung“ die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und dabei gesagt: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Eine Äußerung, die ihm seinerzeit sehr viel Ärger einbrachte, den Tönnies mit einer dreimonatigen Auszeit von seinen Klubämtern aussitzen wollte. Trotz einer öffentlich gewordenen Entschuldigung forderten viele Schalke-Anhänger damals seinen Rücktritt. Auch hier im Blog.

Am Ende kann es nicht dazu und das Thema verschwand im Laufe der Wochen zusehends aus der Öffentlichkeit. So wie Tönnies, der sich planmäßig bis November zurückhielt. Erst kurz vor der Winterpause wurde der Aufsichtsrat wieder im Stadion in Gelsenkirchen gesichtet. Interviews zur Sache gab es bisher keine. Zumindest keine, die nennenswerten.

Das änderte sich am Samstag in München schlagartig. Im Gespräch mit Sebastian Hellmann und Lothar Matthäus stand Tönnies erstmals seit Monaten vor einem großen Publikum und hatte die ideale Gelegenheit sich zum leidigen Thema zu äußern. Doch er verpasste die Chance einer Entschuldigung nicht nur, er sorgte erneut für viel Ärger und bewies in den Augen zahlreicher Fans, dass er offenkundig noch immer nicht wirklich aufrichtig reumütig ist.

Er habe es damals ja nur gut gemeint, rechtfertigte Tönnies. Es sei ein großes Missverständnis gewesen erklärte er im Gespräch unmittelbar vor der deutlichen Bayern-Pleite seines Teams weiter. „Afrika ist ein Traumkontinent“, fügte der Geschäftsmann hinzu.

Wer nun mit kritischen Nachfragen der Gesprächspartner gerechnet hatte, sah sich ebenfalls böse getäuscht. Matthäus nahm Tönnies sogar in Schutz: „Er hat sich entschuldigt und damit ist es erledigt.“

Kaum zu glauben, dass es Tönnies auch sechs Monate nach seinem krassen Fehlverhalten, in dem viele Kritiker einen klaren Verstoß gegen die Schalker Vereinssatzung sahen und ihn deshalb gerne aus dem Klub ausgeschlossen hätten, wohl nicht einmal eingesehen hat, dass er einen groben Fehler begangen hat, sich stattdessen öffentlich als Opfer eines Missverständnisses darstellt.

Und mindestens genauso verstörend und ärgerlich ist es, dass ihm ausgerechnet Deutschlands führender Fußballsender völlig unkritisch die Bühne dazu bot sich einmal mehr dermaßen zu blamieren.

 

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15 Kommentare zu “Peinlich-Auftritt bei Sky: Der FC Schalke 04 hat sein Tönnies-Problem zurück!

  • #1
    Thomas Weigle

    "Gut gemeint" hat halt so überhaupt nix mit GUT GEMACHT zu tun, wie Herr Tönnies einmal mehr bewiesen hat. Klar natürlich, dass ihm Loddar zur Seite springt, der ja auch gerne kein Fettnäpfchen auslässt oder sogar selbst solche aufstellt, um dann mit Wonne rein zutreten.

  • #2
    puck

    Da steht der Herr Tönnies ja leider nicht allein da. Afrika ist ein Traumkontinent? Ja sicher, in dem Sinne dass Afrika offenbar für eine Menge Leute eine prima Projektionsfläche für ideologische "Gewissheiten" aller Art darstellt.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Soll mit Tönnies etwa ein teutscher Trump aufgebaut werden?? Sky als Fox News-Abklatsch aus Unterföhring?
    Nebenbei: Das Interview war auch wg. der unglaublich plumpen Arroganz des Wurstkönichs einfach nur zum Wegrennen.

  • #4
    Hatkeinemzuinteressieren

    KEINE ANDEREN PROBLEME? WO HAT ER SICH BLAMKERT? LASST DAS UNSINNIGE THEMA ENDLICH RUHEN. DIE PRESSE SIND DIEJENIGEN HIER, DIE SICH BLAMIEREN SOLLLTEN.

  • #5
    Günter Peters

    Geht das denn schon wieder los? Wann gibt es für euch mal ein anderes Thema.Der Fussballfan hat die Nase gestrichen voll von Tönnies Angriffe seitens der Presse.

  • #6
    Marr

    Die ruhrbarone können wohl nur über alten Mist schreiben. Sollten sich mal über wichtige Themen einen Kopf machen.

  • #7
    Klaus Lohmann

    Dass der Rinderschlächter seinen geistigen Ausfall nun im großen Bogen relativiert, dass sich die braunen Balken nur so biegen, sieht man schon an seinem damaligen Tweet als versuchte (und nicht geklappte) "Entschuldigung", in dem von "Missverständnis" keine Rede war, sondern ganz klar von einem *inhaltlichen* Fehler in seinem Geseier: https://twitter.com/toenniesdialog/status/1157189165592829952

  • #8
  • #9
    Klaus Krenzer

    Was hat der Mann bloß falsch gemacht.
    Kommen in Afrika keine Kinder auf die Welt?
    ER hätte ja auch sagen können, die Deutschen sollen aufhören zu Bumsen. Es gibt nämlich genug Armut bei uns in Deutschland.

  • #10
    Hoggy

    Wird jetzt jedes Wort, von Menschen, die durch Sky gebrandmarkt wurden auf die Goldwaage gelegt und solange verdreht bis die linksgrün versifften Schreiberlinge jemanden einen Strick draus drehen können? Wie lange wollt Ihr diesen Drops noch lutschen? Sky sechs, setzen.

  • #11
    Christoph Schneider

    @ Hoggy

    Clemens Tönnies und sein Kumpel "Hoggy" von der AFD: "linksgrün versifften Schreiberlinge" …

  • #12
    Thomas Weigle

    #10 Niemand wird gezwungen, sich vom ach so pösen Sender sky interviewen zu lassen. Generell aber: lieber linksgrün als rechtsnazional!! Offenbar ist dir auch entgangen, dass der Wurschtkönig den Drops durch sein neuste Stellungnahme wieder selbst zum Lutschen freigegeben hat. Wer aufmerksam die Tagespresse liest, ist halt deutlich im Vorteil.Man braucht nicht mal sky oder die Ruhrbarone, um über die neuesten Dämlichkeiten der Schalker Nummer 1 informiert zu sein.

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