Weinpanscher im Essener „La Grappa“?

Eins vorweg: Ich steh nicht auf Wein. Nee, wirklich nicht. Damit wird zuviel rumgepanscht. Aber jenseits dieses Generalverdachtes ist mir folgende Geschichte aufgefallen. Und zwar wird der Wirt der Nobelpizzeria „La Grappa“ in Essen verdächtigt, als Importeur von Weinen nicht immer mit sauberen Karten zu spielen. La Grappa? Kennen Sie nicht? Das ist der Laden, in dem Werner Müller von der RAG und die anderen Großmächtigen  verkehren, die Stichstraße hinter dem Hauptbahnhof hoch, gegenüber von Evonik, schräg hinter dem RWE-Hauptgebäude.

Der Wirt von La Grappa heißt Rino Frattesi und sieht aus wie ein Padrone aus Palermo. Das Essen ist gut. Und der Tee auch. Beim Wein – naja, man weiß es nicht. Neben seinem Wirts-Job verkauft Frattesi seit Jahren Weine an große Handelsketten. Unter anderem vertreibt er an Aldi Süd in Mülheim einen Wein mit dem Namen Rosso Piceno („Naumachos“). Dieser Wein hat eine seltsame Weinvermehrung hinter sich, wie die FAZ herausfand: 

Der Naumachos wird von Giovanni Carminucci produziert. Anfang 2008 wurde der Winzer von Frattesi oder einem Mann aus Frattesis Umfeld angesprochen. Es ging um den Jahrgang 2004. Genau diesen Wein wollte Frattesi haben, um ihn an Aldi weiterzuverkaufen. Doch die 4000 Flaschen Naumachos, die Carminucci von diesem Wein liefern konnten, reichten nicht aus. Frattesi wollte 50.000 Flaschen. Und so scheint Carminucci in seiner großen Kellerei in Grottamare irgendeinen wundersamen Weg der Weinvermehrung gefunden zu haben: Die 50.000 Flaschen wurden mit dem gleichen Etikett wie ein Fachhandelswein mit dem Namen Naumachos ausgestattet und schließlich für je 3,50 Euro an Aldi geliefert. Dort ging das Zeug als ausgezeichnetes Edelgesöff über den Tisch.

Nun: da Frattesi nicht Jesus ist, liegt der Verdacht nahe, dass beim Naumachos gepanscht wurde wie im Morgenmärchenland. Hoffentlich ist in der Plörre wenigstens kein Verdünner verschnitten worden.

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4 Kommentare

  1. #1 | Tom sagt am 16. September 2008 um 22:12 Uhr

    Hi,

    jetzt weiß ich doch woher die Kopfschmerzen kamen … Schon schlimm, was da mit Lebens- und Genußmitteln passieren kann!

    Dann doch lieber nur 4.000 Flaschen und der dann ganz gut, als den Rest gepanscht …

  2. #2 | Nobby sagt am 17. September 2008 um 15:15 Uhr

    Da empfehle ich doch die Pizzeria La Grotta auf der Humboldtstraße

    NB

  3. #3 | Nikolai sagt am 17. Oktober 2008 um 17:31 Uhr

    Hi,

    das Essen im Grappa war – glaube ich – nie seinen Preis wert. Was eigentlich ganz sympatisch sein könnte, wenn man bedenkt, dass überbezahlten Managern von Gegenüber das Geld einfach wieder aus der Tasche gezogen wird. Allerdings passt das dann ganz gut ins Wein-Pansch Bild.
    Best
    N

  4. #4 | Valeria sagt am 3. Juni 2014 um 11:37 Uhr

    Also erst einmal zu dem Kommentar es seien zu ueberhoehte Preise wen man eine gewisse Bedingung und Aufmerksamkeit haben moechte muss man die auch zahlen sonst koennt ihr ja gerne zum mc gehen. So jetzt zum Artikel der ueberhaupt nicht war ist, den es wird ermittelt ob Herr Frattesi „komplize“ seie, da er nur freundlicher weise den Kontakt herstellte. Ihr seid immer so schnell dabei irgend welche Leute zu verurteilen, ich hoffe ihr werdet euch nie in einer schlimmen Situation befinden.

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