Wer aber unter euch ohne Schuld is‘, der zeige den ersten Schuh!

Eigentlich wollte ich hier an diese Stelle watt über Gänseblümkes und Hoppelhäsken  schreiben, aber dann ist der Herr Wulff überraschend immer noch nich‘ zurückgetreten. Viele sind da ja nich mit einverstanden, aber ich sage, datt is‘ gut so und ich habe da Gründe für, sogar mehre.

 

1. Datt is‘ nich datt, wonach datt aussieht, Schatz!

Da wird doch nur wieder ein Socken aufgeblasen vonne Medien, weil die beleidicht sind, datt der denen nich‘ alles erzählt. Mal angenomm, Sie haben auffe Arbeit Murks gemacht, renn Sie da gleich zum Beichtstuhl– oder hoffen Sie, datt kein Schwein watt merkt und datt sowieso keiner sich wagt, Sie zu verpetzen? Ebent. Und wer von uns hat keine Freunde inne Wirtschaft, wo einem mal unter die Arme greifen, wenn man selbst zu besoffen is‘ um den Weg nach draußen zu finden zu klamm is‘, für um ein hässliches Backsteinhäusken zu finanzieren?

Außerdem, der Herr Wulff findet die Pressefreiheit ganz toll und auch wichtich und wollte den Artikel auch nich‘ verhindern, sondern nur verschieben und er hat auch nich‘ gedroht, sondern nur angekündicht, watt sonst passieren könnte, ne.

2. Watt datt wieder kostet!

Der Herr Wulff müsste standesgemäß verabschiedet werden, und da langt datt ja nich‘, datt die Frau Merkel sich mit ’nem Taschentuch annen Bordstein stellt und ihm nachwinkt, bis er hinterm Horizont verschwunden is‘, sondern da muss ein  Riesenbrimbamborium mit Schampus und Häppchen und die gibt’s nich‘ für lau, ne. Danach zieht ein neuen Grüßaugust im  Schloss ein und dem seine Frau will datt natürlich neu einrichten und neue Tapeten und alles. Watt datt allein kostet die ganze goldene Kronleuchter runterzukurbeln und durch silberne zu ersetzen, weil die neue Frau Bundespräsidentengattin datt schicker findet, nee, nee.

Dann doch lieber ’n bissken Geld inne Staatskasse spülen. Den Herrn Wulff kenn durch den Medienbohai jetzt viele, die sich beim Amtsantritt nur verwundert am Kopp gekratzt haben. Datt könnte man ausnutzen für Werbezwecke: „Manche Dinge kann man nich kaufen. Für alle anderen gibt’s die BW-Bank.“ – oder auch: „Guten Freunden gibt man ein Kreditchen“.

3. Wir haben ja sonst nix!

Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm (einige von uns fällt datt leichter als andere) und fragen uns, watt muss ein Bundespräsidenten für Voraussetzungen mitbringen, außer möglichst viele weiße Haare auffen Kopp haben und einmal im Jahr neben ’nem Weihnachtsbaum gut aussehen? Watt mein Sie? Der soll würdevoll sein und ’ne Gallionsvaterfigur und Anstand haben? Und wovon träumen Sie nachts?

Den beleidigten Leberhorst möchte niemand zurück und wir haben keine Batterie von Nachfolger bereit, für den Fall, datt datt zu einer Bundespräsidentenrücktrittsbeschleunigung kommt. Der Herr Laurin hat den Herrn Beckenbauer und den Herrn Stoiber vorgeschlagen, also bitte, so weit darf man inne Verzweiflung seine Ansprüche nich‘ runter schrauben: unfallfrei reden sollte der Bundespräsident schon könn, sonst kriegen die im Ausland noch ’nen Eindruck von uns. Obwohl, den Herrn Stoiber könnte man nich‘ mal nachem Ausland schicken, weil der erst gar nicht den Flughafen finden würde.

Und der Beckenbauer, die Lichtgestalt? Ja gut, eeeh…. mit dem könnte man die Stromrechnung niedrig halten, weil der ja den Saal erhellt, wenn er ihn nur betritt, aber dafür würden die Bundespräsidentensekretärinnen schon mal kollektiv Mutterschutz beantragen. Und wenn der dann die Weihnachtsansprache hält, dauert datt mit den ganzen „Äh“ und „Ja gut, jetzt“ gleich mal doppelt so lange, kann sich der deutsche Staatssäckel so ’ne Sendezeitverlängerung überhaupt leisten?

Mal ehrlich, welcher Politiker hat sich seine weiße Weste nur mit Ruhm bekleckert? Ebent! Einige Leser hier meinen, man sollte sich bei den Prominenten umgucken. Tja, Boris Becker würde zwar wollen, weil der ja überall auftaucht, wo jemand mit ’nem Würstchen steht, aber wer braucht schon so viel Senf, ne. Jopi ist tot, Hape Kerkeling unterwegs inne Weltgeschichte und Florian Silbereisen würde die Auswanderquote in schwindelige Höhen treiben. Harald Schmidt würde mit seiner sensiblen Art ein Krieg mit Polen vom Zaun brechen, der Gottschalk muss immer die Sachen von seiner Frau anziehen und Günther Jauch würde man vorwerfen, datt der die ausländische Gäste auf falsche Fährten lockt, nur damit die ihren Telefonjoker vorzeitig verbraten.

Datt hat doch alles kein Taug nich‘, da behalten wir lieber den Herrn Wulff, diese geglückte Mischung aus Sensibilität, Offenheit und maßgeschneiderte Anzüge, da weiß man, watt man hat, guten Abend.

 

PS: Mal davon ab –  selbst wenn der Mann zurück… äh… getreten wird, geht der ein paar Monate nach Amerika, kauft der sich Kontaktlinsen, kämmt seine Haare nach vorne und tingelt dann mit ’nem neuen Buch durch die Landschaft…

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12 Kommentare

  1. #2 | Thomas J. sagt am 10. Januar 2012 um 19:11 Uhr

    Demnäx komm wieder die Erklärungen von allen, die dat nich machen wollen (Gööckler, Barbara Schönedinger, Kai Pflaumenaugust, Jörg „Saulecker“ Pilawa…).

  2. #3 | Ingeborch sagt am 10. Januar 2012 um 19:27 Uhr

    Und Loddar! Loddar sacht immer schon ab, bevor datt er gefracht wurde!

  3. #4 | Georg Kontekakis sagt am 10. Januar 2012 um 20:02 Uhr

    Hi Ingeborg,

    ich finde es toll, dass Du jetzt hier schreibst. Es wächst zusammen, was zusammen gehört. 🙂

    WILLKOMMEN!!

  4. #5 | Mir sagt am 10. Januar 2012 um 21:41 Uhr

    George Clooney: „Wenn ich mir aussuchen dürfte, welches politische Oberhaupt ich mal spielen will, würde ich Angela Merkel wählen“, sagte der US-Schauspieler dem Frauenmagazin „Emotion“. Die Begründung für diese Entscheidung lieferte er gleich mit: „Ich wollte immer gern eine kleine deutsche Frau sein.“ Bizarr.

    Als deutscher Präsident würde er mehr gefallen.

  5. #6 | Ingeborch sagt am 10. Januar 2012 um 22:08 Uhr

    Danke :o) (aber bitte jetzt keine blühende Landschaften erwähnen, ne…)

  6. #7 | Ingeborch sagt am 10. Januar 2012 um 22:12 Uhr

    Ich finde datt äußerst sympathisch, datt der kleine deutsche Frauen mag…

  7. #8 | Pottblog sagt am 11. Januar 2012 um 07:39 Uhr

    Links anne Ruhr (11.01.2012)…

    Bochum: Gegen den Bundespräsidenten schießt Sigmar Gabriel nicht (DerWesten) – Herne/Wanne-Eickel: CDU stimmt für WAN-Kennzeichen (halloherne.de) – Siehe auch: DerWesten. Duisburg (Loveparade 2010): Adolf Sauerlands letzter …

  8. #9 | ate sagt am 11. Januar 2012 um 11:05 Uhr

    Wir sind doch jetzt alle so für mehr Quotenfrauen. Und wenn die Bosse das nicht wollen, dann machen wir eben mit der Politik weiter. Mein Vorschlag: Gerburg Jahnke for Präsident!

    Da haben wir dann endlich mal Spitzeneinschaltquoten, wenn sie die Weihnachtsansprache hält;-)))

  9. #10 | Ingeborch sagt am 11. Januar 2012 um 12:45 Uhr

    Mal gucken – die liebt datt Ruhrgebiet „irgendwie“ und sie raucht wie ’n Schlot, datt täte schomma passen, hömma. Nur der Vorname… ich hoffe, der is‘ künstlerisch… „Gerburch“… für sowatt wirste heute auffem Schulhof aber sowatt von vermöbelt…

  10. #11 | ate sagt am 11. Januar 2012 um 12:54 Uhr

    Na, nun aber nicht auf die Vornamen hauen!

    Angela hat ja auch nicht geholfen, ein Engelchen ist die Merke ganz sicher nicht, sieht auch nicht so aus.

    Und aufm Schulhof vermöbelt werden ist eine gute Vorbereitung für das hohe Amt!

  11. #12 | Ingeborch sagt am 11. Januar 2012 um 14:28 Uhr

    Ich weiß nich‘, wer viel einsteckt, teilt später auch viel aus…

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